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><channel><title>Blog für den kritischen Fußballfreund &#187; Allgemein</title> <atom:link href="http://www.direkter-freistoss.de/category/allgemein/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.direkter-freistoss.de</link> <description>Der Blog-Zirkel der Fußball-Presseschau indirekter-freistoss.de</description> <lastBuildDate>Thu, 02 Feb 2012 17:32:00 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Hany Ramzy: &#8220;Das war Politik, das hatte nichts mit Fußball zu tun&#8221;</title><link>http://www.direkter-freistoss.de/2012/02/02/ramzy-al-masry-ahly-aegypten/</link> <comments>http://www.direkter-freistoss.de/2012/02/02/ramzy-al-masry-ahly-aegypten/#comments</comments> <pubDate>Thu, 02 Feb 2012 17:29:44 +0000</pubDate> <dc:creator>Oliver Fritsch</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category> <category><![CDATA[Al-Ahly]]></category> <category><![CDATA[Al-Masry]]></category> <category><![CDATA[Ägypten]]></category> <category><![CDATA[Hany Ramzy]]></category> <category><![CDATA[Tahrir-Platz]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.direkter-freistoss.de/?p=2127</guid> <description><![CDATA[Telefonat mit dem Trainer der ägyptischen U23 über die tödlichen Krawalle im Stadion von Al-Masry direkter freistoss: Sie haben das Spiel am Fernseher verfolgt. Was haben Sie gesehen? Hany Ramzy: Schon in der Halbzeit sah man rund zehn Leute mit Feuer auf dem Spielfeld, aber das schien sich später wieder zu beruhigen. Doch direkt nach [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><em>Telefonat mit dem Trainer der ägyptischen U23 über die tödlichen Krawalle im Stadion von Al-Masry<span
id="more-2127"></span></em></p><p><strong>direkter freistoss</strong>: Sie haben das Spiel am Fernseher verfolgt. Was haben Sie gesehen?</p><p><strong>Hany Ramzy</strong>: Schon in der Halbzeit sah man rund zehn Leute mit Feuer auf dem Spielfeld, aber das schien sich später wieder zu beruhigen. Doch direkt nach Abpfiff ging der Wahnsinn los.</p><p><strong>df</strong>: Was genau?</p><p><strong>Ramzy</strong>: Hunderte von jungen Männern, manche vielleicht nicht einmal sechzehn Jahre alt, stürmten den Platz und die Blöcke, viele mit Messern bewaffnet. Sie griffen die Fans und Spieler von Al-Ahly an. Schnell machte die Nachricht von mindestens zwanzig Toten die Runde, später am Abend von noch viel mehr.</p><p><strong>df</strong>: <a
href="http://www.zeit.de/sport/2012-02/aegypten-ultras-portsaid-tote">Es ist zu hören</a>, dass die Gewalt politisch motiviert gewesen sei.</p><p><strong>Ramzy</strong>: Ja. Das war eine geplante Aktion, das war politisch. Das hatte nichts mit Fußball zu tun. Die Polizei sah tatenlos zu, sie ließ einfach gewähren, dass Menschen starben. Es ist eine Schande für Ägypten.</p><p><strong>df</strong>: Die Ultras von Al-Ahly sollen am Tahrir-Platz an vorderster Front gekämpft haben. Mussten sie nun dafür büßen? Wer sind die Täter im Hintergrund?</p><p><strong>Ramzy</strong>: Niemand in Ägypten weiß das genau, nicht mal der Sicherheitschef der Regierung. Es gibt Mutmaßungen, dass die Leute des alten Regimes dahinter stecken. Die sind interessiert daran, im neuen Ägypten Unruhe zu stiften. Es kursiert andererseits auch das Gerücht, dass der Iran im Spiel ist. Das sind nun die großen Fragen, die sich unser Land stellen muss.</p><p><strong>df</strong>: Einige der beteiligten Spieler sollen gesagt haben, dass sie nie wieder Fußball spielen würden.</p><p><strong>Ramzy</strong>: Das ist in der ersten Reaktion absolut verständlich. Drei meiner Spieler sind von Port Said, einer von Al-Ahly. Mit einem habe ich gestern Nacht telefoniert. Sie sind unversehrt, aber stehen alle unter Schock. Sie haben viel Blut gesehen, Tote lagen in der Kabine. Es ist gut, dass die Liga bis auf weiteres abgesagt wurde. An Fußball sollte man erst mal nicht denken.</p><p><strong>df</strong>: Sie fahren mit ihrer Mannschaft im Sommer nach London zu Olympia. Oder ist das in Gefahr?</p><p><strong>Ramzy</strong>: Das glaube ich nicht. Aber unsere Testspiele werden wir alle auswärts austragen. Denn wir können von niemandem verlangen, nach Ägypten zu reisen, um ein Fußballspiel auszutragen.</p><p>No related posts.</p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.direkter-freistoss.de/2012/02/02/ramzy-al-masry-ahly-aegypten/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Fünf Dinge, die wir aus der Hinrunde gelernt haben</title><link>http://www.direkter-freistoss.de/2012/01/12/funf-dinge-die-wir-aus-der-hinrunde-gelernt-haben/</link> <comments>http://www.direkter-freistoss.de/2012/01/12/funf-dinge-die-wir-aus-der-hinrunde-gelernt-haben/#comments</comments> <pubDate>Thu, 12 Jan 2012 17:22:30 +0000</pubDate> <dc:creator>Christoph Asche</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.direkter-freistoss.de/?p=2113</guid> <description><![CDATA[Ernst Bloch hat über Vermutungen einmal sinngemäß geschrieben, dass sie am Ende selten praktisch bewiesen werden können und dass sie meist in der Versuchsgeschichte der Erkenntnis, der erkannten Irrtümer wandeln. Daher überlasse ich die wilden halb-saisonalen Titelprognosen und die apokalyptischen Untergangsszenarien für den SC Freiburg und den HSV anderen und schaue auf das, was war. [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ernst Bloch hat über Vermutungen einmal sinngemäß geschrieben, dass sie am Ende selten praktisch bewiesen werden können und dass sie meist in der Versuchsgeschichte der Erkenntnis, der erkannten Irrtümer wandeln. Daher überlasse ich die wilden halb-saisonalen Titelprognosen und die apokalyptischen Untergangsszenarien für den SC Freiburg und den HSV anderen und schaue auf das, was war.<span
id="more-2113"></span></p><p>&nbsp;</p><p>Fünf Dinge, die wir aus der Hinrunde gelernt haben:</p><p>&nbsp;</p><p>1. <strong>Lucien Favre ist ein exzellenter Trainer</strong>. Gegenargumente sind willkommen, aber wie sonst lässt sich diese herausragende Hinserie von Borussia Mönchengladbach erklären? Das Team hat sich im Kern nicht wesentlich zur Vorsaison verändert: Am letzten Spieltag vor der Winterpause standen bei der Borussia im Spiel gegen den FSV Mainz  10 Spieler auf dem Platz, die auch schon in den beiden Relegationsspielen gegen den VfL Bochum im Mai 2011 um Leben oder Tod spielten. Nachdem der Klassenverbleib der Fohlen schon den Fähigkeiten Favres zuzuschreiben war, kann man ihn nun nicht oft genug loben. Eine taktisch hervorragend eingestellte Mannschaft und eine Menge Selbstvertrauen lassen erkennen, woran der 54-jährige Schweizer in der Sommerpause gearbeitet hat.</p><p>&nbsp;</p><p>2. <strong>Torhüter dürfen sich nicht mehr schwer verletzen</strong>. René Adlers langwierige Knieverletzung hat ihn in Leverkusen in Rekordzeit aufs Abstellgleis katapultiert, obwohl er einst als kommender Stern am Torhüterhimmel gefeiert wurde. Dieser Stern ist jetzt Manuel Neuer und René Adler längst abgelöst von Jungstar Bernd Leno. Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, heißt es oft. Treffender als im Fall Adler geht es kaum, gerade international spielende Clubs können sich keine langen Ausfallphasen von Leistungsträgern leisten.</p><p>&nbsp;</p><p>3. <strong>Geld schießt in Wolfsburg keine Tore</strong>. Felix Magath hat in der Hinrunde demonstriert, wie man es schafft, ein Team innerhalb kürzester Zeit vom Zustand der ungeschminkten Lethargie in einen unpassend zusammengewürfelten neongrünen Haufen zu verwandeln, dessen Resultate nicht ansatzweise das ausgegebene Geld rechtfertigen. <a
href="http://www.haz.de/Nachrichten/Sport/Fussball/Nach-Hoffenheim-verpflichtet-auch-der-VfL-Wolfsburg-einen-13-Jaehrigen">Nun probiert es Magath mit einer Verjüngungskur</a>.</p><p>&nbsp;</p><p>4. <strong>Lukas Podolski ist die Lebensversicherung des 1.FC Köln</strong>. Hört sich stark nach Stammtisch an, ist aber so. Zum ersten Mal hat Podolski in Köln konstante gute Leistungen gezeigt, was sich auch in seiner Statistik widerspiegelt: 14 Tore und 5 Vorlagen in 16 Spielen bedeuten, dass er an über zwei Dritteln der Kölner Tore direkt beteiligt war. Pech nur für die FC-Verantwortlichen, dass sonst kein anderer Kölner Profi auch nur annähernd an das Niveau von Podolski herankommt.</p><p>&nbsp;</p><p>5. <strong>Als Trainer sollte man sich niemals seinen Arbeitgeber auf den Arm tätowieren lassen</strong>. Markus Babbel wird sich bei seiner nächsten Station als Trainer zwei Mal überlegen, ob er sich wieder mit Tinte auf die Haut kritzeln lässt. Ein Lösungsvorschlag: Einen anderen Club trainieren und gleichzeitig auf Schmerzen verzichten kann Babbel nur, wenn er zu den Bayern zurückgeht. Oder an die Anfield Road. Oder zum VfB Stuttgart. Oder zum HSV. Oder zum TSV Gilching …</p><p>&nbsp;</p><p>===========================================</p><p>Wollen Sie fit in die Rückrunde starten? Hier gibt es <a
