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Die Münchner Bayern sind vieles (wenn auch nicht, wie sie manchmal zu glauben scheinen alles) im deutschen Fußball: Aushängeschild, Meinungsführer, Reibungspunkt, Vorbild; auch sind sie Schlagzeilendiebe. Schon gegen Ende der letzten Saison, als sie das Meisterrennen ihren Rivalen aus Bremen, Schalke und Stuttgart überlassen mussten, missgönnte Bayern-Manager Uli Hoeneß den drei Rivalen die Bühne und das Rampenlicht und drohte in bellendem Ton, es ihnen und der Welt in der nächsten Saison zurückzuzahlen – Stichwort „Operation Fernglas“. Einmal waren die sonst so riesigen Bayern nicht ganz so groß, schon streckten sie sich bis an die Decke, damit sie gesehen werden. Nebenbei gesprochen, so viel zum Thema Neid, den die Bayern ihren Widersachern und Kritikern ja gerne vorhalten.

Auch nun, nachdem Hoeneß seine lauten Ankündigungen auf dem Transfermarkt in die Tat umgesetzt hat, lässt der FC Bayern seiner 17-fachen nationalen Konkurrenz wenig Platz in Funk, Fernsehen und Zeitung. Die Meisterschaft 2007/08 ist, glaubt man den Prognosen, dank den Zuzügen Luca Toni, Franck Ribéry, Miroslav Klose und vielen anderen ja sozusagen schon an den FCB vergeben. Es geht eigentlich nur noch um die Frage: Wie viele Titel gewinnt er? Inzwischen, nach dem Erfolg im bedeutungslosen Liga-Pokal, taucht der Begriff „Quadrupel“ auf. Nun soll also, neben Bundesliga und DFB-Pokal, auch der Uefa-Cup gut und wertvoll genug sein, den Bayern Ruhm und Ehre zu bescheren. Angesichts der Schmähungen, der dieser Pokal lange gerade seitens der Bayern erfahren hat, sollte man eher vom „Quadrupel light“ sprechen.

Erfindet Ribéry den Fußball neu?

In der Champions League spielen jedenfalls Stuttgart, Schalke und vielleicht Bremen – was den Titelgewinn der Bayern in der Bundesliga noch wahrscheinlicher als ohnehin macht. Übrigens hätte man auch auf den Favoriten Bayern setzen müssen, wenn sie nicht 70 Millionen Euro in den neuen Kader geschossen hätten; schließlich werden die Bayern nach einer schwachen Saison in der Vielzahl der Fälle Meister. Die Anti-Bayern-Fraktion war also sowieso auf den Gegenschlag vorbereitet.

Das Lob auf Vorschuss für die neuen Münchner Stars fällt übertrieben hoch aus. Vielen Journalisten scheint geradezu ein Stein vom Herzen gefallen zu sein, dass die natürliche Ordnung des deutschen Fußballs wohl wiederhergestellt wird; vielleicht leisten sie auch dem mächtigen Hoeneß vorauseilend Gehorsam, der sich dünnhäutigerweise kürzlich über die schlechte Presse in der letzten Saison beschwert hat (dabei kam die schärfste Kritik am Bayern-Jahrgang 2006/07 von ihm höchstpersönlich).

Zur Klarstellung: Dem Ansehen der Bundesliga tut es sicher gut, dass nun ein Weltmeister und ein Finalteilnehmer an Bord sind. Doch ob man gleich, wie im ZDF-Videotext zu lesen ist, den neuen Dauerkartenrekord der Bundesliga darauf zurückführen muss, dass Ribéry und Toni deutschen Boden betreten haben? Was juckt es denn einen Eintracht-Frankfurt-Fan, wer bei Bayern München spielt? Folgt man dem Tenor der nationalen Medien, erfindet Ribéry gerade den Fußball neu. Und auch die Lokalpresse, greifen wir mal die Gießener Allgemeine heraus, kann nicht mehr an sich halten. Über das Ligapokalspiel gegen Werder Bremen heißt es: „Welchen Stellenwert Ribéry im Münchner Starensemble bereits hat, wird daran deutlich, dass er den von Klose mit einem Lupfer genial (!) herausgeholten Handelfmeter schießen durfte.“ Geht’s noch?

