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Oliver Fritsch Portugal-Deutschland 2:3

von Oliver Fritsch

Um es mit dem großen Fatih Terim zu sagen: Ich sende meine Liebe nach Basel. Das nenne ich mal eine Leistungssteigerung, und (nicht jede Phrase ist hohl) die Visitenkarte einer Turniermannschaft. Die Deutschen haben es geschafft, die Portugiesen daran zu hindern, ihre Stärken zu entfalten. Es war ganz offensichtlich, dass sie mit der Umstellung von dem erstarrten 4-4-2 auf 4-2-3-1 die Mitte des Spielfelds zuriegeln wollten, um auf den Außenbahnen der Zweikampfstärke Friedrichs und Lahms zu vertrauen. Kaum Verschieben, wenig Doppeln gegen die portugiesischen Flügel. Löws Taktik hat alles in allem hervorragend funktioniert. Bis auf das 2:3, da hat der eingewechselte Fritz den Moment versäumt, Ballack im Zweikampf zur Seite zu springen. Das erste Gegentor geht natürlich auf die Kappe von Mertesacker, der die Schärfe des Passes falsch einschätzte. Sieht man selten von ihm. Aber auch Podolski hätte diesen schnellen Gegenangriff, noch in des Gegners Hälfte, unterbinden können.

Aber warum fange ich bei den Gegentoren und den Fehlern an? (Vielleicht ist das meine deutsche Ader.) Stark war Rolfes, der da ist, wo man ihn braucht, sehr ruhig am Ball ist und ihn gut verteilen kann; ihn müsste man nicht durch Frings ersetzen; ihn hätte man auch vorher gerne sehen mögen. Sein Nebenmann Hitzlsperger zeigte ebenfalls taktische Disziplin, doch sein Colt sitzt zu locker. Auch wenn der gegnerische Tormann nicht der stärkste ist – man muss nicht jeden Ball direkt aufs Tor ziehen. Auch ein Zeichen von Nervosität, wenn man nur auf seine größte Qualität vertraut, als wäre es die einzige. Ballack war in vorgezogener Position deutlich inspirierter, vor dem 1:0 öffnete er das Feld sehr gut. Und er läuft nach wie vor verdammt viel. Friedrich verteidigte solide und fair. Klose traf (wenn auch ohne Salto) – das zählt. Podolski ist sehr stark, wenn der den Ball hat (halt erst dann); sein Schuss in der 70. Minute aus etwa 35 Metern wäre das Tor des Jahres geworden. Es hätte sich allerdings gegen das 1:0 durchsetzen müssen, das Podolski durch zweifachen Doppelpass fein-feiner-vom-feinsten vorbereitete.

„Man of the Match“ war natürlich Schweinsteiger: sehr selbstbewusst, mit zwei millimetergenauen, Rasiermesserfreistoßvorlagen und einem Tor, bei dem man ihm ansah, dass er schon drei Sekunden vorher wusste, dass er es macht. Die Portugiesen hatten ihn nie im Griff. Doch der beste Deutsche, und da muss ich Abbitte leisten, stand im Tor. Wirkte Lehmann in den Spielen zuvor wie eine Bahnschranke, strafte er nun alle Kritiker Lügen. Vor zwei Jahren war es die richtige Entscheidung Klinsmanns gewesen, Lehmann ins Tor zu stellen. Dieses Jahr war hatte ich große Zweifel. Aber ich lag wohl falsch. Lehmann verhindert Gefahr, bevor sie entsteht. Und das war gegen Portugal mehrfach zu sehen: Flanken außerhalb des Torraums gefischt; liberohaftes Abwehrspiel, wenn der Ball hinter die Innenverteidiger gepasst wird; dazu noch ein guter Reflex gegen Ronaldo (dem dann doch das 1:2 folgte). Es ist unspektakulär, also undeutsch, wie er spielt, aber er ist enorm wichtig. Glaube nicht, dass Adler oder ein anderer deutscher Torwart dazu in der Lage ist.

Gerade angesichts der deutschen Abwehr, die in der ersten Halbzeit Löcher offenbarte, besonders über links und halblinks. Lahm hatte in ersten Halbzeit ungewohnte Probleme, und Metzelder verteidigt nach wie vor zu passiv, er erkennt Gefahr zu spät. Auch wenn man ihm zugutehalten muss, dass er die Gegner (und sicher auch manch deutschen Fan) durch seine Vorstöße verblüfft, wie etwa vor dem 2:0 – er ist die Achillesferse der deutschen Elf. In der zweiten Halbzeit allerdings gewann er wiederum einige wichtige Zweikämpfe. Überhaupt war es am Ende eine Abwehrschlacht, dass einem das Herz aufgeht. Die letzten fünf Minuten wirft man sich in die Schüsse des Gegners und drischt den Ball übers Stadiondach. Dorthin, wo man ihn nie wieder findet. Genau das wollen wir sehen, bei aller Liebe zum System- und Kombinationsfußball! Übrigens, vier Minuten Nachspielzeit?! Was soll das denn? Ok, vor dem 3:1 hat Ballack das Glück ein wenig angeschoben.

Aber vor allem bewiesen die Deutschland Mumm und offenbarten Leidenschaft. Dazu könnten die seltsame Löw-Sperre der Uefa sowie die harsche Kritik der Presse beigetragen haben, aber auch die neue Situation als vermeintlicher Außenseiter. Und die Portugiesen? Sie fanden keine Antwort auf den Widerstand der Deutschen. Und auch nicht auf deren Führung. Auch wenn ihnen zwei Mal der Anschlusstreffer gelang, so hatte ich doch den Eindruck, dass sie nach dem 3:1 (auch schon ein wenig nach dem 2:0) den Glauben an ihr Können und den Willen zum Sieg verloren. Sie haben sich den Zahn ziehen lassen. Abgesehen von den Schlussminuten gelang es ihnen nie, andauernden Druck aufzubauen. Ihre Flanken verhungerten meist, und diejenigen, die aus der Distanz schießen können (Ronaldo und Deco), ließen die Deutschen nicht. Von Ronaldo ohnehin in vielen Phasen nicht viel zu sehen. Mit Rückschlägen und -ständen umzugehen – das muss man auch können. Das soll aber keine Schlussfolgerung sein auf die portugiesische Mentalität und den Fado und so’n Käse. An der EM 2000 hatten sie ja auch die Engländer nach 0:2 mit 3:2 besiegt. Ach, jetzt rede ich auch noch von den Engländern …

Was ist noch drin für Deutschland? Alles. In der K.O.-Runde sowieso. Ich glaube nicht, dass sie gegen Kroatien, sollte das der Halbfinalgegner sein, nochmals so schlecht aussehen werden wie in der Vorrunde. Aber sie müssen, wenn sie mehr erreichen wollen, mehr Torchancen herausspielen als in den letzten drei Begegnungen. Vergessen wir nicht, dass drei der letzten vier Tore aus Freistößen resultierten! Also nicht, dass das unbedingt ein schlechtes Zeichen ist, schließlich hatten wir uns noch vor kurzem über die Standardschwäche der Deutschen beschwert. Aber drauf verlassen kann man sich natürlich nicht. Zumindest ist ihnen der Respekt der Gegner und Experten wieder sicher.

