direkter-freistoss.deNicht-anonymes Fußball-Blog 

Direkt zum Inhalt springen

Der 27. Spieltag kennt zunächst nur ein Thema: Kriegen Jürgen Klinsmann und Bayern München noch die Kurve? Es ist erstaunlich, dass Klinsmann nach dem Opfergang nach Barcelona noch auf der Bayern-Bank sitzt. So wehrlos hat man die Bayern noch nie gesehen. Doch vielleicht kann Klinsmann auf die Laurenz-Meyer-Lehre vertrauen, die er bei seinem Amtsantritt als CDU-Generalsekretär verkündete: “Einen zweiten Fehlgriff kann sich Frau Merkel nicht erlauben.” Die Experten waren sich bis heute nicht sicher, ob sie Meyers Selbstgarantie besonders dumm oder besonders dreist finden sollten. Jedenfalls könnte ein frühzeitiges Scheitern Klinsmanns auch die Tektonik der Bayern-Führung durcheinanderbringen. Hängt das Schicksal Karl-Heinz Rummenigges, der schon den Mathematiklehrer Ottmar Hitzfeld vergrault hat, an Klinsmann? Uli Hoeneß hat einen nahezu unerschöpflichen Kredit im Verein, und Franz Beckenbauer ist ohnehin von keinem Amt abhängig, um dieses Land zu regieren (Weiterlesen …)

Oliver Fritsch Barcelona verprügelt Bayern

von Oliver Fritsch

Splitter aus meinem Live-Blog auf Zeit Online

Barca war den Tick bess… ähm: Pessimisten hatten mit einem überlegenen Gegner und einer klaren Niederlage gerechnet. Dass die Bayern aber so chancenlos sein sollten, das war nicht vorauszusehen. Das Ergebnis drückt nicht aus, wie viel besser Barcelona war. Technisch, taktisch, im Tempo, in der Abwehr. In der zweiten Halbzeit hat die Katze Barcelona mit der Maus München gespielt. Noch nie gesehen, sowas. Doch, wenn im Sommer Profiklubs gegen Amateurmannschaften zum Test antreten. Eigentlich hätte man nach 25 Minuten wegen technischer Unterlegenheit abbrechen müssen (Weiterlesen …)

20:16 Moin moin. Schon wieder Bayern im Live-Blog, heute gegen Bayer Leverkusen. Werd mir demnächst wohl ein paar Lederhosen zulegen müssen (in Wahrheit muss ich sie nur vom Dachboden holen). Was empfinden eigentlich Westfalen, wenn sie den Lippstädter Rummenigge in bayerischer Tracht sehen? Wie groß ist der Verrat? Kann mir das jemand sagen? (Weiterlesen …)

Oliver Fritsch Alter Zirkuslöwe Frings

von Oliver Fritsch

16:45 Moin moin. Heute Super Sunday in der Bundesliga, drei interessante Spiele: Der HSV will gegen Wolfsburg Platz 1 von der Hertha zurückstiebitzen. Stuttgart tritt im Derby bei den Gelbfüßlern aus Karlsruhe (an). Und wir bloggen das Duell Gut gegen Böse (Weiterlesen …)

Willkommen zum Live-Twitter Bayern gegen Dortmund, die Konkurrenz hat gestern und vorgestern nicht gewonnen, wirds zum Spieltag der Bayern?

Kuck ich ausm Fenster auf die Straßen des Kiez sehe ich nur gesenkte Köpfe. St. Pauli spielt gegen Greuther Fürth. Greuther führt. 3:0

Fußballphysiognomie – Jürgen Klinsmann beweist es: Ein Jahr Trainersein bei Bayern München bedeutet sieben Menschenjahre (Weiterlesen …)

Mladen Petric steht noch lange nach dem Abpfiff in der Mixed-Zone: „Das war mein bester Tag in Hamburg, so eine Stimmung wie heute gab es nicht einmal in Dortmund.“ Dieser Vergleich heißt etwas, das erfüllt auch heimischen Journalisten mit Stolz, die Petric zuhören. Hinter ihm liegt der Rückrundenbeginn, hinter ihm liegt der Sprung an die Tabellenspitze. Hinter ihm liegt ein hinreißend spannendes und gutes Spiel zwischen dem Hamburger SV und Bayern München, in dem er vor ausverkauftem Haus (57.000) zum Hauptdarsteller geworden ist: Er schoss das einzige Tor.

