DFB-Affäre: Rücktrittsgerüchte, Anzeigen, SMS und andere heikle Dinge kurz vor der WM
von Oliver Fritsch
Das melden Agenturen und andere Quellen heute: Manfred Amerell hat am Landgericht München Strafanzeige wegen Verleumdung gestellt. Schiedsrichterboss Volker Roth, den Sport Inside gestern in Schwarz-Weiß abdunkelte, könnte noch diese Woche zurücktreten oder dazu bewogen werden. Die Fifa verbietet Michael Kempter bis auf weiteres, Länderspiele zu pfeifen (was er bislang ohnehin noch nicht tat) (Weiterlesen …)
Der Amerell-Prozess und die Folgen: Beckenbauer als Zwanziger-Nachfolger im Gespräch
von Oliver Fritsch
Selten im Fußball, in politischen und juristischen Dingen kommt es häufiger vor – beide Seiten feiern ein Unentschieden als Sieg. Was zunächst nach einem Rückzug aussah, die Gerichtliche Einigung mit dem DFB, feiert Manfred Amerell als Fortschritt. „Für uns ist es bestmöglich gelaufen“, sagt dessen Anwalt Jürgen Langer. Die vier Schiedsrichter (drei Anonyme und Michael Kempter) „werden vom Staatsanwalt hören“, heißt es nun unzweideutig (Weiterlesen …)
Dabei ist doch alles eine Familie, eine Fußballfamilie, nicht wahr? Wenn das so ist, wird das Familiengericht viel zu tun haben. Das Protokoll des aktuellen Prozessticker DFB: Nun drohe Volker Roth dem angeblichen Vermittler im Amerell-Fall Franz-Xaver Wack mit Klage, meldet kicker Online. Roth wird dort zitiert: „Wenn Wack diese Behauptung aufrecht erhält, werde ich ihn verklagen.“ Wack hat im DSF behauptet, er habe Roth bereits 2005 vom „System Amerell“ berichtet. Und damit, gewollt oder ungewollt, Roth der Untätigkeit bezichtigt (Weiterlesen …)
DFB ./. Amerell: Monaco Wack betritt die Bühne
von Oliver Fritsch
„Ja, mei, Spatzl, du weißt nicht, was los ist, ich muss dir die Wahrheit sagen.“ Mit diesen Worten soll Franz-Xaver Wack am vorigen Freitag (mit Ankündigung) bei Margit Amerell in Augsburg nächtens mit der Vorgabe erschienen sein, ihren Mann zu schützen. Er solle sich „stellen“, dann sei das schlimmste noch abzuwenden. Dass Amerell-Anwalt Jürgen Langer auf Wunsch Frau Amerells auftauchte, habe Wack verschreckt, verstört und zu Fluchtversuchen veranlasst. Im kicker-Video sieht und hört man Frau Amerell und Langer, die gestern in München eine Pressekonferenz in München gegeben haben (Weiterlesen …)
DFB ./. Amerell: Wie glaubwürdig ist der Zeuge Kempter?
von Oliver Fritsch
Vom DFB lernen, heißt siegen lernen. sportinsider äußert: „Bevor Sie sich wieder einen der Qualitätstexte vom Fußball-Internetpionier und Journalisten der Extraklasse, Oliver Fritsch, zu Gemüte ziehen, bitte ich um eine entsprechende innerliche Haltung und Würdigung des Hartplatzhelden, Begründer des indirekten freistosses und Macher, Organisator und Spiritus Rector des direkten Freistoss. Soviel Aufmerksamkeit, Respekt und Ehrerbietung muss sein.“ (Den Gag wollte ich jetzt mal bis zum Ende durchziehen.)