href="http://www.trainingsworld.com/trainingsplaene/laufen/">interessante Trainingspläne online</a>.</p><p>===========================================</p><p>No related posts.</p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.direkter-freistoss.de/2012/01/12/funf-dinge-die-wir-aus-der-hinrunde-gelernt-haben/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Wie das Internet die Sportberichterstattung verändert hat  &#8230;</title><link>http://www.direkter-freistoss.de/2011/10/10/wie-das-internet-die-sportberichterstattung-verandert-hat/</link> <comments>http://www.direkter-freistoss.de/2011/10/10/wie-das-internet-die-sportberichterstattung-verandert-hat/#comments</comments> <pubDate>Mon, 10 Oct 2011 07:22:58 +0000</pubDate> <dc:creator>René Martens</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category> <category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category> <category><![CDATA[Hartplatzhelden]]></category> <category><![CDATA[Marcel Eger]]></category> <category><![CDATA[Smartphones]]></category> <category><![CDATA[Social Media]]></category> <category><![CDATA[Sport und Medien]]></category> <category><![CDATA[Sportberichterstattung]]></category> <category><![CDATA[Twitter]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.direkter-freistoss.de/?p=2100</guid> <description><![CDATA[&#8230; und wem der Sport quasi „gehört“, das ist aus guten Gründen in diesem Blog oft Thema gewesen, zuletzt hier. Auf zahlreiche Aspekte aus diesem Themenkomplex gehe ich nun in dem Beitrag Social Sport? Wie sich Berichterstattung und Rechtelage im Zeitalter von Twitter, Flickr und Smartphones verändert haben ein, erschienen in dem neuen Buch Sport [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; und wem der Sport quasi „gehört“, das ist aus guten Gründen in diesem Blog oft Thema gewesen, zuletzt <a
href="http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/27/hartplatzhelden-republica-bgh/">hier</a>. Auf zahlreiche Aspekte aus diesem Themenkomplex gehe ich nun in dem Beitrag <strong>Social Sport? Wie sich Berichterstattung und Rechtelage im Zeitalter von Twitter, Flickr und Smartphones verändert haben</strong> ein, erschienen in dem neuen Buch <a
href="http://www.halem-verlag.de/shop/product_info.php/products_id/235">Sport und Medien. Eine deutsch-deutsche Geschichte</a>. Es geht unter anderem &#8211; einige Zwischenüberschriften seien hier mal zitiert &#8211; um „die Demokratisierung der Produktionsmittel“ und den „Sportler als Berichterstatter“. Und auch darum, warum ein bestimmtes Interview mit Marcel Eger (früher St. Pauli, heue Brentford) nie erschienen ist. Die erste Fassung meines Textes entstand für <a
href="http://www.direkter-freistoss.de/2010/02/05/sport-und-medien-eine-deutsch-deutsche-geschichte/">diese Tagung</a> in Köln. Und bei <a
href="http://www.digitalmediawomen.de/2011/04/01/social-media-club-hamburg-thema-sport/">dieser Veranstaltung</a> des <strong>Social Media Club Hamburg</strong> vor etwas mehr als einem halben Jahr konnte man bereits einen Vorgeschmack auf den Buchbeitrag bekommen.</p><p>No related posts.</p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.direkter-freistoss.de/2011/10/10/wie-das-internet-die-sportberichterstattung-verandert-hat/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Hartplatzhelden: Die Zeit der Ungewissheit ist vorbei</title><link>http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/27/hartplatzhelden-republica-bgh/</link> <comments>http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/27/hartplatzhelden-republica-bgh/#comments</comments> <pubDate>Sat, 27 Aug 2011 15:11:08 +0000</pubDate> <dc:creator>Oliver Fritsch</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.direkter-freistoss.de/?p=2069</guid> <description><![CDATA[Mit mehr als vier Monaten Verspätung möchte ich einen Beitrag über die republica nachreichen, bei der ich auf einem Podium teilgenommen habe und unter anderem über den Hartplatzhelden-Prozess referiert und diskutiert habe. Mit dem renommierten Internetkongress republica verbinde ich eine witzige, bewegende und einschneidende Anekdote. Es war im April 2009, ich besuchte das Panel Blog [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Mit mehr als vier Monaten Verspätung möchte ich einen Beitrag über die republica nachreichen, bei der ich auf einem Podium teilgenommen habe und unter anderem über den Hartplatzhelden-Prozess referiert und diskutiert habe<span
id="more-2069"></span>. Mit dem renommierten Internetkongress republica verbinde ich eine witzige, bewegende und einschneidende Anekdote. Es war im April 2009, ich besuchte das Panel Blog und Recht. Es ging um Persönlichkeitsrecht, Bildrecht, Zitatrecht, Urheberrecht. Die zwei Referenten spulten das Programm (im besten Sinne) souverän und mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis ab. Gegen Ende fragte ein Zuhörer die beiden, ob sie den Fall Hartplatzhelden kennen würden. Einer, Thorsten Feldmann, änderte spontan seinen Aggregatzustand. „Allerdings!“, sagte er mit drei Ausrufungszeichen, „ich will eins vorwegschicken: Ich glaube an die deutsche Justiz.“ Und sagte damit, dass er den Glauben ein wenig verloren hat. Er fuhrt fort: „Aber wie diese beiden Urteile zustande kamen, das ist &#8230;“  Feldmann schickte hinterher, dass man die Worte, mit denen er seiner Entrüstung ausdrückte, nicht zitieren möge.</p><p>Mit diesen beiden Urteilen meinte Feldmann die Urteile des Landgerichts und des Oberlandesgerichts Stuttgart, die beide dem Württembergischen Fußballverband Recht gaben und der Website hartplatzhelden.de verboten hatten, von Privatleuten gedrehte Videos von Amateur- und Jugendfußballspielen im Internet zu zeigen. Das sei angeblich unlauterer Wettbewerb, weil ein Fußballspiel eine Leistung des Verband sei. Dem DFB soll also der Fußball gehören. Feldmann hielt diese Entscheidungen für skandalös, es war der erste Fall, zu dem er gleich zwei Aufsätze in Fachpublikationen geschrieben hatte. Beides Verrisse.</p><p>Am Ende seiner mehrminütigen Suada fragte Feldmann, ob jemand die Seite kennen würde. „Ja“, sagte ich aus der letzten Reihe, „ich habe sie gegründet.“ Applaus, fast schon Jubel aus dem Plenum.</p><p>Das tat gut, denn wir, die Hartplatzhelden GmbH, hatten wenige Wochen zuvor die zweite juristische Niederlage hinnehmen müssen. Uns blieben noch zwei Wochen, um in Revision zu gehen – vor den Bundesgerichtshof. Eine schwere Entscheidung, denn es ging auch um viel Geld. Inzwischen ist alles gut ausgegangen, der BGH entschied im Oktober 2010, dass die beiden Urteile aus Stuttgart das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Experten sprechen von einem Satz Ohrfeigen für die Stuttgarter Richter. Das Filmen von Amateurspielen, so der BGH, ist nicht verboten, daher ist es auch nicht verboten, die entsprechenden Videos im Internet zu zeigen. Die Hartplatzhelden ahmen keine fremde Leistung nach, schon gar nicht welche des Verbands. Wettbewerb muss er hinnehmen, Wettbewerb muss frei sein.</p><p>Seitdem verbinde ich Angenehmes mit der republica. Denn ohne diese unerwartete Motivationsrede von  Thorsten Feldmann, den ich vorher nicht kannte, wäre ich vielleicht nicht in Revision gegangen. Zwei völlig falsche und ungerechte Urteile hätten noch heute Bestand. Urteile, die nicht nur für mich, nicht für die Hartplatzhelden Konsequenzen gehabt hätten. Jeder Zeitungsredaktion hätten die Verbände verbieten können, Videos vom Kreisligaschlager zu senden. Jedem stolzen Vater hätten sie untersagen können, den gefilmten Sololauf auf Youtube hochzuladen. Oder gegen Lizenzgebühren zu erlauben. Vielleicht klingt das absurd, aber genau das führten die kleinen Sepp Blatters aus dem Ländle im Schilde. Und wer weiß, ob sich nicht andere Sportverbände ein Beispiel daran genommen hätten?</p><p>Und wer weiß, ob sich dieses Rechtsverständnis auf Sport beschränkt hätte? Eventuell wäre es auch irgendwann verboten worden, ein Feuerwerk am Brandenburger Tor zu filmen, weil die Stadt Berlin sich in ihrer Funktion als Veranstalter in ihrer Vermarktungspolitik eingeschränkt sieht. Doch der BGH hat dem Treiben ein Ende gesetzt, hat Veranstalterrechten und Leistungsschutzansprüchen Grenzen gezogen. Der BGH hat dem Internet ein großes Stück Freiheit geschenkt. Der BGH versteht das Internet. Ist das nicht ein beruhigendes Zeichen?</p><p>Das Internet ist die ideale Plattform für Amateursport, weil er (ökonomisch gesprochen) ein Long-Tail-Produkt ist: viele tausende kleine Zielgruppen. Und gerade bei Bewegtbildern spielt der Sport seine Vorteile aus, selbst wenn oder gerade weil sie nicht im Hochglanz produziert sind wie in der sterilen Bundesliga. Im Jahr 2006, als wir hartplatzhelden.de „launchten“ war die Praxis, Fußballspiele zu filmen und zu veröffentlichen, noch nicht verbreitet. Heute setzt sie sich zunehmend durch, auch wenn die meisten Spiele noch nicht gefilmt werden. Doch der Sport an der Basis sollte es als Chance begreifen, als Chance zur Vermarktung und zur Verbreitung. Eine Erkenntnis aus der Mediengeschichte besagt: Worüber geschrieben wird, was gesendet wird, gewinnt an Bedeutung. Und wer sich ab und an im Amateurfußball herumtreibt, wer auf Deutschlands Hartplätzen zugegen ist, weiß, dass dieser Sport an Bedeutung zulegen muss. Es kommen kaum noch Zuschauer.</p><p><object