Hab ich das falsch mitbekommen oder haben Flick und Löw die Lierhaus schön auf den Arm genommen? Auf die Frage, was dieses Mal anders gewesen sei, antwortete Flick: „Eigentlich nichts. Nur dass ich diesmal selbst die Aufstellung gemacht habe.“ Diesen Gag hat Löw mit durchgezogen, auch noch später während des Interviews. Und sie hat nicht mal nachgehakt oder gestutzt. Vielleicht hab ich’s durch das Getöse auf der Gießener Ludwigstraße und den hohen SMS-Verkehr in meiner Umgebung auch einfach falsch verstanden.

Wie sehen Sie das? Waren die Portugiesen schwächer als sonst oder lag es an der deutschen Elf? Wie geht’s nun weiter? Was passiert, wenn Frings zurückkehren sollte? Und wie kann man Klose noch besser ins Spiel bringen? Ich bin auf Ihre Antworten gespannt.

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52 Kommentare

  1. 12. Mann schrieb am 20. Juni 2008:

    Tolle Leistung der deutschen Mannschaft. Riesen Leistung auch von dem Trainerteam. Die Umstellung von 4-4-2 auf 4-2-3-1 war Gold wert.

    Was kann man von einem Spiel mehr verlangen? Zum Teil geniale Spielzüge (zum 1:0) und leidenschaftlicher Teamgeist und Kampfeswillen.

    Und endlich muss ich mir nicht mehr dieses Geschwätz vom derzeit besten Fußballer der Welt anhören. Zugegeben: C. Ronaldo ist ein genialer Fußballer, aber solange er solche Schauspieleinlagen wie nach dem Foul von Arne Friedrich (da hat er gejammert als hätte ihm Friedrich den Fuß gebrochen) wird er für mich nie ein großer Sportler sein. Aber er ist ja erst 23 und vielleicht lernt er noch ein wenig. Heute war auf jeden Fall die deutsche Nummer 7 der eindeutig bessere Fußballer.

    Ich musste ja gestern ein wenig schmunzeln, als ich den Satz von Arne Friedrich lesen musste: “Ich kenne Ronaldo. Ich habe sehr viel Champions League gesehen”. Aber klasse Spiel von ihm. Scheinbar hilft fernsehen wirklich. Ich werde jetzt noch mehr Fußball schauen, vielleicht bin ich dann schon in Südafrika 2010 im Kader.

  2. Flinkfinger schrieb am 20. Juni 2008:

    Deutschland hat in Basel meines Wissen noch nie schlecht gespielt. Das wird auch im Halbfinale so sein, egal gegen wen.

    Vielleicht sollte man bei der UEFA beantragen, das Finale nach Basel zu verlegen.

  3. Viertelfinalstimmen: “… wie eine mythische Figur aus einer Sage” | EURO 2008 schrieb am 20. Juni 2008:

    [...] Oliver Fritsch: Um es mit dem großen Fatih Terim zu sagen: Ich sende meine Liebe nach Basel. [...]

  4. vbernd schrieb am 20. Juni 2008:

    @12.Mann (#1):
    Die Zeitlupe offenbarte ganz deutlich, dass Friedrich Ronaldo NACH dem Zweikampf, als dieser am Boden lag, im Vorbeilaufen auf den Fuß stieg.
    Geht man davon aus, dass ein Fussballprofi normalerweise ganz genau weiß wo er hinsteigt, wäre das eine klare rote Karte gewesen, aber nachdem es der Schiedsrichter nicht gesehen hat…
    Ja, er wirkt theatralisch, aber “Schauspieleinlage”? Nein.

  5. Kraelinho schrieb am 20. Juni 2008:

    Jetzt kann die em richtig losgehen. Sehr beeindrcukendes spiel von schweinsteiger,lahm,rolfes und lehmann,die für mich die garanten des sieges waren.
    Ballack ist nach meinem Empfinden zu sehr untergetaucht in manchen kritischen phasen.

    Zum 2:1 kann ich nur anmerken, dass mertesacker nicht die Hauptschuld trägt, denn erstens reagiert Podolski an der Mittellinie viel zu spät, als ihm der gegenspieler im rücken etnwischt. Zweitens war die rechte abwehrseite verwaist. Friedrich war nach einer offensivaktion vorne. Dafür hätte sich Schweinsteiger fallen lassen müssen oder hitze oder rolfes rausschieben müssen. meetesacker sieht unglücklich aus, aber insgesamt war es nicht sein fehler.

    So eine situation gilt es im hinblick auf das halbfinale noch zu verbessern. ebneso zwei spielereignisse, als die deutschen plötzlich in unterzahl verteidigen mussten.

    zu c.ronaldo: wegen dieser übertriebenen theatralik, bleibt er einfach unsympathisch. hat er ja gar nicht nötig und dass sind so “kleine” charakterzüge, wie der hang zur überheblichkeit bei elfmetern, die ihn für “den” superstar disqualifizieren.

  6. busch-Man schrieb am 20. Juni 2008:

    Jaja, jetzt ist wieder alles rosig. In Zukunft erbitte ich mir im Vorfeld weniger Schwarzmalerei; immerhin leisten sie ja Abbitte bezüglich ihrer deutsch Ader. Sieg.

  7. Seggel schrieb am 20. Juni 2008:

    @OF “Was passiert, wenn Frings zurückkehren sollte?” – Frings sollte nicht zurück kehren. Er kann ja im Hintergrund weiter Conan der Barbar spielen :-)
    Rolfes hat die Sache eine Klasse besser gelöst als “Superstar” Frings.

  8. Oliver Fritsch schrieb am 20. Juni 2008:

    @busch-Man: Wenn sie gut spielen, schreibe ich, dass sie gut spielen. Wenn sie schlecht spielen, schreibe ich, dass sie schlecht spielen. Das werden Sie nicht ändern können.

  9. Stefan schrieb am 20. Juni 2008:

    @busch-Man: Dachte ich mir auch gerade.

    Die Leistung nach einem Spiel zu beurteilen – schön und gut. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass man bei so einer Beurteilung auch die Leistungen berücksichtigt, die in den ganzen Spielen davor gezeigt wurden. Dann hätte man sich ohnehin denken können, dass die Mannschaft zu dem in der Lage ist, was sie gestern gezeigt hat.

    Und Christian Eichler wird jetzt wahrscheinlich wieder über Knopfaugen und Popstars schreiben…

  10. chris96 schrieb am 20. Juni 2008:

    Ja so schnell kanns gehen.
    Als Favorit gestartet, nach dem Polen Spiel gelobt, nach dem Kroatien-Spiel die Deppen der Nation, nach dem Österreich-Spiel vorsichtiger Applaus und jetzt schon wieder Mit-Favorit.
    Sind denn die Berichterstatter so unter Sensationsdruck, dass es immer das jeweilige Extrem sein muss?
    Mein Fazit:
    Taktik
    Großartiger Schachzug eine Doppelsechs zu installieren. Welche Glück, dass Frings verletzt ist. So konnte Rolfes endlich mal zeigen, dass das auch andere können – und besser.

    Tore
    1:0
    wunderbar herausgespielt. Genau so stelle ich mir Fußball vor. Hier bewahrheitet sich, das Löws Personalplanung – egal was nach dem Kroatien-Spiel geschrieben wurde – doch funktioniert. Nur weil Spieler im Verein evtl. nicht zum Zuge kommen, müssen sie nicht zu schlecht für eine EM sein.

    2:0
    Ein Tor, das aus Sicht der Portugisen nie fallen darf. Ricardo kommt raus, aber doch nicht so richtig und ein Verteidiger ist rund um Klose nicht zu sehen.

