DFB stößt Löw vor den Kopf: Klinsmann-Geschichte wiederholt sich
von Oliver Fritsch
Mensch, da fordert man immer Transparenz von unseren Sportverbänden, dann halten sie sich mal dran – und dann ist es auch nicht wieder recht. Dass Details aus der Verhandlung des DFB mit Oliver Bierhoff und Joachim Löw an die Öffentlichkeit geraten sind, ist bemerkenswert. Um genau zu sein, ist es natürlich ein Affront, zumal wie man nun hört, diese Details falsch sein sollen. Sie passen gut, um den Eindruck vom „Gierhoff“ zu erhärten (Weiterlesen …)
Mutter Teresa gegen Obama
von Oliver Fritsch
Die Reaktion Uli Hoeneß‘ auf die Klinsmannsche Verteidigung blieb nicht aus. Im DSF-Doppelpass parierte Hoeneß die bemerkenswert offensiven Attacken seines Ex-Trainers. „Das Verhältnis zwischen Jürgen und der Mannschaft war nicht so, wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wurde“, begründete er die Entlassung. Und wenn selbst Philipp Lahm nun austeilt („Wäre Jupp Heynckes das ganze Jahr da gewesen, wären wir Meister geworden“), ist dem wohl nur beizupflichten. Klinsmann hatte bei Jauch gesagt, dass ihn Spieler nach der Entlassung angerufen hätten, um ihm ihr Bedauern und ihr Unverständnis mitzuteilen. Hm … wer das wohl gewesen sein mag? (Weiterlesen …)
Magath – Stratege, Schleifer und Führungsmann
von Oliver Fritsch
Eine aufregende Saison endet mit der erwarteten Überraschung: Der VfL Wolfsburg ist Meister. Vor der Saison wären den Experten mindestens acht Vereine eingefallen, auf die sie eher gewettet hätten. Vor der Saison hätte wohl selbst ein Abstieg der Wolfsburger wahrscheinlicher angemutet als der Titelgewinn. Am letzten Spieltag ging der Tabellenführer als Favorit in die finalen 90 Minuten und erfüllte diese Rolle gewohnt entschlossen. Das 5:1 mag gegen ausgelaugte Bremer zustande gekommen sein, doch außergewöhnlich sind fünf Treffer für Wolfsburger nicht, nicht nur die beste, sondern auch die offensivste Mannschaft der Liga. Das kraftvolle und dynamische 54-Tore-Stürmerduo Grafite und Edin Dzeko, eine „Erfindung“ Felix Magaths, hat auch schon ausgeruhte Abwehrreihen zerzaust (Weiterlesen …)
Klinsmann wehrt sich gegen die Alphatiere
von Oliver Fritsch
Ein bemerkenswertes Interview hat Jürgen Klinsmann Günther Jauch in Stern TV gegeben. Bemerkenswert, weil Klinsmann bislang alle Angriffe über sich ergehen lassen hatte. Und Klinsmann musste einige Angriffe über sich ergehen lassen – als Bayern-Trainer und, noch mehr, als Nationaltrainer. Doch diesmal hat er sich gewehrt, wenn auch diplomatisch verpackt und ohne persönlich zu werden (Weiterlesen …)
Eine Familie kann man nicht reformieren
von Oliver Fritsch
Jürgen Klinsmann ist entlassen, die Entscheidung ist richtig. Richtig deswegen, weil Klinsmann im Verein ohne Verbündete dastand. In einer solchen Situation ist fast jede neue Lösung eine bessere Lösung – selbst wenn sie Jupp Heynckes heißt. Heynckes ist ein Trainerrentner, seine beste Zeit liegt in den 80ern. Zuletzt ist er in Schalke (2004) und Mönchengladbach (2007) gescheitert, selbst vom Altherrenmacho Rudi Assauer musste er sich Antiquiertheit vorwerfen lassen. Sein Champions-League-Sieg mit Real Madrid 1998 gilt als Ausrutscher, populär ist das Zitat seines Spielers Clarence Seedorf: „Wir haben nicht wegen, sondern trotz Heynckes gewonnen.“ Eintracht-Frankfurt-Fans legen Heynckes noch immer nahe, nicht nach Hessen einzureisen, nachdem er in den 90ern aus dem Spitzenklub Eintracht einen Abstiegskandidaten machte (Weiterlesen …)
Machiavelli Hoeneß
von Oliver Fritsch