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class="no_flash">Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.<br
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href="http://www.adobe.com/shockwave/download/download.cgi?P1_Prod_Version=ShockwaveFlash" class="extern" title="externer Link: http://www.adobe.com/shockwave/download/download.cgi?P1_Prod_Version=ShockwaveFlash">Flash-Player aktualisieren</a>.</p><p> </object> </object></p><p>Das war auch ein Thema auf der republica 11, ich war dort mit einigen anderen aus der Fußballwelt auf dem Panel <em>Vom Supporter zum Reporter</em>, moderiert von Alexander Endl, dem Blogger von <a
href="http://www.clubfans-united.de/">Clubfans United</a>. Fußball spielt eine untergeordnete Rolle auf der republica. Auch deutsche Profivereine vernachlässigen das Internet und die Kanäle der sozialen Medien. Ich glaube, das liegt daran, dass der ökonomische Vorteil noch nicht erkennbar ist. Den Bundesligavereinen geht es gut, vielleicht zu gut. Die Leute rennen ihnen die Bude ein.</p><p>Ganz anders im Amateurfußball. Daher finde ich folgende Frage viel erklärungsbedürftiger: Warum macht der Amateursport, der auf jeden Zuschauer und jeden Euro angewiesen ist, so wenig auf Facebook, Twitter und Youtube? Wo die Produktion doch so einfach und billig ist. Vielleicht ist das ja ein spannendes Thema für eine der nächsten republicas.</p><p>Ob Sport und Fußball künftig eine größere Rolle auf der republica spielen oder nicht – ich werde die Entwicklung dieser Tagung verfolgen, denn ich verbinde mit ihr eine sehr angenehme Erfahrung. Allerdings hätte mich eine Niederlage vor dem BGH enorm viel Geld kosten können. Offen gesprochen hätte ich mir von der digitalen Szene in der Zeit der Ungewissheit mehr Unterstützung gewünscht, gar nicht mal finanziell, sondern in der Währung Aufmerksamkeit. Aber es ging ja auch so, dank neutraler Schiedsrichter.</p><p>In der <a
href="http://www.brandeins.de/archiv/magazin/heimliche-helden/artikel/fussball-gehoert-allen.html">August-Ausgabe der <em>brand eins</em></a> ist ein langer Bericht von mir über den Prozess erschienen.</p><p>No related posts.</p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/27/hartplatzhelden-republica-bgh/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Bayern München: Bei Heynckes gehen die Lampen an</title><link>http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/19/bayern-heynckes-barcelona-mourinho/</link> <comments>http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/19/bayern-heynckes-barcelona-mourinho/#comments</comments> <pubDate>Fri, 19 Aug 2011 13:57:00 +0000</pubDate> <dc:creator>swenzel</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category> <category><![CDATA[Bayern München]]></category> <category><![CDATA[FC Barcelona]]></category> <category><![CDATA[FC Zürich]]></category> <category><![CDATA[José Mourinho]]></category> <category><![CDATA[Jupp Heynckes]]></category> <category><![CDATA[Real Madrid]]></category> <category><![CDATA[Uli Hoeneß]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.direkter-freistoss.de/?p=2085</guid> <description><![CDATA[Wer am Mittwoch die Möglichkeit hatte, Bayern gegen Zürich und danach Barca gegen Real hintereinander zu sehen, bekam einen Eindruck davon, wie weit der FC Bayern von der internationalen Spitze entfernt ist. Auf der einen Seite ein teilweise lustloses Ballgeschiebe ohne Dynamik (Bayern), auf der anderen Seite ein Fußballfeuerwerk mit herausragenden Individualisten und Kombinationen (Barcelona, [...]
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id="more-2085"></span>.</p><p>Auf der einen Seite ein teilweise lustloses Ballgeschiebe ohne Dynamik (Bayern), auf der anderen Seite ein Fußballfeuerwerk mit herausragenden Individualisten und Kombinationen (Barcelona, auch Madrid). Man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, wie sich der FC Barcelona immer wieder aus brenzligen Situationen befreite, sich neue Räume schaffte, und auf jede Frage eine Antwort hatte, die nie dem Zufall überlassen schien.</p><p>Das alles hatte man bereits im Champions-League-Endspiel gegen Manchester United gesehen. Nur war Real Madrid, wie auch schon im Hinspiel um den spanischen Supercup, ein fast ebenbürtiger Gegner, der dem rauschenden Ballkollektiv, teilweise taktische Finesse, gegen Ende des Spiels leider nur noch Brutalität entgegensetzen konnte. Insbesondere Pepe vermieste einem durch sein unfaires Verteidigen und dauerndes Lamentieren die Freude.</p><p>Man kann den FC Barcelona als Fan bewundern, als Anhänger vergöttern. Als Gegner verzweifelt man und hadert mit dem Schicksal, warum man selbst als Weltklassemannschaft fast keine Chance hat. Wie will man diesen perfekten Ballstafetten beikommen, wie Messi bremsen, wie überhaupt den Ball gewinnen?</p><p>José Mourinho hat darauf mit Madrid teilweise eine Antwort gefunden, die sich in den Klassikern der letzten Saison bereits angedeutet hatte: Härte, an der Grenze zur Körperverletzung. Madrid spielte zwar viel offensiver als in den letzten Begegnungen und kombinierte teilweise sehr ansehnlich, aber man hatte nie den Eindruck, dass sie das Spiel gewinnen könnten. Barcelona wiegt den Gegner meist in Sicherheit, indem die Mannschaft verspielt wie ein Welpe wirkt. Doch wenn es sein muss, schlagen die Mannen von Trainer Guardiola zu und entblößen jede Schwachstelle beim Gegner.</p><p>Auch wenn Jupp Heynckes nach dem Spiel gegen Zürich nicht unbedingt an Barcelona dachte, sah man ihm an, welch enorme Aufgabe auf ihn zukommt. Alles soll anders und besser werden, der Anspruch ist enorm, und der Präsident des Vereins sitzt ihm im Rücken oder vielleicht schon in der Kabine.</p><p>Selbst die nicht besonders kritische Frage, ob es ein Problem sei, den Torschützenkönig der letzten WM auf die Bank zu setzen, lies in Heynckes&#8217; Gesicht alle Lampen angehen. vorbei war es mit der Souveränität des ehemaligen Trainers von Real Madrid. Es ist zu vermuten, dass der deutsche Rekordmeister vor einer weiteren durchschnittlichen Saison steht. Vielleicht holt er einen nationalen Titel, doch die Herren im Vorstand wird das nicht befriedigen. Bei den Bayern ist der Druck besonders hoch, zumindest einen Titel zu gewinnen, die Fans und die Medien fordern das.</p><p>Es wäre interessant, wie die Medien und die Fans reagieren, wenn der Vorstand von einem Übergangsjahr und einem langfristigen Konzept sprechen würde, etwas was man entwickeln will, etwa eine Spielidentität, die nicht nur aus „mir-san-mir“ besteht. Der FC Barcelona gewann übrigens in der Zeit seiner größten Umstrukturierung zwischen 1999 und 2005 keinen einzigen Titel.</p><p>verwandte Artikel:<ol><li><a
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href='http://www.direkter-freistoss.de/2009/04/28/hoeness-klinsmann-bayern-fussballlehrer-heynckes-beckenbauer-trainerentlassung-bayern/' rel='bookmark' title='Eine Familie kann man nicht reformieren'>Eine Familie kann man nicht reformieren</a></li></ol></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/19/bayern-heynckes-barcelona-mourinho/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Auf eines Neues: Was bringt die Saison?</title><link>http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/04/auf-eines-neues-was-bringt-die-saison/</link> <comments>http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/04/auf-eines-neues-was-bringt-die-saison/#comments</comments> <pubDate>Thu, 04 Aug 2011 15:10:01 +0000</pubDate> <dc:creator>gclobes</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.direkter-freistoss.de/?p=2072</guid> <description><![CDATA[Natürlich herrscht vor der Saison wie immer freudige Spannung. Aber es gibt auch viele Fragen, die schon jetzt auf der Hand liegen. Setzen sich neben der sportlichen Entwicklung die anderen Haupttendenzen der letzten Spielzeit fort? Wir erinnern uns: Trotz eines eher verblüffenden Meisterschaftsverlaufs mit etlichen Überraschungsmannschaften waren die eigentlichen Hauptakteure vor allem Fans und Trainer. [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich herrscht vor der Saison wie immer freudige Spannung. Aber es gibt auch viele Fragen, die schon jetzt auf der Hand liegen. Setzen sich neben der sportlichen Entwicklung die anderen <strong>Haupttendenzen der letzten Spielzeit</strong> fort? Wir erinnern uns: Trotz eines eher verblüffenden Meisterschaftsverlaufs mit etlichen Überraschungsmannschaften waren die eigentlichen Hauptakteure vor allem <strong>Fans</strong> und <strong>Trainer</strong>.<span