    3:1
    Klarstes Foulspiel voin Ballack. Schiebt er den Vereidiger nicht weg, kommt er niemal an den Ball.
    Man stelle sich vor, so ein Tor würde GEGEN Deutschland fallen.

    Positiv formuliert: Aus wenigen Chancen und den Fehlern des Gegners viel gemacht.
    Negativ formuliert: Deutschland schießt 3 Tore und keiner weiß warum.

    Gegentore
    2:1
    Wie oben schon beschrieben, die linke Abwehrseite zu offen, Mertesacker verschätzt sich nicht etwa, sondern hat einfach eine zu große Übersetzung, um nach dem Abspiel noch die Richtung zu wechseln und den Ball abzufangen.

    3:2
    Ballack läuft nur hinter/neben Nani, es kommen zwar zwei Spieler hinzu, doch mit einer einfachen Finte verschafft er sich genug Raum zum Flanken. Hier verschätzt sich Mertesacker wirklich, Postiga hingegen steht richtig.

    Am Ende konnten die Deutschen und das ist wirklich positiv, den Spiel- und Tordrang der Portugiesen unterbinden, mit gutem Zweikampfverhalten, Laufbereitschaft und der richtigen Taktik.

    Schade erneut, dass sich Steffen Simon nicht in der Lage sieht, einen besseren Mann für solche Spiele zu bestimmen als sich selbst.
    Er verstand es zu keiner Zeit mich wirklich ins Spiel hineinzuziehen, auch am Ende kam nicht so richtig Spannung auf.
    Dazu die immer wieder falsch ausgesprochene Wiederholung des Namens Simao.
    Am Ende ein glorifizierendes Fazit mit Superlativ über Superlativ. Hallo? Deutschland hat ein Viertelfinale gegen Portugal gewonnen, mehr nicht.

    Netzer & Delling haben ihre Halbwertszeit überschritten, da muss dringend was Neues her liebe ARD.

  11. Africandude schrieb am 20. Juni 2008:

    @vbernd: Wie, das soll keine Schauspieleinlage gewesen sein?? Man sieht in der Zeitlupe ganz deutlich, dass Ronaldo zunächst nicht auf die Berührung von Friedrich reagiert und erst nach einer kurzen Überlegung in die Pose des sterbenden Galliers verfällt – aber wie!

    Da hat sich der “beste Spieler der Welt” meines Erachtens aber komplett zum Affen gemacht…

  12. BArometer21 schrieb am 20. Juni 2008:

    @ busch-Man: Nach den zwei Spielen gegen Kroatien sowie gegen Österreich gab es auch nichts – außer dem Siegtor – zu bejubeln. Da ist es schon angebracht, dies zu bewerten. Ich hatte tatsächlich Angst in ein Zurückfallen in die Prä-Klinsmann-Ära, als es keine Kleinen mehr gab. Mag sein, dass das überzogen war – gestern wurde ich eines Besseren belehrt – aber Fussball kann ich auch nicht mit ganz kühlem Kopf sehen und bewerten.

    Aber nun: der Grundstein des Spiels war die Meisterleistung in der taktischen Aufstellung. Man konnte sehen, dass Ballack in den Spielen zuvor regelrecht verschwendet wurde. Und die neue Doppelsechs funktionierte außerordentlich gut.
    Brauchen wir Frings noch in diesem Turnier? Ich meine nein. Zumindest kann die Anfangself noch zweimal so aussehen wie gestern. Mir wäre das recht. Und auch wenn es Hitzelsperger etwas oft aus der zweiten Reihe versucht: irgendwann trifft er auch. Denn er kann das.

    Ob Scolari Schweinsteiger nun zu Chelsea holt, damit er auf keinen Fall mehr gegen ihn spielt? …

  13. Seggel schrieb am 20. Juni 2008:

    Das Schicksal hat es gut mit uns Schlaaaand-Fans gemeint.
    Vor allem: Löw wird von Bilic und der UEFA aus Wolkenkuckucksheim (wir drücken jedem Gegner unsern Stempel auf) zurück geholt. Das heißt, er stellt die Mannschaft wieder so ein und auf, dass sie auch gewinnen kann. Und das macht sie dann auch toll.

    Ich glaube auch, das Schicksal hat erkannt, dass Frings im Moment dieser Mannschaft nicht gut tut. Und weil Löw den nicht raus genommen hätte .. Andererseits, vielleicht hätte er sich jetzt, da ihm das Wasser zum Hals stand, doch getraut?

  14. 12. Mann schrieb am 20. Juni 2008:

    Rückblickend finde ich es schade, dass gegen Österreich niemand eine rote Karte gesehen hat. Sonst hätte dieser im Halbfinale eine “Bringschuld” und man hat ja an Schweinsteiger gesehen, wie positiv die sich auswirken kann.

  15. Hexenkessel schrieb am 20. Juni 2008:

    Wenn sogar Günther Netzer beginnt, über deutsche Tugenden zu fabulieren, dann weiß man, dass man soeben einem wahnwitzigen Fußballabend beigewohnt hat. Die EURO 2008 hat uns bislang viele großartige Spiele beschert: Die sensationellen Aufholjagden der Türken, Fußballfeuerwerke in Oranje und High-Speed-Fußball aus Portugal und Spanien. Nur die Deutschen wirkten mal wieder wie die Schmuddelkinder. Rumpelten sich wie in besten Zeiten durch die Vorrunde, spielten nur einmal souverän, keineswegs grandios gegen Polen, blamierten sich gegen Kroatien, leisteten nicht mehr als Pflichterfüllung gegen Österreich.
    Und nun das: Gegen Portugal entwickelte sich ein packender Fußballkrimi mit fünf Toren, Spannung bis zum Schluss und vor allem einer deutschen Elf, die endlich das zeigte, was die Fans sehen wollen. Deutsche Tugenden? Natürlich. Während alle über die schlechten Standards der Nationalmannschaft meckern, zwirbelt Portugiesenschreck Schweinsteiger mal eben zwei simple aber effektive Meisterwerke in den Strafraum und deckt damit auf, dass Portugal bislang nur glänzen konnte, weil die Defensive nie gefordert wurde. Und es wurde wieder Gas gegeben auf dem Platz. Zwar verlor man den ein oder anderen Zweikampf, aber aus dem Weg ging man ihnen nie. Philipp Lahm, Arne Friedrich und natürlich die neue deutsche Doppel-Sechs erwiesen sich als echte Bollwerke gegen portugiesische Dribbelkunst. Es waren zumeist halbherzige Fernschüsse, mit denen der überragende Jens Lehmann nie wirklich in Gefahr gebracht wurde. Michael Ballack entwickelt sich immer mehr zum Spieler des Turniers. Kaum ein anderer prägt seine Mannschaft so wie der Capitano. Ich sag mal: Ohne seine Premier League-Erfahrung hätte er das Tor vielleicht nie gemacht. Klasse, wie er sich freischaufelt. Kann man pfeifen, muss man nicht. Einfach clever gemacht.
    Dennoch fielen zwei Gegentore als Ergebnis zweier identischer Fehlerketten: Mangelndes Stören beim Spielaufbau, bzw. bei der Flanke plus Stellungsfehler von Mertesacker. Geschenkt. Lieber so gegen Portugal, als 1-0 Arbeitssiege gegen Österreich. Als Dreingabe ein paar Zuckerli, wie der sensationelle Schuss von Podolski, der sogar Michael Ballacks Freistoß überholt hat. Oder die Vorstöße von Metzelder, bei denen man seinen Augen nicht trauen wollte. War das die Kampfansage an Pepe?
    Endlich also mal berechtigte Autokorsos in den deutschen Städten. Dank den neuen deutschen Tugenden.

