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Es gibt bestimmt noch Menschen, die den DFB für lernfähig halten: Fans, die zum Beispiel glauben, dass der Leistungsfußball im Amateurbereich eine Zukunft hat. Die darauf hoffen, dass irgendwann wieder Zeiten kommen, in denen eine Mannschaft von der Oberliga in die Regionalliga aufsteigt, die sich sportlich dafür qualifiziert hat. Fußball-Enthusiasten, die es für wichtig halten, dass das Ligensystem durchlässig ist und ein Teilbereich eben nicht zu einem Closed Shop wird. Die glauben, es werde noch einmal eine Zeit anbrechen, in der sich der DFB wieder als Interessenvertreter der Amateurvereine versteht und nicht als deren Totengräber. Die Selbstgefälligkeit und Dreistigkeit, mit der sich der beim DFB für die Regionalliga zuständige Direktor Helmut Sandrock in diesem Beitrag des WDR-Magazins Sport Inside in Szene setzt, legt allerdings nahe, sich von allen Hoffnungen zu verabschieden. Der DFB sei nicht für die Budgets der Klubs verantwortlich, behauptet er unter anderem, aber Tatsache ist, dass der Verband durch die Festlegung absurder Auflagen quasi Etats vorschreibt, die sich sportlich ambitionierte Klubs in der Regel nicht leisten können. Möglicherweise hat Sandrock keinen guten PR-Berater oder auch gar keinen, aber offenbar braucht er ihn auch nicht, denn die Vereine ab der 4. Liga abwärts haben nun mal keine Lobby, und sie werden auch nie eine haben, weshalb dieser Gentleman wahrscheinlich sagen kann, was er will, ohne dass ihm das je zum Nachteil gereichen wird. Einige Fans des MSV Duisburg, wo Sandrock zeitweilig als Präsident agierte, haben 2007, als letzterer seinen Posten beim DFB antrat, schon geahnt, worauf das alles hinauslaufen wird. Diskutiert wird über den Beitrag und den Sportkameraden Sandrock auch hier.

8 Kommentare

  1. Oliver Fritsch schrieb am 29. Oktober 2009:

    In dem TV-Beitrag sagt Sandrock: „Wir sind nicht verantwortlich für die Wirtschaftlichkeit der Vereine.“ Ist das die Haltung der Verbände: sich rauszupicken, wofür man verantwortlich ist – und wofür nicht?

  2. Ingrid schrieb am 29. Oktober 2009:

    Mal ein paar Links zur Situation in Goslar:

    http://www1.ndr.de/flash/mediathek/index.html
    Stichwort „Goslar“ eingeben, dann erscheint der Link zum Fernsehbeitrag.

    http://neunzehnhundertacht.wordpress.com/2009/10/28/stadionumbau-finanziell-gesichert/

    http://www.harzkurier.de/news.php?id=9790

  3. rmartens schrieb am 1. November 2009:

    Für Kurzentschlossene: Spiel des Jahres zwischen den Hamburger DFB-Opfern – Altona 93 und SC Victoria – heute um 14 Uhr, Adolf-Jäger-Kampfbahn.

  4. Svenne schrieb am 4. November 2009:

    Sandrock ist so unfähig und blind, dass er sogar bei der Überreichung des Meisterpokals der 3. Liga an Union erstmal zur Alten Försterei nach Köpenick gefahren ist, weil er nicht wusste, dass das Stadion noch im Umbau war und Union ja die komplette Saison im Jahnsportpark im Prenzlauer Berg gespielt hat. Da hat er sich dann gewundert, dass in Köpenick gar nichts los ist….. Das zeugt von derartigem Desinteresse am Fußballgeschehen, dass einem wirklich nichts mehr einfällt…. unfassbar dieser Mann!

  5. Ingrid schrieb am 6. November 2009:

    Noch ein paar Links zum Thema (Teilweise auch passend zum Bericht von Günter Globes):

    Rückblickend auf Aussagen in 2007 betr. der Neuordnung der Ligen:
    http://www.ergebnisdienst-fussball.de/SPORTNORD/newsarchiv/index.php?news_id=4699&PHPSESSID=001666d4c37971371e7b9eaf47565e93

    http://www.wdr.de/themen/sport/fussball/westfalia_herne/091030.jhtml

    http://209.85.129.132/search?q=cache:vjMaY2TrgwYJ:www.hfv.de/_rubric/detail.php%3Fnr%3D8160%26rubric%3D7%26+vermarktungsrechte+amateurfussball&cd=102&hl=de&ct=clnk

  6. Lutz Wolf schrieb am 11. November 2009:

    Herr Sandrock hat grundsätzlich recht, dass der DFB nicht für die Budgets der Klubs Verantwortung übernehmen kann.

