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Immer noch Freude bis Ekstase allerorten. Der Fußballhype ist nicht mehr zu stoppen. Wo auch nur ansatzweise ein Stutzen zu sehen ist, wo sich irgendwo ein Grashalm unter der Last eines EUROpass biegt, wo ein Zipfel des neuen Auswärtstrikots für Sonntagsspiele zu erhaschen ist, da sind wir mittenmang. Denken sich immer mehr, und machen vor allem immer mehr Love-Parade-gestählte Jungmänner und -frauen, ja sogar auch Mamas und Papas, die sonst den Schrebergarten für das Größte unter der Sonne hielten.

Beispiele gefällig? 8000 beim Testspiel in Lippstadt einer B-Auswahl der Bayern gegen einen Sechstligisten, 9000 bevölkerten das Stadion beim Trainingsauftakt in Dortmund. Nur: Beide Male ging es weniger bis gar nicht um Fußball, noch nicht einmal wirklich um die neuen Mannschaften, nein, beide Male standen die Trainer im Mittelpunkt. “Klinsi” und “Kloppo” waren die Stars, die alle anfassen, mit denen sich alle fotografieren lassen wollten, denen alle huldigten. In Dortmund etwa waren selbst Fans aus Mainz angereist, um ihren Ex-Trainer zu sehen. Ja, wo gibt’s denn so was sonst noch?

Dieser Trend ist wohl nicht mehr loszuwerden, siehe Public Viewing und Partyzonen bei der EM, wo sie alle, alle nur das Feeling von 2006 wiederhaben wollten; siehe – ganz anderes Beispiel – den Klitschko-Kampf gegen Thompson, wo sich neben anderen 11000 auch A-, B- und selbst C-Prominente drängelten: Man/frau muss keine Ahnung haben, es reicht einfach dabei und gut drauf zu sein. Interesse am Sport? I wo, kein Gedanke. Was zählt und worum es geht, ist eine ziemlich ärmliche Art der Selbstinszenierung nach der Formel Nähe zum Ruhm ist Nähe zu den Stars ist Nähe zu den Medien. Und dann erst einmal die Belohnung: Wie hysterisch reagieren die, die sich danach sehnen, wenn sie sich über die Videoleinwände selbst im Fernsehen sehen, wie elektrisiert und backfischhaft aufgeregt machen sie dann den Rest des Publikums darauf aufmerksam…

Was lehrt uns das? Drehen die Leute so am Rad, weil sie sonst nicht wissen, wohin mit ihrer Geltungssucht? Woher kommt so was? Und warum gerade beim Fußball? Können die das nicht woanders machen? Denn das Schlimmste daran ist ja nicht nur, dass man das sehen und erleben muss, dieses Gekreische der Mädels (“Schweini!”), dieses Gegröhle der Jungs (“Superchampion, olé”), nein, viel, viel schlimmer, auch “inhaltlich” gibt es kein Entrinnen. Was für bizarre und völlig sinnfreie Statements habe ich mir z.B. alles von diesen “Fans” beim “Euro-Viewing” in der Kneipe und anderswo anhören müssen, von Menschen, die “Viererkette” wahrscheinlich noch nicht mal fehlerlos schreiben können. Mir reicht’s jedenfalls, ich will das alles nicht mehr! Ich will mein Fußballbiotop zurück, in dem zwar auch alle über alles und jeden nölen – aber mit Substanz und Kenntnis und vor allem ganz weit weg von irgendeinem Hype. Übernehmen muss ich die anderen Meinungen und Vereinsvorlieben deshalb ja noch lange nicht, um dazu zu gehören wie auf der Fanmeile.

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29 Kommentare

  1. sam schrieb am 14. Juli 2008:

    Auch im Bezug auf die Stimmung in Stadien an der EM, gab dieses Thema ja einigen Gesprächsstoff. Da waren ziemlich viele Promis auf den Rängen, die wahrscheinlich eine gute Stimmung erleben wollten. Wie kann aber eine solche Stimmung entstehen, wenn sie das halbe Stadion erleben möchte aber nichts oder nur wenig dazu beiträgt, haben sich dann einige gefragt?
    Gerade bei Stadien der Grösse jener in der Schweiz und Österreich, wäre es wahrscheinlich für die Ambiance fördernder, wenn man mehr “echte Fans” anstatt zu viele andere ins Stadion hineinlassen würde…

  2. scorer schrieb am 14. Juli 2008:

    Wörtlich richtig, Herr Clobes!