  16. Seggel schrieb am 20. Juni 2008:

    @12. Mann – Sehr schöner Gedanke :-) Allerdings stimmt deine Annahme nicht ganz: Löw hat gegen Ö. die Rote Karte bekommen. Und er hat mit der Aufstellung gegen Portugal schon mal angedeutet, dass er willig ist mit Bringschuld und so ..

  17. SAMHaze schrieb am 20. Juni 2008:

    Deutschland hat überrascht und zudem verdient gewonnen, wenn man von kleinen “Nebenwirkungen” absieht.
    Vermutlich werde ich es nie lernen, zu begreifen, dass Deutschland eine sich steigernde Turniermannschaft ist, die zu jedem Zeitpunkt unberechenbar wirkt!
    Nach den ganzen Analysen, die hier schon getätigt wurden, greife ich allerdings nochmal eine ganz andere Sache auf. Ich hoffe, dass wir jetzt nicht wieder in den 7. Himmel abheben ( Aussage Netzer:,, Gegen Kroatien wird man diesmal anders agieren und dann heißt es, ab ins Finale!” ). Kroatien? Schon vergessen, mit welcher Leidenschaft die Türken Fußball gespielt haben? Ist das kein Gegner mehr? Steht schon 100% fest, dass die Kroaten zu uns stoßen? Ich bin da eher anderer Ansicht, denn gerade bei solchen Turnieren, überflügelt Leidenschaft und Kampf meistens jegliches spielerische Potential des Gegners( gestern Abend erst gesehen! ;-) ).
    Gegen die Türken wäre es natürlich etwas ganz besonderes zu spielen und man sollte auch dort alles abrufen, wenn man sich Tags darauf wieder auf der Straße blicken lassen möchte :-)
    Dazu noch eine Aussage Schweinsteigers:,, Wir haben die beste Mannschaft aus dem Turnier gekegelt!”

    ???? Bitte????

    Die Niederländer vergessen( Welt- und Vizemeister “abgeschlachtet” )? Oder die Italiener, welche zwar auch noch nicht voll überzeugt haben ( genau wie wir im Vorfeld! ), aber auch immer steigerungsfähig sind und dazu nicht gerade einer unserer Lieblingsgegner?
    Und im Ernst… Spanien halte ich für wesentlich besser, als die Portugiesen, zumal die Spanier über eine besser Defensive verfügen, sowie über mehr Offensivpotential, dass es auszuschalten gilt… Xavi, Iniesta, Torres, Villa… um “nur” 4 zu nennen!
    Ergo… wir sind noch lange nicht im Finale und noch lange lange nicht Europameister!!!
    Die Mannschaft muss weiterhin hart arbeiten und sich konzentriert auf den kommenden Gegner vorbereiten und einstellen. Das Gute ist halt nur, dass man sehen konnte, dass wir uns ebenfalls vor niemandem verstecken brauchen und uns wieder einen riesen Respekt eingeholt haben!
    Deutschland gib alles, denn das wirst du noch brauchen… dies war der erste kleine Schritt zu einem ganz Großen!!!

  18. doctor no schrieb am 20. Juni 2008:

    Ein großartiges Spiel.

    Es hätte einen besseren Kommentator verdient – einen der es ausspricht, wenn Arne Friedrich im Vorbeilaufen Ch. Ronaldo klar erkennbar auf den Fuss tritt (man stelle sich vor, das wäre einem deutschen passiert), einen der auch 40m-Pässe von Deco zu würdigen weiss und nicht nur ein irreguläres Tor so nennt, sondern auch fragt, warum ausgerechnet Ferreira gegen Ballack zugeteilt war. Egal.

    Ich will hier nicht das Haar in der Suppe suchen. Die Deutschen haben den Sieg – natürlich – nicht gestohlen, sondern durch eine Meisterleistung verdient gewonnen. Angesichts ihrer viel kürzeren Regenerationsphase gegenüber der portugiesischen A-Elf war ich verwundert, dass sie auch über 90min den physisch besseren Eindruck hinterlassen haben.

    Bei den diesmal erfolgreichen Standards muss man sagen, dass die Flanken perfekt getreten waren, um die Schwäche Ricardos im Rauslaufen zu offenbaren.

    Habe ich mich bei der Aufnahme kurz vor der Halbzeit getäuscht oder glaubte Jurgi tatsächlich, dass das getönte Fenster in der Lounge sein Nasebohren verschleieren würde?

  19. nedfuller schrieb am 20. Juni 2008:

    Fussball kann so schön sein. Und nun auch wieder, wenn die Deutschen spielen.
    Danke, Hansi.

    Und Frings? Und Gomez? kann man beide zu den Verlierern der EM zählen. Bis jezt!?

    Borowskis Auftritt fand ich sehr gut. Da will jemand sofort zeigen: Trainer nimm mich rein!

    Das 1:0 war ein Welttor. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut.

    Und wann hat die Mannschaft das letzte Mal ein UFFTA mit der Fankurve gemacht? Noch nie?
    Tolle Vorstellung, macht Lust auf die nächsten Spiele.

  20. Max Diderot schrieb am 20. Juni 2008:

    “Stehaufmännchen, Stehaufmännchen, zeig mal deine Beine” ist eine Transkription aus dem Japanischen, Verfasser unbekannt, und steht dem neuen, sehr lesenswerten Buch von Katja Lange-Müller, “Böse Schafe”, voran. Irgendwie scheint mir dieser kleine Spruch als Moritat für das gestrige Spiel der deutschen Mannschaft herhalten zu dürfen, auch wenn sie zwei der drei Tore mit dem Kopf erzielte.

    Heute morgen habe ich mich entschieden, meinen Zustand mit Pseudo-Argumenten zu beschreiben. Konkret: Ich tat etwas für den Regenwald. Auch wenn ich den Gerstensaft unserer kleinen, regionalen Brauerei präferiere, suche ich nach einer Illusion, die meiner nachtrunkenen Verfassung wenigsten den Anschein einer seriösen Legitimation verleiht.

    Der primäre Rechtfertigungsgrund dürfte im Spiel der deutschen Mannschaft liegen. Ich will mich nicht buchhalterisch korrekt verhalten, und jede Spielsituation einer strengen Analyse unterziehen, aber deren Darbietung war klasse. Selbst die BBC, ja genau, die britische Medieninstitution, titelte “Classy Germany eliminate Portugal”. Werden die uns bald alle lieb haben? – Don’t mention the war!

    Natürlich hat die DFB-Elf auch Glück gehabt. Aber diese Melange aus diversen Zutaten gehört halt dazu, um ein Spiel erfolgreich bestreiten zu können. Genauso wie periodisch auftretende Nachlässigkeiten im Zusammenspiel von Erschöpfungsphasen und mangelnder Konzentration. Aber alleine das Tor zum ersten deutschen Treffer, fulminant! Auf engstem Raum wird gepasst, alles in schnellstem Tempo, Podolski fast bis zur Grundlinie, Schweinsteiger antizipiert und schießt ein. Wunderbar!

