direkter-freistoss.deNicht-anonymes Fußball-Blog 

Direkt zum Inhalt springen

Oliver Fritsch Die Lüge des DFB

von Oliver Fritsch

Der Fall Zwanziger gegen Weinreich ist zu den Akten gelegt und dürfte doch neu aufgerollt werden – dieses Mal in die andere Richtung. Gestern hat der DFB eine Pressemitteilung herausgegeben, die wohl den Tatbestand der Verleumdung erfüllen könnte. Ich bin kein Prozesshansel, aber das muss sich Weinreich nicht bieten lassen. In dem Schreiben geht es vordergründig um die Ankündigung, dass die Klage Theo Zwanzigers gegen den Journalisten Jens Weinreich, der ihn als „unglaublichen Demagogen“ bezeichnet hat, endlich fallengelassen wird. Ihm blieb keine Wahl, nachdem er erstens vor zwei Instanzen bereits gescheitert war. Zweitens unterlief ihm jüngst der Lapsus, einen Journalisten in der Öffentlichkeit „demagogische Fragen“ vorzuhalten. Ich habe mehrere Zeugen dazu befragt, die Sache scheint, entgegen der Behauptung des DFB-Anwalts, eindeutig. Ein Journalist sagte mir am Telefon, dass der Präsident gar nicht bestreite, dass ihm das rausgerutscht sei.

Zwanziger war vor Gericht gegangen, weil er sich in seiner Ehre verletzt fühlte, und wollte nach zwei Niederlagen in die nächste Instanz gehen. Meiner Meinung nach war das falsch, ein DFB-Präsident sollte Kritik, auch harte, aushalten. Aber das Recht, die Sache vor Gericht prüfen zu lassen, darf man ihm nicht absprechen. Prinzipiell gesprochen: Warum nicht mal (und das sage ich ironiefrei) die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrecht ausloten? Wir Journalisten liegen manchmal daneben. Doch allein die Begründung der Unterlassungsverpflichtung, die einen Nazi-Vergleich Weinreichs unterstellte, ging viel zu weit, was Zwanziger selbst übrigens im Gespräch mit mir eingeräumt hat. Die Stelle ist in dem autorisierten Interview mit Theo Zwanziger nicht zu lesen.

Ohnehin heiße ich es gut, dass sich der DFB-Präsident fast zwei Stunden Zeit genommen hat, um mit mir zu reden; gleichwohl wäre es besser gewesen, zu versuchen, mit Jens Weinreich zu sprechen. Reden muss man mit jedem. Zwanziger hatte ja auch einiges mitzuteilen: bemerkenswertes, viel bedenkliches, auch aufrichtiges, etwa in Bezug auf zu harte Strafen im Amateurfußball, der ja meine Herzensangelegenheit ist. (Nebenbei, ich war, gelinde gesagt, überrascht, dass hier einige Kommentare aufschlugen, in denen mokiert wird, Zwanziger habe nichts Neues gesagt.) Gut finde ich auch, dass er in der Klage unterscheiden konnte zwischen Urheber und Kommunikator. Das mag jetzt klingen, als wäre ich erleichtert, dass es einen anderen erwischt als mich. Damit hat das aber nichts zu tun. Es zeigt mir nur, dass das Internet anscheinend langsam verstanden wird. Es würde ja auch niemand einen TV-Sender verklagen, wenn jemand in einer Live-Sendung einen anderen beleidigt.

Was sich der DFB jetzt jedoch leistet, gereicht zum Titel „schlechtester Verlierer des Jahres“. Zwanziger hat eingesehen, dass er keine Chance hat, den Prozess zu gewinnen. Doch gibt der DFB nicht klein bei, revanchiert sich stattdessen mit Verdrehung und Verdunklung durch den Generalsekretär Wolfgang Niersbach, im Verbund mit Rainer Koch, dem Präsidenten des Bayerischen Fußballverbands, und Reinhard Rauball, dem Ligaverbandspräsidenten. Die gröbsten Verstöße (Weinreich hat inzwischen in seinem Blog achtzehn Lügen und Unwahrheiten dokumentiert und belegt):