    Das Erstaunlichste aber ist, welcher Typus, welche Qualität von Spielern diese Verzückung hervorruft. Wenn Grobmotoriker wie Marcell Jansen, Chancenschredder wie Thomas Hitzlsperger oder schlichte Balltreter wie Arne Friedrich solchen Kultstatus genießen, wenn selbst der Ex-Trainer von Mainz 05, der ja vorher immerhin Trainer bei Mainz 05 war, und noch davor Mainz 05 trainierte, geeignet ist, Hoffnungen bei einem “großen” Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet zu wecken, was wäre denn mit erfolgreichen Trainer wie Sepp Herberger geschehen, wie hätte man Spielern huldigen wollen, denen es im Gegensatz zu den Genannten gegeben war, einen Ball auch über mehr als 1,70 m zum Mitspieler zu leiten, wie hätte man Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer oder auch nur Horst Szymaniak ehren können?
    Die lebenslängliche Speisung im Prytaneion, die im alten Athen als höchste Ehre galt, wäre sicher zu wenig gewesen. Vielleicht aber wären diese Heroen einverstanden gewesen, wenn man ihnen einfach zugesichert hätte, daß sie künftig lebenslang von dummen Reporterfragen verschont und von Autogramm- und Fotowünschen troglodytischer Event-Ottos nicht mehr behelligt würden.

    Und, wer weiß, vielleicht geht es ihren stolpernden Nachkommen ja auch nicht viel anders?

  3. la bestia negra schrieb am 14. Juli 2008:

    Bei einem meiner ersten Stadionbesuche überhaupt stand ich als kleiner Junge mitten in der Fankurve und habe prompt ein Bier an den Kopf geworfen bekommen. Das ist jetzt rund zwei Jahrzehnte her, geschah also deutlich vor dem gegenwärtig zu beobachtenden Fußballhype. Ich gehe daher davon aus, dass der Becher nicht von einem Love-Parade-gestählten Jungmann oder eine Schrebergarten-Mama geworfen wurde (Glück gehabt), sondern von einem echten Fan aus dem Fußballbiotop. Ob der gute Mann das Wort „Viererkette“ schreiben konnte, ist mir leider nicht bekannt. Damals spielte das aber auch keine große Rolle, denn auf dem Platz spielte man noch mit Libero und auf den Rängen gab es keine Fans 1. und 2. Klasse, wie sie jetzt offenbar Herr Clobes zu scheiden sucht.

    So manches am gegenwärtigen Fußballhype stört mich ja auch. Vor allem, dass er in so krampfhafter Art und Weise von den Medien entfacht wird: Was vor und während der WM 2006 langsam aus sich selbst heraus entstand, sollte – so schien es – nun auf Knopfdruck wiederholt werden. Die Fanmeilen wurden noch kommerzieller als sie ohnehin schon waren. Die Kölnarena beispielsweise sicherte sich eine ausschließliche Lizenz zum Public Viewing und verhinderte damit andere Fanmeilen in der Stadt. Dass dadurch der ursprüngliche Gedanke des Public Viewing, nicht nur Stadionbesuchern eine fußballerische Atmosphäre zu bieten, geradezu konterkariert wurde, störte nicht. Stattdessen wurden Speis und Trank zu astronomischen Preisen verkauft – eine äußerst subtile, aber auch effektive Maßnahme, um den Wurf voller Getränkebecher zu unterbinden, wie ich finde. Trotzdem habe ich die Kölnarena kein einziges Mal betreten.

    Grundsätzlich aber kann ich der allgemeinen Fußballbegeisterung nur Positives entnehmen. Die WM 2006 habe ich vor allem aufgrund der damaligen Stimmung in so guter Erinnerung. Und auch eines meiner Highlights der EM 2008 hat mit Fußball nichts zu tun: Die Atmosphäre nach dem Deutschland-Türkei-Spiel war (zumindest in Köln) einfach legendär – als ich nach Abpfiff auf die Straße ging, hatte ich allerdings auch nicht vor, ein Fachgespräch zu führen. Fußball ist eben nicht nur Sport! Selbst während des Spiels geht es doch nicht nur um Taktik und Laufwege, sondern auch um Emotionen, die zu erleben man keinerlei fußballerische Vorbildung benötigt. Warum und mit welchem Recht sie also einfordern?

    Letztlich geht es wohl um eine Frage, die gegenwärtig auch in anderem Kontext diskutiert wird: Wem gehört der Fußball? Und da bin ich der Meinung: allen, die Spaß daran haben. Wer das anders sieht, mag sich damit trösten, dass das nächste Turnier der Nationalmannschaft erst in 2 Jahren ansteht. Einen Hype auch auf Vereinsebene „befürchte“ ich jedenfalls nicht. Die von Herrn Clobes genannten Beispiele erscheinen mir da wenig repräsentativ, denn: Bayern-Freundschaftsspiele waren schon immer ausverkauft und die Begeisterungsfähigkeit der BVB-Fans ist auch nicht gerade neu.

  4. Fischers Fritsch schrieb am 14. Juli 2008:

    @Scorer (#2): “lebenslängliche Speisung im Prytaneion” – gib zu, Du bist es, Max Diderot!

  5. lemanu schrieb am 15. Juli 2008:

    Was für ein äußerst interessanter Beitrag. Der Fussball wie er sich heute darstellt ist halt nicht nur ein Produkt sondern auch irgendwo ein Spiegel unserer Gesellschaft.