Auf der anderen Seite gibt es seitens vieler Bayern-Gegner Häme für zwei andere Neue: Hamit Altintop und Jan Schlaudraff. Eigenartig, da kaufen die Bayern mal Spieler für wenig Geld aus der zweiten Reihe, und dann werden sie belächelt. Altintop zumindest scheint zurzeit auf dem besten Weg, die Skeptiker zu widerlegen.

Machtdemonstration

Seine gewohnt selbstherrliche Art hat Hoeneß im Streit mit Bremens Manager Klaus Allofs über den Klose-Transfer hervorgekehrt. Statt kleinlaut einen Fehler, genau genommen einen Bruch der Statuten, zu gestehen, mahnt er nun die Bremer zur Fairness: Allofs möge die Buhrufe der Werder-Fans gegen Klose unterbinden. Wie bitte soll das gehen? Soll sich Allofs in die Kurve stellen und die bösen Buben ins Klassenbuch eintragen? Welches Verständnis von Mündigkeit und Fan-Sein wird da bei Hoeneß deutlich? Warum ist er Allofs nicht einfach dankbar, dass er ihm den Rechtsbruch nicht allzu übel nimmt, zumal die Verhandlung mit Klose im April die Bremer Saison-Endphase durcheinander gebracht haben dürfte? Und warum eigentlich wird die DFL nicht tätig? War nicht von Informationsgesprächen die Rede? Und war das nicht der Grund dafür, weswegen die Bayern ungestraft geblieben sind? Merke: Wenn Hoeneß den Hochmoralischen gibt, ist oft er es, der Dreck am Stecken hat.


Hoeneß und Allofs im Clinch

Überhaupt entlarvt die neue Transferpolitik viele Aussagen der Vergangenheit als leere Parolen: „Wir wirtschaften vernünftig!“, war Hoeneß’ Credo, das er nicht nur als Meinung vertrat, sondern mit feuerrotem Kopf in alle Mikrofone schrie und dafür den Applaus als besonnener Mittelständler einheimste. Nun demonstriert er mit Paukenschlägen und vollen Geldkoffern seine Macht und seinen Reichtum, denn von gezielten Einkäufen kann allenfalls bedingt die Rede sein: Im Sturm kann’s doch bei einem Klub gar nicht so hapern, wenn er Roy Makaay und Lukas Podolski in seinen Reihen zählt. Ein Innenverteidiger der Sorte Alessandro Nesta und ein modern spielender Torwart hingegen wären die sinnvolleren Investitionen gewesen – zumindest hätte das eine Lehre aus dem verlorenen Champions-League-Duell gegen den AC Mailand sein können.

Die Macht der Bayern kann aber auch gutes bewirken

Bei seinen jüngsten Angriff gegen das Kartellamt und gegen „Premiere“ („Wenn man irgendwann ‚Premiere’ und damit Georg Kofler als einzigen Gesprächspartner hat, dann Gnade der Bundesliga! Das ist kein Honigschlecken“) mag Hoeneß in der Sache ja recht haben. Doch erstens kann er den Verdacht nicht abstreifen, hier als Lobbyist von „Arena“ zu sprechen, denn mit dem Pay-TV-Sender standen die Bayern vor dem Abschluss der Vermarktung der Uefa-Cup-Spiele. Zweitens sind nicht alle so vergesslich und haben noch in Erinnerung, dass das Verhältnis der Bayern zu „Premiere“ nicht immer so schlecht war. 1999 verkauften sie ihre Bereitschaft, die Fernsehrechte zentral vermarkten zu lassen, an den Kirch-Konzern, dem „Premiere“ damals unterstand.

Ärgerlich ist auch Hoeneß’ Beschwerde über die angeblich bereits zu registrierende Unfairness gegnerischer Teams gegen die bayerischen Ästheten. Nach dem Motto: Wer schützt den FC Bayern vor den Kloppern aus Bremen, Stuttgart und Schalke? Sein Motiv ist leicht zu durchschauen: Einflussnahme auf die Schiedsrichter. Doch wer schützt eigentlich Bremen, Schalke, Stuttgart und den Rest der Liga vor den Griffen, Tritten und Schlägen Mark van Bommels?