1. Niersbach verschweigt, dass bereits zwei Gerichturteile zuungunsten des DFB gefällt worden sind, und übergeht diesen Fakt in seiner Argumentation.
2. Es ist von „Rufschädigung“ durch Weinreich die Rede. Doch Weinreich hat keine Rufschädigung betrieben, wie das Gericht feststellt.
3. Niersbach behauptet fälschlicherweise, dass Weinreich Zwanziger „ohne Anlass“ (gemeint ist Grund) „diffamiert“ habe. Das Gericht hat das Gegenteil betont. Niersbach setzt sich also über die Justiz hinweg.
4. Niersbach wirft Weinreich irreführenderweise vor, mehrfach und dauernd „die Kampagne“ „in diversen Internet-Blogs“ fortgeführt zu haben. Doch Weinreich hat bloß ein einziges Mal die Formulierung „Demagoge“ verwendet. Danach hat er sich auf die Dokumentation des Falls beschränkt – meist sogar sehr nüchtern, wenn man bedenkt, welche Brisanz die Sache für ihn hat. Der Fall ist transparent in Weinreichs Blog zu verfolgen, der DFB bleibt alle Beweise schuldig.
5. Der Vorfall habe, schreibt Niersbach, in „mehr oder wenigen anonymen Internet-Blogs“ stattgefunden. Doch Weinreich hat immer mit seinem Namen oder Kürzel geschrieben, ich auch. Zwanziger hat mich zum Interview gebeten, er hat Weinreich verklagt. Und nicht etwa Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Anonym sind hier allenfalls die User-Kommentare, um die es aber nicht geht und die, das nebenbei, immer im Rahmen blieben.
6. Kein Wort darüber, dass Zwanziger selbst das Wort gesagt hat, was aller Wahrscheinlichkeit der Grund für den Rückzug der Klage ist. Der Vorfall in Gießen wird verschwiegen.
7. Niersbach behauptet, dass Weinreich seit vier Monaten die „Kampagne“ führe. Das ist wahrheitsdrehend, der Fall ist bloß seit vier Monaten anhängig. Das ist was anderes.
8. Dass Jens Weinreich von Anfang an in seinem Blog klargestellt hat, dass er Zwanziger nicht in die „rechte Ecke“ habe stellen oder als „Volksverhetzer“ beschimpfen wollen, wie Zwanziger ihn verstanden haben will, verschweigt Niersbach. Dass Weinreichs Anwalt letztlich auf diesen Sachverhalt hinwies, legt der DFB nun als gewünschten (eher: befohlenen) Kniefall aus. Widersprüchlicherweise beklagt Niersbach in einem anderen Absatz, dass genau dieser ausgeblieben sei. Weinreich hatte nie einen Grund, den Bußgang anzustreben.

Flankiert wird das DFB-Papier von Propaganda für den Heiligen Theo. Zwanziger mag ja vieles bewegt und angestoßen haben, aber in diesem Zusammenhang ist die Penetranz, mit der darauf verwiesen wird, bigott. Am 25. November soll er übrigens den Preis „Gegen Vergessen – für Demokratie“ entgegennehmen.

Es mag vielleicht naiv klingen, aber ich bin vom DFB, dessen Mitglied ich bin, enttäuscht und entsetzt. Klar, zwischen Journalisten und der Gegenseite gibt es Kompromisse und Gerangel; der Wahrheit wird sich meist nur genähert. Manchmal muss man das, was beim Autorisieren und Verleiten, beim Zitieren und Weglassen passiert, auch als „Cleverness“ durchgehen lassen. Wie beim Fußball: Wenn der Gegenspieler mal am Trikot zupft, wenn der Schiedsrichter wegkuckt, kann man das sportlich nehmen. Nach dem Spiel trinkt man doch zusammen.

Doch für das, wie der DFB sich nun an Weinreich vergeht, gibt es keine Analogie im Fußball. Nachtreten wäre ein zu schwacher Vergleich. Dennoch kann ich Jens Weinreich, der nach dieser Rufschädigung nicht nur mit ökonomischen Nachteilen rechnen muss, nur das zurufen, was ich meinen Jungs aus Büblingshausen (und anderen mittelhessischen Käffern) mit auf den Weg gegeben habe: Wenn Du gefoult wirst, signalisiert Dir Dein Gegner, dass er Dir mit fairen Mitteln nicht gewachsen ist. Nimm jedes Foulspiel als Kompliment!

