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Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hat den Kreisligisten VfL Philippstal „höflichst“, aber nachdrücklich gebeten, Videos von Spielszenen zu löschen, die er auf Youtube hochgeladen hatte und die im Gästebuch der Vereins-Website verlinkt wurden. Der Verein, von dem Brief des Vereinsjustitiars überrascht, ist der Bitte nachgekommen. Mit Bedauern (Weiterlesen …)

In zwei Wochen beginnt die neue Fußballsaison. Und zwar die erste, in der ein Bundesligaspiel während der Kernzeit des Amateurfußballs ausgetragen wird, nämlich sonntags um 15.30. Darüber gab es in der vorigen Spielzeit Auseinandersetzungen zwischen der Basis und dem DFB. Keimzelle des Protests war der Gelsenkirchener Fußballkreis 12 unter Führung von Reiner Grundmann (SC Schaffrath) und Norbert Bauer (SSV Buer), beides seit Jahren ehrenamtliche Vorsitzende von Vereinen, die in Spucknähe zum Schalker Stadion liegen – und die viele Schalke-Fans und -Dauerkartenbesitzer in ihren Mannschaften und Vorständen sowie unter ihren Mitgliedern zählen (Weiterlesen …)

Ein weiterer schwarzer Tag für den deutschen Amateurfußball: Das Oberlandesgericht Stuttgart hat heute in zweiter Instanz dem Württembergischen Fußball-Verband entsprochen, der gegen die Hartplatzhelden auf Unterlassung klagt. Danach dürfen wir keine Videos mehr von Wettbewerbsspielen aus dessen Region zeigen. Das Urteil setzt nicht nur uns ein Stopp-Zeichen, sondern besagt auch: Der Amateurfußball gehört den Verbänden. Wir halten das für falsch und fatal. Nicht nur, weil uns jemand die Idee klaut. Wir glauben, dass der Amateurfußball denjenigen gehört, die ihn spielen und die dabei zuschauen. Der DFB und seine Landesverbände erheben jedoch einen Herrschaftsanspruch auf den Fußball (Weiterlesen …)

Am 18. Dezember 2008 hat das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) beiden Parteien im Prozess um das Vermarktungsrechte am Amateurfußball, also dem Württembergischen Fußballverband (WFV) und den Hartplatzhelden, nahegelegt, sich zu vergleichen. Nun sind die Verhandlungen gescheitert, der WFV ist nicht an Einigung interessiert (Weiterlesen …)

René Martens Vom Schiri zum Terroristen

von René Martens

„Fußballschiedsrichtern wird von ihren Aus- und Fortbildern gerne erzählt, ihre Tätigkeit nütze ihnen auch jenseits des Spielfeldes: Sie stärke die Persönlichkeit, trainiere das Durchsetzungsvermögen und fördere den Mut zu unpopulären Entscheidungen. Kritiker hingegen behaupten, bei den Referees handle es sich um autoritäre Charaktere, die es genössen, dass sie wenigstens auf dem Fußballplatz die unumschränkten Herrscher sein können.“ (Weiterlesen …)

gclobes Auch Symbolik hat Bedeutung

von Günter Clobes

Es gärt an der Fußballbasis. Doch wird aus Wut auch alles gut? In der Frage der neuen Anstoßzeiten in der Bundesliga am Sonntag machen die Amateurvereine zaghaft, aber trotzdem deutlich mobil.

Im Fußballkreis Gelsenkirchen/Gladbeck/Kirchhellen etwa hat es auf dem Staffeltag soeben ein erstes Signal gegeben. 39 von 52 Vereinen haben sich dafür ausgesprochen, zum Auftakt der Rückrunde in den Kreisligen am 1. März nicht anzutreten. Eine Entscheidung soll diese Woche fallen. Selbst wenn die „Rebellen“ die Erfolgsaussichten ihrer Aktion nicht als sonderlich hoch einschätzen, zeigt das ganze erneut die Kluft, die zwischen DFB und seinen Mitgliedern an der Basis weiter wächst.

