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Was alles fehlt: Über das Hoffenheimer Nicht-Tor von Simunic‘ ist ja alles gesagt (außer dass Rensing gut reagiert hat). Oder gibt es jemanden, der die Meinung vertritt: Wer nicht in der Lage ist, den Ball ins Netz zu schießen, der hat auch kein Tor verdient? Was alle aber übersehen haben: Das Bayern-Tor war irregulär, denn Olic stand bei Altintops Pass auf Pranjic im Abseits. Das Tor hätte aus gleichem Grund aberkannt werden müssen wie das des Leverkuseners Gekas, als Kießling, in Abseitsposition, den Gegenspieler blockte. Das tat Olic mit Beck, also war er nicht passiv. So gleicht sich alles aus.

Zum Thema van Bommel, der Checker, habe ich zwei Denkrichtungen vermisst: 1. Warum wird der DFB nicht zu Ermittlungen aufgefordert? 2. Und die Meinung, von dem ich allerdings auch nicht weiß, wer sie vertreten könnte: Unter Klinsmann hätte er dafür noch Rot bekommen. (Eine These, die ich allen Verschwörungstheoretikern gratis reiche.) Zu weitgehend fand ich hingegen, dass Dietmar Hopp Elfmeter haben wollte. Im eigenen Strafraum wohlgemerkt.

Im Doppelpass stieß der diesmal extrem schroffe Manni Breuckmann kritisch das Thema Anstoßzeiten und Amateurfußball an. Und wurde vom Moderator Jörg Wontorra gebremst: „Mal nicht vom Thema abkommen!“ Ist das Thema von der Redaktion unerwünscht, gibt es gar Absprachen? Ist ja schon ungewöhnlich in einer Sendung, in der eigentlich alles erlaubt ist (siehe unten). Ich werde der Redaktion mal ne Mail schicken und fragen.

Christian Seifert gab bei der Diskussion um den Videobeweis zu bedenken, dass „das Spiel“ die gleichen Regeln haben solle, in der Bundesliga wie in der Kreisliga. Mal abgesehen davon, dass ich den Eindruck hatte, dass er aus Scham kurz zögerte, das Wort „Kreisliga“ in den Mund zu nehmen – in der Kreisliga gibt’s keine Linienrichter. Aber woher soll das Herr Seifert wissen?

Eine letzte Ergänzung: René Martens weist im Rheinischen Merkur darauf hin, dass die ARD durch Fußball am Sonntag die Tagesthemen beschädigen könnte.

Eine aufregende Saison endet mit der erwarteten Überraschung: Der VfL Wolfsburg ist Meister. Vor der Saison wären den Experten mindestens acht Vereine eingefallen, auf die sie eher gewettet hätten. Vor der Saison hätte wohl selbst ein Abstieg der Wolfsburger wahrscheinlicher angemutet als der Titelgewinn. Am letzten Spieltag ging der Tabellenführer als Favorit in die finalen 90 Minuten und erfüllte diese Rolle gewohnt entschlossen. Das 5:1 mag gegen ausgelaugte Bremer zustande gekommen sein, doch außergewöhnlich sind fünf Treffer für Wolfsburger nicht, nicht nur die beste, sondern auch die offensivste Mannschaft der Liga. Das kraftvolle und dynamische 54-Tore-Stürmerduo Grafite und Edin Dzeko, eine „Erfindung“ Felix Magaths, hat auch schon ausgeruhte Abwehrreihen zerzaust (Weiterlesen …)

Oliver Fritsch Frankfurt ist nicht Barcelona

von Oliver Fritsch

Der 27. Spieltag der Bundesliga im Überblick

Bayern München-VfL Wolfsburg 4:0 (3:0) Die Bayern haben es schnell geschafft, die Stimmung nicht kippen zu lassen. Ein sehr frühes 1:0 von Ribéry und das feine 2:0 Tonis haben klar die Richtung des Spiels vorgegeben und der Eintracht den letzten Mumm genommen. Das biedere Frankfurt war der richtige Therapiegegner. Es wären noch weitere Tore drin gewesen. Immerhin haben die Bayern nun Hertha überholt, und Jürgen Klinsmann hat ne Schippe Sand unterm Hintern (Weiterlesen …)