Denn was auch aus dem Pamphlet quillt, ist die Angst vor dem Internet. Was die Herren merken: Es gibt jetzt die Möglichkeit, viele Leute auf einfache Weise zu erreichen. Wir sind nicht mehr angewiesen auf Druckerpressen und komplizierte Vertriebswege. Mit dieser Warnung vorm Diffusen, vor den unbekannten Massen, könnte der DFB in vielen Redaktionen sogar auf Resonanz treffen. Denn deutsche Medien haben Angst vor dem Internet. Hier muss ich genauer sein: Angst vor dem Leser, dem unbekannten Wesen. Nicht wenige Journalisten, auf ihren hohen Rossen sitzend, wollen einfach nichts mit ihnen zu tun haben.

Ich bin gespannt, wie und ob die Zeitungen den Fall aufgreifen. Spätestens jetzt muss das doch ein Thema sein, eigentlich schon viel früher. Hier geht es darum, einen der wenigen Kritiker in der Sportbranche einzuschüchtern. Allein die Financial Times Deutschland hat dies bislang für druckreif befunden. Ich bin Zeitungsleser, nicht von ungefähr mache ich seit sieben Jahren eine Presseschau im Internet. Doch ich spüre erstmals ernste Zweifel an diesem Medium, nein: an den Leuten, die dieses Medium machen. Vom Fernsehen erwarte ich ja schon länger nichts mehr.

Weitere Links:

Stefan Niggemeier: „Der DFB hat seine Strategie geändert. Theo Zwanziger verzichtet nun darauf, den Jens Weinreich zu verklagen. Stattdessen hat sich der DFB entschieden, Jens Weinreich zu diffamieren.“

allesaussersport
: „Die Drei von der DFB-Stelle und ihr Cheffe besorgen sich die Selbstdemontage derzeit selber. Profitum sieht anders aus.“

45 Kommentare

  1. Die Lügen des DFB « Stefan Niggemeier schrieb am 15. November 2008:

    […] Rufmordversuch an dem lästigen Journalisten Jens Weinreich – Oliver Fritsch hat sie im „Direkten Freistoß” sehr übersichtlich gesammelt. Am Ende fragt er: Ist jemand für den größten […]

  2. Super! Bayern hat auch nicht gewonnen. Und der DFB kann nicht verlieren. « angedacht schrieb am 15. November 2008:

    […] da der Vorgang bei Herrn Weinreich vorbildlich transparent dokumentiert ist und auch wichtige Sport- und Medienblogger (nicht nur die!) ausführlich darüber […]

  3. Der DFB und Theo Zwanziger im Abseits | Schängelland, TuS Koblenz schrieb am 16. November 2008:

    […] wie den DFB wirklich tragbar sind, muss gestellt werden und wurde von Oliver Fritsch in seinen Gedanken zu den Lügen des DFB auch […]

  4. Bildung.ikson » » fairness? nur auf dem spielfeld schrieb am 16. November 2008:

    […] dass er das gleiche zitat von kai pahl rausgesucht hat wie ich und diesen link zu einem artikel im direkten-freistoss.de gefunden, der die geschichte auch noch mal sehr schön […]

  5. Außer Kontrolle | sportticker schrieb am 16. November 2008:

    […] 15.11.2008: Die Lügen des DFB 12.11.2008: Post vom Anwalt 11.11.2008: Groteske Wende? 06.11.2008: Ich bin kein Prozesshansel […]

  6. onlinejournalismus.de - Das Magazin zum Thema » Blog Archive » Blogs, Meinungsfreiheit & Lügen: DFB vs. Jens Weinreich schrieb am 16. November 2008:

    […] Auch Kai Pahl, allesaussersport, kommentiert den Vorgang ausführlich und kommt neben der Diagnose irrationaler Internet-Ängste bei der DFB-Spitze um Zwanziger zu der Erkenntnis: “Die Drei von der DFB-Stelle und ihr Cheffe besorgen sich die Selbstdemontage derzeit selber. Profitum sieht anders aus”. Pahls Artikel trägt den Titel: “Befreit Theo Zwanziger!”. […]

  7. majo schrieb am 16. November 2008:

    Gratuliere zum exzellenten Artikel und den nicht präziser zu stellenden Fragen zum Abschluss!

