Russland-Spanien 0:3
von Oliver FritschDas war mal ein Machtwort der Spanier. Obwohl vermeintlich gehandicapt durch den Ausfall ihres besten Torschützen Villa noch in der ersten Halbzeit zogen sie ihre Linie stilgetreu durch und beließen es gnädig beim 3:0 durch Tore von reinster Schönheit und Eleganz. Die hoch eingeschätzten Russen haben in der zweiten Halbzeit gespielt, als hätten die Spanier ihnen die Augen verbunden.
Spanien hat viele Stärken: Mittelfeldspieler, die den Ball dressiert haben, ihn befehligen können und auf allen Positionen ab- und auftauchen; bewegliche Stürmer; eine harmonische Abwehr, die dem Gegner meist ein bis zwei Schritte (gedanklich und physisch) voraus ist; einen starken Tormann; einen Trainer, der bei seinen Wechseln auf Namen keine Rücksicht nimmt; eine große Reserve: Fabregas auf der Bank! Hallo! Und das alles auf Feinschmeckerniveau mit Samtfüßchen wie Xavi, Iniesta, Senna, Silva. Vor allem aber: Sie haben keine Schwäche.
Was natürlich nicht stimmt, denn jedes Team hat Schwächen. Vielleicht geht was gegen sie bei Kopfbällen, vielleicht kann ein Stürmer Marke Brecher sie in Verlegenheit bringen, also Gomez. (Ja, Gomez!) Man weiß auch nicht, wie sie auf Rückstände reagieren. Doch die Elf von Aragonés hat einen Takt, den sie über das gesamte Turnier bisher durchgezogen hat, sieht man mal davon ab, dass sie gegen das Gespenst Italien übervorsichtig zu Werke gingen.
Die beiden Halbfinals bestätigen den Offensivtrend der EM: acht Tore – und zwar alle aus dem Spiel heraus, allenfalls das erste Türkentor fiel nach einem Einwurf. Außerdem: zwei Spiele, die sehr einseitig waren, nur dass sich die Deutschen von ihrer Unterlegenheit nicht unterkriegen ließen. Das könnte auch ihr Schlüssel für Sonntag sein. Die Spanier haben ein paar mehr zur Auswahl.
verwandte Artikel:
Kikamaru schrieb am 27. Juni 2008:
dann wird halt das Finale das schlechte Spiel der Spanier bei dieser EM. Sie spielten gut, aber die Russen halt auch ziemlich schlecht.
Wir werden sehen, dass die Spanier schlagbar sind.
drerk.de - Blog von Erik Schulze aus Leipzig schrieb am 27. Juni 2008:
[...] zu Spielberichten: Capitano 13 direkter Freistoss [...]
Hexenkessel schrieb am 27. Juni 2008:
In der Tat sind die Spanier die Mannschaft, die es am meisten verdient hat ins Finale einzuziehen. Ein schlechtes Spiel lieferten sie überhaupt nicht ab, dafür zwei herausragende gegen Russland. Gegen Schweden und Griechenland wurden Pflichtübungen routiniert und mit dem Quäntchen Glück (Villas Last-Minute-Treffer gegen Schweden) über die Bühne gebracht. Gegen Italien spielte man mit der Angst des ewigen Verlierers im Nacken nicht überragend, aber letztlich fast fehlerlos. Der Sieg im Elfmeterschießen war völlig verdient.
Für Deutschland könnte die Ausgangslage also besser nicht sein: Ins Finale mehr gebissen als gespielt, wird vielleicht nicht die span. Mannschaft, aber zumindest die Presse überheblich werden. Die Trotzreaktion der Deutschen ist hoffentlich dementsprechend.
Dennoch: Wer mit dem nüchternen Blick des Analytikers an die Sache heran geht, kann nicht umhin, den Deutschen schlechte Karten vorherzusagen. Wie man gegen die offensivstarken Spanier bestehen kann, hat Italien vorgemacht: Mit einer unheimlich sicher und kompakt stehenden Defensive. Leider erweist sich genau dieser Mannschaftsteil derzeit als die Achillesferse der Deutschen. Noch ist nicht klar, wie die sehr staksig agierenden Metzelder und Mertesacker mit den wieselflinken Passkombinationen von Iniesta, Villa & Co. fertig werden wollen. Auf Thorsten Frings wartet jedenfalls die größte Herausforderung seiner Karriere. Nicht einen oder zwei kreative im Mittelfeld gilt es auszuschalten, nein, gleich vier Spitzenspieler warten auf den deutschen Sechser. Ich sehe es schon vor mir, wie er mit wehenden Haaren als Turm in der Schlacht einen nach dem anderen abgrätscht, mit vom Rippenbruch schmerz-verzerrten Gesicht, aber dennoch ein grimmiges Lächeln auf dem Gesicht, wenn Iniesta ein weiteres Mal vor ihm in den Staub sinkt.