Wie glaubwürdig ist Michael Kempter? Das ist eine der entscheidenden Fragen in dem Rechtsstreit zwischen dem DFB und Manfred Amerell, der am Donnerstag vor Gericht landen wird. Die FR hat am Samstag gemeldet, dass Kempter nun seinerseits von einem Nachwuchsschiedsrichter belastet werde. Kempter habe sich ihm genähert – „aktiv mit deutlichen Absichten“. Den selben Vorwurf macht Kempter Amerell (Weiterlesen …)
DFB ./. Amerell: Zwanzigers Verteidigung und die Eitelkeit des Präsidenten
von Oliver Fritsch
Theo Zwanziger hat sich heute im DSF gegen die Kritik gewehrt, dass er im Fall Amerell gegen sein Prinzip handle, Homophobie zu bekämpfen: „Dieser Vorgang befasst sich ausschließlich mit der Frage, ob Manfred Amerell, der viele Entscheidungen über junge Schiedsrichter getroffen hat, Fehler gemacht hat. Das ist der Punkt, den wir zu entscheiden hatten. Das hat nichts damit zu tun, welche sexuelle Orientierung er oder andere Schiedsrichter haben.“ Ich glaube, der Vorwurf trifft in der Tat nicht zu, ich habe ihn nie recht verstanden (Weiterlesen …)
Amerell und DFB sehen sich vor Gericht
von Oliver Fritsch
Es ist damit zu rechnen, dass uns der Fall Amerell noch lange beschäftigen wird. Sein Anwalt Jürgen Langer habe juristische Schritte gegen den DFB eingeleitet, das Münchner Landgericht werde sich bald in einer Anhörung damit befassen, meldet die SZ heute. Langer hat in einem Telefonat mit mir am Montag die Entschlossenheit seines Mandanten betont, alle Mittel auszuschöpfen. Was bislang verbandsintern behandelt und gedeckelt worden ist, dürfte damit an die Öffentlichkeit geraten, inklusive Zeugenaussagen (Weiterlesen …)
Update: Was zuletzt geschah
von Oliver Fritsch
1. Die Piratenpartei unterstützt dankenswerterweise die Hartplatzhelden mit einer Pressemitteilung, in der sie dazu aufruft, auf unserer Liste zu unterschreiben. Bislang sind dem gut 700 Männer (das kann man durchaus so sagen) gefolgt (Weiterlesen …)
Monopol: Wollen Verbände auch Bilder vom Amateurfußball verbieten?
von Oliver Fritsch
Lars Klingenberg ist ein User von MyHeimat, einem Mitmach-Portal für allgemeine Lokalnachrichten in Text und Bild, unter anderem Sport, auch Fußball. Das Prinzip Bürgerreporter. Früher war er zehn Jahre lang als Trainer im Jugendfußball tätig, heute tourt er als Turniersprecher durch Norddeutschland. Lars Klingenberg hat mir gemailt und mich auf einen Artikel hingewiesen, den er dort veröffentlicht hat und den ich leicht gekürzt wiedergebe:
Wie mir der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) per E-Mail bestätigt, ist es verboten, Fotos von Amateurfußballspielen (egal ob Jugend, Herren oder Frauen) auf MyHeimat zu veröffentlichen. MyHeimat ist ein öffentliches Forum, das kommerziell betrieben wird. Da es aber noch keine Grundsatzentscheidung der Gerichte im Hartplatzhelden-Fall gibt, duldet es der NFV zunächst, dass Bilder auf MyHeimat veröffentlicht werden.
Sollte das BGH zugunsten der Verbände entscheiden, wäre es ein gewaltiger Einschnitt in die Berichterstattung auf MyHeimat. Textbeiträge von Fußballspielen dürften zwar weiterhin veröffentlicht werden, aber ohne Bilder. Der DFB will, dass man Fotos und Videos auf dem hauseigenen Portal fussball.de (dem kommerziellen Ergebnisportal des DFB), veröffentlicht, angeblich damit der DFB die laufenden Kosten decken kann, wie mir Steffen Steffen Heyerhorst (Referat Vereins- und Verbandsrecht/Rechtsabteilung des NFV) in der Mail mitteilt.
Wichtig ist, dass der Amateurfußball seine Lobby wie Hartplatzhelden und MyHeimat behalten kann, da die Hobby-Fotografen und -kameraleute keinen Cent durch die Beiträge verdienen. Im Gegenteil, einige haben sogar Kosten, die sie aus eigener Tasche zahlen. Persönlich hoffe ich, dass der DFB kein Recht bekommt, denn der Amateurfußball muss das bleiben was er ist: Fußball mit Herz und Verstand, wo Papa und Mama mit der Kamera hinter dem Tor stehen, um das Kind zu fotografieren und zu filmen.
Zitat Heyerhorst:
Der DFB und seine Mitgliedsverbände stellen den Vereinen derzeit bereits das Portal “fussball.de” [Anführungszeichen im Original, OF] für die Platzierung von Inhalten aus dem Amateurfußballsport zur Verfügung. Die Nutzung dieses Portals und die damit verbundene Steigerung der Popularität und der damit einhergehenden Vermarktungsmöglichkeiten trägt im Übrigen dazu bei, dass die für die Organisation und Durchführung des Spielbetriebs entstehenden Kosten für die erforderlichen DFBnet – Komponenten (EDV-Module, etc.) nicht zu Lasten der Mitgliedsvereine weitergereicht werden müssen. Es handelt sich insofern um eine teilweise Refinanzierung durch eine bisweilen erst teilweise und am Anfang stehende Vermarktung des Amateurfußballs.