  8. Rune schrieb am 16. November 2008:

    Ich denke, Ihre Reaktion ist etwas übertrieben. Ja, das gerichtliche Vorgehen ist lächerlich und ungeheuer überzogen. Aus diesem Grund hat Zwanziger vor Gericht auch verloren. Aber der gefühlt zehnte Newsletter-Beitrag und Sätze wie: „Doch für das, wie der DFB sich nun an Weinreich vergeht, gibt es keine Analogie im Fußball“ sind ein Zeichen dafür, dass nicht nur der Dfb, sondern beide Seiten etwas zu dünnhäutig agieren. Wer einen reichweitenstarken Blog betreibt, der muss damit rechnen, dass dieser kritisch gelesen wird. Und dass sich die darin genannten Personen möglicherweise auf den Schlips getreten fühlen. Die Kanzlei, die Herrn Zwanziger berät und vertritt, ist dazu bekannt dafür, dass sie sehr schnell vor Gericht geht. Sie haben mein ironiefreies Mitgefühl, dass Sie jetzt davon betroffen sind, aber im Bereich Internet gibt es bei Weitem größere Ungerechtigkeiten oder Themen als dieses (man nehme nur den Fall Niggemaier). Zumal Sie gewonnen haben und die von Ihnen aufgezählten Lügen und Unwahrheiten letztlich eher bewußte Auslassungen sind. Also, etwas mehr Distanz und Besonnenheit wären hier beiden Seiten zu empfehlen.

  9. Jürgen Kalwa schrieb am 16. November 2008:

    @rune: Im Prinzip habe nichts gegen den Aufruf zu mehr Gelassenheit. Allerdings sollte hier eines nicht vergessen werden: die Unverhältnismäßigkeit (auch der Mittel). Ein Riesenverband wie der DFB ist nicht irgendein Lastwagenspediteur im Erzgebirge. Das ist eine massive Maschine im Machtkomplex des Sportgeschäfts, die nach meinem Wissen zum ersten Mal wirklich alles bemüht, um einen einzelnen (freien) Journalisten platt zu machen. Erst wurden die Gerichte angerufen. Zuletzt namhafte Multiplikatoren im öffentlichen Leben (mit dem ausdrücklichen Wunsch von Niersbach verbunden, die Aussagen in dem Pamphlet auch noch „argumentativ“ zu streuen). Was soll man da sagen (mit der von Ihnen eingeforderten Distanz und Besonnenheit)? Alles nicht so schlimm? Heile, heile Gänschen? In Darfur sterben kleine Kinder, aber ihr regt euch hier über den DFB auf? Es geht um viel hier: zum Beispiel um die Kommunikationsherrschaft im Sportjournalismus (geht die vom Volk aus oder von den Funktionären in steuerbefreiten Verbänden?). Und um die Verhaltenskultur in diesem Land. Klar, dies ist nur ein Schauplatz von vielen. Aber deshalb nicht weniger brisant und weniger signifikant.

  10. Frau Zwanziger will die Herrschaft : the boy in the bubble schrieb am 16. November 2008:

    […] Zum anderen ist aber frappierend, wie die Presse mit Ausnahme von FTD und Zeit diese Affäre bislang ignoriert. Ich kann mir keine viel interessantere und relevantere Story aus journalistischer Sicht vorstellen, als wenn der Präsident des der größte und reichste Einzelsportverband der Welt versucht, Wörter umzudefinieren, scheinbar um einen missliebigen Journalisten mundtot zu machen, jedenfalls aber, um nach eigener Zielerklärung die “Kommunikationsherrschaft” zu erreichen. Auf eine Verhandlung in der Hauptsache will es  der DFB nach zwei Niederlagen auf dem Verfügungsweg jetzt nämlich nicht ankommen lassen – wohl aber darauf, auf seiner Website Halbwahrheiten, Unwahrheiten und Wahrheitsauslassungen über den Fall zu verbreiten. […]

  11. Niersbach und Zwanziger noch für den DFB tragbar? | F!XMBR schrieb am 16. November 2008:

    […] direkter-freistoss.de fasst das Lügengebäude des DFB dann auch sehr gut zusammen: Ist jemand für den größten Sportverband der Welt tragbar, der in einer Mitteilung an die Presse und die Politik wesentliche Punkte des von Gerichten verhandelten Falls verschweigt, Sachen verdreht, propagiert statt argumentiert, manipuliert statt aufklärt, verleumdet und diffamiert? Kann sich der DFB einen Lügner als Generalsekretär leisten? […]

  12. Link des Tages: Fußball und… Demagogie « Kelschblog schrieb am 16. November 2008:

    […] ist aber nur die halbe ganz weit entfernt von der Wahrheit. Näheres hier und hier und hier und an einigen anderen […]

  13. Kraelinho schrieb am 16. November 2008:

    Gelassenheit ja, aber die offensichtliche Ungerechtigkeit in Form der Unverhältnismäßigkeit der Mittel zu ignorieren, ist nicht hinnehmbar.
    Danke für eine Liste, in der alle Lügen (und nicht wie von Rune euphemistisch als „bewußte Auslassungen“ tituliert) des DFBs aufgelistet und mit daraus folgenden Fragen garniert wird.
    Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Thema nochmal auf der Medien Agenda landet.