Aaah, so muss sich Fatih Terim fühlen, wenn er seine Spieler heiß macht…
nedfuller schrieb am 27. Juni 2008:
Spanien hatte noch keine Delle in der Leistungskruve.
Meine Vermutung ist, dass diese bei allen Mannschaften mal kommen muss.
Also wird diese am Sonntag anstehen.
Was nicht heisst, das schwache Spanier uns nicht schlagen können. Aber es wird schwieriger werden.
Die Spanier konnten aber auch überzeugen, weil die Russen irgendwie gehemmt wirkten.
Ich freue mich auf das Finale:
Entweder gewinnt meine Leiblingsmannschaft, oder die beste Mannschaft des Turniers.
Carsten schrieb am 27. Juni 2008:
Die Russen waren nicht schwach, sondern wurden überschätzt nach dem verdienten Sieg gegen überhebliche Holländer, die sich die Niederlage durch zaghaftes Spiel, mangelnde Einstellung, schlechte Aufstellung und katastrophale Wechselfehler redlich verdient haben.
Aber Spanien war eben von anderem Kaliber!
Die schnellen Kombinationen, die beständigen Wechsel im
wohl weltbesten Mittelfeld und die Fähigkeit, den Gegner auf engstem Raum zu düpieren, ließen die Russen schnell spüren, daß sie sehr viel (hinterher)laufen müssen… und daß die Spanier genau so stark sind, wie sie beim 4:1 in der Vorrunde gewirkt haben.
In der zweitehn Halbzeit sind sie dann fast folgerichtig moralisch und läuferisch zusammengebrochen. Über weite Strecken kamen die Russen allenfalls in Ballnähe, und “saßen” staunend in der ersten Reihe, als die Spanier ihr perfektes Kurzpaßspiel mit schnellen Pässen in die Spitze aufzogen.
Das war Fußball zum Verlieben, zum Zungeschnalzen, vom Allerfeinsten.
Im Fußball mag alles möglich sein. Aber ein Sieg der deutschen Rumpelelf kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Dennoch freu ich mich aufs Finale und auf einen Europameister Spanien, der den selbstverliebten, aber klobig wirkenden deutschen Grätschern und Zauderern die Federn lesen wird. Viva Espana!!!
Hexenkessel schrieb am 27. Juni 2008:
@ Carsten: Der deutschen Elf noch nicht zugeguckt bei diesem Turnier oder was? Klobige Grätscher habe ich jedenfalls noch nicht in der Mannschaft gesehen. Nicht jedes Klischee stimmt, nur weil es irgendwann mal Franz Beckenbauer gesagt hat. Dass die deutsche Mannschaft bislang nur ein großartiges Spiel abgeliefert hat, ist völlig klar. Allerdings können sie im Spiel nach vorne mit den Spaniern ohne Probleme mithalten. Die Tore von Schweini gegen Portugal oder von Lahm gegen die Türkei sind ebensolche Kunstwerke wie die spanischen Treffer von gestern.
Man muss nicht gleich den Steffen Simon machen, nur weil man mal drei gut heraus gespielte Tore gesehen hat. Denn: Beim ersten bin ich mir nicht sicher, ob der Ball von Iniesta nicht eigentlich ein verunglückter Schuss war. Der zweite Treffer ist brilliant wegen Fabregas lässiger Vorlage, das war klasse. Das dritte Tor ist ein simpler Konter, den so auch Hansa Rostock spielen kann und wahrlich keine Fußballfeinkost, wie der ARD-Schreihals gestern uns gestern vormachen wollte. Zumindest abgeguckt vom 1-1 gegen die Türkei.
Also einfach mal locker bleiben bei der Bewertung der Leistungen. Die deutschen haben nicht überragend gespielt, haben aber wenige geniale Momente clever genutzt. Diese Qualität müssen die Spanier noch beweisen, die viele geniale Momente haben aber nur wenige nutzen. Allein was Torres gestern alles verduselt hat, bringt Gomez nicht im ganzen Turnier zusammen.
