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… und wem der Sport quasi „gehört“, das ist aus guten Gründen in diesem Blog oft Thema gewesen, zuletzt hier. Auf zahlreiche Aspekte aus diesem Themenkomplex gehe ich nun in dem Beitrag Social Sport? Wie sich Berichterstattung und Rechtelage im Zeitalter von Twitter, Flickr und Smartphones verändert haben ein, erschienen in dem neuen Buch Sport und Medien. Eine deutsch-deutsche Geschichte. Es geht unter anderem – einige Zwischenüberschriften seien hier mal zitiert – um „die Demokratisierung der Produktionsmittel“ und den „Sportler als Berichterstatter“. Und auch darum, warum ein bestimmtes Interview mit Marcel Eger (früher St. Pauli, heue Brentford) nie erschienen ist. Die erste Fassung meines Textes entstand für diese Tagung in Köln. Und bei dieser Veranstaltung des Social Media Club Hamburg vor etwas mehr als einem halben Jahr konnte man bereits einen Vorgeschmack auf den Buchbeitrag bekommen.

Die brillante Fußball-Dokumentation „The Other Chelsea“, als TV-Erstausstrahlung kürzlich im ZDF-Nachtprogramm zu sehen, läuft am morgigen Sonntag zur besten Sendezeit noch einmal bei ZDFkultur. (Weiterlesen …)

Kurze Vorrede: Die Jungle World hat mittlerweile mein Interview mit Andreas Biermann zu seinem zusammen mit Rainer Schäfer verfassten Buch „Rote Karte Depression. Das Ende einer Karriere im Profifußball“ online gestellt. Als Fan des FC St. Pauli ist es mir ein Anliegen, dass der Ex-FC-Spieler Biermann so ausführlich wie möglich zu Wort kommt. Deshalb hier nun eine etwa doppelt so lange Version des Gesprächs.  (Weiterlesen …)

Lutz Bongarts war Inhaber der Sportfotogentur Bongarts, die er 2004 an Getty Images verkaufte. Seit 2006 führt er in Hamburg wieder eine eigene Agentur. Die Langfassung dieses Gesprächs (und ein weiterer Beitrag zum Thema Sportfotografie) sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Visuell erschienen. (Weiterlesen …)

In England nutzt man die Länderspielpause morgen (und am 9. Oktober) zur Ausrufung eines so genannten Non-League-Tages. Weil in den oberen Ligen spielfrei ist, versuchen die unterklassigen Vereine, neue Fans für sich zu gewinnen, etwa mit Werbeaktionen. Vielerorts bekommen Dauerkarteninhaber von Klubs aus der Premier League oder der Championship (2. Liga) verbilligte Eintrittskarten. Ob man damit Fans von Proficlubs langfristig wird binden können, ist eine andere Frage. Wichtig ist aber, dass die beiden Initiatoren – einer hat das Buch Changing Ends – A season in non-league football geschrieben – versuchen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die Unterstützung der Amateurclubs im Sinne der gesamten Sportart notwendig ist. Simon Burnton berichtet darüber im Guardian-Fußballblog. Gibt es eigentlich halbwegs vergleichbare Aktionen oder Initiativen in Deutschland? Der Amateurfußball könnte sie jedenfalls gebrauchen – weil die Zuschauerzahlen weiter sinken und die Frage, wie man das Publikum verjüngen kann, immer noch nicht beantwortet ist.

René Martens Kontroll-Prince Boateng

von René Martens

Dass Pressesprecher von Profivereinen und Berater von Stars zur Kontrollmanie neigen und dabei oft ein recht befremdliches Verständnis von Pressefreiheit offenbaren, ist für viele Journalisten nichts Neues. Einen aktuellen Fall dokumentiert jetzt der Spiegel. Für ein Doppelporträt der Boateng-Halbbrüder (Seite 102) wollte das Magazin beide Spieler interviewen, doch nur mit Jérome kam ein Gespräch zustande. Das mit Kevin-Prince Boateng fiel aus, weil dessen Manager verlangte, „der komplette Text müsse von ihm gelesen und freigegeben werden, bevor er veröffentlicht wird“, wie der Spiegel schreibt. Redakteur Maik Großekathöfer sollte eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnen – worauf sich der natürlich nicht einließ. Bekanntlich steht derzeit zur Debatte, dass Kevin-Prince Boateng aufgrund der Insolvenz seines FC Portsmouth bald den Verein wechselt. Wichtiger scheint es allerdings zu sein, dass er sich einen neuen Manager sucht.

