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Heute vor 10 Jahren … Udo Muras hat seinen Schmerz in der Welt ausgebreitet. Daraus entnehmen wir, dass Mehmet Scholl nach dem Spiel über Lothar Matthäus‘ Auswechslung gesagt hat: „Der geht doch immer raus, wenn es eng wird. Das müsst ihr doch langsam wissen.“ Hatte ich ganz vergessen (Weiterlesen …)

… hat das Rund-Magazin aus meinem Millerntor-Buchkapitel über 36 Schlüsselspiele der Stadiongeschichte extrahiert. Eine Rezension steht dort auch.

René Martens Gedruckter Live-Ticker

von René Martens

In einem Beitrag meines Buchs Niemand siegt am Millerntor. Die Geschichte des legendären St.-Pauli-Stadions beschäftige ich mich mit den Besonderheiten der Fußballberichterstattung in den späten 40er- und den frühen 50er-Jahren. Wer nicht im Stadion war, erfuhr seinerzeit erst beim Blick in die Tageszeitung oder das Fachblatt Näheres über die Spiele. So erklärt sich auch der protokollarische Stil der Artikel, die aus heutiger Perspektive manchmal nach gedrucktem Live-Ticker klingen (Weiterlesen …)

René Martens Millerntor-Buch-Outtake (1)

von René Martens

Wie bereits angekündigt, veröffentliche ich in den nächsten Wochen in diesem Theater unregelmäßig kurze Ausschnitte aus dem Buch Niemand siegt am Millerntor. Die Geschichte des legendären St.-Pauli-Stadions (Verlag die Werkstatt, 24,90 Euro). Here we go:

Heute ist es kaum vorstellbar, dass Politiker ein Stadion in Frage stellen, das nicht einmal ein Jahr vorher fertig gestellt wurde. So war es aber beim ersten Millerntorstadion, das der FC St. Pauli im November 1946 eingeweiht hatte. Am 30. Mai 1947 schickte die Kämmerei der Stadt Hamburg (die heutige Finanzbehörde) einen Brief an die Direktion des Stadtplanungsamtes, aus dem hervorgeht, dass der Verein „auf seinem Sportgelände eine große Tribüne aus Trümmerschutt aufgebaut“ habe, ohne von den zuständigen Ämtern „eine besondere Genehmigung erhalten zu haben“. Dem Beamten war durch Zufall „gelegentlich meiner Anwesenheit in einer Sitzung des Stadtplanungsausschusses bekannt geworden, dass diese Tribünenanlage aus planerischen Gründen für völlig verfehlt gelten muss.“ Eine „Verlegung“ des Stadions sei „unvermeidlich“. Der Staatsdiener schrieb weiter, es sei „beabsichtigt, den Verein aufzufordern, sich auf die Wiederbeseitigung der Tribüne vorzubereiten und die Kosten der Beseitigung sicherzustellen.“ Trotz der Querelen mit den Behörden kam am 1. April 1953 immerhin ein Stadion-Mietvertrag zwischen dem Verein und der Stadt zustande. Mehr dazu im Kapitel „Ein Produkt der Anarchie“ (Seite 24 ff.)

René Martens Niemand siegt am Millerntor

von René Martens

Pünktlich zum ersten Saisonsieg des FC St. Pauli gegen RW Oberhausen kommt jetzt mein Buch „Niemand siegt am Millerntor. Die Geschichte des legendären St.-Pauli-Stadions“ in die Buchläden. Es dokumentiert vor allem die Entwicklung eines Stadions, das in der zweiten Hälfte der 80er Jahre bundesweit in den Blickpunkt geriet, weil der Verein einen sportlichen Höhenflug erlebte und sich hier eine neue politisierte Fan-Bewegung formierte. Das Buch ist aber auch die Geschichte anderer Spielstätten: Bis 1945 spielte der FC St. Pauli auf Plätzen, die kaum Stadioncharakter hatten (Weiterlesen …)

Oliver Fritsch Wien ruft

von Oliver Fritsch

Ein bisschen Klein-Klein-Spiel vor dem Finale: Die Berliner Zeitung erinnert daran, dass die Nazis im Wiener Stadion Juden gefangen hielten, bevor sie in das Vernichtungslager Buchenwald abtransportiert wurden. Seit ein paar Jahren regt eine Tafel am Stadionäußerenan, der Toten und Geschundenen zu gedenken: „Für all jene, die ins Ernst-Happel-Stadion gehen, soll es nachvollziehbar sein, dass das nicht nur ein Ort des Fußballs und der Rolling Stones ist, sondern auch ein Ort des Grauens war.“ (Weiterlesen …)

Bald haben wir wieder Zeit zum Bücherlesen, und nicht ganz uneigennützig empfehle ich den 606 Seiten dicken Sammelband Hakenkreuz und rundes Leder. Fußball im Nationalsozialismus. Keine Strandlektüre, aber ein Meilenstein in der Forschung zu diesem Thema. Mit dem Eigennutz hat es folgendes auf sich: Ein Beitrag ist von mir (Weiterlesen …)

In der Neuen Zürcher Zeitung von heute lesen wir aus aktuellem Anlasse: „Wer Ende der achtziger Jahre als Knirps über irgendeinen Fußballplatz dieser Welt flitzte und nicht Marco van Basten nacheiferte – der war selber schuld.“ Das kann ich bestätigen, van Bastens Stern ging zur Spätzeit meiner Bolzplatzphase auf. Wir haben die Holländer um ihn beneidet (Weiterlesen …)