Ich habe die Mail auch gelesen. Anscheinend will der NFV sein Amateurfußball-Monopol auf Bilder ausweiten. Heyerhorst schreibt, dass sich der NFV nach einem möglicherweise positiven BGH-Urteil überlegen werde, wen er abmahnen wird: “Es geht darum, im Einzelfall die Spreu vom Weizen zu trennen, das heißt, den Amateursport sich dort – gegebenenfalls unter Inkaufnahme eines Eingriffs in die Medien- und Vermarktungsrechte – entfalten zu lassen, wo kein vorwiegender kommerzieller Hintergrund besteht.” Wen er damit meint, darüber darf von jetzt an spekuliert werden. Auf jeden Fall sollten alle Lokalzeitungen die Ohren spitzen.
Ingrid lädt auf Hartplatzhelden so dolle und verbotene Dinge hoch wie das hier:
Als sie von der Ansicht des NFV in Sachen Bildrecht erfährt, platzt ihr die Hutschnur. Den Verbänden schreibt sie, in den Blog-Kommentaren, hinter die Ohren:
Wer stellt die Fotos und Videos kostenlos zur Verfügung? Das sind Privatleute und Fußballanhänger, die sich für den Fußball engagieren. Ich als private Fotografin/Videofilmerin möchte mir aber das beste Angebot aussuchen, eine gute kostenlose Darstellung meiner “Produkte” erreichen, die userfreundlich und einfach ist. Als Beispiel nur mal: eine Dia-Show der eingestellten Fotos zu einem Spiel gibt es auf fussball.de nur in falscher Reihenfolge. Oder ich müsste meine Fotos alle umbenennen. Will man eins downloaden, muss man wieder eine andere Funktion wählen. Ich stelle aber meine Fotos den Spielern und Anhängern zur Verfügung, entweder nur zum Anschauen oder auch zum Download. Ich habe gerade vorgestern bei einem Pokalspiel über 120 Fotos gemacht und in einem meiner vielen Fotoalben hochgeladen (ab Foto Nr. 30 = Pokalspiel). Einfach Foto anklicken und Dia-Show starten.
Ich sitze doch nicht nachts bis 4 Uhr daran, die Fotos zu bearbeiten, um damit dann die Plattform der Verbände zu refinanzieren. Die Verbände stellen sich selbst ein Bein mit ihrem Vorgehen. Zurzeit lade ich noch gelegentlich Fotos und Videos bei fussball.de hoch, wenn ich aber keine Freiheiten mehr haben sollte nach einem entsprechenden Gerichtsurteil, dann können die Verbände von mir aus sehen, woher sie Video- und Fotomaterial kostenlos für ihre Plattform bekommen.
Ein Hinweis zur Wortwahl, die sich hier und da einschleicht: „Kommerzielle Plattform“ – das soll nach Abzocke klingen. Kommerziell ist übrigens auch der Blumenladen nebenan. Und der Wurstbudenbesitzer und das Taxiunternehmen. „Kommerziell“ ist in diesem Fall die Polemik des Gegners, der offenbar nur in diesen Kategorien denken kann. Man muss ja nur mal auf fussball.de gehen, um zu erkennen, was los ist. (Im Impressum ganz oben: René Obermann, kennen Sie den?)
Wenn man sich auf den richtigen Begriff konzentriert, kommt man dem Problem auf den Grund: Wir, sei es MyHeimat, der Hannoveraner Lokalsender H1 (der in der Mail auch genannt wird) oder die Hartplatzhelden, sind private Medien. Und das ist, was stört: Privatinitiative für den Fußball. Dafür gibt es einige Beispiele, von denen ich demnächst erzählen werde. Also auf die Worte achten, sie entscheiden Kriege Prozesse. Warum statt „kommerziellen“ nicht von „voll-steuerzahlenden“ Websites reden? Angriff statt Abwehr!
Oh je, ich müsste mir dann ein anderes Twitter-Bild zulegen, denn an diesem, das mich im Jahr 2004 als Spielertrainer der SG Reiskirchen/Niederwetz beim 3:0 gegen den SV Volpertshausen zeigt und mein Stellungsspiel belegt, hätte ich keine Rechte mehr:

Debatte um Video-Prozess: ein neuer, willkommener Gast
von Oliver Fritsch
Ich weiß nicht, ob man mit den Leuten vom Verband einen trinken kann. Oder ob sie aus fünf Metern ein Scheunentor treffen. (Gehe aber mal im großen und ganzen davon aus.) Reden kann man jedenfalls mit ihnen, vielleicht nicht mit allen, aber mit einigen. Reden muss man ohnehin mit jedem, ließ mein Lieblingsautor eine seiner Romanfiguren sagen. Gestern hat sich Frank Thumm, Justitiar des Württembergischen Fußballverbands, in den Kommentaren zu Wort gemeldet (Weiterlesen …)
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