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Detlev Claussen Zufall und Notwendigkeit

von Detlev Claussen

Der Zufall spielt im Fußball eine unterschätzte Rolle. Er gehört geradezu zum Reiz des Spiels. Allein schon das Verbot für die zehn Feldspieler, die Hand zu benutzen, öffnet dem Zufall Tür und Tor. Wie viel schwieriger ist es doch, den Ball nur mit dem Fuß zu kontrollieren … üben, üben, üben. Abertausende von Stunden gehören zur Grundausbildung eines technisch guten Spielers. Von wegen Naturtalent: 40.000 Stunden werden in ein brasilianisches Talent investiert, 9.000 in ein französisches; schließlich eine der balltechnisch besten Nationen Europas. Die technischen Defizite nicht als Naturgegebenheiten zu akzeptieren, das macht eine zentrale Aufgabe der Nachwuchsarbeit in Deutschland aus. Aus diesem Grunde kann es einen nur freuen, wenn eine technisch und taktisch gute junge Mannschaft deutscher Meister geworden ist. Erfreulich, dass die Vulgärökonomen (auch in der Spitze des Vereins selbst) wieder einmal widerlegt wurden. Investitionen in schwindelnder Millionenhöhe und berühmte Namen allein machen keinen Meister. Auch der Küchenpsychologie bedarf es nicht („selbstbewusster Anspruch“, „breite Brust“, oder „nie vom Meistertitel reden“). Eine Meisterschaft kann man erreichen, ohne eine in vielen nervenaufreibenden Spielen erfahrene Mannschaft zu sein. Aufstieg ist möglich, mehr als eine bloße Tagesüberraschung, am Ende einer langen Saison steht die Mannschaft ganz oben, die keiner dort erwartet hat – das kann kein bloßer Zufall sein. Wer dort am Ende steht, der hat es auch verdient. Verdientes Glück, so selten gibt es das im ganz normalen Leben. Im Fußball darf man darauf hoffen, an es glauben. Wer das Spiel liebt, gönnt es auch den anderen.

In Zeiten des globalisierten Fußballs kann man nicht einfach nur nationaler Meister werden. Automatisch kommt ein europäischer Club in den internationalen Vergleich der Champions League, der neue Anforderungen und den Wert einer hervorragenden Plazierung in der nächsten Saison auf den Prüfstand stellt. Die Champions League hat sich inzwischen zu einem Mischwettbewerb zwischen Liga und Cup entwickelt, der Überraschungen erschwert, aber im Vergleich zu einem nationalen Ligabetrieb auch begünstigt. Im AC Mailand gewann dieses Jahr wieder eine Mannschaft, die immer zu den Favoriten zählt, seit es die neue Champions League gibt. Auch wenn das Endspiel in Athen längst nicht mit dem von Istanbul vor zwei Jahren vergleichbar war, ist doch wieder einmal der abfällige Ton, den die Mehrheit der deutschen Sportpresse anschlägt, nicht angebracht. Vielleicht wollte sie vergessen machen, das sie noch vor zwei Monaten Milan überhaupt nicht auf dem Zettel hatte – und das nicht ohne Gründe: Die Mannschaft galt als überaltert, WM-erschöpft, wegen des Skandals in der Serie A als wenig motiviert. Mit Hängen und Würgen qualifizierte Milan sich für K.o.-Runde und das Viertelfinale … alles schon vergessen? Doch dann kamen ein paar Spiele, die wieder die bekannten Qualitäten des italienischen Fußballs im allgemeinen und des AC im besonderen zeigten. Die Idee, den Zufall aus dem Spiel zu eliminieren, hat ein Streben nach Perfektion geboren. Die Scheußlichkeiten, für die der italienische Fußball bekannt ist, aber die nicht auf ihn beschränkt sind, Schiedsrichterbestechung und Doping, dienen der Eliminierung des Zufalls. Abgebrühte Tifosi sind bereit, das zu legitimieren, wenn es zum Erfolg führt. Die Triumphe Italiens und italienischer Clubs in internationalen Wettbewerben produzieren seit den schlecht aufgearbeiteten Skandalen der Vergangenheit immer einen faden Beigeschmack, weil sich begründet vermuten lässt, dass weiterhin Praktiken wie die andeutungsweise bekannt gewordenen eine Rolle spielen.