Wenn der DFB glaubt, das auf die DFL abwälzen zu können, wäre er auf dem Holzweg. Erstens ist er an der Entstehung der DFL – sagen wir’s einmal freundlich – nicht ganz unbeteiligt; zweitens saugt er selbst – nochmals freundlich – ziemlich viel Honig aus dieser Rechte- und Verwertungsorganisation; und drittens – jetzt nicht freundlich – steht er seinen Mitgliedern gegenüber in einer Verantwortung, die nicht nur in Festreden und Kampagnen zum Ausdruck kommen darf. Wenn es dem DFB ernst ist, eine wichtige gesellschaftliche Rolle zu spielen („Wer holt die Kinder von der Straße?“), dann muss er sich auch um die Anliegen, wenn nicht sogar Not derer kümmern, die die tatsächliche Arbeit auf der lokalen Ebene machen. In diesem Falle hätte das mindestens bedeutet, die Frage der Sonntagsspiele in der Bundesliga höher zu hängen und Einfluss auf die DFL zu nehmen. Sich jetzt nur wegzuducken und auf den Abzug des Gewitters zu hoffen, ist eine riskante Strategie. Auch wenn die Ausstandsdrohung in Gelsenkirchen und Umgebung jetzt vielleicht erst einmal nur symbolisch erscheint, ist Obacht geboten. Denn wenn die Basis nicht mehr will, ist selbst die mächtigste Organisation irgendwann gefährdet.

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat gestern über die Klage des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) gegen die Hartplatzhelden verhandelt, deren Gründer ich bin. Wir haben zwar noch keinen klaren Sieg errungen, aber wir sind zurück im Spiel. Das Gericht hat das Urteil aus erster Instanz gegen uns nicht bestätigt. Es regt vielmehr einen Vergleich an. Der sieht vor, dass wir die Plattform mit einigen inhaltlichen Einschränkungen weiter betreiben dürfen. Der WFV hat sich vor Gericht Bedenkzeit für den Vergleichsvorschlag der Richter erbeten. Das Hartplatzhelden-Team wird den Vorschlag ebenfalls genau prüfen und (Weiterlesen …)

Heute heißt’s Daumendrücken – wer mag. Hier nochmal ein älterer Hinweis.

Wer erkennt eigentlich mein T-Shirt-Motiv?

Oliver Fritsch Rückspiel in Stuttgart

von Oliver Fritsch

Darf ich Sie mit einer Pressemitteilung der Hartplatzhelden behelligen? Es geht um den Rechtsstreit mit dem Württembergischen Fußballverband. Das Rückspiel findet am 18. Dezember statt – was also bedeutet, dass ich an meinem Geburtstag vor Gericht stehe (und was ich einfach mal als gutes Omen betrachte). Der Württembergische Fußballverband (WFV) hat im Mai 2008 den Betreibern des Video-Fußballportals hartplatzhelden.de per Gerichtsbeschluss untersagen lassen, Fußballszenen aus seiner Region zu zeigen, und die Hartplatzhelden haben Berufung gegen das Urteil eingelegt (Weiterlesen …)

Oliver Fritsch Basisferne Fußballpolitik

von Oliver Fritsch

Dass Theo Zwanziger wohl nicht zu bremsen ist, haben die meisten bestimmt ja schon mitbekommen. Nachdem Jens Weinreich in dieser Woche eine Einstweilige Verfügung gegen den DFB erwirkt hat, hat sich Zwanziger entschlossen, die zuvor fallen gelassene Klage gegen Weinreich wieder aufzunehmen. Fürs erste mehr dazu bei Jens Weinreich hier und hier, auch bei Stefan Niggemeier hier und hier, in der Stuttgarter Zeitung und in der Süddeutschen Zeitung.

Der DFB scheint jetzt allen zu verkaufen zu wollen, dass Weinreich angebliche Gesprächsangebote ausgeschlagen habe. Unabhängig von der Frage, wer hier angesichts des juristischen Zwischenstands von 3:0 wem Gespräche anbieten und Entschuldigungen abverlangen kann – der DFB will Weinreich in die Bittstellerposition zwingen. Eine Position, in die sich ein Mann mit cojones natürlich nicht begibt. So geht also die Sache wohl wieder vor Gericht.

Lassen wir uns jedoch davon nicht ablenken und blicken auf bedenkliche, weil basisferne Entscheidungen im deutschen Fußball:

Die DFL hat am Freitag die TV-Rechte an den Bundesligen in den nächsten vier Jahren für viel Geld verkauft und Lob erhalten. Immerhin ist der Status quo gewahrt: rund 410 Millionen Euro (bislang 405) durchschnittlich pro Jahr. Was man so hört, muss DFL-Chef Christian Seifert hart verhandelt haben. Das war keineswegs selbstverständlich, denn die Umstände waren zumindest in Teilen ungünstig: 1. Das Kartellamt bestimmt in Deutschland über das Fernsehen mit. 2. Die Finanzkrise trifft auch den Profisport. 3. Dem wichtigsten Partner Premiere geht es schlecht.