  14. Richard schrieb am 16. November 2008:

    Um den Fall DFB gegen Weinreich geht es auch gleich in „Sport am Sonntag“ ab 19:15 Uhr im Deutschlandfunk. (Der Heimat von Herbert Fischer-Solms, der ja auch selbst involviert ist)

  15. Oliver Fritsch schrieb am 16. November 2008:

    @Rune: Nur zur Klarstellung: Ich gehöre zu keiner Seite. Ich bin nicht verklagt worden. Ich bin nicht verleumdet worden.

    Ihr Beitrag klingt so, als wäre ich Partei. Dass ich keine bin, heißt natürlich nicht, dass ich keine Meinung dazu habe. Und es heißt auch nicht, dass ich nicht (indirekt) betroffen bin.

  16. rmartens schrieb am 16. November 2008:

    Zu Olivers Frage ob sich der DFB einen wie den Niersbach noch leisten kann, fällt mir ein, dass sich diese Frage schon 1994 einmal gestellt hat (als dieser Gentleman noch kein Generalsekretär war, sondern Pressesprecher). Wer die Begriffe „Niersbach“ und „Washington Post“ in die Suchmaschine seines Vertrauens eingibt, erfährt, welchen „an sich kaum wiedergutmachenden Fauxpas“ (Erik Eggers) sich der Mann damals geleistet hat.

  17. rmartens schrieb am 16. November 2008:

    Sorry, es muss natürlich heißen: wiedergutZUmachenden.

  18. Zwanziger im Abseits // DFB auch // Ich auch! | BrandenBlog.com schrieb am 16. November 2008:

    […] systemimmantent? Der Stein des Anstoßes lag beim “direkten-freistoss”, dieser zeigt hier gut auf, wie das Lügengebilde des DFB vorangewalzt ist. Schängelland fasst die ganze Kiste […]

  19. Dirk schrieb am 17. November 2008:

    Gelinde gesagt: auch eine „neue“ Aussage kann langweilen, wenn ersichtlich ist, dass sie für den Aussprechenden keine Konsequenzen nach sich zieht.

  20. Oliver Fritsch schrieb am 17. November 2008:

    Warum denn immer Konsequenzen? Was denn für Konsequenzen? Genügen denn Einblicke nicht?

  21. katinka schrieb am 17. November 2008:

    Ein DFB kann nicht verlieren und ein DFB wird alle Mittel nutzen, um nicht zu verlieren – da ist Fair-Play nur noch eine Floskel und aufrichtige, offene Komunikation verschwindet zugunsten von Kampagnen (man sieht ja an Lüge 7, dass da für den DFB ein grundsätzliches Problem bzgl. der Unterschiede besteht). Ist der DFB mehr als eine Aneinanderreihung von inhaltsleeren, marketingorientierten Kampagnen, die in erster Linie der Aufrechterhaltung der Organisation selbst dienen?
    Und: wundert wirklich die Angst des DFB vorm Internet? Das Medium ist dem DFB zu offen, macht Prozesse transparent und freie Meinungsäußerung leichter – aber viel schlimmer ist: das Medium ist zu schnell und zu modern.
    Trotzdem sind solche Einblicke wie diese wertvoll und werden ihren Teil zur gerechten, transparenten Aufklärung beitragen.

  22. Stephan schrieb am 17. November 2008:

    „DFB missbilligt Diffamierung von Dr. Theo Zwanziger
    Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) missbilligt auf das Schärfste die von dem Berliner Journalisten Jens Weinreich seit nunmehr fast vier Monaten initiierte Kampagne gegen Dr. Theo Zwanziger….“
    http://www.lifepr.de/pressemeldungen/deutscher-fussball-bund-ev-dfb/boxid-75004.html

  23. Stephan schrieb am 17. November 2008:

    Sorry, meinen vorherigen Kommentar bitte löschen, ist bereits im Artikel verlinkt!

  24. doehmen schrieb am 17. November 2008:

    Auch wenn ich weiß, dass es nichts bringt, musste ich meinem Unmut direkt beim DFB luftmachen.