Nach Saufen für St. Pauli und Bluten für Union erleben wir nun in Zwickau ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Vereinsrettungsmaßnahmen. Wer dem insolventen Oberligisten (und Ex-Zweitligisten) FSV wieder auf die Beine helfen will, muss Döner futtern. In der Not hilft Fladenbrot heißt die Aktion. Das klingt ein bisschen nach Werbesprüchen der 1970er Jahre – und im übrigen nicht nach einem leidenschaftlichen Bekenntnis zur türkischen Küche.

René Martens Das Tor zur inneren Freiheit

von René Martens

„Blättert man am Montag die Zeitungen in anglophonen Ländern wie Kenia, Nigeria, Ghana oder Simbabwe durch, findet man nur selten gute und ausführliche Berichte über die Spiele am Wochenende. Wenn man Glück hat, wird die Tabelle abgedruckt, aber sie strotzt vor so vielen Fehlern, dass ihre Aussagekraft begrenzt ist. Dafür sind die Seiten mit großen Geschichten über den britischen Fußball gefüllt.“ Unter anderem darum geht es in meinem Artikel über Bartholomäus Grills Buch Laduuuuuma! Wie der Fußball Afrika verzaubert für die WoZ. Außerdem um die enge Verzahnung von Fußball und Politik in Afrika und die Architekten der Armut im WM-Ausrichterland. Mehr hier.

Unter diesem Titel findet am 5. und 6. März im Deutschen Sport- und Olympiamuseum Köln eine Tagung statt, die einige Leser dieses Blogs interessieren dürfte (Anmeldung bis zum 19. Februar). Zwei Vorträge seien hier zur Einstimmung hervorgehoben: „Vom preiswerten Lückenfüller zum überteuerten Luxusprojekt – Eine kleine Geschichte der Fußball-Bundesliga im Fernsehen“ von Dietrich Leder und „Die Vervielfachung der Bilder – Zur Produktion von Live-Übertragungen der Fußball-Weltmeisterschaften“ von Leder und Volker Weicker. Außerdem auf dem Programm: Doping unter deutsch-deutschen Aspekten. Ich selbst bin mit einem Vortrag rund um diese beiden Themen dabei. Das komplette Programm hier.

Facebook und Twitter haben die Rahmenbedingungen für den Sportjournalismus nicht nur insofern verändert, als jetzt plötzlich auch gewöhnliche Stadionbesucher live von einem Spiel berichten können. Ebenfalls gewandelt hat sich die Rolle der Athleten, ihnen bieten die sozialen Netzwerke die Möglichkeit, die traditionellen Medien, die ihnen oft genug auf die Nerven gehen, zu umgehen und sich direkt an die eigenen Fans zu wenden.
Unabhängig davon, ob Sportstars nun Gehaltvolles posten: Die Klubs sollten eigentlich in der Lage sein einzusehen, dass sie von deren Eigenmarketing und von der Verbesserung der Kommunikation zwischen Star und Fan mittelbar ebenfalls profitieren, doch bisher scheinen die meisten Vereine und Verbände soziale Netzwerke eher als Problem zu sehen, weil Sportler jetzt die Möglichkeit haben, eigene Ansichten zu verbreiten, ohne dass die Presseabteilung Interview-O-Töne autorisieren kann.
Ganz besonders restriktiv agiert in diesen Tagen Manchester United. Offensichtlich hat der Club seine Stars Wayne Rooney, Ryan Giggs und Rio Ferdinand dazu angehalten, ihre Facebook- und Twitter-Profile zu löschen bzw. dort sämtliche Inhalte zu entfernen. Dies berichten Pitch Invasion und EPL News. Als ob der Klub nicht ohnehin schon unter wenig angenehmer Berichterstattung zu leiden hätte.
Die Einschätzung, Manchester United lebe „in der Steinzeit“, wie EPL News schreibt, klingt fast noch niedlich, mich erinnert das Vorgehen eher an diktatorische Regime der Gegenwart. When Saturday Comes schrieb in seiner Dezember-Ausgabe noch, es werde für die Profis zusehends leichter, aus den „Ketten auszubrechen, die ihnen die Klubs in vergangenen Jahren angelegt haben“. Bei United, das zeigt das aktuelle Beispiel, funktionieren die Ketten noch. Schon seltsam, dass, beispielsweise, ein 36-jähriger Mann wie Ryan Giggs offenbar nicht selbst entscheiden darf, ob er in einem sozialen Netzwerk aktiv sein möchte.

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