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Von Alexis Mirbach Gratulation! Fünf Tage vor dem Ende der WM 2010 hat auch der deutsche Boulevard sein erstes Tor geschossen. Die Bild-Zeitung hat in ihrer Dienstagsausgabe den „Machtkampf Lahm gegen Ballack“ ausgerufen. Leider ist die Frage momentan so spannend wie ein Sack Reis, der in der ukrainischen Steppe umfällt. Dort und in Polen wird die EM 2012 ausgtragen. Zur Erinnerung: Am Mittwoch spielt die aktuell beste Fußball-Elf der Welt, Deutschland, gegen die stärkste Mannschaft der vergangenen zwei Jahre, Spanien, in einem WM-Halbfinale. Die Herren vom Boulevard haben daran offenbar kein großes Interesse (Weiterlesen …)

Michael Ballack wird nicht an der WM in Südafrika teilnehmen können, weil er, sagen wir mal ziemlich übel von Kevin Prince Boateng gefoult wurde. Die Facebook-Gruppe „We hate you, Kevin Prince“ hat nach einem Tag rund 2.000 Mitglieder, eine Facebook-Gruppe „We love you, Michael Ballack“ gibt es nicht (Weiterlesen …)

Gibt’s eigentlich im Moment nichts Wichtigeres als über die Torhüterfrage zu diskutieren? Nach dem letzten Wochenende nimmt das ganze erneut Fahrt auf, weil nun auch Roman Weidenfeller noch Ansprüche anmeldet und seine Medien-Bataillone in Stellung bringt (Weiterlesen …)

Vom DFB lernen, heißt siegen lernen. sportinsider äußert: „Bevor Sie sich wieder einen der Qualitätstexte vom Fußball-Internetpionier und Journalisten der Extraklasse, Oliver Fritsch, zu Gemüte ziehen, bitte ich um eine entsprechende innerliche Haltung und Würdigung des Hartplatzhelden, Begründer des indirekten freistosses und Macher, Organisator und Spiritus Rector des direkten Freistoss. Soviel Aufmerksamkeit, Respekt und Ehrerbietung muss sein.“ (Den Gag wollte ich jetzt mal bis zum Ende durchziehen.)

Wie glaubwürdig ist Michael Kempter? Das ist eine der entscheidenden Fragen in dem Rechtsstreit zwischen dem DFB und Manfred Amerell, der am Donnerstag vor Gericht landen wird. Die FR hat am Samstag gemeldet, dass Kempter nun seinerseits von einem Nachwuchsschiedsrichter belastet werde. Kempter habe sich ihm genähert – „aktiv mit deutlichen Absichten“. Den selben Vorwurf macht Kempter Amerell (Weiterlesen …)

Nimmt sich der Laden gerade selbst auseinander? Man kann ja gar nicht mehr Schritt halten mit den Nachrichten aus der Otto-Fleck-Schneise. Es fällt auf, dass viel Reue demonstriert wird: Theo Zwanziger gibt sich zerknirscht, Oliver Bierhoff kleinlaut, Wolfgang Niersbach geißelt sich selbst. Flagellantismus beim DFB? (Weiterlesen …)

Mensch, da fordert man immer Transparenz von unseren Sportverbänden, dann halten sie sich mal dran – und dann ist es auch nicht wieder recht. Dass Details aus der Verhandlung des DFB mit Oliver Bierhoff und Joachim Löw an die Öffentlichkeit geraten sind, ist bemerkenswert. Um genau zu sein, ist es natürlich ein Affront, zumal wie man nun hört, diese Details falsch sein sollen. Sie passen gut, um den Eindruck vom „Gierhoff“ zu erhärten (Weiterlesen …)

Das Live-Protokoll

16:57 Deutschland also mit seinen besten Kräften. Béla Réthy nicht zu vergessen, der Reporter gewordenen Wikipedia des ZDF.

16:59 Das Spiel steht unter Leitung von Massimo “Effenberg” Busacca (hier, auf einem älteren Bild, übt er noch).