id="more-2072"></span></p><p>Dass die <strong>Trainer</strong> so sehr im Fokus standen, lag nicht wirklich an übermäßig vielen Entlassungen und Wechseln – auch wenn stellvertretend Magaths vehemente Wechselflucht von Schalke nach Wolfsburg ein klein wenig nach Söldnergebaren schmeckte und Stanislawskis Abschied aus St. Pauli schwer überraschte. Beides sind Pole in einem <strong>Spektrum an bemerkenswerten qualitativen Bewegungen im Geschäft</strong>. Insgesamt scheint sich als Trend ein <strong>Generationenwechsel</strong> abzuzeichnen, was auffallend mit der Entwicklung beim kickenden Personal korrespondiert. Thomas Tuchel in Mainz, Lucien Favre in Gladbach, Michael Oenning in Hamburg, Robin Dutt in Freiburg bzw. in Leverkusen, Dieter Hecking in Nürnberg, ja selbst Bruno Labbadia in Stuttgart oder Mirko Slomka in Hannover, die die Kurve zu kriegen scheinen, kennzeichnen den Trend. Ob Stanislawski in Hoffenheim, Markus Babbel in Berlin, Marco Kurz in Kaiserslautern oder Markus Sorg in Freiburg auf Dauer dazugehören werden, muss noch abgewartet werden. Über allen thront natürlich der Trainer des Jahres, Jürgen Klopp, der sich sogar souverän und uneigennützig Political Correctness auch außerhalb des Spielfelds leistete und seinen Werbevertrag mit Ergo stoppte (Stichwort: Angestelltenlustreise nach Budapest). Vor dem Hintergrund dieser jungen Garde, zu der natürlich auch immer noch Ralf Rangnick gehört, sind Namen wie Daum, Lienen, Pagelsdorf, Rapolder und auch Magath eher am Verblassen. Und wer ruft heute noch ernsthaft nach Winnie Schäfer, Peter Neururer, Thomas Doll oder Ede Geyer? Auch Lothar Matthäus dürfte schon jetzt Mitglied in diesem Club sein. Inhaltlicher Kern dieses<strong> Generationenwechsels ist ein Paradigmenwechsel</strong>. Verkürzt heißt das: Mannschaftsentwicklung geht vor Heldenfußball, Investitionen fließen in Spielsystem und Talent statt in publikumsattraktive Spezialisten. Dabei ist <strong>der Prozess</strong> für alle Beteiligten <strong>die Substanz</strong>, von der sie zukünftig zehren wollen.</p><p>Zweiter Hauptakteur der vergangenen Saison waren die <strong>Fans</strong>. Ob in Köln (FC Reloaded), in Stuttgart (Aktion VfB 2011), in Gladbach (Mitgliederoffensive und Initiative Borussia), Bochum (Wir sind der VfL) oder in München (Schickeria) – überall gab es bis dato unbekannte große Aufwallungen hinsichtlich der Vereinsstrukturen. Bei aller Unterschiedlichkeit der Gruppen ging es immer um <strong>Teilhabe und Mitsprache</strong>, so dass einige vorschnelle Medien bereits von „Wutfans“ schwadronierten. Was die Fans einigte, waren Forderungen nach demokratischen Meinungsbildungsprozessen, bei denen sie dabei sein wollen. Es ging und geht dabei um Themen wie Gremienbesetzungen oder ökonomische Entscheidungen, Investoren oder Sponsoren etc. Eine solche fast flächendeckende <strong>Protestdynamik</strong> war für die betroffenen Vereine neu; ihre Überraschung dauert teilweise bis heute an, so dass es spannend werden dürfte, welche Entwicklung diese Bewegung zukünftig nehmen wird. Angesichts der erwähnten Dynamik und der immensen Mitgliederzahlen einiger Vereine dürfte ein Weiter-so-wie-immer ähnlich wie bei Spielsystemen oder Trainerqualifikationen nicht mehr möglich sein.</p><p>Und die <strong>Meisterschaft</strong>? Es bleibt zu hoffen, dass sich das, was mit Dortmund, Mainz, Hannover oder auch Nürnberg im letzten Jahr zu beobachten war, weiterhin festigt. Sollte sich trotzdem einmal mehr wieder das Geld durchsetzen, heißt das noch lange nicht das Ende der neuen Trends und Entwicklungen. Die Macht sei jedenfalls mit ihnen&#8230;</p><p>No related posts.</p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/04/auf-eines-neues-was-bringt-die-saison/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Vom Sommermärchen zur Morgenröte</title><link>http://www.direkter-freistoss.de/2011/07/14/vom-sommermarchen-zur-morgenrote/</link> <comments>http://www.direkter-freistoss.de/2011/07/14/vom-sommermarchen-zur-morgenrote/#comments</comments> <pubDate>Thu, 14 Jul 2011 15:52:55 +0000</pubDate> <dc:creator>gclobes</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.direkter-freistoss.de/?p=2058</guid> <description><![CDATA[Zwar steht der Turnierhöhepunkt, das Endspiel der Frauen-WM noch aus, die bisherigen Eindrücke und Erkenntnisse dürften aber die Diskussion über die zukünftige Entwicklung des Frauenfußballs auch danach noch bestimmen. Dabei wird es natürlich weniger bis gar nicht um das Drum und Dran dieser WM gehen. Wir wollen deshalb hier auch nicht über die bizarre und [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Zwar steht der Turnierhöhepunkt, das Endspiel der Frauen-WM noch aus, die bisherigen Eindrücke und Erkenntnisse dürften aber die <strong>Diskussion über die zukünftige Entwicklung des Frauenfußballs</strong> auch danach noch bestimmen. Dabei wird es natürlich weniger bis gar nicht um das Drum und Dran dieser WM gehen. <span
id="more-2058"></span>Wir wollen deshalb hier auch nicht über die bizarre und schwer dogmatisch geführte Genderdebatte reden („Männer“- vs. „Frauenfußball“); vernachlässigen können wir genauso die erwarteten gönnerhaften Expertenstatements ehemaliger Kritiker, die plötzlich zu Frauenverstehern wurden. Und schon gar nicht soll es um das völlig eventbesoffene Publikum gehen, dessen einziger Lebenssinn im Stadion zu sein schien, eine Ola nach der nächsten zu initiieren. Folglich kümmern wir uns auch nicht um den Hype, den die Medien entfachten und dabei u.a. offenbarten, wie es wohl ist, wenn öffentlich-rechtliche TV-Anstalten so crazy Ideen wie „WM Lyrics Misheart“ für jung und hip halten. Und wir decken gnädig den Mantel des Schweigens über das historische Ereignis, dass mit Claudia Neumann beim ZDF die erste Frau live WM-Spiele kommentieren durfte. Überhaupt nicht reden wollen wir darüber, was schlimmer für die WM war: die Anwesenheit vom mehr und mehr berlusconihaften Herrn Blatter oder ein Großteil der aktiven Schiedsrichterinnen.</p><p>Reden wollen und müssen wir übers gezeigte <strong>Spiel und seine Qualität</strong>. Um es kurz zu machen: Freundlich gesagt war das Niveau (bis auf geringe Ausnahmen) sehr enttäuschend, weniger milde bewertet sogar einfach schlecht. Fast sieht es so aus, als ob der Frauenfußball regrediert. Individuell entwickeln sich die Spielerinnen im Durchschnitt technisch durchgängig positiv; taktiktechnisch hingegen gibt es mit Ausnahmen wie Frankreich und Japan kaum eine Annäherng an moderne Auffassungen. So überwog bei fast allen Teams erstaunlicherweise das Spiel mit langen Bällen, teilweise auch über außen, was nicht selten an <em>very british, very old school</em> gemahnte. Ähnlich beklagenswert waren die Torhüterinnenleistungen, was nicht nur an der Körpergröße der meisten lag (stellvertretend z.B. Karen Bardsley, England,und Hervig Lindahl, Schweden, ja selbst Nadine Angerer muss sich fragen lassen, was sie beim japanischen Siegtreffer in der kurzen Ecke wollte). Physische Dynamik dominierte fast immer über die taktische, was etwa den Favoritinnen der USA mehrmals den Sieg bescherte; für die deutsche Mannschaft reichte das allerdings schon nicht mehr aus. Ball- und Kombinationssicherheit waren nur selten ausgeprägt, Struktur- und Konzeptfußball nur bei Teams zu erkennen, die keiner wirklich auf der Rechnung hatte.</p><p>Und doch gibt es dabei auch etwas, das einen <strong>Wendepunkt der fußballerischen Entwicklung</strong> im Kontext des modernen Fußballs markiert hat. So waren allen voran Japan und mit Abstrichen Frankreich die Teams, die aufzeigten, wohin die Reise des Frauenfußballs geht. Kluge Organisation, gutes Verschieben und Pressen als defensive Elemente, sicheres und schnelles Passspiel im Mittelfeld und nach vorne reichten für Frankreich gegen die USA zwar noch nicht ganz, für Japan gegen Schweden (und auch gegen Deutschland) schon. So heißen die herausragenden Spielerinnen der WM eben auch nicht Marta, Shelin, Wambach und schon gar nicht Bajramaj. Vielmehr sind es Typen wie Homare Sawa und vor allem Luisa Necib, die nicht „Heldinnen“ sein wollen sondern Teamplayer und Taktgeberinnen.</p><p>Das alles belegt aber nicht nur den angedeuteten Wendepunkt, sondern hilft auch bei der <strong>„Normalisierung“ des Verhältnisses zum Männerfußball</strong>. Beide Fußballformen werden – bei allen weiterhin bestehenden körperlichen Unterschieden – vergleichbarer für den Zuschauer. Dass der Frauenfußball damit auch attraktiver (um nicht zu sagen „nachhaltiger“) in der Wahrnehmung der echten (und nicht der  Event-)Fans werden könnte, liegt auf der Hand. Und: Selbst wenn sich diesmal noch der alte Fußball durchsetzen sollte (was mit den USA ja möglich wäre), geht auch der Frauenfußball in Richtung Moderne. Die üblichen Verdächtigen wie Schweden, Norwegen, USA und Deutschland (Grüße an Frau Neid) gehen momentan diesen Weg jedenfalls noch nicht.</p><p>No related posts.</p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.direkter-freistoss.de/2011/07/14/vom-sommermarchen-zur-morgenrote/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>2</slash:comments> </item> <item><title>„Ich bin kein Fan von Stalin, aber …“</title><link>http://www.direkter-freistoss.de/2011/07/02/%e2%80%9eich-bin-kein-fan-von-stalin-aber-%e2%80%a6%e2%80%9c/</link> <comments>http://www.direkter-freistoss.de/2011/07/02/%e2%80%9eich-bin-kein-fan-von-stalin-aber-%e2%80%a6%e2%80%9c/#comments</comments> <pubDate>Sat, 02 Jul 2011 12:41:09 +0000</pubDate> <dc:creator>René Martens</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category> <category><![CDATA[Jakob Preuss]]></category> <category><![CDATA[Rinat Achmetow]]></category> <category><![CDATA[Roman Abramowitsch]]></category> <category><![CDATA[Schachtjor Donezk]]></category> <category><![CDATA[Uefa-Pokal]]></category> <category><![CDATA[Werder Bremen]]></category> <category><![CDATA[ZDF]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.direkter-freistoss.de/?p=2053</guid> <description><![CDATA[Die brillante Fußball-Dokumentation „The Other Chelsea“, als TV-Erstausstrahlung kürzlich im ZDF-Nachtprogramm zu sehen, läuft am morgigen Sonntag zur besten Sendezeit noch einmal bei ZDFkultur. Der folgende Text erschien in einer kürzeren Version am 27.6. in der Süddeutschen Zeitung. Rinat Achmetow ist der reichste Mann der Ukraine, das Wirtschaftsmagazin Forbes führt ihn in seiner aktuellen Milliardärsrangliste [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><em>Die brillante Fußball-Dokumentation „The Other Chelsea“, als TV-Erstausstrahlung kürzlich im ZDF-Nachtprogramm zu sehen, läuft am morgigen Sonntag zur besten Sendezeit noch einmal bei ZDFkultur.<span