Die Aufmerksamkeit, die der Physis im italienischen Fußball geschenkt worden ist, macht es möglich, dass viele Spieler in hohem Alter von Maldini, Nesta, Cafu bis zu Seedorf lange erfolgreich Fußball spielen können. Die Physis wird aber grundsätzlich als Mittel zum Zweck, perfekten Fußball zu spielen, angesehen. Die Idee, neunzig Minuten, wenn nicht hundertzwanzig, lang, Powerfußball zu spielen, kommt nicht aus Italien. Aber die physischen Voraussetzungen zu schaffen, diesem Powerfußball zu begegnen, sind in Italien gelegt worden. Der Tempowechsel wird in Italien gepflegt, die taktische Beherrschung der Einzelsituation im Dienste einer Spielstrategie, die der Trainer festlegt, wenn nicht eigenwillige Eigner (wie im Finale 2005 Berlusconi) dazwischenreden, macht den italienischen Fußball stark, der von Leuten wie Ancelotti, Lippi, Capello in einer langen Tradition stehend weiter entwickelt worden ist. Methode und System sind die Stichworte, die auf berühmte Namen bis zu Vittorio Pozzo, in der Geschichte des AC auch auf Nils Liedholm zurückweisen. Die planmäßige Zerstörung der Spielfähigkeiten des Gegners und die kalkuliert vorgetragene Fähigkeit, Schwachstellen der gegnerischen Abwehr geduldig herauszufinden, wurde nicht nur im WM-Halbfinale praktiziert, sondern in den Spielen gegen ManU vollendet demonstriert. Diese hohe fußballerische Intelligenz macht Italien bei Anhängern eines reinen Emotionsfußballs nicht besonders beliebt. Milan aber repräsentiert mit diesen Mitteln ein Gegengewicht gegen den puren Powerfußball. Ironie des Schicksals: Es war der abgefälschte Ball von Pirlo, der Milan auf die Siegerstraße brachte. Zufall? Aus Milans Sicht: Freistoß methodisch herausgeholt, Inzaghi steht da, wohin der Ball kommen könnte. Zufall im Dienst des Systems.

Aber es hätte alles auch ganz anders kommen können. Das hatte das legendäre Endspiel vor zwei Jahren gezeigt, als Milan über Erwarten hoch schon 3:0 zur Halbzeit geführt hatte und dennoch den Sieg nicht sichern konnte. Aber es wäre völlig falsch, den Premier-League-Fußball auf Emotionsfußball zu reduzieren, auch wenn in Liverpool mit dem Mythos von „You never walk alone“ operiert wird. Rafael Benitez und José Mourinho gelten geradezu als Laptoptrainer. Die beiden Spiele im Halbfinale gegeneinander desillusionierten. Man hat die Spiele als eine Art Turbo-Sicherheitsfußball angesehen. Die Torarmut sprach für sich, die Torungefährlichkeit von Liverpool im Endspiel auch. ManU als offensivem Gegenbeweis hatte man im Spiel gegen die Roma beobachten können; aber Milan hat allen vorgemacht, wie man es auch gegen eine solche Mannschaft machen kann – gerade mit einer Elf über 30. Schon im Hinspiel hatte nur noch der eigene Elan und die nachlassende Kraft Milans ManU gerettet, im Rückspiel kam die Elf gar nicht dazu, ihr Tempo zu entfalten, weil Milan eben in der Lage ist, auf Bedarf die Initiative zu übernehmen. Da konnte kein Zufall helfen. In den ausgeglichenen Matches des Tempofußballs, so schien auch das Cupfinal zwischen Chelsea und ManU zu beweisen, entscheidet eher der Zufall, der durch Physis eingedämmt wird, aber bei Ausgeglichenheit auf höherem Niveau umso bedeutender wird. Die großen Vier (ManU, Chelsea, Liverpool, Arsenal) machen seit Jahren die Meisterschaft unter sich aus. Das stimmt auch mit der Vereinsökonomie überein. Wer allerdings am Ende vorne steht, wird anders ermittelt. In der Meisterschaft abgeschlagen zu sein, scheint für die Champions League aber gerade gut. Die Profis in England werden unter den Prämissen totaler Vermarktung über die Maßen beansprucht, wenn nicht überbeansprucht; das mag auch ein Grund für die kreative Leere des englischen Fußballs zu sein.

