Dr. Z. und die Amateure
von René Martens
Was dem undemagogischsten DFB-Präsidenten aller Zeiten und seinen Männern fürs Grobe in den letzten Tagen ja ganz nebenbei auch gelungen ist: Der Auslöser für 20 Cents Abgang bei der Diskussion in Gießen ist etwas aus dem Blick geraten. Es ging um die Frage, welche Folgen die ab der Saison 2008/09 geplanten Erst- und Zweitliga-Anstoßzeiten für den Amateurfußball haben. Wobei man vielleicht präzisieren sollte, dass unter dem Irrsinn (zweimal 2. Liga samstags um 13 Uhr, einmal 1. Liga sonntags um 15.30 Uhr) auch die Profi- und Quasiprofi- und Halbproficlubs in der 3. und 4. Liga zu leiden haben. Es ist doch offensichtlich: Unterhalb der 2. Liga wird es Einnahmeeinbußen geben, was wiederum mit sich bringt, dass Sponsoren schwerer zu gewinnen sein werden, was weitere finanzielle Probleme nach sich zieht (Weiterlesen …)
Dem Beispiel der Blogger folgen
von Oliver Fritsch
Presse- und Internetstimmen zum Fall DFB gegen Jens Weinreich
Wolfgang Hettfleisch von der Frankfurter Rundschau schreibt: „Die Frage, die sich aufdrängt, ist, wer hier eigentlich eine Kampagne gegen wen betreibt. Zwanziger will ein Exempel statuieren. Die Größe, auch harte Kritik wie die von Weinreich auszuhalten, hat er nicht. Dass der Journalist – gerichtlich verbrieft – nur sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnahm, juckt ihn nicht. Dreist versucht der DFB nun, die Öffentlichkeit über die Zusammenhänge zu täuschen. Kritische Geister wie Weinreich gibt es im Sportjournalismus eine Handvoll. Sie sind unter Funktionären nicht wohlgelitten, klar. Neu ist der Versuch, sie als Hetzer zu brandmarken und so ihre Geschäftsgrundlage zu zerstören. Die Blogger, deren gewachsene Bedeutung der DFB sträflich unterschätzte, haben das erkannt (Weiterlesen …)
Der Nächste, bitte!
von René Martens
Von unseresgleichen wird ja gern verlangt, dass Kritik konstruktiv sein soll. Wappnen wir uns also für den Fall, dass der Weltgeist für den Kommunikationsherrschaftstheoretiker Theo Zwanziger kurzfristig eine andere Lebensplanung vorgesehen hat: Wer käme eigentlich als sein Nachfolger auf dem Posten des DFB-Präsidenten in Frage? Hat jemand eine Idee? Könnte alles noch schlimmer werden?
Ich bin kein Prozesshansel
von Oliver Fritsch
DFB-Präsident Theo Zwanziger gibt im Interview darüber Auskunft, warum er mit juristischen Mitteln gegen einen Journalisten vorgeht, der ihn als „Demagoge“ bezeichnet hat. Außerdem über die Grenzen der Meinungsfreiheit, seine Empfindlichkeit gegenüber dem Nationalsozialismus, die WM-Stadt Sinsheim und zu harte Strafen im Amateurfußball
direkter-freistoss: Herr Zwanziger, was halten Sie vom Internet?
Theo Zwanziger: Das Internet spielt eine zunehmend größere Rolle. Auch für einen 63-Jährigen ist es ungemein wichtig geworden. Es ist das Medium der Zukunft, das unsere Gesellschaft verändert und weiter verändern wird. Leider kann ich auf meinem Mobiltelefon noch keine Videos abspielen. Aber auch das wird kommen.
df: Ist es für Sie ein ernstzunehmendes Informationsmedium? Ich frage deswegen, weil der Fall, den wir heute in erster Linie besprechen wollen, im Internet angestoßen worden ist.
Zwanziger: Ja, das ist es. Auch wenn es in diesem großen Kommunikationsnetz einen Nachteil gibt: Die Anonymität, die die Foren bieten, verführt manchmal zu unüberlegten und diffamierenden Aussagen.
