Bayern München: Bei Heynckes gehen die Lampen an
von Steffen Wenzel
Wer am Mittwoch die Möglichkeit hatte, Bayern gegen Zürich und danach Barca gegen Real hintereinander zu sehen, bekam einen Eindruck davon, wie weit der FC Bayern von der internationalen Spitze entfernt ist (Weiterlesen …)
Nachtrag aus Blankenese: Gerettet!
von Oliver Fritsch
Schuldig bin ich noch die Nachricht vom Vollzug des Blankeneser Klassenerhalts. Am 4. Mai rupften wir (um in den Jargon der Hamburger Lokalberichterstattung zu wechseln) den SC Sperber mit 1:0. Bei den Nordstädtern zogen wir ein konterorientiertes 4-5-1 auf. Es war unser bestes Spiel, es war überhaupt das beste und schnellste Spiel, das ich in der Hamburger Landesliga gesehen habe, denn der Gegner war sehr spielstark (Weiterlesen …)
Splittersammlung: Maßloser Zwanziger, schäbiger Amerell, Mensch Kempter
von Oliver Fritsch
Weitere Fundstücke zum Amerell-Fall: Patrick Bahners entlarvt für das Feuilleton der FAZ scharfsinnig Theo Zwanzigers Furor:
„Für die Bewertung von Zwanzigers Handlungen ist erheblich, dass er promovierter Jurist ist, als Regierungspräsident Personalverantwortung getragen hat und nach seiner regionalpolitischen Karriere Richter am Oberverwaltungsgericht war. Er machte nicht nur die Aufklärung der Vorwürfe zur Chefsache, sondern auch die Kommunikation über den Fall. Höchstpersönlich korrigierte er die in der Öffentlichkeit umlaufende Zahl von vier angeblich von Amerell belästigten Schiedsrichtern nach oben. Und er ließ sich dazu hinreißen, die Gegenseite zur Zündung der nächsten Eskalationsstufe herauszufordern: ‚Herr Rechtsanwalt, erheben Sie doch Klage!‘ (Weiterlesen …)
DFB will mit Kempters Bayern-Mail vom Amerell-Skandal ablenken
von Oliver Fritsch
Bekanntlich bleibt in einem Rosenkrieg zuerst die Wahrheit auf der Strecke. Offenbar vergaß das der DFB in seiner „Aufklärungsarbeit“, dieser Eindruck scheint sich im Amerell-Fall zu verfestigen. Andererseits gibt es noch immer sehr viele offene Fragen, Flanken, Einwände: Etwa sollte man aus den veröffentlichten Mails nichts Voreiliges und Eindeutiges schließen. Nur weil sie zu der Zeit, an dem sie Michael Kempter verfasste, Einvernehmen zu belegen scheinen, schließt das den ursprünglichen Vorwurf (sexuelle Nötigung) nicht aus. Einvernehmen im Oktober 2008 heißt nicht Einvernehmen zu jeder Zeit. Auch in Ehen wird vergewaltigt (Weiterlesen …)
Der Amerell-Prozess und die Folgen: Beckenbauer als Zwanziger-Nachfolger im Gespräch
von Oliver Fritsch
Selten im Fußball, in politischen und juristischen Dingen kommt es häufiger vor – beide Seiten feiern ein Unentschieden als Sieg. Was zunächst nach einem Rückzug aussah, die Gerichtliche Einigung mit dem DFB, feiert Manfred Amerell als Fortschritt. „Für uns ist es bestmöglich gelaufen“, sagt dessen Anwalt Jürgen Langer. Die vier Schiedsrichter (drei Anonyme und Michael Kempter) „werden vom Staatsanwalt hören“, heißt es nun unzweideutig (Weiterlesen …)
HSV besiegt Bayern: Unwucht im Badstuber-Müller-Förderverein
von Oliver Fritsch
Aus dem Volkspark Uli Hoeneß, das Stimmungsbarometer des FC Bayern, gab sich nach der 0:1-Niederlage in Hamburg gelassen. In der Mixed Zone hatte er einige Fragen nach Zé Roberto zu beantworten, den er im Sommer nach Hamburg ziehen ließ. Er hatte ihm einen Vertrag über ein Jahr Laufzeit angeboten. Der HSV wollte den 35-jährigen zwölf Monate länger binden, was den Ausschlag gab (Weiterlesen …)
Bayerns Abseitstor, Breuckmanns Maulsperre, Seiferts Irrtum
von Oliver Fritsch
Was alles fehlt: Über das Hoffenheimer Nicht-Tor von Simunic‘ ist ja alles gesagt (außer dass Rensing gut reagiert hat). Oder gibt es jemanden, der die Meinung vertritt: Wer nicht in der Lage ist, den Ball ins Netz zu schießen, der hat auch kein Tor verdient? Was alle aber übersehen haben: Das Bayern-Tor war irregulär, denn Olic stand bei Altintops Pass auf Pranjic im Abseits. Das Tor hätte aus gleichem Grund aberkannt werden müssen wie das des Leverkuseners Gekas, als Kießling, in Abseitsposition, den Gegenspieler blockte. Das tat Olic mit Beck, also war er nicht passiv. So gleicht sich alles aus.