Max Diderot schrieb am 27. Juni 2008:
Fußball ist ein seltsames Spiel. Langatmig und attraktiv – taktisch und inspirierend. Im Sog der sich überschlagenden Ereignisse geht die mittelfristige Betrachtung dabei schnell verloren.
Die Spanier zeigten doch im Viertelfinale gegen Italien eine eher unterdurchschnittliche Leistung, um Tage später wie Phönix aus der Fußballasche aufzuerstehen. Und in den ersten 45 Minuten der Partie gegen Russland konnte die Deutlichkeit des endgültigen Resultates auch nicht erwartet werden. Aber natürlich, ein verdienter, zeitweise spektakulär herausgespielter Erfolg der Iberer.
Bei dem deutschen Team war es umgekehrt. Im Viertelfinale superb, quasi im Bauhausstil, gegen die Portugiesen, im Halbfinale eher behäbig, dekonstruktivistisch, gegen die Türkei. Weshalb die Rezeption einiger Zeitgenossen eher kurzfristiger Natur ist, “…selbstverliebten, aber klobig wirkenden deutschen Grätschern und Zauderern …”, wird deren Geheimnis bleiben, und ist möglicherweise eher Ausdruck eines Wunschdenkens als eines Realitätssinnes.
Von den heute vorliegenden Pressestimmen aus Spanien hat mir jene der AS gefallen. Im Grunde genommen nur ein Satz: “Deutschland ergib dich!”. Anscheinend soll damit Bezug genommen werden auf das bevorstehende Finale und die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges der “Furia Roja”. Okay, ergeben wir uns also. Aber welchen Spaß hätten dann noch die Spanier, und vor allem auch deren Anhänger, an der kommenden Partie?
Diese spanische Hybris, Fußball als Ausdruck eines gesellschaftlichen Wertes zu sehen, ist schon interessant. Dabei scheint das Phänomen Nationalmannschaft neu entfacht zu sein. Glaubt man dem Schriftsteller Javier Marías, der dies in einem Essay, erschienen vor Beginn der EM 08, kundtat, war der Fokus bisher eher auf die Klubs gerichtet. Nun also die rote Furie – La Selección.
Die Spanier zeigen über weite Strecken dieser Europameisterschaft einen technisch und ästhetisch ansprechenden Fußball. Ebenso rational wie emotional. Und das tut dem Fußball gut. Aber ob ihre entsprechenden Mittel auch in der Finalpartie gegen Deutschland ausreichen werden, dürfte schlussendlich auch von der DFB-Elf abhängen. Und deren kritische Betrachtungsweise der eigenen Leistung gegen die Türkei, könnte wirkungsvoller sein als die anhaltende Olé-Metaphorik der Iberer. “Schau mer mal.” – wie ein profaner Kaiser zu sagen pflegt.
Carsten schrieb am 27. Juni 2008:
@Hexenkessel – Süß, Dein “Bleib ma locker”.
Offensichtlich scheinst Du ja Tomaten auf den Augen zu haben. Von klobigen Verteidigern und zaudernden Spieler, die den Zweikampf scheuen, haste nichts gesehen? Wow, welch Übersicht.
Mit Grätschern habe ich Frings ua gemeint. Die Zauderer, die Traber, die pomadigen Querpäßler braucht man wohl nicht namentlich aufzulisten. Analysten wie Du werden ihr Waterloo am Sonntag erleben. Verlass Dich drauf, Bela!
Carsten schrieb am 27. Juni 2008:
P.S.
Ich weiss nicht, wie oft Du Torres gesehen hast. Aber diesen Ausnahmestürmer mit Gomez zu vergleichen – oder gar die vielen genialen Momente der Spanier bei dieser WM (sieben Tore gegen die Russen z.B.) überhaupt nicht gesehen zu haben – spricht Bände.
Ist Dir aufgefallen, wie wenig Torchancen die Spanier im ganzen Turnier zugelassen haben? Hat die Defensivtaktik der Italiener irgendwas genutzt gegen die Spanier, die außerdem bestimmt im Hinterkopf hatten, daß sie 88 Jahre lang auf die Glocke gekriegt haben?
Nun, am Ende wird abgerechnet – nach dem klaren Finalsieg gegen eine deutsche Mannschaft, die wie die Russen in der ersten Reihe sitzen werden.