df: Sie haben den Journalisten Jens Weinreich, der Sie als „unglaublichen Demagogen“ bezeichnet, auf Unterlassung verpflichten wollen – und sind per Einstweiliger Verfügung bislang in zwei Instanzen damit gescheitert. Das sieht so aus, als wollten Sie einen Kritiker mundtot machen oder einschüchtern (Weiterlesen …)
Die Lüge des DFB
von Oliver Fritsch
Der Fall Zwanziger gegen Weinreich ist zu den Akten gelegt und dürfte doch neu aufgerollt werden – dieses Mal in die andere Richtung. Gestern hat der DFB eine Pressemitteilung herausgegeben, die wohl den Tatbestand der Verleumdung erfüllen könnte. Ich bin kein Prozesshansel, aber das muss sich Weinreich nicht bieten lassen. In dem Schreiben geht es vordergründig um die Ankündigung, dass die Klage Theo Zwanzigers gegen den Journalisten Jens Weinreich, der ihn als „unglaublichen Demagogen“ bezeichnet hat, endlich fallengelassen wird. Ihm blieb keine Wahl, nachdem er erstens vor zwei Instanzen bereits gescheitert war. Zweitens unterlief ihm jüngst (Weiterlesen …)
Post vom Anwalt
von Oliver Fritsch
Ich habe gestern elektronische Post von Theo Zwanzigers Anwalt bekommen, der mich darauf hinweist, dass Herr Zwanziger bestreite, dem Journalisten Herbert Fischer-Solms „demagogische Fragen“ vorgeworfen zu haben. Außerdem werde ich aufgefordert, die Sachlage nicht als „unstrittig“ darzustellen. Das habe ich in dieser Eindeutigkeit nicht getan, sondern ich habe mir ein Bild anhand von Aussagen wichtiger Ohrenzeugen gemacht und es dargestellt. Heute habe ich mit Willi Heuser telefoniert, dem Organisator des Podiums und ehemaligen Leiter des Sportressorts des „Gießener Anzeigers“. Heuser bestätigt (Weiterlesen …)
Groteske Wendung?
von Oliver Fritsch
Die Sache Zwanziger gegen Weinreich könnte eine groteske Wendung erfahren: Laut dem „Gießener Anzeiger“ vom 8. November habe DFB-Präsident Theo Zwanziger vorgestern auf einer Podiumsdiskussion die Fragen des Moderators Herbert Fischer-Solms (Deutschlandfunk) als „demagogisch“ bezeichnet. Fischer-Solms habe das Publikum um Abstimmung darüber gebeten gehabt, was die TV-Pläne der Bundesliga für den Amateurfußball bedeuten werden. Zwanziger habe daraufhin mit dem eigentlich harmlosen, nun aber heiklen Wort den Saal verlassen (Weiterlesen …)
Vorbereitung eines Interviews
von Oliver Fritsch
Theo Zwanziger möchte mit mir reden, wir treffen uns morgen zu einem Interview. Es geht um die Demagogen-Story. Da Sie, liebe Leser, oft gute Ideen haben, frage ich Sie: Worüber kann und soll ich mit ihm reden? Recht verstanden: Nicht, dass mir nichts einfiele. Aber vielleicht bringen Sie mich auf Gedanken, legen Argumente offen oder zeigen mir Quellen (Links), auf die ich alleine nicht kommen würde. Kollaboratives Schreiben mag man das nennen. Oder einfach Teamwork.
Stark muss ich natürlich in der Frage sein, warum es nicht justiziabel ist, einen hochrangigen Sportpolitiker einen Demagogen zu nennen (gar nicht mal, ob der Vorwurf zutrifft). Auch, dass der Begriff nicht, wie Zwanzigers Anwalt behauptet, Assoziationen mit der NS-Zeit heraufbeschwöre.
Also nur zu! Entweder in den Blog-Kommentaren oder per E-Mail, Deadline ist Freitag, 13 Uhr. Ich kann natürlich nicht garantieren, dass ich jedes Thema aufgreife.
Sieg für die Meinungsfreiheit
von Oliver Fritsch
Wie DFB-Präsident Theo Zwanziger der Versuch misslang, einen Kritiker den Mund zu verbieten: Der Sportjournalist Jens Weinreich hat hier in den Blog-Kommentaren unter einem Eintrag von René Martens vom 25. Juli, der den Einwurf des Bundeskartellamts in Sachen TV-Vermarktung der Bundesliga zum Thema hat, Zwanziger einen „unglaublichen Demagogen“ genannt. Weinreich kritisiert dort die „verlogene Argumentation des deutschen Fußballkartells“ und berichtet von einer Konferenz, auf der Zwanziger betont habe, dass das Bosman-Urteil daran schuld sei, dass deutsche Fußballvereine in der Champions League keine große Rolle spielen. Weinreich stellt diese Begründung in einen größeren Zusammenhang: „Zwanziger dreht nach der Kartellamtsentscheidung völlig durch. Er ist ein unglaublicher Demagoge (Weiterlesen …)
« Vorherige Seite