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Nach Niederlagen brauche ich immer ein bisschen länger, weil mich Schreibhemmung befällt. Gegen den VfL Pinneberg verloren wir von der SV Blankenese am Ostermontag mit 0:2. Pinneberg, Tabellendritter, spielt noch um den Aufstieg, wir gegen den Abstieg. Es war meine erste Blankeneser Niederlage.

Eine, die unter ungünstigen Umständen zustande kam: Vier Mal musste ich wegen Verletzungen (drei während des Spiels, eine kurz davor) umstellen. Also kein Spiel, in dem ich durch Einwechslungen Einfluss nehmen konnte, stattdessen nur reagieren. Am schlimmsten erwischt hat es Alki Papadoupoulos, unseren griechischen Abwehrexperten: Bänderverletzung im Knie. Allerdings ist die Sache nicht ganz so schlimm wie zunächst befürchtet; als er mit dem Krankenwagen ins Hospital Rissen gebracht werden musste, musste das Spiel fünfzehn Minuten unterbrochen werden. Alki ist ein sehr guter Verteidiger, stark im Zweikampf, stets fair, mit Drang nach vorne, Sportsmann, Bewegungstalent. Er wird uns den Rest der Saison fehlen.

Das erste Gegentor nach einer halben Stunde Spielzeit war ein (sagen wir) unglückliches Eigentor. Bis dahin war das Spiel offen. Danach auch, allerdings hat Pinneberg so gut verteidigt, dass wir zu keiner Torchance mehr gekommen sind. Wir haben einfach zu viele Fehlpässe gespielt. Das 0:2 fiel im Anschluss an einen Konter.

Am Donnerstag zuvor siegten wir aber 1:0 in Egenbüttel, das liegt, wie Pinneberg, in Schleswig-Holstein. Torschütze: Marcel Plewka, eine Kante von Mittelstürmer, der aber auch einen flinken Fuß hat. Wegen sechs Punkten aus zwei Spielen hab ich den Jungs für Ostersamstag trainingsfrei erteilt. Ein Anfängerfehler, der nach hinten losging. Wird mir nicht mehr passieren.

Die nächste Aufgabe ist Elmshorn, eine Mannschaft, die sich in der Winterpause enorm verstärkt hat, seitdem von Erfolg zu Erfolg eilt, darunter das 2:2 am Montag gegen die ungeschlagenen Überflieger aus Schnelsen. Vor drei Wochen belegten Elmshorn und Blankenese mit gleicher Punktzahl und gleicher Tordifferenz den vorletzten und letzten Platz. Das sieht heute anders aus, vor allem mit einem Absteiger Elmshorn rechnet heute keiner mehr. So schwierig es wird – ich gehe davon aus, dass meine Mannschaft heiß auf einen Sieg ist

Das Abstiegsrennen bleibt eng und spannend, und wir gehen davon aus, dass wir bis zum letzten Saisonspiel um den „Strich“ (Platz 14) spielen werden. Vielleicht werden wir auch noch mal drunter rutschen. Damit müssen wir klarkommen.

Besonderes Vorkommnis: Während der zweiten Halbzeit monierte der Pinneberger Trainer laut, wir hätten vier Mal gewechselt. Denn auf dem Feld standen die Nummern 12, 15, 16 und 18. Auf dem offiziellen Bericht, den er in Händen hielt, waren diese alle als Ersatzspieler markiert. Ich erklärte ihm dann, über die Distanz von dreißig Metern, dass wir vor dem Spiel kurzfristig tauschen mussten. Was er für einen Trick hielt. „Das macht man vielleicht in deinem Bundesland, aber nicht hier.“ Daran knüpfen sich zwei Fragen: 1. War das „meine Bundesland“ verächtlich gemeint oder ist ihm schlicht „Hessen“ entfallen? 2. Ist das schon Rassismus? Ich hatte den Wechsel übrigens dem Schiedsrichter mitgeteilt, der in Giftgelb auflief und den ich aus anderem Kontext bereits kannte.

Meine Lieblingsfloskel vom Wochenende betrifft den SC Sperber, einen Verein aus dem Norden Hamburgs. Nach dem vierten Sieg in Serie schreibt fußball Hamburg: „Der SC Sperber hat sich in der oberen Tabellenregion eingenistet.“

Was noch? Das gestrige Live Blog Manchester gegen Bayern plus Gewinnspiel. Mein Zeit-Online-Interview mit Piotr Trochowski mit einem schönen Titel. Allerdings hätte ich ihn, im Nachhinein betrachtet, härter rannehmen müssen. Selbstkritik ist offenbar nicht seine Stärke. Und meine Bewerbung für die Gala.

3 Kommentare

  1. nona schrieb am 8. April 2010:

    Nein, das ist kein Rassissmus. Hessen sind m.E.n. nicht wirklich rassig.

  2. Geert schrieb am 9. April 2010:

    Nein, Kollege Fischer hat das nicht so gemeint. Die Bundesland-Diskussion ist doch besonders brisant, da Pinneberg ja nun auch nicht unser Bunderland ist, wenigstens nicht das Bundesliga in dessen Liga Herr Fischer mit seinem Club spielt. Da kann man mal sehen welchen Tiefgang solche Aussagen haben, die aufgeregt an der Außenlinie gemacht werden.

    Geert

  3. Oliver Fritsch schrieb am 9. April 2010:

    Ich fand die Bermerkung witzig.

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