    „Sehr geehrter Fußball-Fan,

    vielen Dank für Ihre Mail. Der Deutsche Fußball-Bund hat seine Position zu dem von Ihnen angesprochenen Thema auf der Homepage des DFB in ausführlicher Weise dargestellt. Wir bitten um Verständnis, dass wir darüber hinaus aktuell keinen weiteren Erklärungsbedarf sehen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Ihre DFB-Pressestelle“

  25. Oliver Fritsch schrieb am 17. November 2008:

    @doehmen: Wer sagt, dass das nichts bringt? Ich kann es aus meiner Sicht sagen: Ich bringe jedem E-Mail-Schreiber den Ernst entgegen, den er mir entgegenbringt. Ich gehe davon aus, dass das der DFB auch so handhabt.

  26. Dirk schrieb am 17. November 2008:

    Es müssen nicht immer Konsequenzen sein und es müssen nicht immer nur Einsichten sein.

    Ich persönlich finde es häufig unbefriedigend, wenn Menschen Aussagen treffen, die zwar einerseits gut klingen, die aber andererseits so gut klingend verhallen (ohne dass irgendwas daraus folgen müsste).

    Beispiel „Prozesshansel“, kling gut .. will keiner sein … ist eine Aussage die gut rüber kommt. Diese Aussage führt aber nicht dazu, dass Z. seine Klage zurückzieht.

  27. Oliver Fritsch schrieb am 17. November 2008:

    Sie haben recht, Dirk. Und genau das finde ich vielsagend.

  28. Peter schrieb am 17. November 2008:

    Die Blatterisierung schreitet voran. Das ist ein ganz normales Phänomen, welches in nicht wenigen Sportverbänden zu beobachten ist. Es gilt die Kuh zu melken, auch wenn nur noch Blut aus dem Euter kommt. Auch unerlaubte Melkgriffe sind dabei nicht verpönt. Zwanziger werde ich meiner Liste der verdienten Sportführer wie Samaranch, Bach, Blatter, das ließe sich noch eine Zeitlang weiter führen, hinzufügen

  29. chemieblogger.de - Das Blog rund um FC Sachsen & BSG Chemie schrieb am 17. November 2008:

    […] +++ Oliver Fritsch im Direkten Freistoß: Die Lüge des DFB +++ […]

  30. tony adams schrieb am 17. November 2008:

    @Frau Zwanziger: Ich glaube nicht, dass es ursprünglich darum ging, einen einzelnen Journalisten fertig bzw. mundtot zu machen. Vielmehr handelt es sich um einen Selbstläufer, basierend auf dem DFB-Selbstverständnis der Unantastbarkeit. Die wollten das nicht wirklich, das hat sich jetzt dummerweise so in die Breite und Länge entwickelt.

    @Herr Fritsch. Noch ein Aspekt zur Angst der Printjournalisten vor ihren eigenen Lesern: Nicht selten verläuft online die Suche nach Kontaktdaten von Redakteuren im Nichts. Als gäbe es eine Kontaktvermeidungsstrategie. Wenn man sie dann findet, meist große Enttäuschung, weil zentrale redaktions@….- Email-Adressen oder die Nummer der Telefonzentrale. Wir wissen, letztere ist in Zeiten größtmöglicher Medienzusammenschlüsse Garant für einen größtmöglichen Sicherheitsabstand „zu denen da draußen“. Das gilt natürlich nicht nur für Sportressorts, meine sogar, dass der Sportjournalist im Vergleich zu seinen Kollegen z. B. aus der Kultur näher am Leser dran ist. Was nicht viel heißt.

    Zu den spärlichen Reaktionen der Printmedien das Gegenbeispiel Hopp: Das Ausmaß der Anfeindungen im Stadion, dem Herr Hopp ausgesetzt war, beruhte u.a. auf schlechter Presse. Warum war das so, was hatte dieser Mann verbrochen? Ganz klar war mir das nie, aber so viel verstand ich, dass die Schreiber sich auf ihn eingeschossen hatten. Offensichtlich hat man dann seitens der Hoffenheimer beschlossen, aktiv positive Öffentlichkeit zu schaffen und ließ Herrn Hopp – ich unterstelle jetzt mal, gegen sein Naturell, weil er nicht wie ein Angeber wirkt – in Sportstudio, Doppelpass und Co. sein Wirken differenzierter darstellen und sich selbst loben. Warum melden sich dieselben Stimmen mit derselben Verve, mit der sie den angeblichen Traditionsvereinvernichter und bösen Kapitalisten Hopp lange im Visier hatten, nicht auch im Falle DFB und Zwanziger zu Wort?