    Der DFB ist nichts anderes als die Dachorganisation der Landesverbände. Das Sagen beim DFB haben nach meiner Kenntnis die Landesverbände.

    Deshalb muss nicht der DFB, sondern müssen die Landesverbände für die Budgets der Klubs Verantwortung übernehmen.

    Die Landesverbände finanzieren sich nach meiner persönlichen Schätzung im hohen Millionenbereich über die Klubs. Allein die Strafen und Gebühren, die der Landesverband seinen Klubs aufbürdet, beträgt mindestens 1.000 Euro pro Klub und Jahr. Das können, bei 26.000 angeschlossenen Vereinen, gut und gern 26 Millionen Euro pro Jahr ergeben. Strafen dafür, dass ein Spieler einen Schiedsrichter beleidigt hat, oder ein Zuschauer dies getan hat. Oder Strafen dafür, dass Spiele auf Grund von erkrankten Spielern nicht stattfinden. Gebühren dafür, dass Neuanmeldungen berechnet werden, Änderungen erfolgen müssen und Schiedsrichter, damit sie zum Spiel kommen, die aber die Vereine wiederum rekrutieren müssen, weil sie ansonsten wiederum Strafen aufgebürdet bekommen, etc. Das ist eine ganze Latte an Geldbeträgen, die der Gebühren- und Strafenkatalog hergibt.

    Am brisantesten sind in Bezug auf Ihren Artikel, Herr Martens, die Strafen, weil die Verantwortlichen in den Klubs vergessen haben, die Spielergebnisse an http://www.fussball.de zu melden. Schon die Trainer der kleinen Fußballer müssen Ergebnisse melden. Der Landesverband verhängt Strafen in Höhe von 15 Euro pro nicht gemeldetem Spiel. Hier ist Zeit Geld, weil der DFB nur mit hochaktuellen Spieldaten Geld verdienen kann.
    Die Spielergebnisse werden vom DFB vermarktet. Der DFB betreibt zusammen mit der Telekom die Internetseite http://www.fussball.de. Beide Partner profitieren von den Einnahmen aus Spielergebnissen. Die Kosten für Abnehmer dieser Spielergebnisse betragen mehrere tausend Euro pro Jahr pro Abnehmer, abhängig von der Anzahl der Spielklassen und Landeszahlen, die gebucht werden.

    An diesem Beispiel sieht man sofort, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen der Arbeit der Verantwortlichen in Fußballklubs und der daraus resultierenden Geldeinnahmen beim DFB besteht. Davon gibt es noch weitere Beispiele.

    Der Klub im DFB ist sowohl Geldgeber, als auch Dienstleister für die Landesverbände und damit auch für den DFB. Der DFB müsste sich somit um seine Geldgeber kümmern. Und der DFB müsste seine Dienstleitser hegen und pflegen. Und der DFB und die Landesverbände müssten auch Verantwortung für die Budgets der Klubs übernehmen, die sie ja selbst zum größten Teil schröpfen.

    Von daher ist es richtig, Herr Martens, dass Sie schreiben, dass Herr Sandrock möglicherweise keinen guten PR-Berater hat. Es stellt sich die Frage, ob der PR-Berater überhaupt eine Ahnung davon hat, was die kleinen Klubs alles für den DFB und seine Landesverbände tun.

  7. Zukunft durch Vertrauen « Fakten und Gerüchte aus dem Stadionbus schrieb am 16. November 2009:

    […] Vertrag anbot. Helmut Sandrock ist längst als Funktionär beim DFB  angekommen und erregt zurzeit bei Vertretern des Amateurfußballs einigen Unmut. Aber das ist eine ganz andere […]

  8. Choleriker schrieb am 18. Juli 2012:

    natürlich sind die Vereine selbst für ihre Wirtschaftlichkeit verantwortlich – wer denn sonst ?
    Und natürlich muss es Auflagen geben, wenn ein Verein in höhere Ligen strebt, zum Beispiel beim Thema Sicherheit. Wer das nicht einsieht, ist wohl ein bisschen arg subjektiv. Die Auflagen fallen übrigens nicht vom Himmel, sie sind lange vorher bekannt.

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