In der 44. Minute konnte Münchens Torwart Michael Rensing einen Weitschuss David Jarolims nur in die Strafraummitte, aber immerhin nach oben abwehren. Petric hob den steigenden Ball geistesgegenwärtig per Kopf über Rensing hinweg. Ein anspruchsvoller Treffer, denn er konnte den Ball nur durch einen sehr hohen Seitwärtssprung erreichen und nur durch extreme Bogenspannung im Oberkörper so viel Fahrt mitgeben, um ihn ins gut zehn Meter entfernte Ziel zu schicken. Dass Petric ein perfektes Kopfball-Timing hat, bewies er oft im Hamburger Strafraum, den er bei Freistößen und Eckbällen des Gegners bewachen muss. Einige Male konnte er die Hereingaben Bastian Schweinsteigers entschärfen. Das macht Stürmer besonders wertvoll.

Doch wer konnte damit rechnen, dass kein Tor mehr fallen würde? Und wer kann es im Nachhinein erklären? Schließlich ließen beide Teams nach sechs Wochen Winterpause keinen Zweifel an ihrem Tatendrang. Die Hamburger begannen mutig und stark, sie wollten beweisen, dass Hamburg nicht Stuttgart ist, das die Bayern vor drei Tagen zerfleddert hatten (5:1). Und wonach Fußballdeutschland wie üblich fragte: Wer kann diese Bayern bremsen?

Bereits zu Beginn näherten sich beide Mannschaften den Toren des Gegners gefährlich. Bastian Schweinsteiger löffelte eine Flanke Christian Lells über das Tor (3.), wofür er sich nachher von Trainer Jürgen Klinsmann rüffeln lassen musste. In der 6. Minute endete ein Versuch Piotr Trochowskis am Pfosten. Der HSV setzte die Bayern-Abwehr unter großen Druck.

Strafraumszenen gab es für drei Spiele. Dem Feld durfte man keinen Augenblick den Rücken zudrehen – abgesehen von einer Phase Mitte der ersten Halbzeit, als die Bayern das Hamburger Tempo aus dem Spiel nahmen und Schiedsrichter Knut Kircher viel zu oft ein Foul erkannte. Am folgenschwersten, als er vor Luca Tonis Tor (29.) einen Regelverstoß gesehen haben wollte. Als einziger im Stadion neben seinem Assistenten. Selbst in der kurzen Phase zwischen Tor und Halbzeitpfiff, als Fans und Stadionsprecher noch skandierten, schossen die Bayern zwei Mal aufs Tor.

In der zweiten Halbzeit flogen die Hamburger Schutzengel Überstunden. So viele gute Chancen für die Bayern! Miroslav Kloses Kopfball (55.) sahen einige hinter der Torlinie; sein abgefälschter Stoß fiel aufs statt ins Netz (66.); Toni nickte einen leichten Ball, eigentlich ein sicheres Tor, aus kurzer Distanz daneben (69.); einen Kullerer des eingewechselten Tim Borowski schaute Tormann Frank Rost um Zentimeter am Pfosten vorbei (80.); und als Klose zwar Rost überwand, aber Jérome Boateng auf der Linie im Weg stand (83.), war klar: Das HSV-Tor ist an diesem Abend versiegelt. Auch die Nachspielzeit, in der man gegen Bayern in Hamburg seit 2001 die Luft anhält, verstrich. Fast hätte sich noch Rensing bei einem Eckball die Gelegenheit geboten, den Ausgleich zu erzielen. Aber irgendetwas und irgendwer verhinderten es irgendwie im letzten Moment.