Aus dem Volkspark Der HSV ist ein einiger Verein. Die größte Leistung im Duell mit Hoffenheim vollbrachten die 57.000 Zuschauer, die mit den zehn verbliebenen Spielern gemeinsam den 1:0-Glückssieg verteidigten. Ab der 85. Minute bis zum Ende der episch langen Nachspielzeit pfiffen sie den Gegner bei Ballbesitz (also eigentlich durchgehend) so laut aus, dass man es bis zum Hafen gehört haben muss. Und zwar nicht, weil sich ein Hoffenheimer eine unfaire Aktion erlaubt hätte, sondern weil sie spürten, dass ihre Mannschaft es braucht. Ihre Mannschaft schaffte es nämlich nicht mal mehr, den Ball über die Mittellinie zu schlagen, geschweige denn, einen Konter zu setzen. Abwehrschlacht. Dieses Miteinander war natürlich auch dem Wesen des Gegners geschuldet, der TSG 1899 Hoffenheim, einem Retortenklub aus Sicht eines Fans des HSV 1887. „Uns trennen mehr als nur 12 Jahre“, war vor dem Anpfiff auf einem großen Supporters-Transparent in der Kurve zu lesen (Weiterlesen …)

hphretter Höchstens ein halbes Jahr Sperre

von Fabian Reinholz

Die Hoffenheimer Zu-Spät-Kommer Andreas Ibertsberger und Christoph Janker dürften mit einer Sperre von höchstens sechs Monaten davonkommen; für eine härtere Strafe dürfte keine rechtliche Grundlage bestehen. Für den deutschen Profi-Fußball gelten die Anti-Doping-Richtlinien des DFB. Sie regeln, nach Vorgabe des Wada-Codes, wann ein Doping-Vergehen vorliegt. Sanktionen für ein Doping-Vergehen regelt die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB. Die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB sieht in § 8 Abs. 3a eine Sperre von zwei Jahren für einen Spieler vor, dem entweder die Einnahme von Doping nachgewiesen wurde oder der sich geweigert hat, eine Probe abzugeben (Weiterlesen …)

Oliver Fritsch Das Anti-Hoffenheim

von Oliver Fritsch

Am Sonntag wählen die Mitglieder des Hamburger SV acht von zwölf Mitgliedern ihres Aufsichtsrates neu, der unter anderem darüber entscheidet, ob der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann verlängert wird. Muss er um seinen Job fürchten? Angeblich planen die Supporters, die rund 45.000 Mann starke Mitgliedergruppe, sich die Macht zu erschleichen, um ihn abzusetzen. Diesen Teufel malt zumindest die Hamburger Boulevardpresse an die Wand, seitdem bekannt ist, dass die Supporters vier Kandidaten ins Rennen schicken. Die lokale Prominenz hat sich den Warnungen angeschlossen, etwa Uwe Seeler, Ole von Beust und einige ehemalige Funktionäre.

Was wird Hoffmann vorgeworfen, der seit 2003 den Verein führt und der eine saubere wirtschaftliche und eine gute sportliche Bilanz präsentieren kann? Hoffmann hatte zu Beginn seiner Amtszeit versucht, die Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Um unabhängiger und professioneller handeln zu können, sagt er. Um das Tafelsilber des Klubs für den schnellen Erfolg zu verkaufen und den Fußball den Mitgliedern zu entziehen, entgegnen die Kritiker. Die Mitglieder lehnten seinen Plan 2005 eindeutig ab. Der Argwohn mancher ist geblieben. Einerseits.

