DFB bekräftigt Vorwurf gegen Amerell – und andere Frankfurter Personalien
von Oliver Fritsch
Update Sagenhaft, wie schnell der DFB ermitteln kann! Soeben schickt er eine Pressemitteilung, die sich mit Manfred Amerells Rücktritt von allen Ämtern im DFB und im Süddeutschen Fußball-Verband befasst: „Wir nehmen den Schritt zur Kenntnis und halten ihn für richtig und notwendig, weil Erkenntnisse vorliegen, die leider die im Raum stehenden Vorwürfe gegen Herrn Amerell bekräftigen.“ Hinweis: Seit Mitte Dezember soll der Fall intern bekannt gewesen sein, seit Dienstag weiß die Öffentlichkeit davon (Weiterlesen …)
DFB in Sack und Asche: Reue aus Opportunismus?
von Oliver Fritsch
Nimmt sich der Laden gerade selbst auseinander? Man kann ja gar nicht mehr Schritt halten mit den Nachrichten aus der Otto-Fleck-Schneise. Es fällt auf, dass viel Reue demonstriert wird: Theo Zwanziger gibt sich zerknirscht, Oliver Bierhoff kleinlaut, Wolfgang Niersbach geißelt sich selbst. Flagellantismus beim DFB? (Weiterlesen …)
DFB stößt Löw vor den Kopf: Klinsmann-Geschichte wiederholt sich
von Oliver Fritsch
Mensch, da fordert man immer Transparenz von unseren Sportverbänden, dann halten sie sich mal dran – und dann ist es auch nicht wieder recht. Dass Details aus der Verhandlung des DFB mit Oliver Bierhoff und Joachim Löw an die Öffentlichkeit geraten sind, ist bemerkenswert. Um genau zu sein, ist es natürlich ein Affront, zumal wie man nun hört, diese Details falsch sein sollen. Sie passen gut, um den Eindruck vom „Gierhoff“ zu erhärten (Weiterlesen …)
Was ist eigentlich der Helmut Sandrock für einer?
von René Martens
Es gibt bestimmt noch Menschen, die den DFB für lernfähig halten: Fans, die zum Beispiel glauben, dass der Leistungsfußball im Amateurbereich eine Zukunft hat. Die darauf hoffen, dass irgendwann wieder Zeiten kommen, in denen eine Mannschaft von der Oberliga in die Regionalliga aufsteigt, die sich sportlich dafür qualifiziert hat. Fußball-Enthusiasten, die es für wichtig halten, dass das Ligensystem durchlässig ist und ein Teilbereich eben nicht zu einem Closed Shop wird. Die glauben, es werde noch einmal eine Zeit anbrechen, in der sich der DFB wieder als Interessenvertreter der Amateurvereine versteht und nicht als deren Totengräber (Weiterlesen …)
Datenschützer: Der DFB lässt seine Vereine im Regen stehen
von Oliver Fritsch
Stefan Brink vom rheinländischen Datenschutz hat mich diese Woche angerufen und mir von seiner fortgesetzten Recherche in Sachen Sky-Angebot (siehe hier und hier) erzählt. Der DFB habe in der Zwischenzeit auf Drängen des hessischen Datenschutzes nachgebessert und die Vereine darauf hingewiesen, dass sie die Einstimmung ihrer Mitglieder brauchen, wenn sie deren Daten weiterleiten (Weiterlesen …)
Datenschützer: Das Sky-Angebot des DFB ist rechtswidrig
von Oliver Fritsch
Telefonat mit Stefan Brink, dem Leiter des Bereichs Privater Datenschutz beim Landesdatenschutzbeauftragten Rheinland-Pfalz, über das Angebot des DFB an die Amateurvereine, einen Vertrag mit Sky zu schließen (siehe direkten freistoss vom 12.8.). Dieser Vertrag erlaubt Vereinen einen Rabatt auf Sonntagsspiele der Bundesligen. Im Gegenzug sieht er vor, dass Vereine Mitgliederdaten zu Werbezwecken weiterleiten (Weiterlesen …)
Debatte um Video-Prozess: ein neuer, willkommener Gast
von Oliver Fritsch
Ich weiß nicht, ob man mit den Leuten vom Verband einen trinken kann. Oder ob sie aus fünf Metern ein Scheunentor treffen. (Gehe aber mal im großen und ganzen davon aus.) Reden kann man jedenfalls mit ihnen, vielleicht nicht mit allen, aber mit einigen. Reden muss man ohnehin mit jedem, ließ mein Lieblingsautor eine seiner Romanfiguren sagen. Gestern hat sich Frank Thumm, Justitiar des Württembergischen Fußballverbands, in den Kommentaren zu Wort gemeldet (Weiterlesen …)
„Der DFB vertritt nur noch die Großen“
von Oliver Fritsch
„Geldmacherei“, klagt am Telefon Joachim Künzer, Vorsitzender des FC Büdlich-Breit-Naurath, eines rheinländischen Vereins mit C-Liga-Mannschaft, über das Angebot, das der Fußballverband Rheinland allen Vereinen per E-Mail unterbreitet hat. Darin geht es um eine Rahmenvereinbarung des DFB mit dem Pay-TV-Sender Sky, die es Vereinen ermöglicht, für 49 Euro im Monat in den Vereinsheimen Live-Fußball zu zeigen. Gema-Gebühren nicht eingeschlossen. Das Angebot mag rechtens sein, ergänzt Künzer, doch moralisch und stilistisch sei es unverschämt. Zumal der DFB Vereine dazu auffordert, Werbung für Sky zu machen („zweimal im Jahr ein Privatabo-Angebot an ihre Mitglieder“).