id="more-2053"></span> Der folgende Text erschien in einer kürzeren Version am 27.6. in der <strong>Süddeutschen Zeitung</strong>.</em></p><p>Rinat Achmetow ist der reichste Mann der Ukraine, das Wirtschaftsmagazin Forbes führt ihn in seiner aktuellen Milliardärsrangliste auf Platz 39. Außerdem ist er Präsident von <strong>Schachtjor Donezk</strong>, ein Klub, der Fans in Deutschland ein Begriff ist, seitdem er 2009 das UEFA-Cup-Finale gegen Werder Bremen gewann. Achmetow holt haufenweise Stars aus <strong>Brasílien</strong> und sorgt dafür, dass bei der Eröffnung des von ihm finanzierten Stadions, in dem 2012 EM-Spiele stattfinden, Beyoncé auftritt. Nicht zuletzt finanziert er die in Donezk dominierende Partei der Regionen.<br
/> Der Oligarch ist die heimliche Hauptfigur in Jakob Preuss’ Dokumentarfilm „The Other Chelsea“, der Teil der Mini-Reihe „Kick it! – Die Macht des Fußballs“ ist. Der Titel spielt darauf an, dass Achmetow bei Schachtjor ähnlich viel Geld investiert wie der Russe Roman Abramowitsch beim FC Chelsea in London &#8211; wobei der entscheidende Unterschied darin besteht, dass ersterer seinen Heimatverein unterstützt, und dies nicht zuletzt, um den Fußball für politische Zwecke zu instrumentalisieren<br
/> Achmetow ist ein umstrittener Strippenzieher, und solche Zeitgenossen geben ungern Interviews. Als Protagonisten hat Preuss aber einen von Milliardär aufgebauten Stadtverordneten gewinnen können: den im Stadion stets in der Nähe seines Förderers zu sehenden Nachwuchspolitiker Kolja Lewtschenko, der provokante Aufritte im Fernsehen liebt und Sowjet-Nostalgie („Ich bin kein Fan von Stalin, aber …“) mit zügellosen Kapitalismus zu vereinbaren weiß. Auf dem Weg zu einem publicity-trächtigen Besuch bei einer Veteranenwitwe sagt der latent bedrohlich wirkende Lewtschenko einmal zum Regisseur: „Ruhe, Jakob, ich muss mich vorbereiten.“ Das klingt nicht nur arrogant, es dokumentiert auch eine gewisse Vertrautheit.<br
/> Die zweite Hauptfigur ist Sasha Schukin, ein 55-jähriger Bergarbeiter, der 400 Euro monatlich in der maroden Kohle-Mine Putilowskaja verdient. Anders als Lewtschenko, der sich für Fußball eigentlich nicht interessiert, aber keinen Hehl daraus macht, dass seine Partei von Schachtjors Erfolgen profitiert, ist Schukin ein wahrer Fan. Er nimmt eine <strong>40-stündige Busfahrt auf sich, um beim UEFA-Endspiel dabei zu sein</strong>, obwohl er sich die kaum leisten kann. Kohle und Kohle – das ist das zentrale Thema des Films. Hier die Neureichen, dort die armen Minenarbeiter, die sagen, dass es zu Sowjetzeiten besser war, und nicht daran glauben, dass es noch einmal besser wird.<br
/> Was den Film neben seiner akkuraten Beschreibung dieser Milieus auszeichnet, ist seine Bildsprache. Der von Animationstechnik geprägte Vorspann wirkt relativ heiter, die Protagonisten werden hier auf eine Weise eingeführt, die man eher bei einer ambitionierten Vorabendserie für ein jüngeres Publikum erwarten würde. Damit gibt Preuss einen leichten Grundton vor, der bei aller Tristesse der beschriebenen sozialen Verhältnisse stets präsent bleibt.<br
/> Innovativ ist die Art, wie Preuss Schachtjors UEFA-Cup-Parteien der Saison 2008/09 einarbeitet, die dem Film eine Struktur geben. Er zeigt keine bewegten Bilder – was auch mit Rechtefragen zu tun haben könnte -, sondern erzählt die Geschichte dieser Spiele anhand von Fotos seiner Protagonisten auf den Rängen und fügt Live-Kommentare aus dem Radio hinzu. Das erinnert an <strong>Slideshows</strong> aus dem Internet. So sorgt Preuss dafür, dass die Spieler Schachtjors nur Randfiguren bleiben.<br
/> Am Ende des Films scheint Lewtschenko zu begreifen, dass ihm der Film schadet. Später versucht er die Rechte für verschiedene osteuropäische Märkte zu kaufen, um zu verhindern, dass er dort gezeigt wird. Dass ihm das nicht gelungen ist, kann er verschmerzen. In Sachen Karriere hat er aufs richtige Pferd gesetzt: Seine Partei, die in der Ukraine in der Opposition ist, als der Film entsteht, regiert mittlerweile das Land.<br
/> Nicht überzeugend wirkt allein das Gesamtkonzept der ZDF-Reihe. Um die „Macht des Fußballs geht es zwar auch im zweiten Beitrag, der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Spielfilm „Eine andere Liga“ (in der Nacht vom 4.7. auf en 5.7. im ZDF-Hauptprogramm). Der erzählt allerdings davon, wie der Fußball einer jungen Spielerin dabei hilft, nach einer Brustkrebs-Operation wieder zurück ins Leben zu finden. Da hat man beim ZDF – mit Blick auf die aktuelle Frauen-WM und die Männer-EM im kommenden Jahr &#8211; den Begriff „Macht“ vielleicht etwas zu großzügig ausgelegt.</p><p><em>„The Other Chelsea. Eine Geschichte aus Donezk“, 3.7., ZDFkultur, 20.15 Uhr.</em></p><p>Eine ausführliche Kritik findet sich auch in der aktuellen <a
href="http://funkkorrespondenz.kim-info.de/kritik.php?pos=Fernsehen&amp;sub=1&amp;nr=2951">Funkkorrespondenz</a>.</p><p>No related posts.</p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.direkter-freistoss.de/2011/07/02/%e2%80%9eich-bin-kein-fan-von-stalin-aber-%e2%80%a6%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>„Viele Gefühle sind nach wie vor einfach nicht da“</title><link>http://www.direkter-freistoss.de/2011/05/04/%e2%80%9eviele-gefuhle-nach-wie-vor-einfach-nicht-da%e2%80%9c/</link> <comments>http://www.direkter-freistoss.de/2011/05/04/%e2%80%9eviele-gefuhle-nach-wie-vor-einfach-nicht-da%e2%80%9c/#comments</comments> <pubDate>Wed, 04 May 2011 16:39:28 +0000</pubDate> <dc:creator>René Martens</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category> <category><![CDATA[Andreas Biermann]]></category> <category><![CDATA[Chemnitzer FC]]></category> <category><![CDATA[Depressionen]]></category> <category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category> <category><![CDATA[Helmut Schulte]]></category> <category><![CDATA[Holger Stanislawski]]></category> <category><![CDATA[Poker]]></category> <category><![CDATA[Rainer Schäfer]]></category> <category><![CDATA[René Schnitzler]]></category> <category><![CDATA[Union Berlin]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.direkter-freistoss.de/?p=2041</guid> <description><![CDATA[Kurze Vorrede: Die Jungle World hat mittlerweile mein Interview mit Andreas Biermann zu seinem zusammen mit Rainer Schäfer verfassten Buch „Rote Karte Depression. Das Ende einer Karriere im Profifußball“ online gestellt. Als Fan des FC St. Pauli ist es mir ein Anliegen, dass der Ex-FC-Spieler Biermann so ausführlich wie möglich zu Wort kommt. Deshalb hier [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><em>Kurze Vorrede: Die <strong>Jungle World</strong> hat mittlerweile mein Interview mit <strong>Andreas Biermann</strong> zu seinem zusammen mit <strong>Rainer Schäfer</strong> verfassten <a
href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,748498,00.html">Buch</a> „Rote Karte Depression. Das Ende einer Karriere im Profifußball“ <a
href="http://jungle-world.com/artikel/2011/17/43111.html">online</a> gestellt. Als <strong>Fan des FC St. Pauli</strong> ist es mir ein Anliegen, dass der Ex-FC-Spieler Biermann <strong>so ausführlich wie möglich</strong> zu Wort kommt. Deshalb hier nun eine etwa <strong>doppelt so lange</strong> Version des Gesprächs. <span