Auch Hamburg stürmte ständig, auch bei Führung: Petric‘ Kopie des Morlock-Tors von Bern 54 unterschied sich vom Original durch den Pfosten (46.) als Ende, Trochowski und Paolo Guerrero fürchteten durch Rensing wenig Widerstand – so oft und aus so ungünstigen Positionen schossen sie aufs Bayern-Tor. Und das alles ohne den gesperrten Ivica Olic. Allerdings sollten die Hamburger Überzahlkonter üben, wie auch Trainer Martin Jol gesteht: „Damit bin ich unzufrieden.“

Nach dem Spiel bewahren die Bayern Größe und machen die unerwartete Niederlage nicht am Schiedsrichter fest. Vorstand Karl-Heinz Rummenigge kann nicht ausschließen, dass das Erlebnis Stuttgart manchem Spieler den Kopf verdreht hat. Jürgen Klinsmann, der sich dieser These anschließt, ärgert sich über Unkonzentriertheiten in den ersten 30 Minuten. Manager Uli Hoeneß soll zwar Schiedsrichter Kircher in der Kabine aufgesucht haben, doch es sei „nicht emotional zugegangen“ (Kircher). Ihre Besten waren Philipp Lahm und, der 69. Minute zum Trotz, Luca Toni. Für Hamburg (neben Petric) Trochowski und Jarolim, der sich Fleißkärtchen verdiente.

Der HSV kann auf eine aufregende Woche zurückschauen: Erst die Mitgliederversammlung am Sonntag, deren Wahlergebnis dem Klub Ruhe gibt. Dann der Einzug ins Pokalviertelfinale gegen 1860 München am Dienstag. Nun der Sieg gegen die Bayern, vorübergehend Platz 1 und das Verdienst, allen gezeigt zu haben, wie spannend die Bundesliga werden kann.

Eine weitere wichtige Erkenntnis: Der Support der Fans hat nicht darunter gelitten, dass ihr Vorsänger die Aufsichtsratswahl verloren hat. Petric hatte mit nichts anderem gerechnet: „Die Fans stehen hinter uns, sie machen uns stark, das wussten wir.“ Der HSV, zurzeit ein einiger Verein.

Oliver Fritsch Ein Gewinner, ein Verlierer

von Oliver Fritsch

Einer der Gewinner des Sportjahres 2008: Wer seinen Namen noch nicht kennt, sollte ihn sich schnell merken: Jan Schindelmeiser, Manager des Herbstmeisters TSG Hoffenheim. In Fachkreisen gilt er als der neue, vielleicht sogar der bessere Uli Hoeneß. Er scheint der klügste Kopf aller Hoffenheimer klugen Köpfe zu sein. Er zieht die Fäden im Hintergrund, erzielt hervorragende Ergebnisse im Scouting und Management. Vor allem, und das hat er seinen Kollegen voraus, trifft er den richtigen Ton (Weiterlesen …)

Jens Lehmann zieht heute in der SZ ein Resümee nach einer Vorrunde Bundesliga und gibt zu bedenken, dass in Arsenal und England viel offensiver gedacht und trainiert werde. Außerdem vermisse er einstudierte Spielzüge:

„Ich bin schon überrascht, wie viele Bundesliga-Mannschaften kein verlässliches Spiel haben. In England wusste ich: So, jetzt greifen wir an, jetzt habe ich mal ein paar Momente Ruhe. Das Schema war klarer: Wenn der Fabregas an dieser oder jener Stelle den Ball bekommt, dann spielt er ihn da oder dort hin. Die Spielzüge waren automatisiert. In der Bundesliga dagegen passieren manchmal Dinge, mit denen man nicht rechnet. Ich stehe hinten drin und denke: So, jetzt spielt er einen Pass da rüber – aber der spielt den Pass dann gar nicht da rüber. Auf einmal verliert der Spieler den Ball, und zack, geht das Spiel in die andere Richtung. Das Passspiel in Deutschland ist weniger verlässlich, das Spiel generell weniger automatisiert.“