Das Angebot enthält zudem nur die Sonntagsspiele der Ersten (15.30 und 17.30) und Zweiten Bundesliga (13.30 Uhr), also keinen Samstag, keinen Freitag, keine Champions League. „Was soll denn eigentlich damit erreicht werden?“, fragt Künzer. „Dass von unseren 50 Zuschauern am Sonntag 30 drin hocken und glotzen?“
„Die vertreten nur noch die Interessen der Großen“, fügt er an. „Und die kleinen Vereine müssen um jeden Euro betteln. Wenn wir beim Verband mal was ansprechen, dann passiert nichts.“ Jetzt fühlt er sich missbraucht: „Ich finde es verwunderlich, dass ein mit öffentlichem Geld aufgepumpter Verband zuerst den Bundesliga-Spielplan so zerstückelt, dass den Amateurvereinen die Spieler und Zuschauer weglaufen und dann Empfehlungsschreiben für ein börsennotiertes Unternehmen rausschickt und die Vereine animiert, für dieses Unternehmen auch noch zu werben.“
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Sieht man es pragmatisch, können Vereine das Angebot nutzen, um das 17.30-Uhr-Spiel zu zeigen, um damit die Zuschauer im Vereinsheim zu halten. Vorher kann die Glotze ja ausbleiben. Ich glaube aber nicht, dass das DFB/Sky-Angebot so gemeint ist. Außerdem muss jeder Verein gut kalkulieren: Pro Saison hat er etwa 14 Heimspiele am Sonntagnachmittag (eher weniger). Im Jahr zahlt er rund 600 Euro für Sky. Macht also circa 42 Euro/Spiel. Auf jeden Fall bedenklich ist, dass Vereine verpflichtet werden sollen, Daten ihrer Mitglieder weiterzugeben. Ärgerlich ist, dass sie Werbung für ein Unternehmen machen sollen, das ihnen das Leben schwer macht. Stichwort 15.30 Uhr. Fatal ist das Signal, das der DFB sendet. Und das mein Hartplatzhelden-Kompagnon Steffen Wenzel kommentiert:
Das Angebot ist kein Entgegenkommen. Das Angebot ist eine Aufforderung zur Kapitulation. Nach dem Motto: Eure Spiele schaut eh keiner mehr, dann holt wenigstens die Leute vor den Fernseher ins Klubheim. Ist das der Sinn von Sportvereinen? Das Allerschärfste: Wir benutzen Euch zur Akquise von Sky-Kunden, zahlen aber das Porto. Handlanger des Kapitals, Melkkühe der Medien. Was hier gerade entsteht, ist der komplette Ausverkauf.



Sky lässt meine Mail-Anfrage seit Donnerstag unbeantwortet.
Das schreibt der Westen.
Strafen in Fußballverbänden: Vorsicht, 50 Euro!
von Oliver Fritsch
Drei Anekdoten, die die Straf-Unkultur in Fußballverbänden illustrieren, sind mir jüngst zugetragen worden: 1. Holger Speier (Profil auf wkw), ehemaliger Jugendleiter des FC Burgsolms (Hessen), wurde vor zwei Jahren mit 50 Euro belegt, weil er auf einer Verbandssitzung eine flapsige Bemerkung fallen ließ („Wer lesen kann, ist im Vorteil.“), bei der der Kreisjugendwart das Gefühl hatte, sie ginge auf seine Kosten (zurecht übrigens). „Alle haben gelacht“, sagt Speier, „es war ja bloß ein Scherz.“ Daraufhin wurde er gemäß §84 der Strafordnung des Hessischen Fußballverbands des „unsportlichen Verhaltens gegenüber einem Verbandsfunktionär“ bezichtigt. Wie üblich übernahm der Verein die Strafe. Nach kurzer Diskussion, denn bei der Berufung wären 150 € Kosten angefallen. Für den Verlierer, also mit mindestens 99,5 Prozent Wahrscheinlichkeit den FC. „Vorsicht, 50 Euro!“ sei auf Tagungen inzwischen zum geflügelten (Weiterlesen …)
Westfalen-Verband verbietet Kreisligaklubs, mit den Hartplatzhelden zu kooperieren
von Oliver Fritsch
Wir Hartplatzhelden hegen die Idee, uns mit Vereinen zusammenzutun. Daher traf ich mich im April mit Reiner Grundmann, dem Initiator des Protests gegen das Sonntagsspiel um 15.30 Uhr, in Düsseldorf vor dem DFB-Bundestag. Währenddessen wurde der neue Bundesliga-Spielplan mit einer Stimme Enthaltung durchgesetzt. Dort unterschrieben wir unseren Grundlagenvertrag (eher: die Absichtserklärung), der besagt, dass wir denjenigen Vereinen, die die Bildrechte ihrer Heimspiele an uns abtreten, mindestens die Hälfte aller Gewinne zukommen lassen. Gut, wir machen keine Gewinne. Aber vielleicht ja irgendwann mal. Die Amateurvereine jedenfalls können jeden Groschen gut gebrauchen (Weiterlesen …)
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