Uli Hoeneß ist einer der Verlierer des Tages, doch auf der Pressekonferenz sprach er wie ein Sieger. Er konnte seine Erleichterung (oder war es sogar Genugtuung?) darüber nicht verbergen, Jürgen Klinsmann entlassen zu haben. Es ist auch klar geworden, dass er nie ein Verfechter Klinsmanns war, denn er hatte einige Spitzen für ihn übrig. Und indirekt für die, die seine Verpflichtung guthießen und in die Wege leiteten (also Karl-Heinz Rummenigge). Klinsmanns Nachfolger führte er mit hohen Tönen ein: „Jupp Heynckes ist ein Fußball-Lehrer, und das ist das, was wir jetzt brauchen.“ Eine wenig verschlüsselte Anspielung auf die Unerfahrenheit Klinsmanns. Als würde Hoeneß nicht auch für das Scheitern gerade stehen müssen. Er hat entschieden, und nach Machiavelli ist jede getroffene Entscheidung eine gute Entscheidung. Und vermutlich ist die Entscheidung auch tatsächlich richtig, denn Klinsmann stand schon lange ohne Verbündete da. Vermutlich ist für die aktuelle Bayern-Saison alles besser, als sie Klinsmann zu Ende führen zu lassen (Weiterlesen …)
Klinsmann, der Feind vieler
von Oliver Fritsch
Jürgen Klinsmann hat Recht: Deutsche Fußballvereine müssen sich was einfallen lassen, wenn sie wieder mal ein Champions-League-Finale erreichen wollen. Englische und spanische Klubs, zumindest die großen, spielen schneller und genauer. Und das liegt nicht nur am Geld. Klinsmann weiß das, und er spricht es aus. Damit macht man sich im konservativen Fußball-Milieu Feinde. Und Klinsmann hat viele davon. In allen Lagern (Weiterlesen …)
Ein Ribéry ist nicht genug
von Oliver Fritsch
Splitter aus dem Live-Blog Bayern-Barcelona (1:1) auf Zeit Online
Bayern schlägt sich achtbar, besonders die Verteidigung hat sich zusammengerissen. Messi, das Schreckgespenst, bekam wenig Raum zur Entfaltung, weil Lahm ihm auf den Fersen stand und weil auch Ribéry mitverteidigte. Lúcio und Demichelis stark. Doch nach vorne reicht ein Ribéry nicht. Ottl, Bommel, Sosa, Lell – zu viel Mittelmaß für die Offensive. Und Toni sah in der 5. Minute kläglich aus, als er dem Spiel einen neuen Impuls geben konnte. Zudem beteiligt er sich nicht an der Balleroberung. Bleibt stehen und gestikuliert. Macht ihn sympathisch. Aber nicht wertvoller (Weiterlesen …)
Frankfurt ist nicht Barcelona
von Oliver Fritsch
Der 27. Spieltag der Bundesliga im Überblick
Bayern München-VfL Wolfsburg 4:0 (3:0) Die Bayern haben es schnell geschafft, die Stimmung nicht kippen zu lassen. Ein sehr frühes 1:0 von Ribéry und das feine 2:0 Tonis haben klar die Richtung des Spiels vorgegeben und der Eintracht den letzten Mumm genommen. Das biedere Frankfurt war der richtige Therapiegegner. Es wären noch weitere Tore drin gewesen. Immerhin haben die Bayern nun Hertha überholt, und Jürgen Klinsmann hat ne Schippe Sand unterm Hintern (Weiterlesen …)
Henkersmahlzeit für Jürgen Klinsmann?
von Oliver Fritsch
Der 27. Spieltag kennt zunächst nur ein Thema: Kriegen Jürgen Klinsmann und Bayern München noch die Kurve? Es ist erstaunlich, dass Klinsmann nach dem Opfergang nach Barcelona noch auf der Bayern-Bank sitzt. So wehrlos hat man die Bayern noch nie gesehen. Doch vielleicht kann Klinsmann auf die Laurenz-Meyer-Lehre vertrauen, die er bei seinem Amtsantritt als CDU-Generalsekretär verkündete: “Einen zweiten Fehlgriff kann sich Frau Merkel nicht erlauben.” Die Experten waren sich bis heute nicht sicher, ob sie Meyers Selbstgarantie besonders dumm oder besonders dreist finden sollten. Jedenfalls könnte ein frühzeitiges Scheitern Klinsmanns auch die Tektonik der Bayern-Führung durcheinanderbringen. Hängt das Schicksal Karl-Heinz Rummenigges, der schon den Mathematiklehrer Ottmar Hitzfeld vergrault hat, an Klinsmann? Uli Hoeneß hat einen nahezu unerschöpflichen Kredit im Verein, und Franz Beckenbauer ist ohnehin von keinem Amt abhängig, um dieses Land zu regieren (Weiterlesen …)
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