direkter-freistoss.deNicht-anonymes Fußball-Blog

Direkt zum Inhalt springen

Weitere Fundstücke zum Amerell-Fall: Patrick Bahners entlarvt für das Feuilleton der FAZ scharfsinnig Theo Zwanzigers Furor:

„Für die Bewertung von Zwanzigers Handlungen ist erheblich, dass er promovierter Jurist ist, als Regierungspräsident Personalverantwortung getragen hat und nach seiner regionalpolitischen Karriere Richter am Oberverwaltungsgericht war. Er machte nicht nur die Aufklärung der Vorwürfe zur Chefsache, sondern auch die Kommunikation über den Fall. Höchstpersönlich korrigierte er die in der Öffentlichkeit umlaufende Zahl von vier angeblich von Amerell belästigten Schiedsrichtern nach oben. Und er ließ sich dazu hinreißen, die Gegenseite zur Zündung der nächsten Eskalationsstufe herauszufordern: ‘Herr Rechtsanwalt, erheben Sie doch Klage!’ (Weiterlesen …)

Bekanntlich bleibt in einem Rosenkrieg zuerst die Wahrheit auf der Strecke. Offenbar vergaß das der DFB in seiner „Aufklärungsarbeit“, dieser Eindruck scheint sich im Amerell-Fall zu verfestigen. Andererseits gibt es noch immer sehr viele offene Fragen, Flanken, Einwände: Etwa sollte man aus den veröffentlichten Mails nichts Voreiliges und Eindeutiges schließen. Nur weil sie zu der Zeit, an dem sie Michael Kempter verfasste, Einvernehmen zu belegen scheinen, schließt das den ursprünglichen Vorwurf (sexuelle Nötigung) nicht aus. Einvernehmen im Oktober 2008 heißt nicht Einvernehmen zu jeder Zeit. Auch in Ehen wird vergewaltigt (Weiterlesen …)

Selten im Fußball, in politischen und juristischen Dingen kommt es häufiger vor – beide Seiten feiern ein Unentschieden als Sieg. Was zunächst nach einem Rückzug aussah, die Gerichtliche Einigung mit dem DFB, feiert Manfred Amerell als Fortschritt. „Für uns ist es bestmöglich gelaufen“, sagt dessen Anwalt Jürgen Langer. Die vier Schiedsrichter (drei Anonyme und Michael Kempter) „werden vom Staatsanwalt hören“, heißt es nun unzweideutig (Weiterlesen …)

Aus dem Volkspark Uli Hoeneß, das Stimmungsbarometer des FC Bayern, gab sich nach der 0:1-Niederlage in Hamburg gelassen. In der Mixed Zone hatte er einige Fragen nach Zé Roberto zu beantworten, den er im Sommer nach Hamburg ziehen ließ. Er hatte ihm einen Vertrag über ein Jahr Laufzeit angeboten. Der HSV wollte den 35-jährigen zwölf Monate länger binden, was den Ausschlag gab (Weiterlesen …)

Was alles fehlt: Über das Hoffenheimer Nicht-Tor von Simunic‘ ist ja alles gesagt (außer dass Rensing gut reagiert hat). Oder gibt es jemanden, der die Meinung vertritt: Wer nicht in der Lage ist, den Ball ins Netz zu schießen, der hat auch kein Tor verdient? Was alle aber übersehen haben: Das Bayern-Tor war irregulär, denn Olic stand bei Altintops Pass auf Pranjic im Abseits. Das Tor hätte aus gleichem Grund aberkannt werden müssen wie das des Leverkuseners Gekas, als Kießling, in Abseitsposition, den Gegenspieler blockte. Das tat Olic mit Beck, also war er nicht passiv. So gleicht sich alles aus.

Zum Thema van Bommel, der Checker, habe ich zwei Denkrichtungen vermisst: 1. Warum wird der DFB nicht zu Ermittlungen aufgefordert? 2. Und die Meinung, von dem ich allerdings auch nicht weiß, wer sie vertreten könnte: Unter Klinsmann hätte er dafür noch Rot bekommen. (Eine These, die ich allen Verschwörungstheoretikern gratis reiche.) Zu weitgehend fand ich hingegen, dass Dietmar Hopp Elfmeter haben wollte. Im eigenen Strafraum wohlgemerkt.

Im Doppelpass stieß der diesmal extrem schroffe Manni Breuckmann kritisch das Thema Anstoßzeiten und Amateurfußball an. Und wurde vom Moderator Jörg Wontorra gebremst: „Mal nicht vom Thema abkommen!“ Ist das Thema von der Redaktion unerwünscht, gibt es gar Absprachen? Ist ja schon ungewöhnlich in einer Sendung, in der eigentlich alles erlaubt ist (siehe unten). Ich werde der Redaktion mal ne Mail schicken und fragen.