Anna Kessel hat im „Observer“ kurz vor dem Finale die deutsche Meisterschaft als viel spannender als die englische beschrieben, weil sie doch voller in England undenkbarer Überraschungsmöglichkeiten sei. Der Dreikampf zwischen Stuttgart, Schalke und Werder schien ihr wie vom Zufall angerichtet: „Das ist ungefähr so, als würden Newcastle, Tottenham und Aston Villa die Meisterschaft unter sich ausmachen. Und der Favorit unter ihnen ist Schalke, das deutsche Newcastle United.“ Wie so oft, die Analogie geht schief. Ein Blick in die Uefa-Clubfünfjahreswertungen führt die ersten deutschen vier Clubs in der Reihenfolge: Bayern (18), Werder (22), Stuttgart (30) und Schalke (37). Dann kommt erst Bayer Leverkusen. Schaut man auf die Umsätze; dann sieht es allerdings für die Vulgärökonomen (incl. der Jammerlappen Hoeneß und Rummenigge) wieder schlecht aus: Die Bayern gehören zu den Top Ten in Europa, Schalke kommt auf Platz vierzehn, Stuttgart und Werder sind nicht unter den zwanzig umsatzstärksten Clubs zu finden. Wie sind vor diesem Hintergrund internationale Erfolge zu erwarten? Die Einsicht in die Vorteile einer begrenzten Ökonomie könnten die Phantasie entzünden, nachhaltiger in die Technik und Taktik der Mannschaften zu investieren. Besonders im Vergleich mit den spanischen Mannschaften, die in der deutschen Sportpresse ebenso notorisch unterschätzt werden wie der sportliche Wert des Uefa-Cups, gibt es die sichtbarsten Defizite. Hinter Barcelona und Real haben sich Valencia und Sevilla zu notorischen Meisterschaftskandidaten entwickelt, die auf internationaler Bühne beweisen, was sie leisten können. Sevilla hat, selten genug, zweimal hintereinander den Uefa-Cup Marathon gewonnen, Valencia auch schon einmal. Valencia ist danach gegen Werder mal in der Gruppenphase ausgeschieden, in diesem Jahr in der K.o.-Runde an Chelsea gescheitert. Bewährt hat sich das Festhalten am konzeptionellen Arbeiten. Das physische Niveau ist gut, aber nie Selbstzweck – allein schon wegen der Spiele und der Hitze, mit der in bei vielen Spielen zu rechnen ist. Trotz unterschiedlicher Ausgangslage könnte man in Deutschland von Spanien lernen. Die Kader müssten qualitativ gut besetzt etwas größer werden, ohne das interne Gleichgewicht zu kippen – wie es oft bei zu großen Kadern mit zu vielen konkurrierenden Stars geschieht. Mit gezielten Verstärkungen ist schon das Überstehen der Gruppenphase in der Champions League für den deutschen Meister ein anspruchsvolles Ziel. Auch Bayern könnte sich spielend erneuern, wenn man nicht gleich morgen den Champions-League-Triumph erwarten würde. Ein Projekt Uefa-Cup-Sieg wäre eine gelungene Generalprobe.

