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Aus dem Volkspark Seit dem 3:1 gegen Köln vor zwei Wochen, seit man die Tabellenführung übernommen hat, ist einiges passiert in Hamburg. Wegen Kreuzbandrissen fallen gleich zwei Profis bis mindestens Frühjahr 2010 aus: Colin Benjamin und Paolo Guerrero. Ein Sportdirektor ist noch immer nicht gefunden, der eine Kandidat, Oliver Kreuzer, hat per SMS abgesagt; der andere, Roman Grill, scheint nicht durchsetzbar, weil er ein Berater ist und man ihm Interessenskonflikte unterstellt. Zudem ist durch Recherchen des Spiegels bekannt geworden, dass der Transfer Zé Robertos entgegen ursprünglichen Behauptungen des Vorstands vier Millionen Euro Ablöse gekostet hat. An einen uruguayischen Verein, für den der Brasilianer nie gespielt hat. Ein dubioser Vorgang. Ein suspekter Vorgang (Weiterlesen …)

Hab ich das geträumt … oder hab ich gestern (nach Bayern gegen Hoffenheim im Dezember 2008) das zweitbeste Bundesliga-Spiel meines Lebens gesehen? Die Wolfsburger scheinen jedenfalls da weiterzumachen, wo sie im Mai aufgehört hatten. Wuchtiger Angriffsfußball, dennoch eilen nach Ballverlust rasch acht bis neun Spieler hinter Ballhöhe. Zwei Giftzwerge im defensiven Mittelfeld, Josué und Karim Ziani. Und zwei Stürmer, von denen ich noch immer nicht weiß, wen ich für den besseren halten soll, wer noch stärker als der andere ist (Weiterlesen …)

Eine aufregende Saison endet mit der erwarteten Überraschung: Der VfL Wolfsburg ist Meister. Vor der Saison wären den Experten mindestens acht Vereine eingefallen, auf die sie eher gewettet hätten. Vor der Saison hätte wohl selbst ein Abstieg der Wolfsburger wahrscheinlicher angemutet als der Titelgewinn. Am letzten Spieltag ging der Tabellenführer als Favorit in die finalen 90 Minuten und erfüllte diese Rolle gewohnt entschlossen. Das 5:1 mag gegen ausgelaugte Bremer zustande gekommen sein, doch außergewöhnlich sind fünf Treffer für Wolfsburger nicht, nicht nur die beste, sondern auch die offensivste Mannschaft der Liga. Das kraftvolle und dynamische 54-Tore-Stürmerduo Grafite und Edin Dzeko, eine „Erfindung“ Felix Magaths, hat auch schon ausgeruhte Abwehrreihen zerzaust (Weiterlesen …)

Notizen zum Spiel VfB-HSV 1:0

Es war kein gutes Spiel, und es war ein glückhafter Sieg für den VfB. Zwar war er gerade gegen Ende das aktivere Team, doch ihm fehlt Kombinationssicherheit und Passgenauigkeit. In erster Linie waren es Dribblings und Schüsse, richtig gute Chancen hat er nicht herausgespielt. Das reicht für die Bundesliga, doch auf internationaler Bühne muss sich Babbel etwas überlegen, da braucht er ein stimmigeres Konzept. Und so wie es aussieht, wird sich der VfB wohl mindestens für den Uefa-Pokal qualifizieren. Serdar Tasci und Matthieu Delpierre bilden zusammen mit Jens Lehmann jedoch eine sehr stabile Mitte. Tasci unterliefen zwar in der ersten Halbzeit zwei Fehler, doch sein Zweikampfgeschick hat ihn ins Notizbuch des AC Milan gebracht (Weiterlesen …)

Werder Bremen – AC Mailand 1:1

Milan war die reifere, coolere Mannschaft, die nicht so viel tun musste, um torgefährlich zu sein – und an der sich Bremen lange die Finger verkühlten. Sie schossen zu früh und zu hasenfüßig. Werder war nur in den ersten und in den letzten zehn Minuten so aktiv, mutig und aggressiv, wie es das ganze Spiel hätten sein sollen. Sein Spiel war fehlerreich und brav, aber bemüht und fleißig. Immerhin gereichte es zu einem Unentschieden, fast sogar zu einem Sieg. Das 1:1 dürfte zu wenig sein (Weiterlesen …)