    Dazu gehört, dass sich kein “Heroe” seiner “lebenslängliche Speisung im Prytaneion” sicher sein kann; ganz im Gegenteil er wird gar keine Gelgenheit mehr haben sich zum wahren Helden aufzuschwingen – weil er schon längst zum Star gemacht worden ist, einem Kunstprodukt getragen von Medien und Marketingstrategen, dem oft zu Recht Authentizität abgesprochen wird.

    Dazu gehört auch, dass sich die Menschen sosehr nach echten Emotionen oder mehr noch nach Identifikation sehnen, dass sie auf jeder Hypewelle mitsurfen müssen (zum Glück nicht soweit wie im Kinofilm “Die Welle”).

    Aber mal ganz ehrlich wer hat sich 2006 und vielleicht auch jetzt nicht wenigstens zum Teil irgendwie mit dem Großteil seiner Mitmenschen verbunden gefühlt. Das ist ja nichts schlechtes – es wäre nur gut wenn, dass auch ohne Massenhype bzw Rausch möglich wäre.

  6. Imaginary Animals » Seitenblick (14.07.2008) schrieb am 15. Juli 2008:

    [...] direkter freistoß: Fußball – ein unschöner Endloshype [...]

  7. nedfuller schrieb am 15. Juli 2008:

    es wird jeder Hype sein Ende haben, wenn Cottbus gegen Hoffenheim spielt.

    Und die Dortmunder waren immer schon fussballverrückt. Ich denke mal, dass jeder neue Trainer dort zigtausende Menschen in das Stadion gelockt hätte.

    Und dass die Bayern ein Teeniestar (Schweiniiiiii) in ihren Reihen haben ist auch nicht neu (Scholliiiiii).

    Das wird sich alles in Luft auflösen, wenn der schnöde Bundesligaalltag anfängt.
    Das hoffe ich zumindest.

  8. Seggel schrieb am 15. Juli 2008:

    Der 08er Hype ist in so fern (insofern?) gefährlich, als sich dahinter das nicht-weiter-entwickeln des deutschen Spiels verstecken kann. Die Mannschaft spielt schlechter als 2006, kommt aber weiter. Das ist gut für den Hype, schlecht für den, der Spaß am Spiel haben will.

    Daher: weg mit dem Hype – freie Sicht auf Jogi und sein Team.

  9. scorer schrieb am 15. Juli 2008:

    @ Fischers Fritsch:

    Nein, bedauere, ich bin nicht mit Max Diderot identisch. Vielleicht eint uns ein gewisses Interesse an der Geschichte; ansonsten stehen wir uns völlig fern.

  10. gclobes schrieb am 15. Juli 2008:

    @la bestia negra u.a.: die unterscheidung zwischen sehr unterschiedlichen fanmilieus ist ja nichts, was ich “erfunden” oder als erster entdeckt habe(stichwort: “edelfans”). meine beobachtung ist nur (und auch da bin ich nicht alleine), dass seit der wm 2006 etwas dazugekommen ist, was sich bei der euro nun endlich richtig bahn gebrochen hat: besinnungsloses feiern von…ja, was eigentlich? dem deutschen fußball kann das jetzt ja wohl nicht gegolten haben. dass so etwas mit ahnungslosigkeit einhergeht, macht die sache nicht besser (ich habe nur manchmal fast schon den eindruck, dass sie sogar bedingung ist). wer also in begeisterten massen feiern möchte, kann das ja auch auf rockkonzerten (am ring oder sonstwo), bei liebesparaden oder auch am ballermann tun. auch dort muss man nicht wissen, wo man eigentlich ist und worum es wirklich geht. gegen begeisterung an sich ist nichts zu sagen. nur müsste aus der begeisterung dann auch mal irgendwann interesse werden, wenn es der sache – so wie in unserem fall dem fußball – tatsächlich zugute kommen soll.

  11. la bestia negra schrieb am 15. Juli 2008:

    @gclobes (#10): Ich stimme Ihrer Beobachtung ja zu: Natürlich gibt es Edelfans und natürlich gab es während der EM Szenen, die eher an den Ballermann erinnerten. Aber schon bei Ihrer Beobachtung, dass viele Menschen Fußballevents einfach nur feiern, ohne zu wissen, worum es wirklich geht, muss ich einhaken. Worum geht es denn? Wofür sollen sich diese Menschen denn nicht nur begeistern, sondern auch interessieren? Ich glaube ja, Ihre Antwort zu kennen. Und verstehen Sie mich nicht falsch: Auch ich bin nicht nur erfreut über die Begeisterungswelle, die sich hierzulande in den letzten Jahren entwickelt hat. Nur, ändern kann man das nicht – das haben Sie ja auch schon in Ihrem Leitartikel angedeutet. Und selbst wenn man es ändern könnte, bliebe immer noch die Frage: Wem gehört der Fußball? Wer bestimmt, was „wahres“ Interesse am Fußball ausmacht? Unser „Volkssport Nr. 1“ kann doch nicht von einer kleinen Minderheit mit Expertise vor der ahnungslosen Masse behütet werden. Gerade aber weil das unmöglich ist, sollte der seit jeher begeisterte Fußballfan (also jener, der nicht erst durch den WM-Hype auf den Zug aufgesprungen ist) die Änderungen der letzten Jahre nicht nur kritisch sehen, sondern sich mit den neuen Gegebenheiten arrangieren und – das ist jetzt wahrscheinlich der Punkt, wo unsere Ansichten auseinander gehen – diese neuen Gegebenheiten auch als Anlass nehmen, das eigene Bild vom Fußball zu erweitern. Wohlgemerkt: erweitern, nicht revidieren. Die ahnungslosen Massen nehmen uns doch nichts. Sie fügen dem Fußball aber weitere Komponenten hinzu: z.B. und vor allem Emotionalität und das bereits von lemanu (#5) angesprochene Verbundenheitsgefühl.

    Ich bin auch nicht der Auffassung, dass der Fußball nur dann von der Begeisterung der Massen profitiert, wenn aus der Begeisterung eines Tages Interesse wird. Klar scheint mir aber auch: Wenn und soweit der Hype ausschließlich auf Begeisterung und nicht auch auf Interesse am Fußball basiert, wird er über kurz oder lang verflachen. Das Objekt der Begeisterung wäre dann nämlich, wie Sie zu Recht anführen, beliebig austauschbar. Es müsste dann nach der Logik eines Hype sogar ausgetauscht werden, weil alles andere auf Dauer langweilig erschiene und einer breiten Masse nicht mehr verkauft werden könnte. Die Schnelllebigkeit unserer Zeit wird den Fußball also retten – ihm aber auch das wieder nehmen, was die momentane Begeisterung an Positivem mit sich bringt.

  12. dannyexpert schrieb am 15. Juli 2008:

    richitg seggel

    genauso hab ich das auch erlebt- das eigentlich durchwachsene spiel der nationalmanschaft wurde gefeiert als wär es der confed cup stil von vor zwie jahren. Letztendlich hat Deutschland EINEN Großen geschlagen und nicht mehr und nicht weniger. Keiner wollte aber zugeben das es gegen Spanien eine Packuzng geben wird. Keiner wollte was davon wissen das in punkto individuelle Klasse noch einiges zu arbeiten gibt-das schweini lahm und co aus der Jugend von BUli Vereinen nicht mal denselben Sport machen wie Villa, Torres Silva und co…

    Sorry aber genauso siehts aus und Talent können wir uns bis zum nächsten großen Turnier auch nicht antrainieren..

    Aber Hauptsache Fanmeile und Merchandize und Bergtour und wat weiss ich

  13. scorer schrieb am 15. Juli 2008:

    @ la bestia negra

    Deine Zukunftsvermutung dürfte völlig richtig sein; der Hype wird verflachen und man wendet sich dann vielleicht dem Catchen oder Ultimate Fighting zu.

    Eigentlich ein Zeitpunkt den Fußball-Aficionados herbeisehnen, wäre da nicht die Ungewißheit, ob die bis dahin allzu heftig gehätschelten Protagonisten denn dann auch wieder in die Realität zurückfinden werden. Ich meine damit nicht die Spieler, sondern die Funktionäre in den Vereinen, der DFL und dem DFB.

    Ehrlich gesagt, bezweifle ich stark, daß diese “Linienmanager” tatsächlich einen Plan B in der Schublade haben, für den Tag, an dem es nicht mehr reichen wird, in bereitwillige Kameras zu grinsen, sondern wieder richtige Arbeit geleistet werden muß.
    Wenn nicht, hätten am Ende dann nämlich der Fußball und seine “wirkliche” Freunde den größten, vielleicht irreparablen Schaden davon getragen.

  14. la bestia negra schrieb am 15. Juli 2008:

    @dannyexpert (#12): Es stimmt, dass die ausgelassenen Feierlichkeiten nicht immer dem durchwachsenen Spiel unserer Mannschaft entsprachen. Aber vor Spanien herrschte vor dem Finale doch allgemein großer Respekt und unsere Chancen auf den EM-Titel wurden auch hierzulande eher als gering eingeschätzt. So habe ich das jedenfalls erlebt. Die mangelnde individuelle Klasse einiger Spieler mögen ebenso wie die langjährigen Versäumnisse in der Jugendarbeit viele Ursachen haben, sie sind aber bestimmt nicht auf den momentanen Fußballhype zurückzuführen (nebenbei: Die U19 hat gestern gegen Spanien gewonnen).