Aber die Macht der Bayern kann aber auch gutes bewirken. Den überflüssigen Versuch der Deutschen Fußball Liga, den Liga-Pokal auszuweiten, dürfte Hoeneß mit seinem deutlichen Nein vereitelt haben. Diesen Effekt hätten noch so viele Ablehnungen von Mirko Slomka, Horst Heldt und Klaus Allofs nicht erreicht.

Diesen Text finden Sie auch (mit ein paar Fotos von mir) auf der Website der Deutschen Akademie für Fußballkultur.

19 Kommentare

  1. newskick.de schrieb am 3. August 2007:

    Ein genial herausgeholter Elfmeter…

    Bayern München hat wieder das Sagen und absorbiert alles Licht der Öffentlichkeit…

  2. Tobias S schrieb am 3. August 2007:

    „…schließlich werden die Bayern nach einer schwachen Saison in der Vielzahl der Fälle Meister.“

    > Aber eben nicht immer. Gerade die beiden schlechtesten Platzierungen der letzten 20 Jahre sprechen dagegen: Nach der schwachen Saison 1991/92, in der auch Stuttgart Meister wurde, holte Werder den Titel. Auch nach Dortmunds Meisterschaft 1995 gewannen die Bayern im Jahr drauf den Titel nicht.

    Es gibt also noch Hoffnung!

  3. Blog-G - das FR-Blog zu Eintracht Frankfurt » Zum Pokalwochenende schrieb am 3. August 2007:

    […] ich trotz meines Traumes wirklich nicht bin) und zur kommenden Saison findet Oliver Fritsch bei direkter-freistoss.de. Darunter auch solche Weisheiten wie Was juckt es denn einen Eintracht-Frankfurt-Fan, wer bei […]

  4. Schlagzeilendiebe - Fussball-BuLi.de schrieb am 5. August 2007:

    […] Schlagzeilendiebe Laut Oliver Fritsch kmpft der FCB diese Saison um das Quadrupel light. […]

  5. Andreas Meyer schrieb am 6. August 2007:

    Sehr gut, sehr gut, Herr Fritsch!

    Gerade die Hoeneß’schen Moralpredigten der letzten Jahre gingen mir persönlich immer sehr gegen den Strich – häufig (wenn auch nicht immer) zeigte sich im Endeffekt, dass Hoeneß zwar Recht hatte mit dem, was er angeprangert hat, er aber – wenn es hart auf hart kommt – nicht einen Deut besser ist. Siehe aktuell wieder der Klose-Transfer.

    Ein Manager (und ein Präsident) mit seiner Erfahrung hätte von sich aus schon sagen müssen, dass dieses Treffen so nicht funktioniert – zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt. Hat er aber nicht. Genauso musste auch Hoeneß wissen, dass sich dieses Gespräch nicht geheim halten lässt.

    Und dies lässt im Endeffekt nur zwei Schlußfolgerungen zu: Entweder war Hoeneß wirklich so dämlich und blauäugig zu denken, dass das Treffen geheim bleibt oder es war pure Absicht, um den Konkurrenten vorsätzlich zu schaden.

    Beide Schlußfolgerungen sind nicht gerade vorteilhaft für den Wurstfabrikanten.

  6. onkelheini schrieb am 6. August 2007:

    na ja herr fritsch,

    klären wir mal die fundamentalen voraussetungen.

    die gründe für die einkaufstour der bayern waren einfach den umständen geschuldet.

    1. die bayern haben gerade auswärts letztes jahr unterirdisch gespielt. es mußten kreative spieler wie altintiop, ze roberto, schlaudraff und ribery verpflichtet werden.

    2. die verträge von pizarro und brazzo liefen aus, santa cruz hat jahrelang aus verschiedenen gründen die erwartungen nicht erfüllt makaay paßte nicht in die runderneuerung und podolski ist ein konterstürmer und deswegen besser auswärts zu gebrauchen. daher die hohe anzahl von offensivkräften.

    3. hargreaves wurde verkauft, weil van bommel, demichelis und ze roberto die position vor der abwehr spielen können und hoeness das geld für die einkaufstour benötigte.