Andererseits treten die sonst gerne, wenn auch oft romantisierend, kritischen Supporters derzeit sehr brav auf. Auf der Wahlkampfveranstaltung in der vorigen Woche im Hotel Grand Elysée gab es nur lobende Worte für den Vorstand. Auch Ralf Bednarek, Chef der Supporters, sagt: „Der Vorstand macht gute Arbeit. Es geht um den Aufsichtsrat, nicht um den Vorstand.“

Doch viele, auch aus den eigenen Reihen, halten diesen neuen Kurs für unglaubwürdig. „Habt Ihr Kreide gefressen – jetzt, kurz vor der Wahl?“, fragt ein Zuhörer. In den Fan-Foren gibt es seit Monaten Kritik an den Supporters, auch im Stadion waren Differenzen nicht zu überhören. Hoffmann gibt vor, keine Angst um seinen Job zu haben. Allenfalls hege er Bedenken, das Alltagsgeschäft könne unter einem widerspenstigen Aufsichtsrat leiden.

Es geht um Macht, auch wenn die Kandidaten das so nicht aussprechen. „Ich verfolge keine persönliche Interessen, mir geht es um den Verein“, sagt Johannes Liebnau, einer der vier. Liebnau wäre ein ungewöhnlicher Aufsichtsrat. Nicht nur, weil er erst 26 Jahre zählt, sondern weil er der „Capo“ ist, der Vorsänger der HSV-Ultras. Auch wenn er es von sich weist – natürlich ist auch das ein statusreicher Posten. Einer, der einem das Gefühl von Bedeutung schenkt. Die Tausende in der Kurve lassen sich nicht von jedem dirigieren, das darf nur einer, der in der Hierarchie oben steht. Darf jemand, der Schmähgesänge auf Werder Bremen anstimmt, einen hanseatischen, renommierten Sportverein repräsentieren?, fragen viele nun pikiert.

Doch Liebnau ist ein eloquenter Typ mit Studienabschluss Betriebswirtschaft. Auch die anderen Supporters-Kandidaten sind keine Halbstarken oder Hooligans. Anja Stäcker ist Bankkauffrau, Ingo Thiel ist Unternehmer, und Manfred Ertel ist Journalist beim Spiegel. Ertel, der als Hoffmann-Gegner gilt, verkaufte sich während der Wahlveranstaltung sehr überzeugend. Es gehe ihm zeit seines Lebens um die „Kontrolle von Mächtigen“, sagte er zu seiner Motivation, sich für das Ehrenamt Aufsichtsrat zu bewerben. Er verbitte es sich, als „Idiot öffentlich herabgesetzt zu werden“, wie das einige Altvordere des Vereins in den Medien taten. Schwer vorzustellen, dass Ertel entgegen seinen Beteuerungen einen Putsch plant, zumal er wissen dürfte, dass er, um den Zorn der Anhänger zu entfliehen, anschließend die Stadt verlassen müsste. Doch es ist Ertel, der die Skepsis Hoffmanns auf sich zieht. Liebnau anscheinend weniger.


Manfred Ertel: “Wir wollen Fußball bezahlbar machen.”

Prinzipiell sind die Hamburger auf ihre Klubstruktur stolz: Ein fester Aufsichtsratsposten ist ihnen per Satzung garantiert, einer der vier Vorstandsposten ist mit einem Delegierten besetzt, der nur für die Belange der Mitglieder zuständig ist; derzeit ist das Oliver Scheel. In Zeiten, in denen der deutsche Fußball die Abschaffung der 50+1-Regel erwägt, in Zeiten, in denen in England Scheichs und Rohstoffmilliardäre Klubs feindlich übernehmen, gilt der HSV als Bastion der Demokratie. Fans anderer Klubs beneiden ihre Konkurrenten aus Hamburg. Bloß, wie weit sind Mitbestimmung und Demokratie im Milliarden-Business Profifußball hilfreich?