16 Kommentare

  1. Ylem schrieb am 25. Mai 2007:

    Dieser Bericht ist….sehr lang. Und wirklich sehr schön geschrieben. Scheint mir (bin aber beileibe kein Experte – ich Ausländer) grammatikalisch einwandfrei zu sein. Nur kommen diese Erleuchtungen im Nachhinein, und sind mir teilweise suspekt. Niemand, aber niemand, hat mit Vfb Stuttgart als deutscher Meister gerechnet – selbst die Stuttgarter nicht. Liverpool war torgefährlich, und hat bis Minute 44 Milan an die Wand gespielt. Was sie nicht hatten, war einer der das Ding endlich rein macht. Und was Anna Neers vom Observer schreibt ist mir sowas von egal – sie versucht sich in die (für ssie) viel zu großen Rolle eines weiblichen Hugh McIlvanney. Ich mag dieses Schlauseinimnachhinein nicht so besoonders. Tut mir Leid. Oder vielleicht habe ich was mißverstanden – wenn ja, entschuldige ich mich dafür.

  2. Linksaussen schrieb am 25. Mai 2007:

    der neers-artikel war mir auch etwas seltsam erschienen, aber ich will den nicht überbewerten.

    “Die Aufmerksamkeit, die der Physis im italienischen Fußball geschenkt worden ist…” wird von mir allerdings (gerade in diesen Zeiten, seufz) mit einem bitteren Lachen quittiert. Läuft der Doping-Prozeß gegen Juve eigentlich immer noch? Irgendwie hab ich (oder die deutschen Medien?) den völlig aus den Augen verloren.

  3. scorer schrieb am 26. Mai 2007:

    Nur eine, zugegebenermaßen etwas verwirrte, Frage:

    Basiert dieser, stilistisch wirklich gut geschriebene Artikel tatsächlich auf der Betrachtung des diesjährigen CL-Finales? Dieses mit Ausnahme eines einzigen Passes (der dann auch ein Tor vorbereitete)völlig uninspirierten Ballgetretes in Athen?

    Und kann man wirklich eine logisch stringente Linie aus den Zeiten eines Liedholm zum Wirken eines Lippi oder Capello ziehen, ohne beim Gedanken an den dazwischen sich sperrenden Catenaccio Schluckauf zu bekommen?

    Gut, Entschuldigung, das waren schon zwei Fragen. Ich werfe noch eine Bemerkung hinterher: Meines Erachtens könnte man mit der gleichen Argumentationslogik die Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Norwegen bei den Olympischen Spielen 1936 für die Schwierigkeiten verantwortlich machen, die Jürgen Klinsmann bei der Einführung neuartiger Trainingsmethoden vor der WM 2006 zu bestehen hatte.

  4. Detlev Claussen schrieb am 26. Mai 2007:

    Danke für die Kritik und die Fragen. Lieber Ylem, ich möchte nicht als nachträglicher Prophet erscheinen. Meine eigenen prognostischen Irrtümer dieses Jahr waren Vorbedingung meines Beitrags (Bis zwei Tage vor Spielschluß hielt ich Schalke für kaum noch einholbar, mißtraute meiner Hoffnung auf Niederlagen in Ruhrderbys als meinem (werderfanatischem)Wunschdenken, an die Reißfestigkeit von Stuttgarts Serie glaubte ich bis dahin nicht. In der CL war dieses Jahr Lyon mein Favorit, danach Chelsea und ManU. Milans Rückspielsieg gab mir schwer zu denken; jetzt wollte ich mich aber nicht in die Alternative entweder verdammen der ehemaligen Favoriten (“Versager”)oder Hochjubeln fügen….

    Für Linksaussen: Am Juveapothekenskandal ist noch ungeheuer viel unaufgeklärt, mysteriöse Todesfälle etc. So weit ich sehe, traut sich auch in Italien kaum einer richtig ran. Nach meiner Meinung wäre das der Anfang einer wirklich ernsthaften Diskussion über Doping im internationalen Fußball …