id="more-2041"></span></em></p><p>Andreas Biermann, der auch für den Chemnitzer FC und Union Berlin als Profifußballer aktiv war, ist es heute nicht vergönnt, seinen Job auszuüben &#8211; obwohl er erst 30 Jahre alt ist. Biermann ist zum Verhängnis geworden, dass er sich im Herbst 2009, kurz nach dem Selbstmord Robert Enkes, <strong>als Depressiver outete</strong>. Der Linksverteidiger hatte bereits <strong>zwei Selbstmordversuche</strong> und einige Jahre nächtlicher Schlaflosigkeit hinter sich, ehe ihm bewusst wurde, dass er depressiv ist. Das geschah, als Teresa Enke einen Tag nach dem Suizid ihres Mannes eine Pressekonferenz gibt. Biermann, der in den 15 Monaten zuvor wegen Verletzungspech nur zwei Zweitligaspiele für St. Pauli bestritten hatte, begriff, dass sie auch über seine Krankheit redete. Er begab sich in stationäre Therapie. Der Ehrgeiz, auf dem Spielfeld Leistung zu bringen und dabei über Grenzen zu gehen, scheint bei Andreas Biermann dem Ehrgeiz mittlerweile gewichen zu sein, anderen auf die bestmögliche Art zu helfen &#8211; und auch dabei scheint er Grenzen zumindest touchiert zu haben. Während unseres Gesprächs, das vor wenigen Wochen in Falkensee stattfand, sagt Biermann, anspielend auf die täglich eintreffenden Anfragen von anderen Depressiven: „Ich könnte eine eigene Praxis aufmachen.“ Er sagt es halb im Scherz. Wenige Tage später muss er sich selbst wieder in stationäre Therapie begeben. Via Facebook teilt er mit: „Ich versuche, nach Möglichkeit den offenen Weg weiter zu gehen, weil&#8217;s der einzige ist, der etwas positiv verändern kann.“</p><p><strong>direkter Freistoss</strong>: Wer Ihre Mailbox erreicht, hört einen <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=Kuwdw7KmGwA">Song</a> von der Band Hurts mit dem Refrain „Never give up. It‘s such a wonderful life.“ Was hat es damit auf sich?<br
/> <strong>Andreas Biermann</strong>: Über meine Homepage, wo ich meine private Handy-Nummer angegeben habe, bekomme ich viele Anrufe. Es rufen <strong>viele Betroffene</strong> einfach an und schildern mir ihre Ängste und Geschichten. Da gehe ich nicht immer ran, weil das sehr viel und auch <strong>belastend geworden</strong> ist. Wenn ich nicht rangehe, bekommt der Anrufer zumindest eine positive Botschaft zu hören. Außerdem passt der Text natürlich zu meiner Geschichte.<br
/> <strong>df</strong>: Warum bürden Sie sich diese Arbeit auf?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Ich will für Angehörige und Betroffene da sein, die etwas über mich gelesen haben und nun das Bedürfnis haben, nach meinen Erfahrungen und nach Tipps zu fragen. Ich versuche, im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen. Ich habe das anfangs ein bisschen unterschätzt, aber die Reaktionen zeigen auch, wie viel Bedarf da ist.<br
/> <strong>df</strong>: Haben sich auch Fußballer gemeldet?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Aus dem gesamten Leistungssport kam leider gar nichts, das zeigt nach wie vor, dass da gewisse Ängste bestehen. Ansonsten hatte ich schon Menschen aus allen Gesellschaftsschichten am Telefon. Ich kann erst einmal die Ängste nachvollziehen, was für die Leute sehr wichtig ist.  Das Wichtigste ist der Schritt in die Therapie &#8211; und allein der fällt den meisten schon extrem schwer, weil sie Vorurteile haben, die ich auch hatte. Ich habe nach wie vor mit bestimmt fünf, sechs Leuten Kontakt, die wissen, dass sie Depressionen haben, sich aber nicht in eine Therapie trauen.<br
/> <strong>df</strong>: Was war der Auslöser dafür, dass Sie im Herbst 2009 mit Ihrer Depression an die Öffentlichkeit gegangen sind?<br
/> <strong>Biermann</strong>: An dem Tag, als ich meine stationäre Therapie begonnen habe, habe ich mir geschworen: <strong>keine Lügen mehr</strong>. Damit war dann auch klar, dass ich an die Öffentlichkeit gehe. Wenn man Profifußball spielt, gehört es dazu, dass auf dem Trainingsplatz die Journalisten nachfragen, wo ein Spieler steckt. Da kann der Verein nicht acht Wochen lang sagen, der Biermann hat die Grippe.<br
/> <strong>df</strong>: Wie ging es weiter, als die stationäre Therapie vorbei war?</p><p><strong>&#8220;Nicht von der Manschaft bezahlen lassen&#8221;</strong></p><p><strong>Biermann</strong>: Ich war im Trainingsbetrieb wieder voll dabei und sollte in der zweiten Mannschaft spielen. Für mich war klar: Ich bin Fußballer, und wenn ich Fußball spielen kann, bin ich doch auch gesund. Der Verein wollte dagegen, dass ich weiterhin Krankengeld beziehe. Das Krankengeld betrug <strong>2.000 Euro</strong> monatlich, das war zuwenig, um die Kosten zu decken. Da hat der Verein vorgeschlagen, mir für den Differenzbetrag einen <strong>Kredit</strong> zu geben, den ich bis zum Saisonende zurückzahlen kann. Die Frage wäre dann gewesen, wann ich mich eigentlich hätte gesund schreiben sollen, denn ich war ja gesund. Abgesehen davon, war es nicht klar, woher denn das Geld hätte kommen sollen, um die Kredite zurückzuzahlen.<br
/> <strong>df</strong>: Zum Ende der Saison 2009/10 wurde über ein Gehalt verhandelt, dass Sie als Trainer im Nachwuchsbereich und Spieler der zweiten Mannschaft verdienen sollten. Der Verein schlug vor, die Hälfte Ihres 4.000-Euro-Gehalts solle das Profiteam bezahlen &#8211; aus den Prämien für den damligen Aufstieg in die 1. Liga. Das kommt einem beim Lesen ziemlich exotisch vor.<br
/> <strong>Biermann</strong>: Ich hatte so etwas bis dato auch noch nie gehört. Meiner Meinung konnte ich das nicht abnehmen, weil ich mich nicht aus den Prämien der Mannschaft bezahlen lassen konnte. Mein Gehalt wäre zu Lasten der Spieler gegangen. 4.000 brutto ist ja keine Unsumme für einen Bundesligaverein. Es wäre ja auch kein Problem gewesen, wenn mir der Verein dieses Angebot frühzeitig gemacht hätte. Es war abgesprochen gewesen, dass ich schnell Planungssicherheit bekomme. Genau das wurde nicht eingehalten. Das war eine Katastrophe. Das kann jeder nachvollziehen, der einmal eine Depression hatte und in Therapie war, da ist man noch nicht so stabil. Da kommen dann wieder <strong>Grübelgedanken</strong>: Warum machen die das? Was mache ich falsch?<br
/> <strong>df</strong>: Ende der Saison 2009/2010 berichtete eine Boulevardzeitung dennoch, Sie bekämen bei St. Pauli einen neuen Vertrag. Was hatte es mit der Meldung auf sich?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Fünf Monate hat der Verein für sein Angebot gebraucht, und kurz nachdem ich gesagt habe, dass es für uns als Familie nicht annehmbar ist, lese ich in der Zeitung, dass ich einen neuen Vertrag bekomme. Da hat man vielleicht auf die Mechanismen des Profifußballs gesetzt &#8211; durch die Medienberichterstattung sollte ein gewisser Druck entstehen, das Vertragsangebot anzunehmen. Dass da auf meine Depression überhaupt <strong>keine Rücksicht</strong> genommen wurde, war für mich sehr enttäuschend.<br
/> <strong>df</strong>: Hatte die Zeitung denn nicht mit Ihnen gesprochen?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Nein, zitiert war in dem Text der Manager Helmut Schulte.<br
/> <strong>df</strong>: Hat der über das Modell, dass er Ihnen vorgetragen hat, allein entschieden?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Der war stets mein Ansprechpartner, aber allein entschieden hat er sicherlich nicht.<br
/> <strong>df</strong>: Was Sie in dem Buch beschreiben, passt zu den unter anderem von den von den <a
href="http://www.sozialromantiker-stpauli.de/wordpress/">Sozialromantikern</a> formulierten Vorwürfen, dass der Verein nicht mehr das ist, für das er sich ausgibt, sondern gewissermaßen seine Seele längst verkauft hat.<br
/> <strong>Biermann</strong>: Das bringt mir ja nichts. Das Einzige, was ich erreichen will, ist Betroffene und Angehörige aufzuklären und ihnen Mut zu machen. Ich möchte an sie appellieren, dass sie zu ihrer Krankheit stehen &#8211; ohne Angst vor beruflichen und privaten Konsequenzen. Obwohl mein Beispiel ja auch negativ ist, jedenfalls in dem Sinne, dass es für mich berufliche Konsequenzen hatte. Aufgrund meiner Krankheitsgeschichte habe ich im Sommer 2010 extremst leistungsbezogene Verträge angeboten bekommen, das heißt, ein Grundgehalt war praktisch nicht vorgesehen. So etwas kann ich als Familienvater nicht annehmen.<br
/> <strong>df</strong>: Gibt es heute noch Kontakt zu St. Pauli?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Nein.<br
/> <strong>df</strong>: Das ist im Fußball vermutlich normal.<br
/> <strong>Biermann</strong>: Ja, aber dass sich ein Spieler versucht umzubringen und dann in Therapie begibt, ist nicht normal. Insofern ist es nicht ganz nachvollziehbar, dass man den Kontakt abgebrochen hat. Über meine Website erreichen mich manchmal beleidigende Zuschriften, offenbar von St.-Pauli-Fans und natürlich unter Pseudonymen verfasst. Die sehen den Verein kritisiert sehen und mir vorwerfen, ich sorge für <strong>Unruhe</strong>. Einer schrieb, ich solle mir überlegen, wann und wie ich noch einmal nach Hamburg einreise. Ich sehe das gar nicht so, dass ich den Verein angreife. <strong>Ich bin ja Fan</strong>, ich sehe mir die Spiele bei Sky an. Ich kritisiere aber den Umgang des Vereins mit mit als Depressivem. Wenn das vereinsschädigend sein sollte, liegt das nicht an mir. Mir war es wichtig, dass der Verein im Buch zu Wort kommt, meine Meinung ist nicht in Stein gemeißelt. Es ist mir aber auch klar, dass wir negatives Feedback aus dem Fußballbereich bekommen werden, weil wir das <strong>ungeschriebene Gesetz</strong> gebrochen haben, dass man Vertragsdetails nicht öffentlich macht.</p><p><strong>Enttäuscht vom DFB</strong></p><p><strong>df</strong>: Reizt es Sie, im Amateurbereich weiter zu spielen?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Ich hätte weiter Fußball gespielt, wenn das die Familie ernährt hätte. Sonst sind die <strong>körperlichen Schäden</strong> einfach zu gravierend &#8211; das merkt man jetzt, ohne Schmerzmittel. Das gilt vor allem für den Knorpelschaden im Knie. Für den bezahlten Fußball hätte ich die Tabletten weitergenommen, jetzt versuche ich lieber den Körper zu schonen.<br