    Es gibt doch diesen Sinnspruch, das Gute ist der Feind des Besseren, und möglicherweise gilt dieses Motto auch für das kommende Halbfinale. Wiewohl davor zu warnen ist (Griff in die Mottenkiste, Sepp Herberger: “Das nächste Spiel ist immer das schwerste”), jetzt schon in einen fußballerischen Hype verfallen zu wollen, denn dafür fehlt es dem deutschen Spiel bis jetzt, im Gegensatz beispielsweise zu den Niederländern, an Konstanz und Eindringlichkeit.

    Ich jedenfalls wäre bereit, mich durch die Mühsal morgendlicher Desorientierung zu plagen, wenn die deutsche Mannschaft ihrem gestrigen Versprechen weitere Taten folgen ließe.

  21. chris96 schrieb am 20. Juni 2008:

    @doctor no:

    volle zustimmung zum ersten Absatz

  22. olaf schrieb am 20. Juni 2008:

    @ 12. mann(#1)
    muß vbernd recht geben. das eigentliche foul von friedrichs rechtfertigte das rumgewälze von ronaldo in keinster weise. aber das anschließende treten von friedrich auf ronaldos fuß war offensichtlich klar beabsichtigt. einem fussballtheoretiker mag es schwerfallen zu ermessen, wie weh es tut, wenn sich ein 80-kilo-mann absichtlich auf ein sprunggelenk stellt, einem fussballer tut eine solche szene beim hinsehen schon weh. da ists auch völlig uninteressant, wie das von einem peinlichen jubelperser wie ard-simon kommentiert wird, dessen rosarote brille sicherlich auch ein gutes stück von seinem arbeitgeber gefordert wird. kritische töne sind da nun mal nicht vorgesehen, bevor ein deutscher ein treter ist, ist der gegner ein schauspieler.

  23. juwie schrieb am 20. Juni 2008:

    Eingangs, bevor es allzu analytisch wird: Tolles Spiel unserer Mannschaft. Gegen einen technisch wohl überlegenen Gegner richtig aufgetreten und gezielt dessen Schwächen ausgenutzt.

    Die taktische Umstellung war unerlässlich. Ich meine auch, dass mit Ballack hinter den Spitzen vorne besser defensiv gearbeitet wird (trotz des 1:2, bei dessen Entstehung Podolski wirklich nicht gut aussah) – vor allem ist die zuvor zu offensiv ausgerichtete linke Seite jetzt etwas dichter, nicht zuletzt weil Lahm gestern vielleicht nicht sein bestes Spiel gemacht, aber enorm viel Einsatz gebracht hat.

    Wen ich gestern – gemessen an seinen Möglichkeiten – am stärksten fand: Arne Friedrich! Defensiv gegen sehr starke Außen sehr solide – und dann noch ein paar Akzente nach vorne gesetzt (aus einem resultierte dann leider das 1:2).
    Womit wir auch schon bei Schweinsteiger sind, der in der Situation wohl nicht ganz so klug agiert hat: Täusche ich mich, oder ist er ein “Stimmungsfußballer”? Wenn es gut läuft, “man of the match”, wenn es schlecht läuft, uninspiriert, pomadig, das Tempo aus dem Spiel nehmend. Wenn dem so ist, ist es immer ein Risiko, ihn einzusetzen (außer der BT kann seine Stimmung gut einschätzen).

    Ebenfalls auffällig: Die Mannschaft spielt gut bzw. manierlich (Polen), wenn sie relativ früh das erste Tor macht. Wenn der Gegner offensiver werden muss, ist (noch) mehr Platz für die schnellen Gegenstöße. Wenn der Gegner defensiv spielen kann, scheinen die spielerischen Mittel nicht zu reichen. Und dann ist Schweinsteiger nicht inspiriert und macht das Spiel eher langsam.

    In diesem Zusammenhang auch noch ein Wort zum – trotz verbesserter Leistung – immer noch schwächsten Spieler: Metzelder (da kann ich of nur zustimmen). Auch gestern im Stellungsspiel nicht überzeugend, dass größte Defizit zeigte sich aber gegen Kroatien und Polen. Metzelder spielt nach Balleroberung nie einen schnellen Pass in die Offensive, sondern fast immer einen Alibi-Querpass (meist zu Mertesacker).

    Für das Halbfinale wäre ich übrigens nicht so optimistisch: Auch wenn wir gegen Kroatien spielen sollten, sind wir wieder Favorit – und nicht Außenseiter wie gegen Portugal. Und egal wer sich in der anderen Turnierhälfte durchsetzt (mein Tipp: Italien), das Endspiel ist von anderem Kaliber.

  24. doctor no schrieb am 20. Juni 2008:

    @ olaf:

    Für die Charakterisierung des Herrn Simom als “peinlichen Jubelperser” hast Du bereits einen Preis für Sprachwitz verdient. Im Übrigen volle Zustimmung.

  25. juwie schrieb am 20. Juni 2008:

    Noch was:

    Lieber Oliver Fritsch, Ihre Spielanalysen beweisen profunde Kenntnis des modernen Fußballs. Ist das ZDF schon an Sie herangetreten? Sie sind sicher der bessere Nachfolger von Jürgen Klopp!

  26. Kaputnik schrieb am 20. Juni 2008:

    @22
    Wurde schon gesagt, aber vielleicht hast du das übersehen oder überlesen:

    Irgendwie hat man von Anfang an gesehen, dass Ronaldo schauspielert. Aber in der Zeitlupe hat man _eindeutig_ gesehen, dass Ronaldo erst dann angefangen hat, sich schmerzverzerrt zu wälzen, als (wohl) der Schiedsrichter (wieder) hingesehen hat.

    Kein Zweifel. Das kann man sehen.

  27. Oliver Fritsch schrieb am 20. Juni 2008:

    @juwie: Vielen Dank für die Blumen. Aber ich bin Amateur. Ich muss noch viel lernen.

  28. 12. Mann schrieb am 20. Juni 2008:

    @Oliver Fritsch:
    Selbst als Amateur sollten Sie bessere Analysen hinbekommen als Oliver Kahn, der ja scheinbar Kloppos Nachfolger werden soll. Besser Analysen als Kahns “Wir brauchen Eier” traue ich Ihnen da schon zu.
    Großes Lob noch mal für Ihre Arbeit hier.

  29. BArometer21 schrieb am 20. Juni 2008:

    @ Kaputnik: wann hat ronaldo denn geschauspielert. das rumgewälze begann nach dem tritt auf seinen fuss. und das empfand ich aus der entfernung berechtigt.
    dazu muss ich olaf recht geben. wer einen stollenschuh so in den fuss bekommt, der chauspielert. auch alle hier, die hier irgendeine “unfaire geste” des “arroganten schnösels” entdeckt haben wollen.
    und @ max: fein analysiert. nur: england in person von geoff “herrst” hurst liebt uns doch schon seit beginn der em. alle sind wir brüder…

  30. olaf schrieb am 20. Juni 2008:

    @26
    spielt es eine rolle, wie und wann ronaldo sich wälzt? kann man nicht zweifelsfrei sehen, was friedrich tut? macht es dabei einen unterschied, ob er seinem gegner große oder kleine schmerzen bereitet?
    es ist bei einem schlag ins gesicht auch nicht erforderlich, daß der geschlagene blutet oder nach dem schlag stehen bleibt, damit es rot gibt. der unsportliche vorsatz gibt den ausschlag.

    will hier keinem kampfteutonen die freude an seinen edelmännern nehmen. du machst, genau wie simon oder rethy, die einschätzung über die richtigkeit einer schiri-entscheidung davon abhängig, ob sie für oder gegen deine mannschaft fällt. das ist dein gutes recht. wenn du dafür ein kopfschütteln erntest, machs wie simon. einfach weggucken