    Und für Scorer:Zugegeben, ein weiter historischer Bogen.Aber ich wollte vor allem darauf hinweisen, daß -wie auch bei der WM wiedergekaut- der italienische Fußball (und vor allem Milan)nicht nur aus Catenaccio besteht; und dass bis heute selbst Trainer wie Capello wissen, was man von Liedholm (die systematische Vorbereitung auf alle möglichen Varianten von SPIELsituationen) lernen konnte. Von Mailänder Spielkunst war im Endspiel wenig zu sehen; in der ersten Halbzeit im Halbfinale gegen ManU umso mehr. Auch das war ein mir wichtiger Kritikpunkt an Teilen der deutschen Sportpresse: Aus einem Spiel allein ganze historische Trendlinien ausziehen zu wollen.Der AC bot diese Saison einfach alles: Großes und total Uninspiriertes (vor allem in der Liga). Auch ich habe Milan in dieser Saison unterschätzt.

  5. Ylem schrieb am 26. Mai 2007:

    Lieber Detlev – akzeptiert. Mein Beitrag liest sich leider härter als ich es wollte – vielleicht bin ich noch zu garstig ob der Darbietungen meiner Lieblinge von Borussia MG in der abgelaufenen Saison.

  6. Rambo P. schrieb am 27. Mai 2007:

    Die Frau vom Observer heißt Anna Kessel.

  7. Detlev Claussen schrieb am 28. Mai 2007:

    Danke, wird sofort geändert! Falsch abgeschrieben…Anna Kessel schreibt -habe gerade im Internet nachgelesen – ausgesprochen informative Artikel u.a. über Sport. Beeindruckend “on the hidden race” (Observer, October 29, 2006)

  8. CLx7 schrieb am 28. Mai 2007:

    Ach, ihr deutschen seid immer so analytisch. Irgendwie auch zum Kotzen.
    Ihr findet englischen Fußball sowas von toll. Rennen, schießen, böse kuckn. Hin und her. Singende Fans und dunles Bier. In Wirklichkeit schaut man nach Spanien und findet brasilianische Zöpfe geil und hätte gerne die Glatze wie die von Zidane.
    Ich lebe sehr gut mit dem “Makel” des Calcio. Der Skandal kommt mir ebenfalls recht. Denn hier, trotz der Krake, zeigt sich wahre Stärke- siehe Berlin und auch Athen. Wie kann man sich anmaßen eine Leistung wie die von Milan in all den Jahren und vor allem dieses Jahr zu kritisieren und , weils ja so hipp ist, immer für den Verlierer sein? Und wenn gar nix mehr geht holt ihr den Catenaccio aus euren Hinterstübchen raus oder droht nie mehr Pizza zu essen. Wie trostlos.
    Hätte Schalke oder Chelsea was gerissen wären die Russen der Feind, bei Manu oder Liverpool hätte man sich über die Amis wund geschrieben und was bleibt?
    Ein VFB Modell der wahrscheinlich in der zweiten Runde des UEFA-Cups scheitert (die jungs sind ja sooo toll!) und, wahrschienlich noch schlimmer: Bayern gewinnt nächstes Jahr irgendwas und das Triumvirat aus München werden den anderen Bösen aus der Finanzwelt wieder gleichgestellt.
    Wie langweilig!
    Noch was zu England 1: Vor ca zwei Manaten die stärkste Fußballmacht mit all den Clubs im Halbfinale der CL. Heute: Weinen aufgrund der Misere. Und ein Benitez (sollte dringend in Spanien oder Italien trainieren) regt sich uber 16 Sekunden auf.
    Noch was zu England 2:
    ARSENAL – Wenger
    MANU – Ferguson
    LIVERPOOL – Benitez
    CHELSEA – Mourinho….very very british!

  9. Oliver Fritsch schrieb am 29. Mai 2007:

    @CLx7: Sie führen wohl ein Selbstgespräch, denn einen Bezug zu dem Text oder einem Kommentar kann ich nicht erkennen.

  10. binnensider schrieb am 29. Mai 2007:

    Lassen sich nicht alle Fußballspiele auf das Bemühen herunterbrechen, den Zufall, der aufgrund der Beweglichkeit des Balles dem Spiel systemimmanent ist (das verdammte Ding fliegt, wohin es will), so weit wie möglich zu reduzieren ?