    @scorer (#13) und seggel (#8): Die Gefahr, dass der momentane Hype das Verhalten der Funktionäre beeinflusst, sehe ich weniger. Zum einen hat sich der DFB schon immer von guten Resultaten blenden lassen und infolgedessen notwendige Reformen unterlassen – das ist äußerst misslich, aber eben auch ohne Zusammenhang zur momentanen Euphorie. Zum anderen habe ich das Gefühl, dass sich die zentralen Figuren nicht auf ein bereitwilliges Grinsen in die Kamera beschränken, sondern durchaus „richtige Arbeit“ leisten. Lassen wir mal dahinstehen, ob beispielsweise die totale Abschottung der Mannschaft während der EM richtig oder falsch war; aber die Maßnahme zeigt doch, dass die wichtigen Leute auf den Hype keine große Rücksicht nehmen. Auch die Interviews von Löw empfinde ich nicht als bloßes Schönwettergerede für Ahnungslose, sondern im Gegenteil als äußerst sachliche Analysen, die in ihrem fachlichen Niveau von Löws hype-freien Vorgängern nicht annähernd erreicht wurden.

  15. Seggel schrieb am 15. Juli 2008:

    @la b.n. >>Auch die Interviews von Löw .. äußerst sachliche Analysen, die in ihrem fachlichen Niveau von Löws hype-freien Vorgängern nicht annähernd erreicht wurden.<<

    Das zeigt ja das Problem wie unter dem Brennglas: In dem ganzen Geschrei (AKA Hype) bekommt die sachliche “Haltung” von Löw so ein Gewicht, dass sie allein schon für wertvoll und richtig gehalten wird.

    Auch wenn einer “betont sachlich” dabei ist, während er dummes Zeug macht (und Jogi hat richtig rein gelangt), bleibt es dummes Zeug. Aber wie gesagt bei dem Geschrei fällt er allein schon durch seine sachliche Art positiv auf. Und er hat alles andere als positiv gewirkt seit 2006, oder?

  16. la bestia negra schrieb am 15. Juli 2008:

    @seggel (#15): Mir ging es nicht darum, die Arbeit von Löw inhaltlich zu bewerten. Ich wollte nur aufzeigen, dass er sich (als wohl wichtigste Person in Sachen Nationalmannschaft) nicht vom allgemeinen Hype anstecken lässt und seine Arbeit ohne Rücksicht auf den ganzen Trubel erledigt. Noch nie wäre es so einfach gewesen wie heute, schlechte Spiele durch oberflächliches Blabla und ein nettes Grinsen in die Kamera schönzureden. Das tut Löw nicht. Ich behaupte keineswegs, dass er allein deswegen schon ein guter Trainer sei. Umgekehrt sollte aber, wer ihn als schlechten Trainer sieht, bei der Ursachenforschung die momentane Fußballeuphorie außen vor lassen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun – gute, schlechte und mittelmäßige Trainer hat es immer schon gegeben.

  17. Seggel schrieb am 15. Juli 2008:

    @la b.n. – Stimmt, werd’s nicht mehr vermischen ;-) Was ich (bei jeder Gelegenheit) sagen will, ist: Jogi ist nicht gut genug für unsere Nationalmannschaft.

    Übrigens – um wieder auf Publiv V. und Endloshype zurück zu kommen – hab ich irgendwo gelesen, dass es bei der EM sogar VIP-Bereiche bei Public V.s gab. Das ist dann wirklich das Zeichen, dass sich die Sache vom Spiel selbst löst. Es keimt Hoffnung ..

  18. Max Diderot schrieb am 15. Juli 2008:

    Ist das tatsächlich Geltungssucht, was die Leute bei diesen Großveranstaltungen, auch als Public Viewing oder Event bezeichnet, in Ekstase und Rage verfallen lässt? Manchmal denke ich mir, dass es sich eher um ein Gemeinschaftserlebnis handeln könnte, bei dem sich Menschen treffen, die für einen Moment ein gemeinsames Ziel haben, nämlich ihre Mannschaft zu unterstützen, und damit auch einen flüchtigen Augenblick all jene Schwierigkeiten und Probleme zu verschieben glauben, die uns im nächsten Moment wieder drohen.

    Klar, Fußball war und ist Massenphänomen. Was sich geändert hat, ist die Art und Weise wie darüber berichtet wird. Und da gibt es unterschiedliche Tendenzen. Schließlich sollte nicht vergessen werden, dass jenen, die sich in einem etwas tiefsinnigeren Stil über den Fußballsport informieren wollen, heute mehr probate Literatur und mehr kritische Monatshefte zur Verfügung stehen, als es noch vor drei oder vier Jahren der Fall war. Gestattet sei der Hinweis auf die Fußballbücher aus dem Kiepenheuer & Witsch-Verlag. Und ist es nicht typisch bei diesen Massenphänomen, dass eine abwägende, dezidierte Haltung immer den Widerspruch vieler anderer, gemeinhin die breite Masse, erzeugt; und alle Kritik bestenfalls dazu führt als Torwart oder Linksaußen apostrophiert zu werden, also jene beiden Spielertypen von denen behauptet wird, sie tickten ein wenig anders als ihre Mitstreiter.