    @Peter: Bei aller Kritik, aber in eine Reihe mit Herrn Blatter würde ich Herrn Zwanziger dann doch nicht stellen wollen. Würde ich niemanden stellen wollen.

  31. Jochen schrieb am 17. November 2008:

    Zitat: …und die von Ihnen aufgezählten Lügen und Unwahrheiten letztlich eher bewußte Auslassungen sind.

    Es wird also versucht, durch einseitige und unvollständige Darstellung die Stimmung im eigenen Sinne zu beeinflussen. Das geht ziemlich in Richtung dessen, was man so unter Demagogie verstehen könnte. Ob es schlau ist, mit derartigen Methoden gegen jemanden vorzugehen, der einem Demagogie vorgeworfen hat?

  32. LetzterMannHält » Theo Zwanziger und der Streisand-Effekt schrieb am 17. November 2008:

    […] komplex, wer mag, kann sich aber unter anderem bei Jens Weinreich, dogfood, Oliver Fritsch, nochmal Oliver Fritsch, Stefan Niggemeier und den dort verlinkten Seiten […]

  33. BArometer21 schrieb am 18. November 2008:

    @ rune: wäre es Ihnen möglich, als Betroffenem distanziert und gelassen zu reagieren? Ich habe gerade die Gegenüberstellung der „Wahrheiten und Lügen“ bei Jens Weinreich gelesen und finde es unglaublich, mit welcher Arroganz seitens des DFB reagiert wird. Warum nicht eingestehen, dass man sich verrannt hat? In meinen Augen würde der Verband bzw. die beteiligten Personen an Größe gewinnen. Doch nichts dergleichen. Und die Machtlosigkeit einer einzelnen Person gegenüber eines solch großen Verbandes macht mich alles andere als gelassen.
    Was ich andererseits sehr gut finde (fände), ist (wäre), dass (wenn) Blogs auch von Instanzen wie dem DFB ernster genommen würden. Wäre das das Resultat dieser ungeheuerlichen Aufführung, dann wäre doch etwas gewonnen.

  34. Henry82 schrieb am 18. November 2008:

    Eigentlich wurde alles Notwendige und Hinreichende zu diesem Thema genannt und durchdiskutiert. Deshalb sage ich auch nur ein Wort:
    „Zwanziger raus!“ 🙂

  35. Wenn Vasen wackeln | CARTA schrieb am 18. November 2008:

    […] Ich weiß nicht, wieviele tausende von Lesern sich auf Blogs wie diesem oder diesem oderdiesem oder diesem oder meinetwegen auch bei American Arenaeinen Eindruck von der Geschichte gemacht […]

  36. Rune schrieb am 18. November 2008:

    @Oliver Fritsch: Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich meinte, dass es Sie trifft, weil der Beitrag auf Ihrer Seite veröffentlicht wurde. Partei ist Herr Weinreich.

    @Barometer21: Vermutlich würde es mir schwerfallen, distanziert und gelassen zu reagieren, wenn ich aus meiner Sicht ungerechtfertigt angegriffen werde. Wenn es mir aber nicht gelingt, dann würde ich mich mit öffentlichen Äußerungen zurückhalten.

    Dass die Blogs vom DFB ernster genommen werden, zeigt doch dieser Fall hier geradezu mustergültig.

    @Jochen: Das gerichtliche Vorgehen und vor allem die Begründung sind auch aus meiner Sicht absurd. Die Meinung will ich gar nicht verteidigen. Die Wertung, ob die Auslassungen dann demagogisch sind, überlasse ich gerne dem Duden ;-).

    @allgemein: Was ich nicht verstehe: Letztlich hat sich Herr Zwanziger gegen eine aus seiner Sicht vorliegende Verletzung seines Persönlichkeitsrechts zur Wehr gesetzt. Er wird vermutlich Herrn Weinreich angeschrieben haben, dass er ihn bitte nicht mehr als Demagogen bezeichnen möge. Herr Weinrauch hat dies dann vermutlich abgelehnt. Da eine Einigung nicht zustande gekommen ist, wurde das Gericht bemüht und das hat dann eine aus meiner Sicht richtige Entscheidung getroffen – zugunsten des kleinen Blogs und zuungunsten des großen DFB. Alles in allem also ein Musterbeispiel für eine funktionierende Meinungsfreiheit und einen Rechtstaat, der keine Interessengruppen sondern nur das Recht kennt. Da ist kein Skandal weit und breit zu sehen.

