Debatte um Video-Prozess: ein neuer, willkommener Gast
von Oliver Fritsch
Ich weiß nicht, ob man mit den Leuten vom Verband einen trinken kann. Oder ob sie aus fünf Metern ein Scheunentor treffen. (Gehe aber mal im großen und ganzen davon aus.) Reden kann man jedenfalls mit ihnen, vielleicht nicht mit allen, aber mit einigen. Reden muss man ohnehin mit jedem, ließ mein Lieblingsautor eine seiner Romanfiguren sagen. Gestern hat sich Frank Thumm, Justitiar des Württembergischen Fußballverbands, in den Kommentaren zu Wort gemeldet (Weiterlesen …)
Spendenaufruf für die Hartplatzhelden
von Oliver Fritsch
Ein weiterer schwarzer Tag für den deutschen Amateurfußball: Das Oberlandesgericht Stuttgart hat heute in zweiter Instanz dem Württembergischen Fußball-Verband entsprochen, der gegen die Hartplatzhelden auf Unterlassung klagt. Danach dürfen wir keine Videos mehr von Wettbewerbsspielen aus dessen Region zeigen. Das Urteil setzt nicht nur uns ein Stopp-Zeichen, sondern besagt auch: Der Amateurfußball gehört den Verbänden. Wir halten das für falsch und fatal. Nicht nur, weil uns jemand die Idee klaut. Wir glauben, dass der Amateurfußball denjenigen gehört, die ihn spielen und die dabei zuschauen. Der DFB und seine Landesverbände erheben jedoch einen Herrschaftsanspruch auf den Fußball (Weiterlesen …)
Spenden Sie für Jens Weinreich!
von Oliver Fritsch
Und wieder mal geht’s vor Gericht. Morgen verhandelt das Landgericht Frankfurt den Widerspruch des DFB gegen die Gegendarstellung Jens Weinreichs, die er gegen die DFB-Pressemitteilung (November 2008) erwirkt hat. Ein kurzer juristischer Zwischenstand: Es steht 5:0 für Weinreich. Die Taktik des DFB ist klar: die Sache in die Länge ziehen, um die Prozesskostenrisiken zu erhöhen. Das ist das Mittel der Reichen (Weiterlesen …)
Zwanziger verkalkuliert sich mit Rücktrittsdrohung
von Oliver Fritsch
Bevor es zum HSV geht, der heute gegen eine andere Fußballmannschaft spielt, eine hoffentlich abschließende Notiz zum Fall Zwanziger ./. Weinreich: Das Internet ist also schuld, wie bei so vielem. Als FAZ-Abonnent kenne ich die Leier. Theo Zwanziger, der gegen den Journalisten Jens Weinreich wegen eines Allerweltbegriffs vor Gericht zog, hat der FAZ gesagt, dass er nicht, wie im Dezember angekündigt, als DFB-Präsident zurücktreten werde, sollte er als juristischer Verlierer hervorgehen: „Das Gefühl der Ohnmacht, mit solchen neuen kommunikativen Mitteln nicht fertig zu werden, hat sich mittlerweile gelegt.“
Man kann das ganze auch als Einsicht verstehen, als Einsicht in die Chancenlosigkeit. Vermutlich wird Zwanziger die Klage gegen Weinreich zum zweiten Mal und endgültig fallen lassen. Rücktritt hatte übrigens keiner gefordert. Zwanziger hat sich mit der Drohung verkalkuliert, die den Druck in der Öffentlichkeit erhöhen sollte. Es ist ihm allerdings niemand, wie erhofft, zur Seite gesprungen. Für Neueinsteiger: Der Fall lässt sich in diesem Blog, der als Medium beteiligt ist, gut verfolgen. Etwa hier, hier oder im Interview mit dem Chef.
Was bislang unterging: Der DFB hatte vorige Woche eine weitere Schlappe erlitten, denn den Widerspruch gegen Weinreichs Einstweilige Verfügung hat das Landgericht Berlin abgelehnt. Es steht also 0:5. Das sollte man vielleicht erwähnen, wenn man „das Internet“ verantwortlich macht. Es waren nicht nur Virtuelle, Anonyme, Nullen und Einsen oder beteiligt, sondern Richter. Und derjenige, der diesen Monat mit dem Goldenen Prometheus als bester Online-Journalist des Jahres 2008 ausgezeichnet worden ist.
In der FAZ ist auch die Rede von besseren Voraussetzungen des DFB zum Schutz gegen das Internet. Wie sollen die aussehen? Sind die digital, emotional, sind die aus Beton und Stahl? Wie auch immer – was wünschenswert wäre: Weniger Prozesse, das Dritte Reich aus dem Spiel lassen, wenn es nicht unbedingt sein muss, und nicht mit solchen hohen und oft hohlen Begriffen wie „Ehre“ hantieren.
Die aktuelle Ausgabe von causa sport dokumentiert den Fall. Stefan Niggemeier hat sich der Sache angenommen, und Jens Weinreich notiert es ebenso.
WFV ./. Hartplatzhelden: Gericht unterbreitet Vergleichsvorschlag
von Oliver Fritsch
Das Oberlandesgericht Stuttgart hat gestern über die Klage des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) gegen die Hartplatzhelden verhandelt, deren Gründer ich bin. Wir haben zwar noch keinen klaren Sieg errungen, aber wir sind zurück im Spiel. Das Gericht hat das Urteil aus erster Instanz gegen uns nicht bestätigt. Es regt vielmehr einen Vergleich an. Der sieht vor, dass wir die Plattform mit einigen inhaltlichen Einschränkungen weiter betreiben dürfen. Der WFV hat sich vor Gericht Bedenkzeit für den Vergleichsvorschlag der Richter erbeten. Das Hartplatzhelden-Team wird den Vorschlag ebenfalls genau prüfen und (Weiterlesen …)
Theo Zwanziger schließt seinen Rücktritt ein
von Oliver Fritsch
Die Sache wird immer rätselhafter: Theo Zwanziger hat auf einer Pressekonferenz heute mitgeteilt, über seinen Rücktritt nachdenken zu werden, verlöre er ein viertes Mal vor Gericht gegen Jens Weinreich. „Wenn das verfassungsrechtlich zulässig ist, werde ich sehr ernsthaft erwägen, ob ich dieses Amt weiterführe.“ (Weiterlesen …)
Hochverrat am DFB
von Oliver Fritsch
Felix Magath ist vom Sportgericht wegen Schiedsrichterbeleidigung zu 10.000 Euro Strafe verdonnert worden und legt Berufung gegen das Urteil ein. „Wer jetzt denkt“, schmunzelt Peter Penders im FAZ-Kommentar, „das sei doch in einem Rechtsstaat eine normale Angelegenheit und mache ebendiesen aus, hat natürlich Recht – aber was hat das mit dem DFB zu tun?“ (Weiterlesen …)
Rückspiel in Stuttgart
von Oliver Fritsch
Darf ich Sie mit einer Pressemitteilung der Hartplatzhelden behelligen? Es geht um den Rechtsstreit mit dem Württembergischen Fußballverband. Das Rückspiel findet am 18. Dezember statt – was also bedeutet, dass ich an meinem Geburtstag vor Gericht stehe (und was ich einfach mal als gutes Omen betrachte). Der Württembergische Fußballverband (WFV) hat im Mai 2008 den Betreibern des Video-Fußballportals hartplatzhelden.de per Gerichtsbeschluss untersagen lassen, Fußballszenen aus seiner Region zu zeigen, und die Hartplatzhelden haben Berufung gegen das Urteil eingelegt (Weiterlesen …)