Jens Lehmann zieht heute in der SZ ein Resümee nach einer Vorrunde Bundesliga und gibt zu bedenken, dass in Arsenal und England viel offensiver gedacht und trainiert werde. Außerdem vermisse er einstudierte Spielzüge:

„Ich bin schon überrascht, wie viele Bundesliga-Mannschaften kein verlässliches Spiel haben. In England wusste ich: So, jetzt greifen wir an, jetzt habe ich mal ein paar Momente Ruhe. Das Schema war klarer: Wenn der Fabregas an dieser oder jener Stelle den Ball bekommt, dann spielt er ihn da oder dort hin. Die Spielzüge waren automatisiert. In der Bundesliga dagegen passieren manchmal Dinge, mit denen man nicht rechnet. Ich stehe hinten drin und denke: So, jetzt spielt er einen Pass da rüber – aber der spielt den Pass dann gar nicht da rüber. Auf einmal verliert der Spieler den Ball, und zack, geht das Spiel in die andere Richtung. Das Passspiel in Deutschland ist weniger verlässlich, das Spiel generell weniger automatisiert.“

Jetzt, wo ich 90 Minuten VfB gegen Bayern (2:2) am Fernsehen hinter mir habe, kann ich Lehmann noch besser verstehen. Die Stuttgarter waren aggressiver, stärker in den Zweikämpfen, motivierter, fanden aber keinen Weg, die Bayern-Abwehr auszuspielen. Auf lange Bälle war die Viererkette um Demichelis sehr gut eingestellt, und das Stuttgarter Kombinationsspiel sah sehr zufällig aus. Was auch daran gelegen haben mag, dass die eingewechselten Gomez und Bastürk lange verletzt waren und Trainer Babbel ohnehin erst ein paar Wochen am Ruder sitzt. Dennoch, nach Konzept sah das nicht aus. Kein Wunder, dass die zwei Stuttgarter Tore nach Ecken fielen. Gegen diese arg defensiven Bayern hätte man gewinnen können. Andererseits hätten coolere Bayern das 3:1 gemacht.

Aus meinem Live-Twitter: Khedira Mann des Spiels. Borowski mit Tor und Assist, dennoch ausgewechselt. Bayern-Abwehr stark. Hitzlsperger mannhaft. Rensing, das Fäustchen, wollte beim 2:2 einen Freistoß, vielleicht gar nicht so abwegig. Schiri Kinhöfer insgesamt kleinlich, also „deutsch“. Rot für Oddo kann man geben, 1:1 war knapp Abseits (Klose). Hartes, bissiges, spannendes Spiel. Wie war das, Hoeneß, mit der Schauspielertruppe aus Hoffenheim? Klinsmann wirkt nach dem Spiel mitgenommen, will beim Platzverweis für Oddo was raushaben. Schade, dass man ihn nicht mit dem Abseitstor konfrontiert.

Lehmann übrigens deutet in dem Interview tatsächlich auch an, nochmals den Verein zu wechseln (was vielleicht ja bloß Koketterie ist):

„Ich weiß, dass ich 39 bin, aber ich spüre diese Zahl nicht. Ich stehe morgens auf und fühle mich topfit. Falls ich weiterspiele, will ich nochmal auf höchstem Niveau spielen. Ich mache das ein bisschen von der sportlichen Entwicklung in Stuttgart abhängig. Mir gefällt es in Stuttgart sehr gut, die Atmosphäre ist angenehm, die Leute sind sehr nett zu mir. Aber man kann nie wissen, was kommt.“

Was die Stuttgarter an den Bayern so mögen? Lies die Liste (Felix Magath, Piotr Trochowski, Mario Gomez) der Stuttgarter Zeitung: „Das Verhältnis ist angespannt und von gegenseitigen Nadelstichen geprägt.“