    Die Meinungsfreiheit schützt auch Herrn Zwanziger und der Rechtstaat gibt ihm die Möglichkeit seine Meinung (die ich nicht nachvollziehen kann, die er aber im Rahmen der Meinungsfreiheit gerne haben darf) zu vertreten und sich gegen Angriffe zur Wehr zu setzen – selbst dann, wenn Herr Zwanziger Groß und der Blog klein sein sollte.

    Und dass der DFB, also ein Verband, in Presseerklärungen das eigene Interesse vertritt und die Tatsachenlage durch Auslassungen oder eigene (exklusive) Interpretationen zu seinen Gunsten schönt, das ist nun wirklich kein Wunder. Ein Verband ist nun mal per se Interessenvertreter und nicht zur Objektivität verpflichtet. Ob er sich mit seinem Vorgehen einen Gefallen tut, sei dahingestellt. Vergessen sollte man aber nicht: Auch dieser Blog-Artikel hier ist einseitig zugespitzt und subjektiv. Es handelt sich also um einen Meinungsaustausch und der ist im Sinne der Meinungsfreiheit.

  37. Oliver Fritsch schrieb am 18. November 2008:

    @Rune: Sie haben recht mit Ihrer Mahnung zu Gelassenheit, womit ich mich ausdrücklich einschließe. Was aber nicht stimmt ist, dass der DFB den Kontakt zu Weinreich jemals gesucht hat. Und der DFB hätte die Klage einfach fallen lassen sollen und auf die Pressemitteilung verzichten.

  38. Neues vom DFB in Sachen Weinreich « Stefan Niggemeier schrieb am 21. November 2008:

    […] (Alles zur Vorgeschichte der Auseinandersetzung zwischen DFB-Präsident Theo Zwanziger und dem freien Journalisten Jens Weinreich hier im Blog und bei Weinreich selbst; eine gute Zusammenfassung bietet der „Direkte Freistoß”.) […]

  39. Demagogen-Affaire: Zwanziger unter Druck « Der Ballkönig schrieb am 21. November 2008:

    […] Fragen des Medienjournalisten. Eine gute Zusammenfassung der Causa bietet Oliver Fritsch im Blog direkter-freistoss.de und natürlich Weinreich […]

  40. nichts » Teeile und Trinke schrieb am 22. November 2008:

    […] Trinke Wirklich, famoses Interview von Theo Zwanziger in der SZ hinsichtlich der Geschichte rund um die in seinen Augen un-glaub-lich-e Diffamierung seiner […]

  41. Journalismus & Recherche » Blog Archiv » Journalisten unter Druck: die Fälle Petra Reski und Jens Weinreich schrieb am 24. November 2008:

    […] muss: dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der Fall ist in Stefan Niggemeiers Blog und im Direkten Freistoß ausführlich dokumentiert, Jens Weinreich schreibt auch selbst dazu. Man braucht an der einen […]

  42. fairness? nur auf dem spielfeld • Bildung.ikson schrieb am 1. Dezember 2008:

    […] dass er das gleiche zitat von kai pahl rausgesucht hat wie ich und diesen link zu einem artikel im direkten-freistoss.de gefunden, der die geschichte auch noch mal sehr schön […]

  43. Der DFB und die Kommunikationsherrschaft | Lummaland schrieb am 9. Januar 2009:

    […] herrschende Meinung zu vermitteln. Siehe auch dazu Befreit Theo Zwanziger! | allesaussersport und die Lüge des DFB | direkter-freistoss.de. […]

  44. Twitter Trackbacks for Blog für den kritischen Fußballfreund | direkter-freistoss.de » Die Lüge des DFB [direkter-freistoss.de] on Topsy.com schrieb am 28. August 2009:

    […] link is being shared on Twitter right now. @fabianpingel said Kann man gar nicht genug publik machen: […]

  45. Der DFB und die Wand der Wahrheit – ☠ Ringfahndung schrieb am 23. August 2017:

    […] sein wird. Keinem Journalisten wird es nunmehr gelingen, so zu tun, als hätte er diese Stimme und ihre Argumente nicht gekannt. Oder diese, und diese […]

RSS-Feed für Kommentare dieses Beitrags.

Leave a comment

Erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>