Ob es Zufall ist, dass die Hamburger Basis gerade jetzt verschärft um ihre Macht kämpft? Die TSG Hoffenheim scheint zu beweisen, dass Einfluss von Außen dem sportlichen Erfolg eines Klubs schadet. Trainer Ralf Rangnick und sein kleins Team haben keine Schlagzeilen des Boulevards zu fürchten, kein Vereinsveteran redet ihnen rein, Mäzen Dietmar Hopp gibt ihnen freie Hand – und Fans, die die Entlassung von irgendwem fordern oder Spieler auspfeifen, gibt es (noch) nicht. Hoffenheim ist nicht nur deswegen so erfolgreich, weil sie fähige Leute beschäftigen. Hoffenheim ist deswegen so erfolgreich, weil die fähigen Leute in Ruhe arbeiten können. Hoffenheim ist Tabellenführer ohne gewachsene Fan-Kultur.

Echte Fans wollen keine Kunden oder Trikotkäufer sein. Fan-Sein heißt, an seine Wirkung glauben. Dem Vorstand die Meinung geigen, die Gegner-Fans übertrumpfen, die Mannschaft zum Sieg brüllen. Liebnau glaubt, dass sein Chor dazu beigetragen hat, dass der HSV seit Jahren so gut spielt, dass er sich immer für den Europapokal qualifiziert. Liebnau glaubt, dass er dazu beigetragen hat. Und das sagt er auch.

Im vergangenen Oktober verlor der HSV gegen Hoffenheim chancenlos 0:3, die Stimmung machten die HSV-Fans. In einem Auswärtsspiel! Und wenn nicht alles täuscht, schreien die HSV-Fans nicht mehr dann am lautesten, wenn ein Gegentor der Bayern oder von Werder aus einem fremden Stadion vermeldet wird, sondern eins von Hoffenheim. Wenn man schon die Bundesliga-Tabelle nicht anführt, dann wenigstens die Support-Rangliste. Und dort ist dem HSV Platz 1 nicht zu nehmen. Erst recht nicht, wenn am Sonntag der Aufsichtsrat mit Liebnau und seinen Mitstreitern bestückt wird.


Ingo Thiel: “Der Vorstand hat gelernt. Es gibt keinen Grund, jemanden abzusägen.”

Oliver Fritsch Ein Gewinner, ein Verlierer

von Oliver Fritsch

Einer der Gewinner des Sportjahres 2008: Wer seinen Namen noch nicht kennt, sollte ihn sich schnell merken: Jan Schindelmeiser, Manager des Herbstmeisters TSG Hoffenheim. In Fachkreisen gilt er als der neue, vielleicht sogar der bessere Uli Hoeneß. Er scheint der klügste Kopf aller Hoffenheimer klugen Köpfe zu sein. Er zieht die Fäden im Hintergrund, erzielt hervorragende Ergebnisse im Scouting und Management. Vor allem, und das hat er seinen Kollegen voraus, trifft er den richtigen Ton (Weiterlesen …)

Oliver Fritsch Live Blog Bayern-Hoffenheim 2-1

von Oliver Fritsch

Fazit Warum kann Bundesliga nicht immer so sein? Womit nicht das Ergebnis gemeint ist, sondern das Rasiermesserhafte des Duells zwischen den zwei besten deutschen Mannschaften. Nicht unbedingt die ganze Spielzeit, aber zwei Mal 35 intensive, schnelle Minuten mit offenem Visier und zwei Kontrahenten, die gewinnen wollten. Viele Zweikämpfe und Fouls, aber nie wurden die Grenzen überschritten. Das war schon sehr nah dran am Vorbild Premier League. Die Bayern zeigten nach dem Rückstand ihre Muskeln, mussten aber sogar das 0:2 fürchten; auch über ein mögliches 1:2 kurz vor Abpfiff hätten sie sich nicht beschweren dürfen.Hoffenheim litt, auch wenn es das Ergebnis nahe legt, keineswegs am Leverkusen-Syndrom (sprich: Bayern-Angst), sondern trat mit drei Stürmern an und war durch seine beweglichen Offensivspieler fast jederzeit in der Lage, schnell nach vorne zu spielen.