Christian Seifert gab bei der Diskussion um den Videobeweis zu bedenken, dass „das Spiel“ die gleichen Regeln haben solle, in der Bundesliga wie in der Kreisliga. Mal abgesehen davon, dass ich den Eindruck hatte, dass er aus Scham kurz zögerte, das Wort „Kreisliga“ in den Mund zu nehmen – in der Kreisliga gibt’s keine Linienrichter. Aber woher soll das Herr Seifert wissen?

Eine letzte Ergänzung: René Martens weist im Rheinischen Merkur darauf hin, dass die ARD durch Fußball am Sonntag die Tagesthemen beschädigen könnte.

Heute vor 10 Jahren … Udo Muras hat seinen Schmerz in der Welt ausgebreitet. Daraus entnehmen wir, dass Mehmet Scholl nach dem Spiel über Lothar Matthäus’ Auswechslung gesagt hat: “Der geht doch immer raus, wenn es eng wird. Das müsst ihr doch langsam wissen.” Hatte ich ganz vergessen (Weiterlesen …)

Oliver Fritsch Mutter Teresa gegen Obama

von Oliver Fritsch

Die Reaktion Uli Hoeneß‘ auf die Klinsmannsche Verteidigung blieb nicht aus. Im DSF-Doppelpass parierte Hoeneß die bemerkenswert offensiven Attacken seines Ex-Trainers. „Das Verhältnis zwischen Jürgen und der Mannschaft war nicht so, wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wurde“, begründete er die Entlassung. Und wenn selbst Philipp Lahm nun austeilt („Wäre Jupp Heynckes das ganze Jahr da gewesen, wären wir Meister geworden“), ist dem wohl nur beizupflichten. Klinsmann hatte bei Jauch gesagt, dass ihn Spieler nach der Entlassung angerufen hätten, um ihm ihr Bedauern und ihr Unverständnis mitzuteilen. Hm … wer das wohl gewesen sein mag? (Weiterlesen …)

Eine aufregende Saison endet mit der erwarteten Überraschung: Der VfL Wolfsburg ist Meister. Vor der Saison wären den Experten mindestens acht Vereine eingefallen, auf die sie eher gewettet hätten. Vor der Saison hätte wohl selbst ein Abstieg der Wolfsburger wahrscheinlicher angemutet als der Titelgewinn. Am letzten Spieltag ging der Tabellenführer als Favorit in die finalen 90 Minuten und erfüllte diese Rolle gewohnt entschlossen. Das 5:1 mag gegen ausgelaugte Bremer zustande gekommen sein, doch außergewöhnlich sind fünf Treffer für Wolfsburger nicht, nicht nur die beste, sondern auch die offensivste Mannschaft der Liga. Das kraftvolle und dynamische 54-Tore-Stürmerduo Grafite und Edin Dzeko, eine „Erfindung“ Felix Magaths, hat auch schon ausgeruhte Abwehrreihen zerzaust (Weiterlesen …)

Ein bemerkenswertes Interview hat Jürgen Klinsmann Günther Jauch in Stern TV gegeben. Bemerkenswert, weil Klinsmann bislang alle Angriffe über sich ergehen lassen hatte. Und Klinsmann musste einige Angriffe über sich ergehen lassen – als Bayern-Trainer und, noch mehr, als Nationaltrainer. Doch diesmal hat er sich gewehrt, wenn auch diplomatisch verpackt und ohne persönlich zu werden (Weiterlesen …)

Am vorigen Fußballwochenende sind im deutschen Fernsehen wieder einige Fragen und Nachfragen nicht gestellt worden. Ich hol das mal nach:

1. Herr Hoeneß, war es ein Fehler, Felix Magath im Januar 2007 entlassen zu haben? Warum betonen Sie mehrfach, mit Jürgen Klinsmann ausgemacht zu haben, “keine schmutzige Wäsche” zu waschen? Klinsmann ist nicht dafür bekannt, schmutzige Wäsche zu waschen. Herr Hoeneß, Sie deuten an, Klinsmann sei für den möglichen Karriereknick Michael Rensings verantwortlich. Ist es nicht eher so, dass er wichtige Jahre seiner Laufbahn (2006-08) auf der Bayern-Bank vertrödeln musste und vergeblich darauf wartete, dass das Versprechen eingelöst wurde, Nachfolger von Oliver Kahn zu werden? (Uli Hoeneß war Gast im ZDF-Sportstudio.) (Weiterlesen …)

Nächste Seite »

Switch to our mobile site