    Die Kritik an den Medien, insbesondere das Fernsehen, die in dem Aufsatz anklingt, kann ich nachvollziehen. Aber weniger deshalb weil zuviel über den Fußball berichtet wird, als mehr über das Manko wie die Berichterstattung erfolgt. Mir missfällt diese Indifferenz, dieser Hurra-Journalismus, der scheinbar eine feste Linie zwischen dem Sommerfest der Volksmusik und dem Sport zu ziehen vermag. Von daher glaube ich auch nicht, dass den Besuchern von Fußballspielen oder begleitenden Veranstaltungen jedweder Art der Garaus zu machen ist, als mehr diesen medialen Hohepriestern, die alles und jeden so inszenieren als sei es das letzte Abendmahl oder zumindest eine Sintflut, die dem folgt. Und das makabere an der Angelegenheit besteht eben darin, dass ich/wir auch noch mit unseren Gebühren teilweise diesen infantilen Unfug finanziell unterstützen (müssen).

    Es gibt ja neben diesem Mainstream, der den Fußball momentan umgibt, auch jene, die wieder zurück wollen zu einer gewissen Ursprünglichkeit. In Manchester (United) und (Red Bull ehemals Austria) Salzburg haben sich Idealisten gefunden, die abseits des dort grassierenden ökonomischen Wahns die Tradition anrufen und in niederklassigen Ligen spielen. Und vermutlich geht es vielen anderen Menschen so wie mir. Die beste Prävention gegen epidemisches Eventfieber und grassierende Glorifizierung ist die eigene Aktivität. Wieder auf dem Platz zu stehen, zu laufen, zu schwitzen, und irgendeinen der trickreichen Gegenspieler ins Visier zu nehmen, um ihm notfalls mittels einer (moderaten) Blutgrätsche zu zeigen, wo der Barthel den Most holt. Und diese Maßnahme vertreibt dann auch den endlosesten Endloshype.

  19. la bestia negra schrieb am 15. Juli 2008:

    Die moderate Blutgrätsche als Mittel gegen den Endloshype… interessanter Gedanke :-)

    Was jedenfalls die Rolle des Hurra-Journalismus angeht, stimme ich Ihnen vollumfänglich zu, Max Diderot (#18). Schön auch, dass Sie nicht undifferenziert auf die Medien eingeschlagen haben.

  20. Moritz d´Alembert schrieb am 16. Juli 2008:

    zunächst einmal, @gclobes:

    danke, das ist ein wichtiger einwurf zum “hype” um und nach der EM, dessen gipfelpunkt an just dem brandenburger tor erreicht wurde, das einem gewissen barack obama nun zum stolperstein im exterritorialwahlkampf zu werden droht.

    ein hohn: die klassenfahrtsgesellschaft aus endspielverlieren samt angetrunkenem hofnarr darf am tor schabernack treiben, servil begleitet von öffentlich-rechtlichen stichwortgebern.

    ob obama dort wohl reden dürfte, wenn oliver pocher im vorprogramm “so geh´n die republikaner, die demokraten gehen so” anstimmt?

    das mag in diesem thread abwegig klingen, ist es aber nicht – denn die mechanismen, die hier wirken sind mE ganz ähnlich, es sind jeweils phänomene der aufmerksamkeitsökonomie.

    …und damit zu Max Diderot (#18)

    “Ist das tatsächlich Geltungssucht, was die Leute bei diesen Großveranstaltungen, auch als Public Viewing oder Event bezeichnet, in Ekstase und Rage verfallen lässt?”

    ja, es ist eine bestimmte art von geltungssucht, die sich auf die teilnahme (besser: teilhabe) an einem ereignis richtet, bei dem es um die zuerkennung von aufmerksamkeit geht. im zentrum standen dabei die aufmerksamkeitsempfänger (am tag nach dem enspiel: die mannschaft, der trainer, der schon erwähnte hofnarr und herolde wie kerner und lierhaus), die peripherie ist dabei das fußballferne, gleichwohl begeisterungsfähige publikum, das als aufmerksamkeitsgeber fungiert. dabei geht es gerade nicht um die “authentische”, fachkundige würdigung der leistungen von fußballern, sondern um die beteiligung am (medien-)ereignis selbst. das dabei-sein drückt dann keine nähe zum fußball aus, sondern nur die nähe zu den aufmerksamkeitsempfängern, den “stars”. in der veräußerung der eigenen aufmerksamkeit drückt sich die “nähe zum ruhm” (gclobes) aus. ich war dabei, du nicht.