Diesmal wird sich nicht der schlechtere Fußball durchsetzen…zum Glück!
Max Diderot schrieb am 27. Juni 2008:
Carsten, solche Fußballpropheten lob’ ich mir – können heute schon erkennen, was morgen Fakt ist. Und wenn sie übermorgen aus ihren rosaroten Träumen erwachen, trösten sie sich mit der Erkenntnis, dass alles nur ein Spiel gewesen sei.
… und damit wenden wir uns dem Stierkampf zu.
zürcher schrieb am 27. Juni 2008:
viva espana e viva carsten!
richardson schrieb am 27. Juni 2008:
Was für Wendehälse unsere Sportjournalisten sind, zeigt sich bei dieser EM so schön wie selten. Da wird mit vollster Inbrunst eine Mannschaft in Einzelteile zerlegt – und nach dem nächsten Kick wieder in den Himmel gehoben. Dass die Fußballer bei dieser (auch deshalb so) spannenden EM ihre Form nicht finden oder halten können, ist noch eher verständlich als die Haltlosigkeit der meisten Sportjournalisten.
Hexenkessel schrieb am 27. Juni 2008:
Sagen wir mal so: Die Italiener haben gegen Spanien kein Gegentor kassiert. Insofern behaupte ich jetzt frech, dass die Defensive der Italiener ganz gut funktioniert hat. Vor allem, weil sie die Spanier für ein Spiel in Zauderer und pomadige Querpässler verwandelt hat.
Nebenbei bestreite ich gar nicht, dass die Spanier die konstanteste Mannschaft dieses Turniers sind und mit Sicherheit den Titel verdient hätten. Nur: wenn es danach ginge, hätte Deutschland 2006 Weltmeister werden müssen. Sind sie aber nicht. Was uns lehrt: Es bringt vor entscheidenden Spielen gar nix, eine Mannschaft in den Himmel zu loben, wenn sie ihre Leistung nicht wiederholen kann. Die Spanier erscheinen jetzt nur wegen ihrer drei schönen Tore so genial. Gewinnen sie nur 1-0, ist das ganze schon wieder eine “Zitterpartie gegen die Überraschungsmannschaft des Turniers”. Die erste Halbzeit der Spanier war nun auch nicht das Gelbe vom Ei. Da hatten die Russen drei gute Chancen.
Ich zitiere mal den Kollegen dogfood von http://www.allesaussersport.de, der das Spiel der Spanier in HZ 1 wunderbar zusammengefasst hat:
“Spanien ist in der Offensive nicht überzeugend. Bis 30m vor dem Tor kommen sie gut voran, aber dann hört die Vorwärtsbewegung des Mittelfelds auf und als einzige Anspielstation bleibt gegen eine diesmal sehr viel tiefer postierte russische Abwehr, Torres irgendwo auf den rechten Flügel übrig. Torres kann sich dort nicht durchsetzen und selbst wenn: richtig viel Zug zum Tor haben die Kollegen Mittelfeldspieler im Strafraum auch nicht.
Merkwürdiges Halbfinale. Im Tempo und von der Technik ist es ein unterhaltsames Spiel. Gleichzeitig fehlen dem Spiel Intensität und Höhepunkte. Erinnert an Onanie.”
Aber wenn die Spanier Carstens Einstellung teilen, haben die Deutschen eine echte Chance. Ich glaube, die sind genauso ins Kroatien-Spiel gegangen und dann war Feierabend.
Nicolai schrieb am 27. Juni 2008:
Das gestriege Spiel war in der ersten Halbzeit eines der langweiligsten des gesamten Turniers.
Dies lag u.a. daran dass ein Torres fast jeden Ball, mit artistisch höchst anspruchsvoll ausschauenden Einlagen, vorloren hat, auch weil er völlig alleingelassen worden ist.
In der zweiten Halbzeit hat das Spiel auf spanischer Seite aus dem Mittelfeld kommend richtig Fahrt aufgenommen und es hätte durchaus auch noch ein viertes Tor fallen können.
Allerdings wirkten die Russen auch nach dem 1:0 stehend KO und erstaunlich einfallslos.