    Ich finde schon, daß dies Milan im diesjährigen Finale durch eine musterhafte taktische Disziplin weitgehend gelungen ist. Ob das Spiel dann für Außenstehende so furchtbar attraktiv ist, ist dann ja eine zweite Frage. Und auch diese Physis der meisten Mailänder Spieler, die in einem Alter sind, in dem derartige Hochleistungen zumindest nicht mehr selbstverständlich sind, basiert nicht auf einem Zufall, sondern ist sicherlich auch der sehr stark analytisch geprägten Mailänder medizinischen Abteilung zu verdanken.

  11. manuman schrieb am 29. Mai 2007:

    @ binnensider: schöne Beobachtung. Allerdings gibt es zwei Möglichkeiten, Zufall zu eliminieren:

    Die eine basiert auf 100%-ige Kontrolle des Balles und des Geschehens auf dem Rasen. Dies ist z.B. das Ideal eines begabten Bürokraten wie Mourinho. Leider ist dies nie wirklich möglich (so Störfaktoren wie Menschlichkeit, Regel usw.).

    Die andere, von Fußballfans i.d.R. bevorzugte, ist die kreative Kontrolle. Durch Ideenreichtum, aber auch durch Körpersprache, Leidenschaft (oh, Gattuso!) und Tempowechsel kann eine Kontrolle des Geschehens weitgehend erreicht werden und dem Zufall der Platz genommen werden.

    Nicht gerade berühmt für die zweite Variante, hat AC Milan (und bitte, bitte nicht AC Mailand, der Name kommt aus der englischen Bezeichnung, nicht der italienischen Milano. Es heißt ja auch River Plate und nicht Flussebene oder Stromteller) im Halbfinale (gerade im Rückspiel) was hervorragende Fußballer erreichen können in Sachen Spielkontrolle und Kreativität.

    Meine ansonsten begeisternden armen Teufel haben sie an die Wand gespielt, und wirklich dem Zufall keine Chance gelassen. Gerade gegen eine Mannschaft wie ManU, die alles nach vorne wirft und alles andere dem Talent und dem Zufall überlässt, war das Sstem Milan überlegen und nicht minder attraktiv.

    Deshalb allerdings der Abscheu nach dem Finale, sie können’s ja besser, das wissen wir jetzt!

    @Clx7 Hmm, wie soll ich’s Dir sagen: Fergusson ist tatsächlich britisch, sogar sehr… Übrigens ist diese ganze Schiene Ausländer-in-England etwas überzogen und scheinheilig (Ausländer wollten dort vor 15 Jahren nicht spielen, deshalb war keiner da, wie etwa bei der Bundesliga) und dämlich – Briten, die in England leben, sind oft ihrer Wurzel gefolgt, oder der Chance woanders Nationalspieler zu sein. Die Massen an Iren, Walliser, Nordiren und Schotten sind nicht wirklich Ausländer!

    Benitez, wiederum hat, zwei spanische Meisterschaften und ein UEFA-Pokal mit Valencia, Ein CL-Pokal mit Liverpool, eine ziemlih begrenzte Mannschaft.

    Daher eine Empfehlung: schieße Deine Pfeile vorsichtig, mit Bedacht und erst nach dem Zielen. Oder woanders.

  12. CLx7 schrieb am 29. Mai 2007:

    @manuman
    dann frag mal einen waliser, iren, schotten ob sie sich britten nennen.
    benitez ist einen von den nicht-englischen trainern der ein top-team unter sich hat. wiederhole mich hier gerne. den würde ich gerne in italien -nach ancelotti vielleicht?- arbeiten sehen.
    mir geht es dabei darum, dass der (nicht von mir) hochgelobte fußball mit brittischen trainern wahscheinlich immer noch dort wäre wo er vor ein paar jahren war: in der zweiten und dritten riege. that´s all.
    du gibst mir ja nicht wirklich unrecht mit deinem @an mich.
    ohne vielfalt (spieler & trainer) aus anderen ländern kein erfolg.