Von der Bayern-Abwehr war ständige Wachsamkeit gefordert, auch Hoffenheim verteidigte gut. Im Spiel nach vorne waren die Bayern wuchtiger, insbesondere bei hohen Bällen überlegen. Den flüssigeren und zielstrebigeren Stil lebten die Hoffenheimer. Sehr gut auf Bayerns Seite Lucio, van Bommel und Lahm, für Hoffenheims Farben Weis, Jaissle, Compper und Beck. Die Frage führt ins Nichts, ob Bayern den Sieg verdient. Hoffenheim aber auf keinen Fall die Niederlage.

Eine Bemerkung zur TV-Übertragung: Die Fesseln, die die DFL wegen der Zweitverwertung der Zweiten Liga durch das DSF ihrem Premium-Partner Premiere anlegt, verhindern eine gründliche Nachbetrachtung. Von Ralf Rangnick waren genau zwei Sätze zu hören, auch andere Stimmen hätten wir gerne vernommen. Von Spielanalyse kaum zu reden. So manchem Freitagskick der Vergangenheit ist man so sicher gerecht geworden, aber dem heutigen Ereignis war es nicht würdig.

92′ Tor für Bayern: 2-1 Als alles vorbei schien, schafft es Toni doch noch. Nach einem langen Schlag von Rensing legt Ibertsberger in einem Zweikampf Toni den Ball vor, der blank steht. Haas ist noch dran, aber der Ball ist im Netz. Fazit folgt.
88′ Siegchance für die Bayern nach einem langen Freistoß. Kopfball Toni übers Tor. Gelb Beck.
87′ Famoser Angriff der Hoffenheimer, vor allem Salihovic der sich am linken Flügel durchsetzt, mit Ibisevic einen Doppelpass spielt und schräg vor Rensing steht. Der Bayern-Keeper wirft sich in den Schuss und wehrt ab.
81′ Klose schließt einen Konter mit einem Schüsschen aus 18 Metern ab. Immerhin erreicht der Ball die Grundlinie. Nicht sein Spiel bisher. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr.
74′ Wechsel Hoffenheim: Salihovic für Obasi. Schnauft Hoffenheim durch oder wird es von den Kräften verlassen? Seit fünfzehn Minuten nicht mehr viel zu sehen. Hab nicht das Gefühl, dass es beim 1:1 bleibt.
68′ Guten Morgen, Hoffenheimer Abwehr! Einen (geschenkten) Freistoß lassen sie schnell gewähren und Toni frei stehen. Sein Kopfball schleicht am langen Pfosten vorbei. Großchance!
62′ Wechsel Bayern: Borowski für den matten Schweinsteiger
61′ Tor für Bayern: 1-1 Lahm nimmt an der Seitenlinie einen herrenlosen Ball auf und dribbelt auf die Abwehr zu, ohne entschieden angegangen zu werden. Aus 18 Metern mittig abgezogen. Nicht fest, aber abgefälscht. Jetzt lassen die Bayern die Muskeln spielen. Haas irrte soeben einem Ball hinterher.
58′ Beck hat gerade Ribéry und van Bommel vernascht. Nach einer Ecke für Bayern hält van Buyten den Schädel hin. Drüber.
53′ Bayern reagieren wütend, aber Rensing muss gerade seine Fingerspritzen strecken, um das 0:2 zu verhindern. Dann muss Lucio seine Gräten ausfahren, um Schlimmeres für sein Team zu umgehen. Hoffenheim taucht immer wieder im Strafraum der Bayern auf.
49′ Tor für Hoffenheim: 0-1 Nummer 18 für Ibisevic. Weis im Doppelpass mit Obasi, legt durch drei Bayern-Spieler quer auf Ibisevic, der sich Oddo vom Leib hält. Dann, sechs Meter allein mit dem Ball vor Rensing, fragt er nichtzwei Mal.
Halbzeit 0:0 Schnelles, gutes Spiel mit vielen Zweikämpfen, einigen Fouls. Beide Mannschaften gleich stark. Allerdings kaum Torszenen, beide Abwehrreihen entschlossen. Mit Toren ist im zweiten Durchgang zu rechnen, denn die Fehlerquote hat sich in der letzten Phase dieser Halbzeit erhöht.
40′ Gelb Obasi, Gelb Zé Roberto
37′ Hoffenheim-untypisch: Luiz Gustavo probiert’s aus dreißig Metern. Knapper drüber als es zunächst aussah.
30′ Viele Fouls im Moment, besonders von Hoffenheim. Gelbe Karte Ba. Schüchterner Dorfverein sieht anders aus.
23′ Ibisevic mit 17 Tore-Brust. Nimmt es im Dribbling mit Lucio und Oddo gleichzeitig auf.
20:52 Ich höre “Zieht den Bayern die Lederhosen aus!” – ein echter Klassiker. Singen die Hoffenheimer auch “Zickezacke, zickezacke – hoi, hoi, hoi!”? Gibt eseigentlich Hoffenheimer Ultras? Sind das überhaupt Hoffenheimer, die da singen? Oder Sechziger? Klären wir später.
16′ Rensing sendet bei hohen Bällen wieder mal Autoritätssignale wie ein Schülerlotse. Fliegt an einem Freistoß, der durch seinen Fünfer segelt, vorbei, doch Compper ist völlig verdutzt und kann kein (Achtung, Hoffenheim-Vokabel) Kapital draus schlagen.
12′ Riesenchance für Luca Toni: Von Zé Roberto schön freigespielt, kommt er aus zehn Metern frei zum Schuss. Doch mit seinem schwachen linken Fuß trifft er nur das Außennetz. In der Vorsaison hätte erden reingetan. Zwei Minuten später versucht er es mit einem Einfädler bei Tormann Haas. Meyer gibt keinen Elfmeter.
7′ Erste Chance für Hoffenheim: Ba dringt schräg in den Strafraum ein, doch sein Schuss ist für Rensing eine leichte Aufgabe.
6′ Beide Mannschaften mit dem Willen zum Tempo, das wird früh deutlich. Viele harte und faire Zweikämpfe, Schiedsrichter Meyer lässt laufen. Sieht undeutsch aus.
Aufstellungen
Bayern: Rensing – Oddo, van Buyten, Lucio, Lahm – van Bommel, Zé Roberto, Schweinsteiger, Ribéry – Toni, Klose
Hoffenheim: Haas – Beck, Jaissle, Compper, Ibertsberger – Weis, Gustavo, Eduardo – Obasi, Ibisevic, Ba