    worauf sich nun aber die “star”-qualität der aufmerksamkeitsempfänger gründet, das wäre die nächste frage – im falle der vize-europameistermannschaft ist es nur noch zum teil der fußball (anders als bei den von scorer genannten personen in #2, mit ausnahme von beckenbauer, versteht sich). eher schon bemerkenswert ist die fähigkeit dieses keineswegs perfekten teams, derartige mengen an aufmerksamkeit zu erlangen und eine extrem effektive aufmerksamkeitsmaschinerie zu betreiben. _das_ ist die eigentliche leistung des dfb-teams: wir sind aufmerksamkeitseuropameister!

    als folge dieser entwicklung braucht der “supporter” von heute keine “authentische stadionerfahrung” mehr und schon gar nicht die stadion-sozialisation des klassischen “fan”. dabei-sein reicht, beim public viewing, an der glotze, und am brandenburger tor.

    Weiterführende Literatur:

    Franck, Georg (1998): Ökonomie der Aufmerksamkeit. Ein Entwurf. Hanser Verlag.

  21. Seggel schrieb am 16. Juli 2008:

    @20 Moritz >> dabei-sein reicht ..<< Das ist doch Olympia, Mann und nicht Fussball ..

  22. Max Diderot schrieb am 16. Juli 2008:

    Als der englische König Charles I. im Jahre 1649 geköpft wurde, tilgte man im Anschluss daran auch die Stellung des Hofnarren. Erst 355 Jahre später, nämlich 2004, wurde diese Position wieder eingeführt. Die offizielle Bezeichnung lautet nun “England’s State Jester”. Vermutlich nur böswillige Zeitgenossen würden unken, dass die Wiedereinführung dieses Amtes auch mit dem parallel eintretenden Misserfolg der “Three Lions” in Zusammenhang stehen könnte.

    Ich finde, dass die schwarze Bestie (#3)es treffend formuliert, wenn sie bemerkt, “Grundsätzlich aber kann ich der allgemeinen Fußballbegeisterung nur Positives entnehmen.” – geht mir genauso. Ebenso treffend empfinde ich die schöpferische Quintessenz von lemanu (#5) der/die schreibt “Aber mal ganz ehrlich wer hat sich 2006 und vielleicht auch jetzt nicht wenigstens zum Teil irgendwie mit dem Großteil seiner Mitmenschen verbunden gefühlt. Das ist ja nichts schlechtes – es wäre nur gut wenn, dass auch ohne Massenhype bzw Rausch möglich wäre.”

  23. La bestia negra schrieb am 16. Juli 2008:

    Moritz d´Alembert (#20) weist völlig zu Recht darauf hin, wie bemerkenswert das hohe Maß an Aufmerksamkeit ist, die dem DFB-Team zuteil wird. Ich finde, spätestens jetzt muss in dieser Diskussionsrunde aber mal der Name unseres Ober-Gipfelstürmers Oliver Bierhoff fallen. Dessen Vermarktungsgesülze ist ja kaum noch zu ertragen. Selbstverständlich spielt es aber den Medien in die Hände. Die mobilisieren dann wiederum die Massen und tragen so zum Aufmerksamkeitshype ganz wesentlich bei. Das alles geschieht vor dem Hintergrund blühender Sponsorenlandschaften. Leidtragender ist bei alledem (neben uns Fans) vor allem die Mannschaft. Ich hatte jedenfalls nicht das Gefühl, dass es im Sinne (großer Teile) des Teams war, derart fußballunabhängig im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Insbesondere am Brandenburger Tor wurde das meines Erachtens nach deutlich.

  24. La bestia negra schrieb am 16. Juli 2008:

    In Ergänzung von #23 möchte ich noch kurz klarstellen, dass ich der momentanen Fußballeuphorie grundsätzlich nach wie vor nur Positives abgewinnen kann (freut mich, dass Max Diderot #22 das genauso sieht). Die begeisterten Massen können für das Auftreten von Herrn Bierhoff ebenso wenig wie die Mannschaft.

  25. Artobias schrieb am 16. Juli 2008:

    Meiner Meinung nach sollte nebst der vielleicht schon beantworteten Frage “Wem gehört der Fussball?” vielmehr ergründet werden, wer diesen Sport mit all seinen Hypes an das Volk vergibt. Wer steuert den Fussball? Wer erzeugt die Hypes? Wer profitiert? Denn hier öffnet sich die Schere: Was einst mit viel Lederfussball im Kern von Sportlern für Schaulustige inszeniert wurde, wird heute von Marketingfirmen und Rechteverwertern für die Masse aufbereitet und zu Höchstpreisen verteilt. Genau deshalb treten echte Probleme auf dem Rasen in den Hintergrund. Das Spektaktel dreht sich um einen künstlich produzierten Ball mit designtem Namen, den es teuer zu kaufen gibt, Sinnbild für das platikhafte Business um ihn herum, welcher der Fussballsport geworden ist.
    Fürs Volk ist dieser Sport noch immer, der gemeine Fahnenschwinger und Bierbecherwerfer gelangt aber nur noch unter besonderen Umständen ins Stadion. Glück, Geld, grosse Geduld, Zugehörigkeit zu exklusiven Schichten, dazu wird eine gewisse Uniformität verlangt. Bierwerfen würde zum Rauswurf führen.