    achtung ducken – pfeil ist schon unterwegs

  13. Linksaussen schrieb am 30. Mai 2007:

    was einen wieder mal wünschen ließe, es gäbe mehr ausländische trainer in der bundesliga, indes: gab und gibt es ja. ich denke da als persönlich betroffener ungern an bert van marwijk zurück und auch trap war wohl ein mißverständnis, aber huub stevens z.B. scheint ja nicht schlecht zu arbeiten. löw, rangnick, veh, allofs oder meyer zeigen aber ja, daß weder nationalität noch alter letztendlich entscheidend sind, um fußball mit einer idee spielen zu lassen. man braucht aber halt auch die spieler dazu. und, das ist zur zeit wohl das größte manko: die trainer brauchen die kontinuität. und da sind (meiner bescheidenen erinnerung nach) nicht nur die englischen klubs meistens mit mehr geduld gesegnet. oder irre mich da?

  14. manuman schrieb am 30. Mai 2007:

    @CLx7 war auch meine Absicht, zu widersprechen, sondern die zu weit geschossenen Pfeile zu korrigieren. Bin selber großer Liebhaber italienischen Fußballs (und habe nach einer frühzeitig gezielten Wette im letzten Sommer für Italien als Weltmeister, ein paar schöne Wochen gehabt).

    Den großartigen italienischen Fußball hat Milan aber nicht im Finle gezeigt, meine ich. Die Sache ist, es ist im Endeffekt eine Frage des Geldes. Nicht im Einzelfall, aber im Großen und Ganzen. Englischer Fussball lebte immer von der Begeisterung der eigenen Fans, als diese ins Geld übersetzt wurde, durch Sky und co. wurde die englische Liga atraktiv. Ausländer mit Niveau kamen, verbesserten den Fußball durch neue Elemente (das machen gute Ausländer immer, nicht nur beim Fußball), mehr Spannung und Interesse entstand, und so weiter. Deshalb finde ich, dass Du Grund und Wirkung vertauschst: Ausländer kamen auf die Insel, weil dort atraktiv gespielt wurde (anziehend, weil dort immer viele Zuschauer sind, Atmosphäre, Interesse der Weltöffentlichkeit – schon immer, oder wenigstens seit den 70ern- und vor allem, natürlich, das große Geld). Vor 10 Jahren waren Stars fast ausschließlich in der – quasi Staatsfinanzierten – Serie A, Südamerikaner und Holländer auch in Spanien. Heute träumen sie von der Premier League (sogar Sheva!).

    Ferguson ist ein stolzer Schotte – und Brite. Nicht Engländer, aber Brite – im Gegenteil zu den Iren, die nicht ein Teil Brittaniens sind – deshalb gibt es diese Teilung, wie sonst nirgendwo: 4 Nationalmannschaften aus einem Land! Es ist ja nicht so, dass die Basken nicht Iberer sind oder gar Spanier. (Auch wenn sie es, wie die Katalanen, anders sehen möchten).

    Noch mehr – trotz schön gepflegte Feindschaften, sind diese Btiten keine “Ausländer” in England. Ryan Giggs hat es öffentlich bereut, nach einem Großvater zu gehen und für Wales zu spielen und nicht für England. Podolski & Co. könnten für Polen spielen, Kuranyi für Brasilien, Panama und Ungarn – ist er deshalb Ausländer? Der eingebürgerter Neuville andererseits, der erst jetzt so langsam Deutsch kann – ist er nicht viel eher Ausländer? Aber lassen wir das. Siehst Du meinen Punkt?
    Abgesehen davon ist die Frage wie sie sich selbst begreifen, wie sie von Zuschauern und System gesehen werden, und ich meine festgestellt zu haben, dies sei der Fall.

    Gut gezielt, der Pfeil, aber noch kein Treffer, fürchte ich.