20:15 Ich muss sagen, dass ich mich schon lange nicht mehr auf ein Bundesliga-Spiel gefreut habe so wie heute. Altreich gegen Neureich, Stadt gegen Dorf, die Römer gegen die Gallier, Villa Riba gegen Villa Bajo – und wie die Vergleiche alle heißen.

Man soll ja mit sowas vorsichtig sein, aber ich denke, wir stehen vor einem fußballhistorischen Ereignis, denn wir sehen gleich das erste Aufeinandertreffen zwischen zweier Klubs, die sich in den nächsten Jahren um die Alpha-Position im deutschen Vereinsfußball streiten dürften. Vielleicht lehne ich mich zu weit aus meinem dreckigen Fenster, aber ich denke, die Hoffenheimer stehen erst am Anfang. Selbst wenn sie heute verlieren sollten, meinetwegen auch hoch, selbst wenn sie in der Rückrunde auf Platz 7 zurückfallen sollten. Sie werden den Bayern den Rang streitig machen, und die Bayern scheinen es zu wissen.

Heute erwartet Fußballdeutschland einen Höhepunkt, wie ihn die Bundesliga lange nicht mehr erlebt hat: Bayern München trifft auf die TSG Hoffenheim. Zweiter gegen Erster, Rekordmeister gegen Neuling, Weltstadt gegen Dorf, Altreich gegen Neureich. Das Spiel ist sportlich von höchstem Reiz. Hier die Bayern, die nach schwachem Saisonbeginn längst ihre alte Stärke wiederentdeckt haben: den Gegner beherrschen, entgegen der verkündeten Absicht ihres Trainers Jürgen Klinsmann jedoch nicht mit dem Schwerpunkt Offensive, sondern eher mit altem Biss (Weiterlesen …)


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