  31. tafelrunde schrieb am 20. Juni 2008:

    Zum Artikel: Chapeau, Herr Fritsch! Da könnte man ja mutmaßen, dass wir (ein paar Freunde zusammen nach dem Spiel diskutierend) abgehört wurden. Das ist zwar nicht sehr bescheiden, aber man freut sich immer, wenn man in seiner Einschätzung von so einer Instutition bestätigt wird.
    Zum Spiel: Endlich, endlich, möchte man sagen, ist die Trainerriege aufgewacht, was die Spielsystematik anbelangt. Oder war es vielleicht Ballack, der entscheidend darauf hinwirkte, endlich mit dem im Moment wohl besten Spielsystem 4-2-3-1 spielen zu lassen. Er machte nach dem Spiel so den Eindruck. Reine Spekulation.
    Und auf einmal war auch wieder die Leidenschaft da. Zwar lief das Spiel optimal für die deutsche Mannschaft, mit den Toren im genau richtigen Moment. Aber die Portugiesen sind ja auch keine Thekenmannschaft (150,- Euro ins Phrasenschwein, ok!). Sie haben sich von den Deutschen einschüchtern lassen über weite Strecken.
    Nun könnte der „spirit“ der WM wieder da sein. Aber nur, wenn weiter mit diesem System gespielt wird. Die großen Club-Mannschaften und ihre Trainer machen es doch vor wie ManU, Arsenal, Liverpool.
    Frings in seiner momentanen Form hat keiner vermisst. Bin gespannt auf die Aufstellung im Halbfinale.

  32. Bernie schrieb am 20. Juni 2008:

    Wir haben sie wieder, die gute alte deutsche Nationalmannschaft und ehrlich gesagt, ich bin erleichtert.

    Ja, das alles erinnert mich irgendwie an die 80er Jahre. Massel mit der Auslosung, sich irgendwie durch die Vorrunde mogeln und krampfen und dann – aber nur wenns auch wirklich nötig ist – mit herausragenden Leistungen jene Mannschaften schlagen, die eigentlich wesentlich höher eingeschätzt werden. Da fehlt doch nur noch der beinahe obligatorische Sieg im Elfmeterschießen, wahrscheinlich kommt der in der Halbfinale, so gut sind die Kroaten oder die Türken ja auch nicht.

    Zum Spiel: Ich fand die Abwehrleistung – insbesondere in der zweiten Halbzeit, als das deutsche Spiel nach vorne nur noch selten stattfand – erstaunlich und die Chancenverwertung unheimlich effizient. Und noch was: Hat einer die Zweikämpfe gezählt, die Michael Ballack bestritten hat, die Kilometer, der er wieder mal zurückgelegt hat? Herausragend.

    Und dann passiert überaschendes: Die Leidenschaft und die Einsatzbereitschaft der Mannschaft werden geradezu gepriesen, übrigens auch durch die (medienöffentlichen) Jünge des Konzepfußballs. Der Yogi Löw wird gefeiert, weil er durch einen zusätzlichen Mittelfeldspieler die spielerischen Qualität der Portugiesen wirksamer zerstören wollte, Sicherheit und Verteidigung waren Löws Strategie, wahrscheinlich hat sich deshalb auch unser Kontrollminister Schäuble so sehr gefreut.

    Was lernen wir daraus: Einsatz, Leidenschaft und Siegeswille in jeder Spielsituation sind fußballerische Qualitäten, das sind einfach Grundvoraussetzungen, das hat mit deutschen Tugenden aber auch gar nichts zu tun. Durch Ordnung auf dem Platz werden diese Eigenschaft aber erst so richtig wirksam, aber das System allein, das ist es nicht.

  33. 12. Mann schrieb am 20. Juni 2008:

    @olaf: Niemand hat behauptet, dass es kein Foul von Friedrich an Ronaldo gewesen sei. Es geht einzig darum, dass ich die Theatralik (die, wie einige andere hier bereits gesagt haben, erst einsetzt als der Schiedsrichter hinschaut) mit der sich Ronaldo am Boden wälzt, übertrieben fand und eines großen Spielers nicht würdig.

  34. 12. Mann schrieb am 20. Juni 2008:

    @olaf: Niemand hat behauptet, dass es kein Foul von Friedrich an Ronaldo gewesen sei. Es geht einzig darum, dass ich die Theatralik (die, wie einige andere hier bereits gesagt haben, erst einsetzt als der Schiedsrichter hinschaut) mit der sich Ronaldo am Boden wälzt, übertrieben fand und eines großen Spielers nicht würdig.

    Wenn es mich zum kampfteutonen macht, dass ich nervige Angewohnheiten einiger Spieler (ständiges Meckern, minutenlanges am Boden wälzen, gelbe/rote Karte fordern, Abheben nach harmlosen Schubsern/Fouls) einfach nur widerlich finde, dann bin ich gerne ein Kampfteutone.

  35. Rene Kopf schrieb am 20. Juni 2008:

    Hallo Herr Fritsch,
    habe besagte Passage von Herr Flick auch nicht mitbekommen. Im Sportheim war es zu laut. Außerdem waren andere Dinge wichtig. Aber im Stern steht es so:

    Co-Trainer Hans-Dieter Flick: “Der einzige Unterschied war, dass ich aufstehen durfte. Es war sehr wichtig, dass die Mannschaft gezeigt hat, was Deutschland ausmacht, dass wir eine Turniermannschaft sind. Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft.”

  36. puyolito schrieb am 20. Juni 2008:

    @Fritsch & Rene Kopf
    Ja, so wars. Hansi hat gesagt, dass er aufstehen durfte (nicht aufstellen). Das hätte sonst der Jogi gemacht. Konnte es gut verstehen, in Kreuzberg war es nicht so laut. Dafür wirds heute bestimmt lauter (oder auch nicht, denn Kroatien ist leicht im Vorteil durch die Sperren von Volkan und Servet)….
    Ach so, Friedrichs Foul war eine klare gelbe Karte, Herr Fritsch. Ob er danach absichtlich auf Ronaldos Fuß tritt oder überhaupt konnte ich nicht so richtig erkennen, aber das erste Foul ist klar, nötig und gelbwürdig gewesen.

  37. busch-Man schrieb am 20. Juni 2008:

    Lieber Herr Fritsch,

    als wenn ich versuchen würde, ihnen irgendetwas vorzuschreiben. Dass sie ihr “Fußball-Experten”-Gehabe allerdings nicht ändern werden, dessen bin ich mir absolut sicher. Deshalb hatte ich ja auch vor ein paar Tagen darum gebeten, mir den [leider mehrfach täglich erscheinenden] Newsletter nicht mehr zu senden. Der hierzu vorgesehene Link funktioniert leider nicht.

  38. Bowski schrieb am 20. Juni 2008:

    Endlich, die deutsche Nationalmannschaft ist taktisch aufgewacht und hats geschafft die ominöse Lücke zwischen Mittelfeld und Angriff zu schließen. Fragt sich bloß warum das so lang gedauert hat!?!
    Umgesetzt wurde es jedenfalls so als ob die Mannschaft schon ewig so spielt, weiter so!

    Und jetzt ganz entspannt die anderen Viertelfinalspiele verfolgen, mit so einer Leistung muss sich die deutsche Elf vor keinem Gegner verstecken, aber Schwächeln gilt nicht mehr!