    @Linksaussen
    Stevens ist eine Ausnahme, er war nicht als toller Trainer bekannt, sonst wäre er woanders gelandet als auf Schalke. Dies ist meiner Meinung nach das Problem, die Attraktivität. Es müssen entweder die Anerkennung durch Qulität oder das große Geld vorhanden sein, um Namen herzulocken. Viele versuchen es über die zweite Schiene…

    In UK ist es nicht viel anders als hier, die erfolglosen Klubs feuern so schnell sie können. Eine Schwierigkeit dabei ist die Rolle des “Managers”, als Gegensatz zum heimischen Trainer – gleichzeitig Trainer und technischer Direktor zu schmeißen ist gravierender, zeigt Hoffnungslosigkeit und das Fehlen einer Strategie die konsequent verfolgt wird. So wie bei Eltern… Daher sind britische Eltern, sorry, Klubs, eher zurückhaltend.
    Ein anderer Grund ist, dass Top-Teams wie ManU, Arsenal, Liverpool (Chelsea muss sich noch ein paar Jahren beweisen) erst Manager holen, die Erfahrung und Erfolge ausweisen können. Fergusson, 21 Jahren ManU, war erfolgreich u.a. in Schottland uns auf europäischer Ebene. Als er geholt wurde, wurden ein System, eine Strategie, eine Nachwuchsarbeit (für alles ist er zuständig!) verabschiedet. Das hält jemand im Posten für lange. Ähnlich ist es mit Wenger bei arsenal, und die Erfolge, die langsam geerntet werden, geben den Klubs recht. (Übrigens ein Grund warum kein solcher Manager jemals nach D kommen würde um unter U. Hoeneß zu arbeiten!)
    Bei Portsmouth und Westham, sieht es anders aus. Die Manager gehen zwar oft selbst nach verkorkster Saison, aber das ändert nichts an dem Fehlen von Kontinuität.

  15. manuman schrieb am 30. Mai 2007:

    Sorry, ein Tag zu viel – bitte Entschuldigung um Re-Posting!

    @CLx7- natülich war es NICHT meine Absicht zu widersprechen, etc.

    @Linksaussen Stevens ist eine Ausnahme, er war nicht als toller Trainer bekannt, sonst wäre er woanders gelandet als auf Schalke. Dies ist meiner Meinung nach das Problem, die Attraktivität. Es müssen entweder die Anerkennung durch Qulität oder das große Geld vorhanden sein, um Namen herzulocken. Viele versuchen es über die zweite Schiene…
    In UK ist es nicht viel anders als hier, die erfolglosen Klubs feuern so schnell sie können. Eine Schwierigkeit dabei ist die Rolle des “Managers”, als Gegensatz zum heimischen Trainer – gleichzeitig Trainer und technischer Direktor zu schmeißen ist gravierender, zeigt Hoffnungslosigkeit und das Fehlen einer Strategie die konsequent verfolgt wird. So wie bei Eltern… Daher sind britische Eltern, sorry, Klubs, eher zurückhaltend.
    Ein anderer Grund ist, dass Top-Teams wie ManU, Arsenal, Liverpool (Chelsea muss sich noch ein paar Jahren beweisen) erst Manager holen, die Erfahrung und Erfolge ausweisen können. Fergusson, 21 Jahren ManU, war erfolgreich u.a. in Schottland uns auf europäischer Ebene. Als er geholt wurde, wurden ein System, eine Strategie, eine Nachwuchsarbeit (für alles ist er zuständig!) verabschiedet. Das hält jemand im Posten für lange. Ähnlich ist es mit Wenger bei arsenal, und die Erfolge, die langsam geerntet werden, geben den Klubs recht. (Übrigens ein Grund warum kein solcher Manager jemals nach D kommen würde um unter U. Hoeneß zu arbeiten!)
    Bei Portsmouth und Westham, sieht es anders aus. Die Manager gehen zwar oft selbst nach verkorkster Saison, aber das ändert nichts an dem Fehlen von Kontinuität.

  16. Amazing Autos Guide schrieb am 21. August 2007:

    Amazing Autos Guide…

    I couldn’t understand some parts of this article, but it sounds interesting…

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