17:01 Die Hymnen … Sorry, Magister Haydn. Musikalisch steht es 1:0 für Russland (Weiterlesen …)

Von diesen Darbietungen wie der gestrigen beim 2:0 in Aserbaidschan hat die Mannschaft Joachim Löws innerhalb der vergangenen zwölf Monate zu viele gezeigt, um noch an Zufall zu glauben: Das Mittelfeld leistet sich Fehlpässe, leidet an Ballverlust und übt zu wenig Druck aus auf die Gegenspieler, die Stürmer harmonieren nicht und treffen selten, der Innenverteidigung misslingt der Spielaufbau, und der zweite Außenverteidiger neben Philipp Lahm, diesmal Marcel Schäfer, zeigt Blößen. Zudem entspricht der Torwart, wer auch immer es ist, nicht dem gewohnten deutschem Standard (Weiterlesen …)

Irgendwie scheinen die Zentrifugalkräfte im Fußballs hierzulande zugenommen zu haben. Ganz wesentlich daran beteiligt sind im Moment aufmüpfige Spieler und schlechtberatene Entscheider. Denn jeden Tag gibt es neue Meldungen über Rücktritte, Auffälligkeiten und das Prinzip „Stille Post“ über die Medienbande.

In München tanzt Berlant Gökan mit einer Kokainabhängigkeit (!) aus der Reihe und muss das Reich der Löwen verlassen. Auf Schalke ist die Lage noch konfuser: Zuerst kehrt der gefrustete Kevin Kuranyi vorzeitig von der Nationalmannschaft zurück nach Haus. Dann werden die „Uruguayos“ (Heribert Fassbender) Carlos Grossmüller und Gustavo Varela aus ominösen „disziplinarischen Gründen“ suspendiert – wobei Manager Andreas Müller in allen Fällen und Belangen ein merkwürdiges Bild abgibt. Freundlich gesagt: Kommunikation suboptimal.

Ähnliches passiert bei der Nationalmannschaft, der momentan auffälligsten Großbaustelle. Nach Kuranyis Nacht- und Nebelaktion hat die Sache richtig schön Fahrt aufgenommen. Erst macht Torsten Frings seinen Unmut öffentlich und lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Dann legt Michael Ballack, der „Capitano“ noch mal richtig nach. Und als wäre das noch nicht genug, begibt sich auch der wohl doch recht dünnhäutige und gar nicht mehr so nette Herr Löw auf dasselbe fragile Gelände. Er will Ballack zu einem klärenden Gespräch, wahrscheinlich aber eher zu einem Canossa-Gang nach Deutschland zitieren. Gleichzeitig – schon mal als deutliche Warnung – reklamiert er die alleinige Aufstellungs- und Deutungshoheit bei der Nationalmannschaft.

Zu verstehen ist das alles nicht. Denn unerklärlicherweise läuft die gesamte Auseinandersetzung gerade zu selbstverständlich und leider nur über die Presse, die das Ganze mit der ihr eigenen Dynamik genüsslich auswalzt. Was soll das alles? Wo ist der vor kurzem noch so oft beschworene Teamgeist und -charakter, der eigentlich echte Auseinandersetzungen auf Augenhöhe aushalten müsste? Warum ging das nicht intern beim letzten Treffen, warum nicht übers Telefon oder sonst wie bilateral? Wo ist die soziale und kommunikative Kompetenz der „Fußballerneuerer“ beim DFB (sprich: bei Löw und Bierhoff)? Gerade in Sachen Nationalmannschaft sollte der Ball flach gehalten werden (und das nicht nur während des Spiels). Sie ist erkennbar in einer Umbruchphase, die eben Reibungen erzeugt. Ob Jogi Löw sich damit einen wirklichen Gefallen tut, den Herr-Hause-Standpunkt zu vertreten und Ballack wie einen Schuljungen stramm stehen zu lassen, ob er sich so von einer nachhaltigen Lösung nicht immer weiter entfernt, ist die Frage. Besonders schlau erscheint es allerdings nicht, sich mit dem einzigen Nationalspieler mit internationalem Format derart anzulegen. In letzter Konsequenz werden nämlich alle die erwähnten Zentrifugalkräfte aushalten müssen. Auch der Nationaltrainer.

Oliver Fritsch Punch

von Oliver Fritsch

Löw darf morgen also nicht auf die Bank, nicht in die Kabine und keinen Kontakt zu seiner Mannschaft und seinen Mitarbeitern halten, auch nicht über einen Mittelsmann. Ein hartes, unverständliches Urteil, das auch schwach begründet ist. Argumente brauchen Fußballfunktionäre offenbar nicht. Mal unabhängig davon, ob das nicht auch ein Vorteil sein kann (nach dem mourinhoesken Motto: Der Rest der Welt/Europas ist gegen uns) – hier ein Hinweis darauf, wer auf der anderen Bank Platz nehmen wird (Weiterlesen …)

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