Dabei wird oft übersehen, dass die DFL den Sendern ein großes Zugeständnis gemacht hat, die weitere Zersplitterung Spielpläne der Bundesliga und der Zweiten Bundesliga der nächsten Saison: In der Bundesliga gibt es je ein Spiel am Samstag um 18.30 und am Sonntag um 15.30 Uhr. Das Samstagsspiel kollidiert mit der Sportschau und damit einhergehend mit den Interessen der Sponsoren, denen die Reichweite durch die Sportschau wichtig ist. Das frühe Sonntagsspiel findet nahezu zeitgleich mit vielen Amateurfußballspielen statt. Was sagt eigentlich Egidius Braun dazu, der sich als amateurfußballfreundlicher DFB-Präsident vehement für den Bundesliga-freien Sonntag einsetzte?

Und so spricht Brauns Nachfolger in der Welt am Sonntag heute über mögliche Finanzausgleiche für Amateurvereine: „Wird der Nachweis zweifelsfrei erbracht, sind für betroffene Vereine Ausgleichssysteme denkbar.“ Der Nachweis rückgängiger Zuschauerzahlen wird vielleicht gar nicht so schwer anzutreten sein. Doch ob diesen Worten jemals Taten folgen? Zwanziger gesteht immerhin: „Ich kann die Kritik am Sonntagsspiel um 15.30 Uhr nachvollziehen. Für das Miteinander zwischen Spitzen- und Breitensport muss man aber Verständnis für die andere Seite haben.“ Dieser Kampf um Zuschauer und (letztlich) Geld ist ein politisches Problem, der Amateurfußball hat im Gegensatz zu den Profis keine Stimme mit Gewicht – und wird sich daher mit wohlfeilen Reden begnügen müssen.

Doch man muss genauer sein, denn auch die Zweite Liga hat zurückzutreten, wenn es um die Maximierung von TV-Geld geht. Ab der nächsten Saison wird samstags um 13, sonntags um 13.30 Uhr angepfiffen. Für Fans ein Graus, weswegen sich viele der Initiative Kein Kick vor Zwei angeschlossen haben. Dort heißt es:

„Vor drei Jahren wurden Zweitligaspiele noch sonntags um 15 und freitags um 20 Uhr angepfiffen. Seitdem haben sich die Terminierungen rasant in Richtung Mittag entwickelt, nun sind wir schon bei 13 Uhr und 13.30 Uhr, zudem in englischen Wochen wochentags um 17.30 Uhr. Das ist für auswärtige Fans nicht mehr zu machen, wenn nicht ein erheblicher Teil des Jahresurlaubs aufgewendet wird. Und es ist zu erwarten, dass diese Änderungen, einmal in der Zweiten Liga eingeführt, im nächsten Schritt auch in der Bundesliga angewendet werden.“

Doch die Mahnungen bleiben wohl zunächst ungehört.

Anderes Beispiel, auf das mich Ingrid in den Kommentaren und einige User per Mail aufmerksam machen: Der DFB hat das Regionalliganachholspiel Altona FC gegen den 1. FC Magdeburg auf Mittwoch, den 3. Dezember, 14 Uhr verlegt, weil das Stadion „Hoheluft“ nicht über fernsehtaugliches Flutlicht verfügt. Dem AFC dürften immense Zuschauereinnahmen flöten gehen – denn welches Team bringt schon so viele Fans wie Magdeburg mit? Die Website ringfahndung.de nennt diese Entscheidung einen „Frontalangriff auf den Amateurfußball“. Wenn es den Klub trösten sollte, vielleicht schau ich am Mittwoch mal rein.

Einen guten aufklärerischen Beitrag über die basisfeindliche Fußballpolitik lesen wir von Thomas Haid in der Stuttgarter Zeitung; er nennt die Verlierer des neuen Spielplans, also alle unterhalb der Bundesliga:

„Schon die Zweite Liga leidet massiv unter dem Modell, das samstags und sonntags einen Spielbeginn um 13 Uhr und um 13.30 Uhr vorsieht – also zu einer völlig familienunfreundlichen und Sportarten-untypischen Anstoßzeit. Wahrscheinlich hätte die DFL auch einem Anpfiff um 10 Uhr zugestimmt, wenn ein Sender dafür noch mal in die Tasche gegriffen hätte. Noch härter trifft es den Amateurbereich, für den bisher der Sonntagmittag (15 Uhr) als exklusiver Spieltermin reserviert war. Nun hat die DFL diese heilige Kuh geschlachtet, obwohl viele Klubs in den niedrigeren Regionen bereits über einen Zuschauerschwund klagen und ums Überleben kämpfen.“

Weiter heißt es:

„Den Amateuren fehlt die Lobby. Der für sie zuständige DFB besitzt offensichtlich keinen Einfluss mehr bei der DFL. So hat Theo Zwanziger in den vergangenen Wochen nicht einmal richtig protestiert, um angesichts des sich abzeichnenden Szenarios die Rechte seiner Amateure zu schützen.“

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