    4. klose wollte wahrscheinlich ins ausland wechseln, aber die vereine, die er wollte, wollten ihn nicht. er konnte nur noch einen großen vertrag machen, da war es auch egal, dass die bayern ihn vor jahren verschmäht hatten.

    5. mit marcel jansen wurde ein starker außenverteidiger gekauft, der mit lahm auch die außenpositionen in der nationalmannschaft besetzen wird.

    6. die innenverteidigung inklusive torwart wird nächstes jahr erneuert. es ist auch sinnvoller im modernen fussball eine neue innenverteidigung mit einem spielerisch begabten torwart einzuspielen, als jetzt alles mit der brechstange umzumodeln.

    7. die bayern haben diese aufmerksamkeit auch verdient. sie polarisieren am meisten, sie haben in diesem sommer bei weitem am meisten investiert und nicht wie andere klubs früher auf pump. als dortmund damals gleichzeitig rosicky, koller und amoroso holten gab es den gleichen hype. im welchen internationalen wettbewerb spielen die doch gleich ?

    8. die außendarstellung des vereins durch hoeness, rummenigge und beckenbauer ist diskutabel, auch das
    transfergebaren im fall klose war nicht in ordnung.
    allerdings gehören dazu auch zwei und klose kommt meiner meinung nach viel zu gut weg.

    9.natürlich wird der uefa-cup wieder aufgewertet. sollen sie ihn ruhig gewinnen. es fehlt deutschland seit 2001 (im übrigen bayern) ein internationaler vereinstitel und wir brauchen die punkte in der fünfjahreswertung.

    10. die schirischelte von hoeness ist das übliche pfeifen im walde und nicht weiter ernsthaft zu erörtern.

    alles weitere werden wir erleben …

  7. Sherkan schrieb am 6. August 2007:

    Immer wieder 70 Mio €…

    Wenn in letzter Zeit über die offensive Strategie Bayern berichtet wird, dann steht die Zahl 70 Mio. € über allem. Mal umgeben von Ehrfurcht, mal von Ungläubigkeit oder mal von Kopfschütteln.
    Keine Frage, die Bayern haben ne Menge investiert und werden zum Potenzmonster stilisiert.
    Nur wird dabei stets die Einnahmeseite vergessen. So haben die Bayern durch den Verkauf von Hargreaves und Santa Cruz mindestens 30 Mio. € eingenommen. Wahrscheinlich ist es sogar mehr, da Makaay bestimmt nicht für zwei Räder Gouda in die Niederlande gezogen ist.
    Es täte gut, wenn die schreibende Zunft dies in ihren Berichte berücksichtigen würde. Denn 35 bis 40 Mio. an realen Ausgaben hören sich nicht mehr ganz so potent an.

    MfG, Sherkan

  8. trebor schrieb am 6. August 2007:

    Wo ist eigentlich die Stellungnahme von Vereinsmitglied Dr.Soccer, inwiefern es bei den Klose-Gesprächen eher um eine Stör-Taktik gegen die Bremer ging als um eine ‚Teestunde‘?

  9. kurdt schrieb am 6. August 2007:

    „Ribéry hat auch nur zwei Beine“, sagt Magnin, der schon diverse Male gegen ihn spielte. Eingekauft haben die Bayern gut. Dennoch, Hochmut kommt vor dem Fall. Hoeneß kann sich bei Allofs bedanken daß der auf sein Ausrasten vor der Kamera nicht mit der selben Emotionalität antwortete. Eitelkeiten waren noch nie ein guter Berater bei Geschäften. Hoeneß vergißt dies immer öfter. Meister wird der VfB Stuttgart.

  10. BluePirateS04 schrieb am 7. August 2007:

    Es ist schon erstaunlich wie sich diese Arroganz der Macht der Bayern immer wieder durchsetzt in allen Bereichen der Liga, und wie wenig alles hinterfragt wird.

