direkter-freistoss.deNicht-anonymes Fußball-Blog

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Der Fall Amerell wird wohl noch einige Wellen schlagen, darauf deuten nicht nur Andeutungen von Michael Kempter hin („Es geht hier nicht nur um mich”). Die SZ bleibt dran und beobachtet ein „juristisches Kräftemessen“ zwischen ihm und dem DFB, das den Verband in Bedrängnis bringen werde. Amerells Anwalt Jürgen Langer macht jedenfalls einen kämpferischen Eindruck, er wird mit Kritik an der Mauertaktik aus Frankfurt zitiert: „Falls dem DFB strafrelevante Sachverhalte gegen meinen Mandanten vorliegen, muss er diese an die Staatsanwaltschaft weitergeben; schon, um sich nicht dem Vorwurf der Strafvereitelung auszusetzen.“ (Weiterlesen …)

Als der Werkstatt-Verlag vorschlug, anlässlich des bevorstehenden hundertjährigen Jubiläums des FC St. Pauli für die vierte Auflage meiner 1997 erstmals erschienenen Vereinsbiographie Wunder gibt es immer wieder eine Jahrhundertelf zusammenzustellen, fragte ich mich: Wie bekommt man das auf originelle Art hin? Reizvoll erschien mir schließlich die Idee, Blogger und Twitterer, die sich ausführlich (aber in der Regel nicht ausschließlich) mit dem FC St. Pauli beschäftigen, eine Elf mit den besten Spielern des ersten Vereinsjahrhunderts wählen zu lassen. Diese Idee hat zwei Vorteile. Zum einen lässt sich so quasi eine Verbindung zwischen Vereinsgeschichte und Gegenwart herstellen, zum anderen ein Brücke schlagen von Bloggen und Twittern zu herkömmlichen publizistischen Formen. Dies gilt es künftig möglichst oft auszuprobieren (Weiterlesen …)

Der Titel FC St. Pauli – Der Kampf geht weiter. Neues aus dem Leben eines Fans legt nicht unbedingt den Eindruck nahe, dass es in dem Buch um die Untiefen der Medienbranche geht. Doch tatsächlich geht es zumindest am Rande auch darum, denn Autor Hermann Schmidt ist im Hauptberuf Geschäftsführer beim Vertrieb des Jahreszeiten-Verlags (Jalag). Bei einer dieser branchenbezogenen Passagen kam mir der Gedanke, dass die so genannte Medienkrise, von der seit geraumer Zeit die Rede ist, nicht nur mit den üblicherweise genannten Faktoren zu tun hat (geändertes Mediennutzungsverhalten, sinkende Werbeerlöse), sondern zum Teil auch damit, dass die einflussreichen Verlagsmanager dieses Landes einfach ein bisschen zu einfach gestrickt sind, um in der komplexen Lage, in der sich die Medien derzeit befinden, die richtigen Entscheidungen zu treffen (Weiterlesen …)

rmartens Gedruckter Live-Ticker

von René Martens

In einem Beitrag meines Buchs Niemand siegt am Millerntor. Die Geschichte des legendären St.-Pauli-Stadions beschäftige ich mich mit den Besonderheiten der Fußballberichterstattung in den späten 40er- und den frühen 50er-Jahren. Wer nicht im Stadion war, erfuhr seinerzeit erst beim Blick in die Tageszeitung oder das Fachblatt Näheres über die Spiele. So erklärt sich auch der protokollarische Stil der Artikel, die aus heutiger Perspektive manchmal nach gedrucktem Live-Ticker klingen (Weiterlesen …)

rmartens Millerntor-Buch-Outtake (1)

von René Martens

Wie bereits angekündigt, veröffentliche ich in den nächsten Wochen in diesem Theater unregelmäßig kurze Ausschnitte aus dem Buch Niemand siegt am Millerntor. Die Geschichte des legendären St.-Pauli-Stadions (Verlag die Werkstatt, 24,90 Euro). Here we go:

Heute ist es kaum vorstellbar, dass Politiker ein Stadion in Frage stellen, das nicht einmal ein Jahr vorher fertig gestellt wurde. So war es aber beim ersten Millerntorstadion, das der FC St. Pauli im November 1946 eingeweiht hatte. Am 30. Mai 1947 schickte die Kämmerei der Stadt Hamburg (die heutige Finanzbehörde) einen Brief an die Direktion des Stadtplanungsamtes, aus dem hervorgeht, dass der Verein „auf seinem Sportgelände eine große Tribüne aus Trümmerschutt aufgebaut“ habe, ohne von den zuständigen Ämtern „eine besondere Genehmigung erhalten zu haben“. Dem Beamten war durch Zufall „gelegentlich meiner Anwesenheit in einer Sitzung des Stadtplanungsausschusses bekannt geworden, dass diese Tribünenanlage aus planerischen Gründen für völlig verfehlt gelten muss.“ Eine „Verlegung“ des Stadions sei „unvermeidlich“. Der Staatsdiener schrieb weiter, es sei „beabsichtigt, den Verein aufzufordern, sich auf die Wiederbeseitigung der Tribüne vorzubereiten und die Kosten der Beseitigung sicherzustellen.“ Trotz der Querelen mit den Behörden kam am 1. April 1953 immerhin ein Stadion-Mietvertrag zwischen dem Verein und der Stadt zustande. Mehr dazu im Kapitel „Ein Produkt der Anarchie“ (Seite 24 ff.)

rmartens Niemand siegt am Millerntor

von René Martens

Pünktlich zum ersten Saisonsieg des FC St. Pauli gegen RW Oberhausen kommt jetzt mein Buch „Niemand siegt am Millerntor. Die Geschichte des legendären St.-Pauli-Stadions“ in die Buchläden. Es dokumentiert vor allem die Entwicklung eines Stadions, das in der zweiten Hälfte der 80er Jahre bundesweit in den Blickpunkt geriet, weil der Verein einen sportlichen Höhenflug erlebte und sich hier eine neue politisierte Fan-Bewegung formierte. Das Buch ist aber auch die Geschichte anderer Spielstätten: Bis 1945 spielte der FC St. Pauli auf Plätzen, die kaum Stadioncharakter hatten (Weiterlesen …)

Bald haben wir wieder Zeit zum Bücherlesen, und nicht ganz uneigennützig empfehle ich den 606 Seiten dicken Sammelband Hakenkreuz und rundes Leder. Fußball im Nationalsozialismus. Keine Strandlektüre, aber ein Meilenstein in der Forschung zu diesem Thema. Mit dem Eigennutz hat es folgendes auf sich: Ein Beitrag ist von mir (Weiterlesen …)


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