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Was ist eigentlich die Alexandra Kraft für eine? Die Kollegin schreibt heute anlässlich des Abschiedsspiels von Birgit Prinz bei stern.de, die Spielerin habe nicht „verstanden, dass Fußball weit mehr als ein Spiel ist“. Die Autorin wirft Prinz in ihrem Karriere-Nachruf beispielsweise vor, diese habe Interviews „nicht leiden“ können. Falls die Aversion bei Prinz so groß war, dass sie Kraft niemals ein Interview gegeben hat, kann man angesichts dieses Artikels nur sagen: Herzlichen Glückwunsch! Die Stern-Frau kreidet der Kickerin des weiteren an, sie habe nicht „verstanden“, dass man sich als Star „gut verkaufen“ müsse. Sie habe „neben dem Platz versagt“. Kurz: Prinz müsse noch „erwachsen werden“, diagnostiziert die erwachsene Kraft. Auffällig ist, dass all das, was für Prinz spricht – die Aversion gegen Interviews, das Sich-nicht-verkaufen-wollen – hier gegen sie verwendet wird. Ob das nun symptomatisch ist für eine weit verbreitete Haltung im Sportjournalismus, weiß ich nicht, aber eine diesbezügliche prophylaktische Befürchtung kann ja nicht schaden.

6 Kommentare

  1. Dirk H schrieb am 27. März 2012:

    Infos über Alexandra Kraft konnte ich im Impressum bei Stern.de leider auch nicht finden.
    Da war wohl mal jemand echt beleidigt, weil sie kein Interview bekommen hat…

  2. Herr Wieland schrieb am 27. März 2012:

    Ich finde ja, dass in diesem Text vor allem die fehlende Größe in der persönlichen Niederlage thematisiert wird, das Verhalten bei der WM eben. An dieser Stelle finde ich die Kritik durchaus nachvollziehbar.

  3. wawerka schrieb am 27. März 2012:

    Die für mich interessanteste Frage an dem Beitrag von Frau Kraft ist folgende:

    Was für ein Mensch muss man sein, um am Ehrentag der Verabschiedung eines Sportlers so einen Verriss zu schreiben? Wie kleingeistig und gehässig muss man dafür sein? Nein, ganz im Ernst, ich stelle mir bildlich vor, wie Frau Kraft vor ihrem Computer sitzt und ihre exorbitante Ablehnung (um nicht von Hass zu sprechen) gegen Birgit Prinz in solche Zeilen zu gießen.

    Einfach menschlich sehr, sehr schäbig….

  4. Dieter schrieb am 27. März 2012:

    Ich fand den Artikel auch vollkommen daneben, er hat mich richtig wütend gemacht. Sportler dürfen sein, wie sie sind. Die einen werden beliebt, die anderen halt nicht. Erst wenn ich mich beschwere, daß ich nicht so geliebt werde oder weniger Werbeverträge bekomme als die lustigeren, schlagfertigeren oder auch hübscheren Kolleginnen (gilt aber auch für Männer), dann habe ich etwas nicht verstanden. Michael Stich sagte mal nach einem Spiel gegen Boris Becker, bei dem die Halle weitgehend auf Beckers Seite stand, daß das so nicht in Ordnung wäre. Da hat Stich tatsächlich etwas nicht verstanden.

    Es ist auch eine Unsitte geworden, jedem Promi eine besondere Verantwortung aufgrund seiner Vorbildfunktion zuzuschieben. Das halte ich für ebenso falsch.

    In der Zeit ist heute ebenfalls ein Brief an Birgit Prinz zu lesen, in dem bei Birgit Prinz genau das gelobt wird, was im Stern kritisiert wird, daß sie nämlich keine Barbie-Puppe ist. Gefällt mir besser. http://www.zeit.de/sport/2012-03/birgit-prinz-abschied-liebesbrief/komplettansicht

  5. Oliver Ben Sliman schrieb am 28. März 2012:

    @Herr Wieland: Wenn ich allein über die WM2011 berichtet hätte, könnte ich Ihnen beipflichten.

    Aber wenn ich hier ein Gesamtwerk betrachte und dann aufgrund eines Verhaltens von 2 Wochen ein Urteil abgebe, dann ist dieser Artikel gelinde gesagt eine Frechheit.

    Wenn ich mich einmal kurz auf das Niveau von Frau Kraft begeben wollte, würde ich anhand der Bilder, die über Google zu finden sind, zu Ihr sagen, dass Sie nicht nur kein Interview bekommen hat sondern auch gern Fußball hätte spielen wollen es aber nicht konnte.

    Solche Briefe braucht kein Mensch.

  6. Jani schrieb am 3. Juni 2012:

    Lieber René Martens, ist der Blog hier tot oder plant ihr was zur EM? Wäre schön!

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