Es ist widersprüchlich, wie Theo Zwanziger in den zwei verschiedenen Rechtsfällen argumentiert. Im Streit mit Jens Weinreich begründete er seine Klage so: „Beim Stichwort Demagoge denke ich an Goebbels.“ Oder „Weinreich nimmt die Deutung Volksverhetzer billigend in Kauf.“ Sein persönliches Empfinden ging ihm über die Meinungsfreiheit eines Kritikers (Weiterlesen …)
Provokation gegen Zwanziger – Amerell macht den Weinreich
von Oliver Fritsch
Ein kurzes Update in der Schiedsrichteraffäre – (dogfood würde sagen:) Manfred Amerell hat gestern Jehova gesagt! „Demagogische Aussagen“ wirft er Zwanziger laut Spiegel Online vor. „Dafür kann er mir ruhig wieder seine Anwälte auf den Hals hetzen.“ Maximale Eskalation scheint Amerells Ziel zu sein, man erinnere sich an die Veröffentlichung der Anti-Bayern-Mail Michael Kempters. Amerells Anwalt Jürgen Langer hat mir vor rund sechs Wochen am Telefon gesagt, dass Amerell die Sache „im Gegensatz zu Jens Weinreich“ juristisch bis zum Ende durchziehen werde (Weiterlesen …)
Zwanzigers entlarvende Selbsterhöhungen
von Oliver Fritsch
Ein neues Zitat beschert Theo Zwanziger weitere Kritik. Nach seinem 47:0-„Sieg“ am Freitag lobte er sich mit Blick auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und in Internaten selbst: „Schauen sie doch mal, was derzeit in anderen Lebensbereichen abläuft. So ein System ist dank des Mutes von Herrn Kempter bei uns aufgedeckt worden. In anderen Bereichen stellt man fest, dass sich die Menschen erst nach vierzig Jahren melden.“ Mich erinnert diese Selbsterhöhung an den Hinweis Zwanzigers in der Weinreich-Affäre, in Yad Vashem gewesen zu sein. Was ihn zu einem hellsichtigeren Menschen macht und, wenn ich ihn richtig verstanden habe, in seiner Sicht auch zu einem besseren. Der sich dann auch mehr rausnehmen kann, etwa den haltlosen Vorwurf an Jens Weinreich, ihn in rechtsradikale Nähe bezichtigt zu haben. Yad Vashem als Freibrief – entlarvend (Weiterlesen …)
Splittersammlung: Maßloser Zwanziger, schäbiger Amerell, Mensch Kempter
von Oliver Fritsch
Weitere Fundstücke zum Amerell-Fall: Patrick Bahners entlarvt für das Feuilleton der FAZ scharfsinnig Theo Zwanzigers Furor:
„Für die Bewertung von Zwanzigers Handlungen ist erheblich, dass er promovierter Jurist ist, als Regierungspräsident Personalverantwortung getragen hat und nach seiner regionalpolitischen Karriere Richter am Oberverwaltungsgericht war. Er machte nicht nur die Aufklärung der Vorwürfe zur Chefsache, sondern auch die Kommunikation über den Fall. Höchstpersönlich korrigierte er die in der Öffentlichkeit umlaufende Zahl von vier angeblich von Amerell belästigten Schiedsrichtern nach oben. Und er ließ sich dazu hinreißen, die Gegenseite zur Zündung der nächsten Eskalationsstufe herauszufordern: ‚Herr Rechtsanwalt, erheben Sie doch Klage!‘ (Weiterlesen …)
Dabei ist doch alles eine Familie, eine Fußballfamilie, nicht wahr? Wenn das so ist, wird das Familiengericht viel zu tun haben. Das Protokoll des aktuellen Prozessticker DFB: Nun drohe Volker Roth dem angeblichen Vermittler im Amerell-Fall Franz-Xaver Wack mit Klage, meldet kicker Online. Roth wird dort zitiert: „Wenn Wack diese Behauptung aufrecht erhält, werde ich ihn verklagen.“ Wack hat im DSF behauptet, er habe Roth bereits 2005 vom „System Amerell“ berichtet. Und damit, gewollt oder ungewollt, Roth der Untätigkeit bezichtigt (Weiterlesen …)
Zwanziger: Unerwarteter und starker Gegenwind aus Frankfurt
von Oliver Fritsch
Mit einem sehr kritischen Text über Theo Zwanziger hat mich gestern die Sonntag-FAZ überrascht: „Der Zickzackzwanziger nimmt sich wichtiger als seinen Verband“. Die wichtigsten Vorwürfe gegen den Präsidenten: (Weiterlesen …)
Wolfsburg und Stuttgart gehen mit Tempo in die neue Saison
von Oliver Fritsch
Hab ich das geträumt … oder hab ich gestern (nach Bayern gegen Hoffenheim im Dezember 2008) das zweitbeste Bundesliga-Spiel meines Lebens gesehen? Die Wolfsburger scheinen jedenfalls da weiterzumachen, wo sie im Mai aufgehört hatten. Wuchtiger Angriffsfußball, dennoch eilen nach Ballverlust rasch acht bis neun Spieler hinter Ballhöhe. Zwei Giftzwerge im defensiven Mittelfeld, Josué und Karim Ziani. Und zwei Stürmer, von denen ich noch immer nicht weiß, wen ich für den besseren halten soll, wer noch stärker als der andere ist (Weiterlesen …)
Spenden Sie für Jens Weinreich!