Zum Thema van Bommel, der Checker, habe ich zwei Denkrichtungen vermisst: 1. Warum wird der DFB nicht zu Ermittlungen aufgefordert? 2. Und die Meinung, von dem ich allerdings auch nicht weiß, wer sie vertreten könnte: Unter Klinsmann hätte er dafür noch Rot bekommen. (Eine These, die ich allen Verschwörungstheoretikern gratis reiche.) Zu weitgehend fand ich hingegen, dass Dietmar Hopp Elfmeter haben wollte. Im eigenen Strafraum wohlgemerkt.
Im Doppelpass stieß der diesmal extrem schroffe Manni Breuckmann kritisch das Thema Anstoßzeiten und Amateurfußball an. Und wurde vom Moderator Jörg Wontorra gebremst: „Mal nicht vom Thema abkommen!“ Ist das Thema von der Redaktion unerwünscht, gibt es gar Absprachen? Ist ja schon ungewöhnlich in einer Sendung, in der eigentlich alles erlaubt ist (siehe unten). Ich werde der Redaktion mal ne Mail schicken und fragen.
Christian Seifert gab bei der Diskussion um den Videobeweis zu bedenken, dass „das Spiel“ die gleichen Regeln haben solle, in der Bundesliga wie in der Kreisliga. Mal abgesehen davon, dass ich den Eindruck hatte, dass er aus Scham kurz zögerte, das Wort „Kreisliga“ in den Mund zu nehmen – in der Kreisliga gibt’s keine Linienrichter. Aber woher soll das Herr Seifert wissen?
Eine letzte Ergänzung: René Martens weist im Rheinischen Merkur darauf hin, dass die ARD durch Fußball am Sonntag die Tagesthemen beschädigen könnte.
Manchester United have reached the promised land
von Oliver Fritsch
Heute vor 10 Jahren … Udo Muras hat seinen Schmerz in der Welt ausgebreitet. Daraus entnehmen wir, dass Mehmet Scholl nach dem Spiel über Lothar Matthäus‘ Auswechslung gesagt hat: „Der geht doch immer raus, wenn es eng wird. Das müsst ihr doch langsam wissen.“ Hatte ich ganz vergessen (Weiterlesen …)
Mutter Teresa gegen Obama
von Oliver Fritsch
Die Reaktion Uli Hoeneß‘ auf die Klinsmannsche Verteidigung blieb nicht aus. Im DSF-Doppelpass parierte Hoeneß die bemerkenswert offensiven Attacken seines Ex-Trainers. „Das Verhältnis zwischen Jürgen und der Mannschaft war nicht so, wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wurde“, begründete er die Entlassung. Und wenn selbst Philipp Lahm nun austeilt („Wäre Jupp Heynckes das ganze Jahr da gewesen, wären wir Meister geworden“), ist dem wohl nur beizupflichten. Klinsmann hatte bei Jauch gesagt, dass ihn Spieler nach der Entlassung angerufen hätten, um ihm ihr Bedauern und ihr Unverständnis mitzuteilen. Hm … wer das wohl gewesen sein mag? (Weiterlesen …)
Magath – Stratege, Schleifer und Führungsmann
von Oliver Fritsch
Eine aufregende Saison endet mit der erwarteten Überraschung: Der VfL Wolfsburg ist Meister. Vor der Saison wären den Experten mindestens acht Vereine eingefallen, auf die sie eher gewettet hätten. Vor der Saison hätte wohl selbst ein Abstieg der Wolfsburger wahrscheinlicher angemutet als der Titelgewinn. Am letzten Spieltag ging der Tabellenführer als Favorit in die finalen 90 Minuten und erfüllte diese Rolle gewohnt entschlossen. Das 5:1 mag gegen ausgelaugte Bremer zustande gekommen sein, doch außergewöhnlich sind fünf Treffer für Wolfsburger nicht, nicht nur die beste, sondern auch die offensivste Mannschaft der Liga. Das kraftvolle und dynamische 54-Tore-Stürmerduo Grafite und Edin Dzeko, eine „Erfindung“ Felix Magaths, hat auch schon ausgeruhte Abwehrreihen zerzaust (Weiterlesen …)
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