Jetzt, wo ich 90 Minuten VfB gegen Bayern (2:2) am Fernsehen hinter mir habe, kann ich Lehmann noch besser verstehen. Die Stuttgarter waren aggressiver, stärker in den Zweikämpfen, motivierter, fanden aber keinen Weg, die Bayern-Abwehr auszuspielen. Auf lange Bälle war die Viererkette um Demichelis sehr gut eingestellt, und das Stuttgarter Kombinationsspiel sah sehr zufällig aus. Was auch daran gelegen haben mag, dass die eingewechselten Gomez und Bastürk lange verletzt waren und Trainer Babbel ohnehin erst ein paar Wochen am Ruder sitzt. Dennoch, nach Konzept sah das nicht aus. Kein Wunder, dass die zwei Stuttgarter Tore nach Ecken fielen. Gegen diese arg defensiven Bayern hätte man gewinnen können. Andererseits hätten coolere Bayern das 3:1 gemacht.

Aus meinem Live-Twitter: Khedira Mann des Spiels. Borowski mit Tor und Assist, dennoch ausgewechselt. Bayern-Abwehr stark. Hitzlsperger mannhaft. Rensing, das Fäustchen, wollte beim 2:2 einen Freistoß, vielleicht gar nicht so abwegig. Schiri Kinhöfer insgesamt kleinlich, also „deutsch“. Rot für Oddo kann man geben, 1:1 war knapp Abseits (Klose). Hartes, bissiges, spannendes Spiel. Wie war das, Hoeneß, mit der Schauspielertruppe aus Hoffenheim? Klinsmann wirkt nach dem Spiel mitgenommen, will beim Platzverweis für Oddo was raushaben. Schade, dass man ihn nicht mit dem Abseitstor konfrontiert.

Lehmann übrigens deutet in dem Interview tatsächlich auch an, nochmals den Verein zu wechseln (was vielleicht ja bloß Koketterie ist):

„Ich weiß, dass ich 39 bin, aber ich spüre diese Zahl nicht. Ich stehe morgens auf und fühle mich topfit. Falls ich weiterspiele, will ich nochmal auf höchstem Niveau spielen. Ich mache das ein bisschen von der sportlichen Entwicklung in Stuttgart abhängig. Mir gefällt es in Stuttgart sehr gut, die Atmosphäre ist angenehm, die Leute sind sehr nett zu mir. Aber man kann nie wissen, was kommt.“

Was die Stuttgarter an den Bayern so mögen? Lies die Liste (Felix Magath, Piotr Trochowski, Mario Gomez) der Stuttgarter Zeitung: „Das Verhältnis ist angespannt und von gegenseitigen Nadelstichen geprägt.“

Oliver Fritsch Live Blog Bayern-Hoffenheim 2-1

von Oliver Fritsch

Fazit Warum kann Bundesliga nicht immer so sein? Womit nicht das Ergebnis gemeint ist, sondern das Rasiermesserhafte des Duells zwischen den zwei besten deutschen Mannschaften. Nicht unbedingt die ganze Spielzeit, aber zwei Mal 35 intensive, schnelle Minuten mit offenem Visier und zwei Kontrahenten, die gewinnen wollten. Viele Zweikämpfe und Fouls, aber nie wurden die Grenzen überschritten. Das war schon sehr nah dran am Vorbild Premier League. Die Bayern zeigten nach dem Rückstand ihre Muskeln, mussten aber sogar das 0:2 fürchten; auch über ein mögliches 1:2 kurz vor Abpfiff hätten sie sich nicht beschweren dürfen.Hoffenheim litt, auch wenn es das Ergebnis nahe legt, keineswegs am Leverkusen-Syndrom (sprich: Bayern-Angst), sondern trat mit drei Stürmern an und war durch seine beweglichen Offensivspieler fast jederzeit in der Lage, schnell nach vorne zu spielen.