    Von hier aus gute Besserung an Torsten Frings, der hatte aber auch enorm viel Verletzungspech in der diesjährigen Saison.

    Und wo war eigentlich Mario Gomez? ;-)

  39. olaf schrieb am 20. Juni 2008:

    @32
    ich meinte nur, daß man das wesentliche nicht aus den augen verlieren darf. das wesentliche war die tätlichkeit, nicht die show. auch ein unsympath wie ronaldo hat ein recht auf angemessene regelanwendung. so kann man zb auch einem vielflieger wie klose keinen berechtigten freistoß verweigern, weil er in vorangegangenen szenen die üblichen standschwierigkeiten hatte. auch da zählt nur das jetzt, weder vorangegangenes noch der ruf des spielers. die ganzen von dir aufgeführeten widerlichkeiten stören mich zwar auch sehr an klose, aber andere tun das auch, wenns der schiri durchgehen läßt.
    kampfteutonisch und unfair wirds dann, wenn ich meine eigenen mittel, von anderen angewandt, verdamme. das ist scheinheilig und unsportlich.

  40. Joern schrieb am 20. Juni 2008:

    Zur “Frings-Frage”: Für viele scheint nun plötzlich Frings die Inkarnation des Rumplers und Hauptschuldiger der beiden Gurkenspiele zu sein – so als ob mit Frings das gestrige Spiel unmöglich gewesen wäre. Aber entscheidend war gestern die taktische Umstellung und die Leistung(ssteigerung) aller Spieler. Nichts gegen Rolfes, der wirklich super gespielt hat, aber gegen Kroation wäre er wohl auch – wie alle anderen – untergegangen.

  41. Traktor Kant schrieb am 20. Juni 2008:

    Also, 4-2-3-1, da muss ich allen recht geben, ist wohl die momentan Beste Aufstellung und, gerade für die deutsche Mannschaft, eine erfrischende Variante. Scheinbar defensiv, steckt das Geheimnis der Formation darin, schnell aus sicherer Abwehr heraus nach vorne spielen zu können, und dort dann eine hervorragende, das Spielfeld öffnende Raumverteilung einehmen zu können. Die Abwehr wird auseinandergezogen, und so konnte man gestern gut beobachten, wie auf einmal die rechte Flanke frei wurde und ein sicherer Pass eine gute Flankenposition erbrachte.

    Aus einer Defensive, die Räume im Mittelfeld eng macht und sich dann nach vorne öffnet, kann man halt geniale Konter spielen, was dann ja auch bei den D. so war. Wirklich bewundernswert war dann noch die Effizienz, mit der die wenigen Torchancen abgeschlossen wurden, hatte fast was holländisches.

  42. fausto schrieb am 20. Juni 2008:

    Zum “Thema” Steffen Simon:
    War ich noch vor der EM jedesmal geneigt, bei Simon den Ton ganz abzudrehen, muss ich ihn heute mal loben. Nicht nur im Vergleich zu seinen Anfangszeichen (meines Wissens Erfinder des unsäglichen “Alarm machens” und anderer Nonsens-Floskeln), sondern gerade auch im Vergleich mit seinen Kollegen bei der EM macht er für mich momentan noch die beste Figur. Besonders auffällig: wo andere pausenlos Blödsinn erzählen, um auch die weniger kommentierenswerten Szenen irgendwie zu überbrücken, hält sich Simon erfreulich oft zurück.

    Fazit: Zieht die ARD mit dem abgehalfterten Netzerdelling im Analyseduell mit Kloppo (die andern ignoriert man besser) klar den kürzeren, ist sie dem ZDF (Poschmann, au! Rethy, weh!) in Sachen Spielkommentar haushoch überlegen.

  43. Max schrieb am 20. Juni 2008:

    Also vom Spiel gestern war ich ehrlich begeistert. Eine tolle Leistung, da hat fast alles gestimmt, die Taktik, die Einstellung, die Chancenverwertung.
    Wurde eigentlich alles auch schon von meinen Vorrednern erwähnt.

    Zu der Szene mit Ronaldo-Friedrich: Ja er tritt ihm auf den Fuß und deshalb würde ich es auch nicht als Schauspielerei bezeichnen, aber eine Tätlichkeit liegt für mich auch nicht vor. Es wäre interessant zu sehen, wo Friedrich hingesehen hat, um herauszufinden, ob es Absicht ist. Aber aus der Aktion heraus per se abzuleiten, dass es Absicht war, weil ein Fußballspieler “normalerweise weiß, wo er hintritt”, ist doch totaler Nonsens. Wer selber Fußball spielt, weiß, dass so etwas vorkommt und zwar nicht aus purer Absicht.

    Zur ARD: Mindestens so sehr wie der Spiel hat mich die Bildführung aufgeregt. Die Netto-Zeit von Jogi Löw betrug gefühlt 10 Minuten. Was sollen diese jämmerlichen Bilder von einem Löw hinter einer schmutzigen, getönten Scheibe, die nach jeder Szene eingeblendet wurden? Eine unglaubliche Unverschämtheit, dauernd von diesen Bildern belästigt zu werden, während das Spiel bereits weiterläuft. Mindestens 5mal gab es Abstoß für eine Mannschaft, dann wurde Löw eingeblendet und als wieder das Spiel eingeblendet wurde, war der Ball beim Gegner. Unglaublich…

    Ach und noch eins: Hörts doch bitte auf mit diesen nervigen Rückblenden auf die glorreichen 80er, als man sich um Taktik und Systeme noch nicht scherte und die Deutschen einfach immer ein Tor mehr reingerumpelt haben. Ich kanns wirklich nicht mehr hören, genau wie diese elenden “Deutschen Tugenden”.
    Diese Mannschaft hat gestern mit einer vorbildlichen Einstellung Einsatz gezeigt und um den Sieg gespielt, und nicht in erster Linie gekämpft.
    Genau wie die ausländische Presse nach jedem deutschen Sieg wieder von den deutschen Panzern faselt, kommt von irgendjemanden wieder der Rückgriff auf die glorreichen, alten Zeiten.
    Die “deutschen Tugenden” sind mittlerweile Grundvoraussetzung und werden von jeder Weltklassemannschaft beherrscht. Da ist diese ständige Nostalgie lächerlich.
    Ich sehne mich nicht nach den “guten, alten Zeiten”, in denen gekämpft und nicht gespielt wurde, sondern ich will von der deutschen Mannschaft modernen Fußball sehen, wie er gestern gespielt wurde.

  44. BArometer21 schrieb am 20. Juni 2008:

    @ Max: sehr richtig. Zumal auch in den 80ern im Vergleich zu heute Standfussball gespielt wurde.

    Ich schließe mich an: Fussball, so wie er gestern gespielt wurde, möchte ich gerne sehen.