/> <strong>df</strong>: Sie haben ständig unter Medikamenteneinsatz gespielt?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Daraus mache ich kein Geheimnis. Das war seit 2004 so, als eine Operation schief lief und ich zwischenzeitlich schon Sportinvalide war. Über Jahre habe ich die Medikamente genommen, und ich habe das gern gemacht, weil mir Fußball so viel Spaß gemacht hat. Ich habe es ja sogar in die 2. Bundesliga geschafft, das war es wert.<br
/> <strong>df</strong>: Was für Schmerztabletten waren das?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Meistens Voltaren zum Schlucken, nicht nur eine Tablette, auch mal zwei oder drei, je nach dem, wie es sich angefühlt hat. Es ist keinem aufgefallen, und das zeigt, dass ich meine Leistung gebracht habe. Während des Spiels habe ich auch keine Schmerzen gehabt. Wenn man abends zu Hause war und die Wirkung nachgelassen hat, merkte man manchmal schon: Das war heute ein bisschen viel.<br
/> <strong>df</strong>: Sie kritisieren den DFB, weil trotz der <strong>edlen Worte</strong> von Verbandsboss <strong>Theo Zwanziger</strong>, der bei der Trauerfeier für Robert Enke dazu aufgerufen hatte, dafür zu sorgen, dass „eine Tabuisierung der Depression unmöglich gemacht wird“, sich niemand vom Verband bei Ihnen gemeldet hat. Glauben Sie, dass die Berichterstattung über Ihr Buch noch ein Umdenken bewirken wird?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Eigentlich nicht, es sind jetzt eineinhalb Jahre vergangen. Ich will den DFB ja gar nicht angreifen, es geht wieder nur um den Umgang mit mir als Depressivem. Der fand nicht statt &#8211; und darüber muss ich meine Enttäuschung äußern dürfen. Zumal nach den Beteuerungen nach Robert Enkes Tod. Der DFB weiß, dass ich eine Therapie durchlebt habe, die Wiedereingliederung in die Mannschaft und in den Trainingsbetrieb. Ich weiß, was da in einem vorgeht.<br
/> <strong>df</strong>: Sie meinen, solche Erfahrungen könnten für den Verband nützlich sein?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Wenn man in Zukunft etwas ändern möchte, dann ja. Da der DFB mich nicht kontaktiert hat, fragt man sich natürlich, ob er wirklich etwas ändern möchte. Ich bin mir sicher, dass es so ein Gespräch gegeben hätte, wenn sich ein Spieler aus der 1. Liga oder gar ein Nationalspieler geoutet hätte. Dass man schweigend weiter macht, ist für mich als Betroffenen nicht nachvollziehbar. Bei mir wäre es ja fast tödlich verlaufen, weil ich zu dem Zeitpunkt der Selbstmordversuche gar nicht gewusst habe, dass ich Depressionen habe. Vielleicht gibt es noch andere Unwissende, die man aufklären muss. <strong>Wir sind wieder auf dem Stand von vor eineinhalb Jahren.</strong> Das Thema muss öffentlich gehalten werden. <strong>Mit jedem Zeitungsartikel, der über mich oder mein Buch erscheint, kann man Leuten Mut machen, in Therapie zu gehen &#8211; das ist die Erfahrung, die ich gemacht habe.</strong><br
/> <strong>df</strong>: Gibt es Kontakt zu Sebastian Deisler, der wegen seiner Depressionen seine Karriere beendet hat?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Ich habe über eine Kontaktperson einen Brief und eine Mail an ihn geschickt, er hat beide Male nicht reagiert. <strong>Das ist ja auch okay, wenn er die Dinge lieber mit sich selbst ausmachen will</strong>. Ich dagegen bin halt weiter auf der Suche nach Leuten, die versuchen, mich auf dem öffentlichen Weg zu unterstützen, indem sie selbst öffentlich versuchen, Dinge in Gang zu bringen.</p><p><strong>Das kalte Herz</strong></p><p><strong>df</strong>: Sie haben angekündigt, Sportpsychologie studieren zu wollen. Wie weit sind die Pläne gediehen?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Es dauert fünf Jahre, das ist ein langer Weg, den man da finanzieren muss. Wir arbeiten gerade daran, die finanziellen Rahmenbedingungen zu schaffen.<br
/> <strong>df</strong>: Schwebt Ihnen vor, irgendwann bei einem Verein als Psychologe zu arbeiten?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Es ist ein gutes Zeichen, dass einige Klubs Psychologen einstellen, zumindest insofern, als sich etwas bewegt. Aber als Fußballer hat man die Sorge, dass der Psychologe sich mit dem Trainer oder Manager kurzschließt. Robert Enke hat sich ja auch nicht von dem Psychologen des DFB-Teams behandeln lassen, sondern ganz bewusst von jemand anderem. Man müsste eher eine <strong>neutrale Anlaufstelle</strong> schaffen, eine vereinsunabhängige Plattform, an die man sich zunächst auch anonym wenden kann.<br
/> <strong>df</strong>: Auch wenn die Depression im Mittelpunkt des Buchs steht. Der Themenkomplex Fußball und Poker beziehungsweise Spielsucht bekommt ebenfalls viel Raum. Gilt auch hier, dass es in der Fußballszene ein mangelndes Problembewusstsein gibt?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Im Buch musste das vorkommen, weil das <strong>kein unerheblicher Teil meiner Biographie</strong> ist. Grundsätzlich sind Fußballer für Zockereien aller Art sehr anfällig, was auch daran liegt, dass man als Fußballer gewohnt ist, mit Spielen Geld zu verdienen. Man hat sehr viel Freizeit, vor allem die jungen Spieler, die noch keine Familie haben, und man hat recht früh sehr viel Geld. Das ist definitiv ein Problem, vielleicht auch bei anderen Sportarten, wo viel Geld verdient wird. In den Vereinen, in denen ich gespielt habe, gab es überall fünf, sechs Leute, die gepokert oder gezockt haben. Viele sind abhängig, ohne es zu wissen. Ich bin anfangs mit analytischen Ansätzen an die Sache rangegangen, habe Bücher gelesen, um mich weiterzubilden. Aber wenn man anfangs kontrolliert spielt, heißt das ja nicht, dass man sein Leben lang kontrolliert spielt.<br
/> <strong>df</strong>: In den Medien kamen Gerüchte auf, Sie hätten Ihren Ex-Mitspieler René Schnitzler, der in den Wettskandal verwickelt ist, einmal zu einem Treffen mit einem so genannten Wettpaten begleitet. Was ist da dran?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Dazu kann und will ich derzeit nichts sagen. Nur so viel: Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen und habe ein absolut reines Gewissen.<br
/> <strong>df</strong>: Seitdem Sie sich als Depressiver geoutet haben, sind Sie <strong>gelegentlich im Fernsehen</strong> zu sehen gewesen. Hat es für Sie eine nervliche <strong>Anspannung</strong> bedeutet, in Talkshows Einzelheiten über Ihre Krankheit auszubreiten?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Aufregung kann ich nach wie vor nicht empfinden. Bei einem <strong>Depressiven mit einem Krankheitsverlauf wie meinem</strong> sind viele Gefühle nach wie vor einfach nicht da, so traurig das klingt. Dazu gehört auch Aufregung. Für Fernsehauftritte ist das natürlich gut, aber ich würde mich eher darüber freuen, wenn ich aufgeregt wäre. Die Freude von Herzen, etwa im Alltag mit den Kindern, ist aber zurückgekommen.<br
/> <strong>df</strong>: Im Buch ist eine brenzlige Situation auf dem Spielfeld beschrieben, wo Sie vom „kalten Herz des Depressiven“ profitieren. Wie ist das zu verstehen?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Wenn bestimmte Gefühle nicht da sind, ist es einem auch <strong>völlig egal, dass da plötzlich drei Spieler auf einen zukommen</strong>. Im Nachhinein kann man es so sehen, dass die Depression in dem Bereich ein Vorteil war. Man konnte schwierige Situationen mit extremer Ruhe locker klären, weil man <strong>kalt war im Herzen</strong>.<br
/> <strong>df</strong>: Ihr Ex-Coach Holger Stanislawski bescheinigt Ihnen einen „starken Charakter“, weil Sie in der Lage waren, trotz permanenten Schlafmangels physische Extremsituationen, etwa in der Saisonvorbereitung, durchzustehen. Können Sie sich erklären, wie Sie das körperlich geschafft haben?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Nein, obwohl wir das in der Therapie aufgerollt haben. Vielleicht ist <strong>an dem Grundgedanken von Felix Magath</strong> doch etwas dran, der bringt die Spieler oft dazu, über ihre Grenzen zu gehen, und ich habe das indirekt auch gemacht. Man sieht, dass der Körper mehr leisten kann als man denkt. Man glaubt, man hält es nicht durch, aber man hält es dann doch durch, wenn man den Willen hat. Wenn das Magaths Ansatz sein sollte, kann ich nur sagen: Das habe ich bei mir auch festgestellt.<br
/> <strong>df</strong>: Sind Ihre zahlreichen Verletzungen auch eine Reaktion auf die solche Belastungen.<br
