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Ernst Bloch hat über Vermutungen einmal sinngemäß geschrieben, dass sie am Ende selten praktisch bewiesen werden können und dass sie meist in der Versuchsgeschichte der Erkenntnis, der erkannten Irrtümer wandeln. Daher überlasse ich die wilden halb-saisonalen Titelprognosen und die apokalyptischen Untergangsszenarien für den SC Freiburg und den HSV anderen und schaue auf das, was war.

 

Fünf Dinge, die wir aus der Hinrunde gelernt haben:

 

1. Lucien Favre ist ein exzellenter Trainer. Gegenargumente sind willkommen, aber wie sonst lässt sich diese herausragende Hinserie von Borussia Mönchengladbach erklären? Das Team hat sich im Kern nicht wesentlich zur Vorsaison verändert: Am letzten Spieltag vor der Winterpause standen bei der Borussia im Spiel gegen den FSV Mainz  10 Spieler auf dem Platz, die auch schon in den beiden Relegationsspielen gegen den VfL Bochum im Mai 2011 um Leben oder Tod spielten. Nachdem der Klassenverbleib der Fohlen schon den Fähigkeiten Favres zuzuschreiben war, kann man ihn nun nicht oft genug loben. Eine taktisch hervorragend eingestellte Mannschaft und eine Menge Selbstvertrauen lassen erkennen, woran der 54-jährige Schweizer in der Sommerpause gearbeitet hat.

 

2. Torhüter dürfen sich nicht mehr schwer verletzen. René Adlers langwierige Knieverletzung hat ihn in Leverkusen in Rekordzeit aufs Abstellgleis katapultiert, obwohl er einst als kommender Stern am Torhüterhimmel gefeiert wurde. Dieser Stern ist jetzt Manuel Neuer und René Adler längst abgelöst von Jungstar Bernd Leno. Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, heißt es oft. Treffender als im Fall Adler geht es kaum, gerade international spielende Clubs können sich keine langen Ausfallphasen von Leistungsträgern leisten.

 

3. Geld schießt in Wolfsburg keine Tore. Felix Magath hat in der Hinrunde demonstriert, wie man es schafft, ein Team innerhalb kürzester Zeit vom Zustand der ungeschminkten Lethargie in einen unpassend zusammengewürfelten neongrünen Haufen zu verwandeln, dessen Resultate nicht ansatzweise das ausgegebene Geld rechtfertigen. Nun probiert es Magath mit einer Verjüngungskur.

 

4. Lukas Podolski ist die Lebensversicherung des 1.FC Köln. Hört sich stark nach Stammtisch an, ist aber so. Zum ersten Mal hat Podolski in Köln konstante gute Leistungen gezeigt, was sich auch in seiner Statistik widerspiegelt: 14 Tore und 5 Vorlagen in 16 Spielen bedeuten, dass er an über zwei Dritteln der Kölner Tore direkt beteiligt war. Pech nur für die FC-Verantwortlichen, dass sonst kein anderer Kölner Profi auch nur annähernd an das Niveau von Podolski herankommt.

 

5. Als Trainer sollte man sich niemals seinen Arbeitgeber auf den Arm tätowieren lassen. Markus Babbel wird sich bei seiner nächsten Station als Trainer zwei Mal überlegen, ob er sich wieder mit Tinte auf die Haut kritzeln lässt. Ein Lösungsvorschlag: Einen anderen Club trainieren und gleichzeitig auf Schmerzen verzichten kann Babbel nur, wenn er zu den Bayern zurückgeht. Oder an die Anfield Road. Oder zum VfB Stuttgart. Oder zum HSV. Oder zum TSV Gilching …

 

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