    Für die Berichterstattung in den Medien sind aber die Journalisten selbst verantwortlich. Das Gute daran, dass die bajuwarische Weltauswahl von den Medien unkritisch geradezu mit Superlativen überschüttet wird (bestimmt ist der FC Bayern auch für den mit Sicherheit kommenden Zuschauerboom in der 2. Liga verantwortlich!) ist, dass damit auch der Druck auf die Mannschaft enorm steigt und – wenn es in die Hose geht – die Fallhöhe sehr groß ist. Mal abgesehen von bekannten FCB-Hofberichterstattern (Reste Kirch-Gruppe, Springer-Medien, Burda-Medien) vermute ich, dass alle anderen Journalisten die Bayern-Mannschaft derzeit ebenfalls gezielt hochschreiben, damit ggf. über ein Versagen dieser Mannschaft dann umso dramatischer berichtet werden kann.

  11. joshtree schrieb am 7. August 2007:

    Reflexartiges Bayernhassen! Habt Ihr wirklich keine anderen Themen mehr? Worum geht’s Euch eigentlich?

    Dass die Medien über den größten Verein des Landes, den einzigen, der in den letzten Jahren international irgendetwas ereicht hat, den mit den besten Spielern mehr berichten, als sagen wir mal, Duisburg? Apropos: Ist es nicht viel peinlicher, nen dicken Exstürmer zu holen, um in die Presse zu kommen? Das Konzept der Bayern in der Öffentlichkeitsarbeit ist nun mal offensiv. „Wir sind die größten, haben am meisten Geld und wollen deswegen alles gewinnen!“ Alles andere wäre schlicht unglaubwürdig. Interessant dazu das Interview mit Roland Berger in der SZ. Auch gut das Interview mit Hoeneß im Stern. Auch in Bezug auf den Fernrohr-Satz.

    Das Tiefstapeln ist dagegen seit Ewigkeiten die erklärte Medientaktik von Vereinen wie Werder. Ist aber genauso an den Haaren herbeigezogen. Im Endeffekt werden überall die gleichen Methoden angewandt – man kauft neue Spieler, gibt ne Menge Geld aus und schaut dann, ob es passt. Diego, Alberto, Lutscher und Co. spielen nicht für Peanuts, garantiert nicht!

    Zu der Szene mit Allofs – das wurde schon so oft durch diskutiert. Auf fooligan.de und sonstwo. Meine Meinung – es gab keine Kontroverse, bis der Moderator sie herbeigeredet hat.

    Thema Klose: Mit Fingerzeigen ist immer so einfach! Es passiert überall der gleiche Mist! Die superanständigen Werderaner verhandeln mit einer Investorengruppe, die sich sämtloche Rechte an Spielern gesichert hat (Sklavenhandel?), hinter der ziemlich dubiose Geldgeber stecken (Steuerhinterziehung? Geldwäsche?) und schiebt denen das Geld in den Rachen. Ist das wirklich besser?

    Thema Hofberichterstattung: lest doch mal den Newsletter von genau dieser Webseite – die SZ ist auf jeden Fall bayernkritisch, die BZ erinnert an Oliver Fritsch, die FAZ hält sich in der MItte. In der Boulevardpresse drehen sich die Schreiber eh nach dem Wind. Vor ein paar Monaten war Uli noch zu alt, jetzt ist er der Größte. Was der doofe Rest halt so lesen möchte.

    Und, noch ein letztes: rummäkeln an den Neuen beim FCB könnt ihr später noch – erstmal Spiele schauen! Ich finds nach Ligapokal und DFB-Pokal richtig Klasse, dass wir mal wieder so eine richtig SCHÖNE Offensive haben. Da könnt ich mich dran totgucken! Und: JA! Frank Ribery wird die Bundesliga verändern, verbessern, verschönern und verzaubern. Und den Rest der Welt gleich mit! Genial!

  12. Oliver Fritsch schrieb am 7. August 2007:

    Genau! Ihr seid einfach die Größten! Ein genial herausgeholter Elfmeter.

  13. kurdt schrieb am 7. August 2007:

    joshtree, bitte nicht zu viel U2 hören. Führt offenbar zu nachhaltigem Realitätsverlust.

  14. joshtree schrieb am 7. August 2007:

    @kurdt: ??????? Versteh ich nich! Höre aber auch kein U2 (mehr seit 1990 oder so)! Warum auch immer das für Dich wichtig ist.