  45. lordholg schrieb am 20. Juni 2008:

    Zum Schubsen von Ballack vor dem 3:1:

    Ich habe das Spiel im italienischen Fernsehen gesehen und in der Analyse befragt, ob das nicht ein Stürmerfoul gewesen sei, sagte der Experte nur lapidar: “Aber welcher Verteidiger lässt sich denn so herumschubsen. Es sollte der Verteidiger sein, der den Stürmer schiebt.” Also wenn sogar die Italiener das nicht als Foul sehen, müssen wir uns da ja wohl gar keine Gedanken mehr machen…
    saluti

  46. Klaus schrieb am 20. Juni 2008:

    Mich hat das Spiel gestern ebenfalls begeistert. Am wichtigsten für mich war aber die Erkenntnis, dass Rolfes und Hitzlesberger das Zentrale Mittelfeld zugemacht haben.
    Dabei kam mir noch:
    In der souveränen Quali war Frings lange verletzt, Hitzl quasi Stammspieler genau wie Schweini. Beide waren im Turnier nun Ersatzleute. Und Frings gesetzt. Und wir spielten schlecht.
    Frings war sowohl gegen Kroatien als auch gegen Österreich mit der schwächste Mann, und hätte gegen die Ösis nach 45 Minuten ausgewechselt werden müssen:
    Kein Sprint, negative Körpersprache, unsagbar viele Abspielfehler, seine Pässe meist nur quer, wenn lang, dann ins Nirvana, er war in der Defensive ständig vor dem Ball (heißt: schlechte Laufarbeit), statt als 6er dahinter: dadurch konnten sowohl Kroaten als auch Ösis sehr oft bis auf die Viererkette zulaufen.
    Und nun meldet er sofort Ansprüche an! Das halte ich für bedenklich, bei seiner Form.
    Meiner Ansicht nach sollten weder Rolfes noch Hitzl das Feld für Frings räumen müssen, der momentan einfahc nicht seine WM Form hat.
    “Never change …usw”

  47. tony adams schrieb am 20. Juni 2008:

    Auch wir haben wieder an unserer Taktik gefeilt: Der Wirt richtet die geweihte Kerze nun exakt beim Anpfiff unterm Fernsehgerät aus(und zwar immer auf die Spielseite, auf der die deutschen Tore fallen müssen). Hinten haben wir die alte Sitz- einer neuen Trinkordnung unterworfen: Linksaußen C. trank tapfer Schwarz (ein ziemlich ekliges Schwarzbier), neben ihm W. Rot (musste gegen seine Gewohnheit Rotweinschorle trinken, pur wäre zu dunkel gewesen), und Rechtsaußen E. Gold (hatte Glück weil wie immer Pils). Und wie es geholfen hat! Einzig diese Kackbildführung verhinderte den perfekten Fußballgenuss. Die Idioten hielten sogar Sekunden lang auf Jogis Glaskasten, wenn rein gar nix zu erkennen war. Was sind das für Antifußballer, die diese Regie zu verantworten haben? Irgendwelche Baseballspezialisten aus Amiland? Warum wird das in den betroffenen Medien nicht thematisiert? Hat unser geschätzter Kloppo, der doch auch mal frech werden darf, sich dazu schon mal geäußert? Trotzdem: Am Ende standen wir Eventhasser glückstrunken am Straßenrand und jubelten durchgeknallten Korsofahrern zu. Erschreckend. Stellt sich die Frage, zu welchen Peinlichkeiten wir uns bei einem nächsten Sieg und noch einem Sieg hinreißen ließen. Selten nach einem Spiel so nachhaltig glücksberauscht – wirkt besser als Aspirin. Heute bei der PK: War ja klar, dass einer von den Journis sich nicht verkneifen konnte, Löw auf sein Kippchen anzusprechen.

  48. deine Liebe » Re: ich liebe Scharniere - Nase voll von Hardware schrieb am 20. Juni 2008:

    [...] diesr tolle geruch der immer in einem neu > > > gekauften wagen für einige wochen verbleibt. das ist echt der > > > schönste duft der welt, nach den PC gerüchen > > Kann ich verstehen. Allerdings [...]

  49. schall und rauch schrieb am 20. Juni 2008:

    Eigentlich ist zum Spiel schon alles gesagt, bis auf:

    Arne Friedrich, the most unterschätzte Spieler im deutschen Kader, wurde noch nicht ausreichend gelobt. Wann immer Ronaldo an den Ball kam, Friedrich war schon da. Erinnerte an seine starke Leistung im WM-Viertelfinale gegen Carlos Tevez, die damals irgendwie keiner richtig mitbekommen hat. Mag sein, dass er offensiv höchsten Ansprüchen nicht genügt – wobei er gestern auch da ein paar gute Szenen hatte – aber defensiv ist er eine Bank.

    Und eine kleine Taktik-Anmerkung: Nach der Führung spielte Klose einzige Spitze, Podolski dagegen hängend. Warum nicht anders herum? Erstens ist Podolski ein äußerst starker Konterspieler, zweitens ist Klose spielerisch gut genug, sich ins Mittelfeld fallen zu lassen, drittens, und das ist das Wichtigste, Klose ist der bessere Defensivarbeiter. Podolski war hinten wirklich ein Schwachpunkt. Er ließ häufig seine Gegenspieler im Rücken weglaufen, was dann zu Gefahr führte, nicht nur beim ersten Gegentor(wie übrigens auch der vielgescholtene Steffen Simon richtig erkannte). Wäre ich Bundestrainer, würde ich das auf jeden Fall ändern.

    Ansonsten haben Mannschaft und Trainer alles richtig gemacht. Chapeau!

  50. castrock schrieb am 20. Juni 2008:

    Ich bin zwar schon spät dran, aber ein paar Anmerkungen müssen noch sein:

    1.) Interessant, wie unterschiedlich ein Spiel in Radio und TV bewertet werden kann. Ich habe bis Minute 52 das Match am (Auto-)Radio verfolgt, ab Minute 65 am TV. Lt. Radio hatte Deutschland in Halbzeit 1 eine sehr schwache linke Seite. Die Defensivschwächen von Podolski seien ja bekannt und Lahm sei zu oft mit nach vorne marschiert. Dann sieht es beim schnellen Gegenzug schwierig aus. Und Friedrich hätte zwar prinzipiell sehr gut gestanden gg. Ronaldo, aber ihn dann doch zweimal entwischen lassen (Tor und Großchance in der 45. Minute): Kaum den Fernseher eingeschaltet, lobt Steffen Simon beide Außenverteidiger für ihre außergewöhnliche Leistung.

    2.) Das 3:1. Das ist doch ein Torwartfehler. Wenn Ricardo schon 8 Meter rauskommt, muss er den Ball auch haben. Bleibt er auf der Linie, fängt er ihn mit der Mütze (allerdings nur, weil unplatziert. Sonst wirds schwierig).

    3.) Das 2:0. Auch aus 8 m. Diesmal bleibt Ricardo auf halbem Weg stehen. Damit macht er es sich zumindest nicht leichter.

    Irgendwie ist das Thema Torwartfehler aber bisher in TV, Zeitung und co. bisher nicht aufgetaucht. Interessant auch, daß die portugiesiche (Torwart-/Abwehr)Schwäche bei hohen Bällen hier im (in)direkten Freistoss vorab

    4.) Beim 2:3, da kann man sie förmlich riechen: Ballacks Angst vor der Gelben Karten, die die Sperre im Halbfinale gebracht haette. Normalerweise stoppt er Nani irgendwie und sei es durch einen simplen Zupfer.

  51. Oliver Fritsch schrieb am 21. Juni 2008:

    @castrock:

    Doch, das Thema kam vor:
    http://www.indirekter-freistoss.de/home/deutscheelf-190608.html
    (unten)

    Und angedeutet hier:
    http://www.direkter-freistoss.de/2008/06/19/es-lebe-die-heilige-europameisterschaft/
    (Kommentar #3)

    Und klar, Torwartfehler.

  52. castrock schrieb am 25. Juni 2008:

    @OF Sehe grade, da fehlten ein paar Worteim Kommentar. Habe natürlich gemeint: Interessant, daß es im (in)direkten-freisstoss vorkam.

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