Von der Bayern-Abwehr war ständige Wachsamkeit gefordert, auch Hoffenheim verteidigte gut. Im Spiel nach vorne waren die Bayern wuchtiger, insbesondere bei hohen Bällen überlegen. Den flüssigeren und zielstrebigeren Stil lebten die Hoffenheimer. Sehr gut auf Bayerns Seite Lucio, van Bommel und Lahm, für Hoffenheims Farben Weis, Jaissle, Compper und Beck. Die Frage führt ins Nichts, ob Bayern den Sieg verdient. Hoffenheim aber auf keinen Fall die Niederlage.

Eine Bemerkung zur TV-Übertragung: Die Fesseln, die die DFL wegen der Zweitverwertung der Zweiten Liga durch das DSF ihrem Premium-Partner Premiere anlegt, verhindern eine gründliche Nachbetrachtung. Von Ralf Rangnick waren genau zwei Sätze zu hören, auch andere Stimmen hätten wir gerne vernommen. Von Spielanalyse kaum zu reden. So manchem Freitagskick der Vergangenheit ist man so sicher gerecht geworden, aber dem heutigen Ereignis war es nicht würdig.

92′ Tor für Bayern: 2-1 Als alles vorbei schien, schafft es Toni doch noch. Nach einem langen Schlag von Rensing legt Ibertsberger in einem Zweikampf Toni den Ball vor, der blank steht. Haas ist noch dran, aber der Ball ist im Netz. Fazit folgt.
88′ Siegchance für die Bayern nach einem langen Freistoß. Kopfball Toni übers Tor. Gelb Beck.
87′ Famoser Angriff der Hoffenheimer, vor allem Salihovic der sich am linken Flügel durchsetzt, mit Ibisevic einen Doppelpass spielt und schräg vor Rensing steht. Der Bayern-Keeper wirft sich in den Schuss und wehrt ab.
81′ Klose schließt einen Konter mit einem Schüsschen aus 18 Metern ab. Immerhin erreicht der Ball die Grundlinie. Nicht sein Spiel bisher. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr.
74′ Wechsel Hoffenheim: Salihovic für Obasi. Schnauft Hoffenheim durch oder wird es von den Kräften verlassen? Seit fünfzehn Minuten nicht mehr viel zu sehen. Hab nicht das Gefühl, dass es beim 1:1 bleibt.
68′ Guten Morgen, Hoffenheimer Abwehr! Einen (geschenkten) Freistoß lassen sie schnell gewähren und Toni frei stehen. Sein Kopfball schleicht am langen Pfosten vorbei. Großchance!
62′ Wechsel Bayern: Borowski für den matten Schweinsteiger
61′ Tor für Bayern: 1-1 Lahm nimmt an der Seitenlinie einen herrenlosen Ball auf und dribbelt auf die Abwehr zu, ohne entschieden angegangen zu werden. Aus 18 Metern mittig abgezogen. Nicht fest, aber abgefälscht. Jetzt lassen die Bayern die Muskeln spielen. Haas irrte soeben einem Ball hinterher.
58′ Beck hat gerade Ribéry und van Bommel vernascht. Nach einer Ecke für Bayern hält van Buyten den Schädel hin. Drüber.
53′ Bayern reagieren wütend, aber Rensing muss gerade seine Fingerspritzen strecken, um das 0:2 zu verhindern. Dann muss Lucio seine Gräten ausfahren, um Schlimmeres für sein Team zu umgehen. Hoffenheim taucht immer wieder im Strafraum der Bayern auf.
49′ Tor für Hoffenheim: 0-1 Nummer 18 für Ibisevic. Weis im Doppelpass mit Obasi, legt durch drei Bayern-Spieler quer auf Ibisevic, der sich Oddo vom Leib hält. Dann, sechs Meter allein mit dem Ball vor Rensing, fragt er nichtzwei Mal.
Halbzeit 0:0 Schnelles, gutes Spiel mit vielen Zweikämpfen, einigen Fouls. Beide Mannschaften gleich stark. Allerdings kaum Torszenen, beide Abwehrreihen entschlossen. Mit Toren ist im zweiten Durchgang zu rechnen, denn die Fehlerquote hat sich in der letzten Phase dieser Halbzeit erhöht.
40′ Gelb Obasi, Gelb Zé Roberto
37′ Hoffenheim-untypisch: Luiz Gustavo probiert’s aus dreißig Metern. Knapper drüber als es zunächst aussah.
30′ Viele Fouls im Moment, besonders von Hoffenheim. Gelbe Karte Ba. Schüchterner Dorfverein sieht anders aus.
23′ Ibisevic mit 17 Tore-Brust. Nimmt es im Dribbling mit Lucio und Oddo gleichzeitig auf.
20:52 Ich höre „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“ – ein echter Klassiker. Singen die Hoffenheimer auch „Zickezacke, zickezacke – hoi, hoi, hoi!“? Gibt eseigentlich Hoffenheimer Ultras? Sind das überhaupt Hoffenheimer, die da singen? Oder Sechziger? Klären wir später.
16′ Rensing sendet bei hohen Bällen wieder mal Autoritätssignale wie ein Schülerlotse. Fliegt an einem Freistoß, der durch seinen Fünfer segelt, vorbei, doch Compper ist völlig verdutzt und kann kein (Achtung, Hoffenheim-Vokabel) Kapital draus schlagen.
12′ Riesenchance für Luca Toni: Von Zé Roberto schön freigespielt, kommt er aus zehn Metern frei zum Schuss. Doch mit seinem schwachen linken Fuß trifft er nur das Außennetz. In der Vorsaison hätte erden reingetan. Zwei Minuten später versucht er es mit einem Einfädler bei Tormann Haas. Meyer gibt keinen Elfmeter.
7′ Erste Chance für Hoffenheim: Ba dringt schräg in den Strafraum ein, doch sein Schuss ist für Rensing eine leichte Aufgabe.
6′ Beide Mannschaften mit dem Willen zum Tempo, das wird früh deutlich. Viele harte und faire Zweikämpfe, Schiedsrichter Meyer lässt laufen. Sieht undeutsch aus.
Aufstellungen
Bayern: Rensing – Oddo, van Buyten, Lucio, Lahm – van Bommel, Zé Roberto, Schweinsteiger, Ribéry – Toni, Klose
Hoffenheim: Haas – Beck, Jaissle, Compper, Ibertsberger – Weis, Gustavo, Eduardo – Obasi, Ibisevic, Ba