von Oliver Fritsch
Und wieder mal geht’s vor Gericht. Morgen verhandelt das Landgericht Frankfurt den Widerspruch des DFB gegen die Gegendarstellung Jens Weinreichs, die er gegen die DFB-Pressemitteilung (November 2008) erwirkt hat. Ein kurzer juristischer Zwischenstand: Es steht 5:0 für Weinreich. Die Taktik des DFB ist klar: die Sache in die Länge ziehen, um die Prozesskostenrisiken zu erhöhen. Das ist das Mittel der Reichen (Weiterlesen …)
Zwanziger verkalkuliert sich mit Rücktrittsdrohung
von Oliver Fritsch
Bevor es zum HSV geht, der heute gegen eine andere Fußballmannschaft spielt, eine hoffentlich abschließende Notiz zum Fall Zwanziger ./. Weinreich: Das Internet ist also schuld, wie bei so vielem. Als FAZ-Abonnent kenne ich die Leier. Theo Zwanziger, der gegen den Journalisten Jens Weinreich wegen eines Allerweltbegriffs vor Gericht zog, hat der FAZ gesagt, dass er nicht, wie im Dezember angekündigt, als DFB-Präsident zurücktreten werde, sollte er als juristischer Verlierer hervorgehen: „Das Gefühl der Ohnmacht, mit solchen neuen kommunikativen Mitteln nicht fertig zu werden, hat sich mittlerweile gelegt.“
Man kann das ganze auch als Einsicht verstehen, als Einsicht in die Chancenlosigkeit. Vermutlich wird Zwanziger die Klage gegen Weinreich zum zweiten Mal und endgültig fallen lassen. Rücktritt hatte übrigens keiner gefordert. Zwanziger hat sich mit der Drohung verkalkuliert, die den Druck in der Öffentlichkeit erhöhen sollte. Es ist ihm allerdings niemand, wie erhofft, zur Seite gesprungen. Für Neueinsteiger: Der Fall lässt sich in diesem Blog, der als Medium beteiligt ist, gut verfolgen. Etwa hier, hier oder im Interview mit dem Chef.
Was bislang unterging: Der DFB hatte vorige Woche eine weitere Schlappe erlitten, denn den Widerspruch gegen Weinreichs Einstweilige Verfügung hat das Landgericht Berlin abgelehnt. Es steht also 0:5. Das sollte man vielleicht erwähnen, wenn man „das Internet“ verantwortlich macht. Es waren nicht nur Virtuelle, Anonyme, Nullen und Einsen oder beteiligt, sondern Richter. Und derjenige, der diesen Monat mit dem Goldenen Prometheus als bester Online-Journalist des Jahres 2008 ausgezeichnet worden ist.
In der FAZ ist auch die Rede von besseren Voraussetzungen des DFB zum Schutz gegen das Internet. Wie sollen die aussehen? Sind die digital, emotional, sind die aus Beton und Stahl? Wie auch immer – was wünschenswert wäre: Weniger Prozesse, das Dritte Reich aus dem Spiel lassen, wenn es nicht unbedingt sein muss, und nicht mit solchen hohen und oft hohlen Begriffen wie „Ehre“ hantieren.
Die aktuelle Ausgabe von causa sport dokumentiert den Fall. Stefan Niggemeier hat sich der Sache angenommen, und Jens Weinreich notiert es ebenso.
Theo Zwanziger schließt seinen Rücktritt ein
von Oliver Fritsch
Die Sache wird immer rätselhafter: Theo Zwanziger hat auf einer Pressekonferenz heute mitgeteilt, über seinen Rücktritt nachdenken zu werden, verlöre er ein viertes Mal vor Gericht gegen Jens Weinreich. „Wenn das verfassungsrechtlich zulässig ist, werde ich sehr ernsthaft erwägen, ob ich dieses Amt weiterführe.“ (Weiterlesen …)
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