  26. gclobes schrieb am 16. Juli 2008:

    schön, dass wir uns wieder – wenn auch in einer gewissen elipse – dem kern nähern (nach z.b. dem ausflug zu den herren löw und bierhoff). wem der fußball gehört, ist in der tat die frage, die nicht so leicht zu beantworten ist – trotz solcher anerkennswerter sisyphosversuche wie in manchester und salzburg. wahrscheinlich wird die frage in unserem sinne auch nur in dem von mir herbeigesehnten biotop ernsthaft gestellt. aus marketing oder merchandiseperspektive ist die ernsthaftigkeit jedenfalls sofort eine andere: distinktionsgewinn z.b. gegenüber den konkurrenten. und damit sind wir schon wieder bei der geltungssucht (quasi einer individualisierten form des distinktionsgewinns), sind wir bei der begeisterung, sind wir bei der ahnungslosigkeit (s.o.). meine frage danach, ob aus begeisterung nicht auch interesse werden muss, wenn’s denn der sache dienen soll, gehört damit auch zur “eigentumsfrage” des fußballs. ohne fundiertes interesse jedenfalls werden die neubegeisterten nicht für diese debatte zu gewinnen sein. und damit ist für mich auch nicht ausgemacht, ob wir uns über die begeisterung tatsächlich einfach nur freuen dürfen/sollten.

  27. moz schrieb am 16. Juli 2008:

    Ich verstehe das Problem nicht. Bei Auswärtsfahrten stehen im Block keine Event-Fans, man kann sich seine Fußballkneipe auch so aussuchen, dass man nicht ständig neben Menschen sitzt, die “Schland” brüllen als gäbe es kein Morgen. Wer möchte, kann sicher im Biotop bleiben. Aber auch unter den Event-Fans kann der eine oder die andere stecken, der aus einer Eventbegeisterung echtes Interesse entwickelt und im Stadion vor Ort langsam aber sicher entdeckt, dass es um ein äußerst komplexes, einzigartiges Spiel dort unten auf dem Rasen geht.

  28. La bestia negra schrieb am 17. Juli 2008:

    Ich stimme moz (#27) vollumfänglich zu. Wer will, kann dem Hype ausweichen. Und der ein oder andere momentan „nur“ Begeisterte mag sich schnell in einen „wahrhaft interessierten“ Fan wandeln. Soweit so gut. Meines Erachtens handelt es sich hierbei jedoch nur um zwei Aspekte eines weiten Themas.

    So stellt sich die Frage, wer mit welchem Recht und aufgrund welcher Bewertungsmaßstäbe zwischen „echten“ Fans und den lediglich „begeisterten“ Massen, die sich für den Sport selbst nicht interessieren, unterscheiden darf (Stichwort: „Wem gehört der Fußball?“).

    Darüber hinaus wurde im Leitartikel danach gefragt, wie die momentane Fußballeuphorie zu erklären sei. Bei der Beantwortung dieser Frage genügt es meines Erachtens nicht, das (allgemeine) Phänomen von Massenbegeisterung zu erklären; vielmehr stellen sich zudem die von Artobias (#25) völlig zu Recht aufgeworfenen Folgefragen: „Wer steuert den Fussball? Wer erzeugt die Hypes? Wer profitiert?“ – ich bleibe übrigens dabei, dass eine weiterführende Antwort hierauf nicht nur auf die Rolle der Medien eingehen, sondern auch den Einfluss des DFB selbst ausleuchten sollte, namentlich solcher Personen wie Oliver Bierhoff.

    Eine weitere Facette des Themas bilden schließlich die Auswirkungen des Hypes. Auch diesbezüglich wurden in der Diskussion (neben den von Herrn Clobes geschilderten Unannehmlichkeiten der „echten“ Fans) schon zahlreiche Aspekte genannt, die mir teilweise fließend ineinander überzugehen scheinen: die veränderte Stimmung in den Stadien, die Heroisierung mittelmäßiger Spieler, die schwindende „Kontrolle“ fußballerischer Entwicklungen durch ein fachkundiges Publikum sowie schlussendlich die Gefahr, dass Trainer, Funktionäre und Spieler ihre Arbeitsweise unter dem Eindruck des Massenhypes ändern.

    Alles in allem also ein komplexes und spannendes Thema, das mit dem – berechtigen – Hinweis auf die Rückzugsmöglichkeiten ins Fußballbiotop allein keineswegs erschöpft ist.

  29. Recent URLs tagged Fussball - Urlrecorder schrieb am 25. Oktober 2008:

    [...] Recent public urls tagged “fussball” → Fußball – ein unschöner Endloshype [...]

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