/> <strong>Biermann</strong>: Bei St. Pauli hatte ich oft Muskelverletzungen, die konnte man im Nachhinein auf die Ermüdungen zurückführen. Andererseits gingen meiner Meinung nach immer die Operationen wieder schief.<br
/> <strong>df</strong>: Kann man bei Spielern, die relativ oft verletzt sind, den Schluss ziehen, dass sie vielleicht auch andere Probleme haben?<br
/> <strong>Biermann</strong>: Einerseits ja, andererseits: Man sieht Depressionen nicht. Entscheidend ist etwas anderes: Wenn Spieler lange verletzt sind, besteht die Gefahr, dass solche Krankheiten aufkommen können, dass Grübelschleifen und Selbstzweifel entstehen. Komme ich noch einmal zurück? &#8211; solche Fragen stellt man sich ständig. Deshalb wäre es wichtig, Spieler während einer Reha psychologisch zu begleiten. Das habe ich selbst leider nicht erlebt.</p><p><em>Andreas Biermann / Rainer Schäfer: „Rote Karte Depression. Das Ende einer Karriere im Profifußball“, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2011, 192 Seiten, 14,99 Euro<br
/> </em></p><p>No related posts.</p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.direkter-freistoss.de/2011/05/04/%e2%80%9eviele-gefuhle-nach-wie-vor-einfach-nicht-da%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>4</slash:comments> </item> <item><title>„Der reine Sportfotograf wird in der Masse nicht mehr wahrgenommen“</title><link>http://www.direkter-freistoss.de/2011/04/18/%e2%80%9eder-reine-sportfotograf-wird-in-der-masse-nicht-mehr-wahrgenommen%e2%80%9c/</link> <comments>http://www.direkter-freistoss.de/2011/04/18/%e2%80%9eder-reine-sportfotograf-wird-in-der-masse-nicht-mehr-wahrgenommen%e2%80%9c/#comments</comments> <pubDate>Mon, 18 Apr 2011 12:22:36 +0000</pubDate> <dc:creator>René Martens</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category> <category><![CDATA[Bildagenturen]]></category> <category><![CDATA[dpa]]></category> <category><![CDATA[Fußballfotos]]></category> <category><![CDATA[HSV]]></category> <category><![CDATA[Lutz Bongarts]]></category> <category><![CDATA[Nachrichtenagenturen]]></category> <category><![CDATA[Remote-Kamera]]></category> <category><![CDATA[Spiegel Online]]></category> <category><![CDATA[Sportfotografie]]></category> <category><![CDATA[Werbebanden]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.direkter-freistoss.de/?p=2031</guid> <description><![CDATA[Lutz Bongarts war Inhaber der Sportfotogentur Bongarts, die er 2004 an Getty Images verkaufte. Seit 2006 führt er in Hamburg wieder eine eigene Agentur. Die Langfassung dieses Gesprächs (und ein weiterer Beitrag zum Thema Sportfotografie) sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Visuell erschienen. df: Wann haben Sie zum ersten Mal ein Fußball-Bundesligaspiel fotografiert? Lutz [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><em>Lutz Bongarts war Inhaber der Sportfotogentur Bongarts, die er 2004 an Getty Images verkaufte. Seit 2006 führt er in Hamburg wieder eine eigene Agentur. Die <strong>Langfassung</strong> dieses Gesprächs (und ein weiterer Beitrag zum Thema Sportfotografie) sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift <a
href="http://www.piag.de/">Visuell </a>erschienen.</em> <span
id="more-2031"></span></p><p><strong>df</strong>: Wann haben Sie zum ersten Mal ein Fußball-Bundesligaspiel fotografiert?<br
/> <strong>Lutz Bongarts</strong>: Das war beim HSV, das muss <strong>1977</strong> gewesen sein.<br
/> <strong>df</strong>: Wie viele Fotografen waren damals im Stadion?<br
/> <strong>Bongarts</strong>: Die konnte man mit Handschlag begrüßen. Wenn es hoch kommt, waren es zehn. Heute sind es 40 bis 50.<br
/> <strong>df</strong>: Was sind darüber hinaus die wesentlichen Unterschiede?<br
/> <strong>Bongarts</strong>: Ich habe die Zeit noch erlebt, <strong>als es keine Werbebanden gab</strong>. Die Fotografen konnten sich am Spielfeld überall frei bewegen, auch rund um die Trainerbänke. Man konnte sich auch ganz flach auf den Boden legen. Das geht heute aufgrund der hohen Werbebanden nicht mehr. Das heißt, man bekam damals Perspektiven, die man heute nicht mehr bekommt.<br
/> <strong>df</strong>: Waren die zirka zehn Kollegen, die Ende der 70er Jahre bei einem Bundesligaspiel waren, reine Sportfotografen?<br
/> <strong>Bongarts</strong>: Ja, die kannten sich mit der Materie aus. Heute kommt es immer wieder vor, dass die Nachrichtenagenturen Kollegen ins Stadion schicken, die <strong>keine Affinität zum Sport</strong> haben und teilweise die Spieler gar nicht kennen. Aber sie erzielen aufgrund der modernen Technik, die ihnen zur Verfügung steht, gute Ergebnisse.<br
/> <strong>df</strong>: Wann sind die Nachrichtenagenturen zur Konkurrenz für die klassischen Sportfotografen geworden?<br
/> <strong>Bongarts</strong>: dpa war natürlich schon immer vertreten. Aber von einem Spiel haben die früher vielleicht drei Bilder auf den Markt gegeben, und <strong>die waren ziemlich unjournalistisch</strong>. Salopp gesagt, waren das Belegbilder. Es ging darum zu zeigen, dass dass man da war. Der Sport begann für die Nachrichtenagenturen interessanter zu werden, nachdem sich Ende der 80er-Jahre das Privatfernsehen etabliert hatte, was dazu beitrug, dass Sport insgesamt viel populärer und als Geschäft interessanter geworden ist. <strong>Im Internet-Zeitalter haben die Nachrichtenagenturen noch an Bedeutung gewonnen.</strong> Sie haben mit allen nennenswerten Medienunternehmen Pauschalverträge gemacht, so dass der Individuelle Fotograf oder die kleine Fachagentur kaum noch Chancen haben. Ob Spiegel Online oder stern.de: Die sind nicht mehr bereit, Geld auszugeben, um bei kleineren Agenturen einzukaufen. Die Sportfotos stammen immer aus denselben Quellen.<br
/> <strong>df</strong>: Hat das alles zur Folge, dass der reine Sportfotograf ausstirbt?<br
/> <strong>Bongarts</strong>: Es gibt ihn noch, aber er wird in der Masse nicht mehr wahrgenommen. Die Bundesrepublik Deutschland hatte einmal die besten Sportfotografen weltweit. Als ich anfing, war der Anspruch der Verleger sehr hoch, die Unterschiede zu Sportfotos aus dem südeuropäischen oder südamerikanischen Raum waren ziemlich deutlich. Durch die Digitalisierung haben sich die Unterschiede verflüchtigt. <strong>Viele können vieles</strong>, und dadurch haben die Nachrichtenagenturen die Chance bekommen, ein höheres Niveau zu erreichen. <strong>Letztlich stirbt ja nicht nur der Sportfotograf aus.</strong> Die Spezialisten in der Fotografie verschwenden generell, die <strong>Tendenz geht zum Allrounder</strong>.<br
/> <strong>df</strong>: Verstehen Sie selbst sich noch als reiner Sportfotograf?<br
/> <strong>Bongarts</strong>: Ich habe früher nie andere Sachen fotografiert, jetzt habe ich meinen Horizont erweitert. Sport ist aber der Schwerpunkt unserer Agentur Inside-Picture. Wir merken, dass wir davon leben können, aber bei weitem nicht mehr die Umsätze erzielen können, die wir früher mit der Agentur Bongarts erzielt haben.<br
/> <strong>df</strong>: Wie können die kleinen Fachagenturen und die Einzelkämpfer angesichts der <strong>Übermacht</strong> von dpa, Getty und Co. überhaupt noch existieren?<br
/> <strong>Bongarts</strong>: Indem sie <strong>fest für einen Verein arbeiten</strong> und zum Beispiel deren Websites und Stadionzeitungen bestücken. Dass sich Agenturen oder einzelne Fotografen an einen Verein binden, <strong>war früher völlig unüblich</strong>.<br
/> <strong>df</strong>: Wie groß ist denn überhaupt die Chance, ein Foto zu machen, das sich von anderen abhebt?<br
/> <strong>Bongarts</strong>: Natürlich wird es für den einzelnen immer schwieriger, Perspektiven zu finden, die außergewöhnlich sind. Hinter-Tor-Fotos, die mit einer <strong>Remote-Kamera, also einer ferngesteuerten Kamera</strong> entstehen, sind eine Option. Der Kollege Markus Gilliar hat mit so einem Foto von der Fußball-WM 2010 beim Sven-Simon-Wettbewerb für Sportfotografie gerade den ersten Preis gewonnen.<br
/> <strong>df</strong>: Wo stehen diese Remote-Kameras genau?<br
/> <strong>Bongarts</strong>: Zwischen Tornetz und Werbebande. Man muss sich mit dem Fernsehen absprechen, denn man darf die Bande nicht verdecken. Man muss die Kamera eine halbe Stunde vor Spielbeginn da anbringen und kann sie auch erst nach dem Spiel wieder wegnehmen. Die großen Nachrichtenagenturen haben teilweise mehrere. Beim Boxen bringen einige Kollegen Remote-Kameras unter dem Dach an, um eine ungewöhnliche Perspektive auf den Ring zu bekommen. Ich plane, demnächst eine an einem Flutlichtmast zu installieren.</p><div
class="hinweis">Linktipp: für die beste Wettmöglichkeiten und Quoten findet man bei <a
href="http://www.helwege.com/">www.helwege.com</a>. Verschiedenen Sporttwetten Tipps als auch Wettanbieter-Vergleiche kann man hier finden. Besuchen Sie die Seite!</div><p>No related posts.</p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.direkter-freistoss.de/2011/04/18/%e2%80%9eder-reine-sportfotograf-wird-in-der-masse-nicht-mehr-wahrgenommen%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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