20:15 Ich muss sagen, dass ich mich schon lange nicht mehr auf ein Bundesliga-Spiel gefreut habe so wie heute. Altreich gegen Neureich, Stadt gegen Dorf, die Römer gegen die Gallier, Villa Riba gegen Villa Bajo – und wie die Vergleiche alle heißen.

Man soll ja mit sowas vorsichtig sein, aber ich denke, wir stehen vor einem fußballhistorischen Ereignis, denn wir sehen gleich das erste Aufeinandertreffen zwischen zweier Klubs, die sich in den nächsten Jahren um die Alpha-Position im deutschen Vereinsfußball streiten dürften. Vielleicht lehne ich mich zu weit aus meinem dreckigen Fenster, aber ich denke, die Hoffenheimer stehen erst am Anfang. Selbst wenn sie heute verlieren sollten, meinetwegen auch hoch, selbst wenn sie in der Rückrunde auf Platz 7 zurückfallen sollten. Sie werden den Bayern den Rang streitig machen, und die Bayern scheinen es zu wissen.

Heute erwartet Fußballdeutschland einen Höhepunkt, wie ihn die Bundesliga lange nicht mehr erlebt hat: Bayern München trifft auf die TSG Hoffenheim. Zweiter gegen Erster, Rekordmeister gegen Neuling, Weltstadt gegen Dorf, Altreich gegen Neureich. Das Spiel ist sportlich von höchstem Reiz. Hier die Bayern, die nach schwachem Saisonbeginn längst ihre alte Stärke wiederentdeckt haben: den Gegner beherrschen, entgegen der verkündeten Absicht ihres Trainers Jürgen Klinsmann jedoch nicht mit dem Schwerpunkt Offensive, sondern eher mit altem Biss (Weiterlesen …)

« Vorherige SeiteNächste Seite »