Zusammenfassend lässt sich meiner Mainung nach sagen, dass diese Spanier sehr wohl schlagbar sind. Zwar ist es eine tolle Mannschaft, die einen bewundernswerten Fußball in den vergangenen Wochen gespielt hat, aber mit Angriffen wie den beiden Toren von Schweinsteiger, oder dem von Lahm, kann man auch diese Verteidigung aushebeln und am Sonntag gewinnen
Skuehn schrieb am 27. Juni 2008:
@hexenkessel:
Die konstanteste Mannschaft bei der WM waren definitiv die Italiener, die zudem auch noch ein wesentlich schwereres Programm bei einer ständig wechselnden Aufstellung (zwangsweise wegen Verletzungen und roter Karten) zu absolvieren hatten als die deutsche Mannschaft, deren Leistung vor 2 Jahren ich überhaupt nicht schmälern möchte. Aber 4 Tore gegen Costa rica lassen sich etwas leichter schießen als zwei Tore gegen Ghana. Dies nur als Beispiel.
richardson schrieb am 27. Juni 2008:
Da wurde nun doch vor dem Spiel da und dort geunkt, das Laufspiel der Russen sei nun so unnatürlich überlegen, dass das nicht mit rechten Dingen (Mitteln) zugehen könne. Das habe ich auch so gesehen. Nur: Was sagen wir jetzt nach dieser schwachen Laufleistung? War das trotz oder wegen der Mittelchen? Oder ging es da um etwas ganz anderes?
Max Diderot schrieb am 27. Juni 2008:
Oliver Fritsch, bislang dachte ich, das von der Nationalmannschaft betriebene “Anschwitztraining” sei eine besondere Referenz an unseren Nachbarn Österreich.
Deshalb würde ich vorschlagen, eben dieses auch so zu praktizieren und etwaigen Adrenalin-Schüben mit schreiberischen Therapien vorzubeugen.
Und da es, zumindest für Dritte, nichts Schöneres gibt, als die mögliche Unzulänglichkeit einer Person Schwarz auf Weiß dokumentiert zu bekommen, wage ich hier und jetzt auch schon einen Finaltipp: Deutschland gewinnt in der regulären Spielzeit mit 2:1 oder: Pflicht schlägt Kür!
12. Mann schrieb am 27. Juni 2008:
@Max Diderot:
2:1 klingt vernünftig. Ich schließe mich ihrem Tipp an. 2x Poldi, dann bekommt er zusätzlich zum EM-Pokal noch eine kleine Auszeichnung als bester Torjäger. Wäre ihm nach seinen Leistungen in letzter Zeit zu gönnen (auch wenn er im Finale hoffentlich ein bisschen besser defensiv mitarbeiten sollte).
Darth Horst schrieb am 27. Juni 2008:
Die Spanier konnten schönen Fußball zeigen, weil die Hiddink-Jungs keinen Plan hatten, wie man das Kurzpassspiel der Spanier hätte stören können.
Hiddink ist ein abgekochter Teufelskerl: Er hat Südkorea, Australien und jetzt Russland auf ein Niveau gebracht, das niemand vorher für möglich gehalten hätte. Letztlich kann er aber auch er nicht mehr herauskitzeln, als in der Mannschaft potenziell drin ist. Deshalb ist das Ausscheiden der Russen auch nicht ungewöhnlich.
Ich denke, dass sich die deutsche Mannschaft nicht sooo leicht in die Rolle des Opferlamms drängen lässt.
Ich rechne mit einem spannenden Spiel und vielen Kopfball-Chancen für die deutsche Mannschaft.
Fischers Fritsch schrieb am 27. Juni 2008:
Die Spielstärke der Spanier, von der jetzt alle schwärmen, zeigt sich doch vor allem immer dann, wenn sie bereits in Führung liegen. Gerade der Zauberfußball gegen die Russen, die im übrigen in beiden Partien viel zu früh aufgegeben haben, fand doch immer erst nach der Führung statt. Es wäre interessant zu sehen, wie sich die Spanier verhalten, wenn sie mal im Rückstand liegen (das “unwichtige” Spiel gegen die Griechen gibt da meines Erachtens keinen Aufschluss, weil die Spanier da ja schon für’s Viertelfinale qualifiziert waren).
juwie schrieb am 27. Juni 2008:
@Richardson:
Auch im Halbfinale lief die russische Mannschaft wieder einen Spitzenwert: Über 109 km, das sind übrigens wieder knapp 3 km mehr als der Gegner.
Balduin schrieb am 28. Juni 2008:
Auch gegen kompakte Schweden haben sich die Spanier meiner Erinnerung nach durchaus über lange Phasen des Spiels schwergetan und nicht geglänzt.