    Wenns um den letzten Satz geht – seid nicht so humorlos! Sonst hau ich Euch die Elegien über Superdiego aus dem letzten Herbst um die Ohren! Schwärmen dürfen auch Bayernfans!

  15. kurdt schrieb am 7. August 2007:

    @joshtree: Das Album „The Joshua Tree“ von U2 wurde 1987 veröffentlicht. Du kennst es sicher.

    Freuen dürfen sich auch Bayern Fans. Denen kommt es aber meist nicht auf die Freude an sich an, sondern auf die Freude, daß sie Bayern-Fans sind und als solche oft Grund zur Freude haben.

  16. joshtree schrieb am 7. August 2007:

    Okay, das hatte ich nicht parat. Der Nickname Joshtree entstand tatsächlich aus der Kombination von Josh (Homme – Sänger der QOTSA) und der Wüste in Kalifornien, wo QOTSA und die Vorgängerband Kyuss angefangen haben.

    Den Rest versteh ich trotzdem nicht. Eine der Hauptbeschäftigungen als Bayernfan ist es merkwürdigerweise, sich ständig dafür rechtfertigen zu müssen. Sind ein Verein oder die Liebe zu einem Verein eigentlich wertvoller, wenn dieser häufiger verliert als ein anderer? Wieso steht dann keiner auf 1860 München?

  17. meyerman schrieb am 8. August 2007:

    Man muss jetzt nicht alles verteufeln, was die Bayern machen, man muss auch nicht alles lieben. Auf jeden Fall ein guter Hinweis, dass in den Medien mal wieder ein akuter Bayern-Hype herrscht. Und was die Gießener schreibt, ist tatsächlich ein Fall für den Hohlspiegel… Aber wer weiß: so mancher Verein wird es genießen, nicht so im Fokus der Presse zu stehen. Für Unruhe anfällige Klubs wie Schalke oder Dortmund werden das vielleicht zu nutzen wissen.
    Als Fußballfan darf man sich sicher auf Frank Ribery, Marcell Jansen und Ze Roberto freuen. Dass die Junges es drauf haben, muss man einfach anerkennen. In Ehrfurcht erstarren muss man sicher nicht. Dafür sind einige Mängel (vor allem das etwas zu ballverliebte und selbstgefällige Spiel) noch zu deutlich.

  18. Schlappschuss schrieb am 8. August 2007:

    Es ist sehr schade, dass sich viele Fußballfans eine Steigerung der sportlichen Qualität innerhalb der Bundesliga, nur noch als Resultat von Konsumtätigkeit auf dem Transfermarkt vorstellen können. Diese Meinung wird natürlich auch von den Boulevardmedien angestachelt, in dem diese andauernd Neueinkäufe fordern und die Arbeit der Klubmanager primär nach dem Kriterium „vollzogene Stareinkäufe“ beurteilen. Dabei geht es den Boulevardmedien nicht um die Qualität des Fußballsports, sondern um das Spektakulum und den damit verbundenen, eigenen Geschäftsinteressen. Von ( Star-)Neueinkäufen erhofft man sich schlicht Schlagzeilen a la „Riesery“, „Luca Tonis Liebesnest“ und somit einen höheren Abverkauf des eigenen Produktes.

    Dabei weiß jeder, der sich inhaltlich mit dem Fußballsport beschäftigt und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einigermaßen realistisch einschätzen kann, dass ein nachhaltiger Qualitätssprung innerhalb der gesamten Bundesliga nur erfolgen kann, wenn die Vereine ihre Bemühungen hinsichtlich der systematischen Jugendarbeit, modernen Trainingslehre, Teambuilding und Taktikschulung KONTINUIERLICH erhöhen!

  19. Oliver Fritsch schrieb am 10. August 2007:

    Die Bayern können es sich ja leisten, so viel Geld auszugeben. Daran hab ich mich doch gar nicht gestört. Sie wirtschaften noch immer vernünftiger als viele ausländische (und viele inländische) Klubs.

    Bedenke nur bei Deiner Rechnung, dass zu den 70 Millionen Euro Transferkosten bestimmt noch mal 30 an unsichtbaren Kosten hinzukommen: signing fees, Beraterhonorare …

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